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Die neue Welt · 1931-04-10 · Heft 186 (10.4.1931) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 186 (10.4.1931)
Date
1931-04-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 35 Groschen 18? Tit, ünwe^^. Wien. V«b« bt BEZUGSBEDINGUNGEN Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.—. vierteljährig Zloty 6.—; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc. 15 —; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.— Rumänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. R El U E BEZUGSBEDINGUNGEN Deutschland monatlich Mark 1.—. vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlieh Lewa 40.—, vierteljährig Lewa 1.20 Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.— Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schwebet Francs 1.50. vierteljährig Schweizer Francs 4.50. HERAUSGEBER: &OBERT STRICKER Redaktion and Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße 6—8 Telephon: B-48-S04 —' Erseheint jeden Freitag Jahrgang 5 Freitag, den 10. April 1931 Nr. 186 spricht Mittwoch, den 29. April, im Großen Konzerthaussaal über England, Araber und Juden Kartenverkaufsstellen: Union der Zionisten-Revisionisten, II, Obere Donaustraße 101, II. Stiege, 1. Slock (Telephon A-47-2-34, täglich von 11 bis 1 Uhr und von 5 bis 7 Uhr); Buchhandlung Rath, II, Taborstraße 20 a; Strumpf haus Schächter, Vif, Burggasse 44; Verwaltung der „Neue Welt", II, Untere Augartenstraße 38. Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. Der XVIL Zi'onistenkongreß« London, 4. April. Die Exekutive der Zionistischen Organisation hat den XVII. Zionistenkongreß für den 29, Juni nach Basel einberufen. Der Stichtag für die Beendigung der S c h e k e 1 s a m m 1 u ng ist auf den 4. Mai festgesetzt worden. Auf Grund der bis, zu jenem Datum bei; der Exekutive eingezahlten Schekqlim wird die Zahl der Kongreßdelegierten für jedes Land bestimmt werden. Die. Exekutive hat gleichzeitig Instruktionen wegen Durchführung der Kongreßwahlen erlassen, Die Berichte über die Ergebnisse der Wahlen müssen s p ä t e s t e n s am 14. Juni bei der Exekutive eingehen. Die Tagesordnung und weitere Einzelheiten werden demnächst bekanntgegeben werden. Die Exekutive der Jewish Agency hat, wie offiziell gemeldet wird, die zweite ordentliche Tagung des Council für den 16. Juli nach Basel einberufen. Die zionistischen Mitglieder des Council werden gemäß der Verfassung vom Zionistenkongrefi gewählt. Wegen der Wahl der nichtziönistiscfievö: Vertreter aus den verschiedenen Ländern 'ir'ißiüfyüvon der Exekutive die nötigen Anordnungen erlassen werden. Gleichzeitig wird angekündigt, daß das Administrative Committee der J^ isli Agency zu einer ordentlichen Sitzung für den. 13. juli nach Basel einberufen wurde. Blutopfer und Schulden* Weizmann, der Trmmphalor — Jabotinsky, der Ausgestoßene» Aus London wird unter dem 7. April gemeldet; Der zeitliche Zusammenfall religiöser Feste der Christen, Mohammedaner und Juden hat eine außerordentlich gespannte Situation hervorgerufen, die, der Lage ähnelt, die den blutigen Unruhen arom August 1929 voranging. ■ Am Ostersonntag wurde eine Gesellschaft von elf Juden auf der Heimfahrt in eine Jüdische Kolonie bei Haifa auf der Straße von zwei Seiten unter Schnellfeuer genommen. Zwei Männer und eine Frau wurden getötet, vier Personen schwer verwundet. Die Polizei .konnte der Täter n\cht' habhaft werden.. Sie erklärt, es habe sich nicht um einen Raubüberfall, sondern um eine antijüdische Aktion gehandelt. Die englischen Truppen in Aegypten stehen unter Alarmbereitschaft, um nötigenfalls sofort mit Flugzeugen nach Jerusalem transportiert: zu werden. In Jerusalem wurden Polizei und Militär, stark bewaffnet, auf die strategischen Punkte der Stadt verteilt, .*.'.' Begräbnis der Opfer. Jerusalem, 8. April. Die jüdischen Opfer des arabischen Mordüberfalles, die Arbeiterin Hinde Fischmann und die Arbeiter Samuel Dische 1 und Jakob Zernir, wurden in Haifa zu Grabe getragen. Mehr als 10.000 Juden beteiligten sich am Trauerzuge. ,; * Ein Notruf. . Die Jüdische Telegraphen-Agentur meldet aus New York: Während seines Aufenthaltes in Palästina wandte sich Präsident Dr. W e i z m a n n an den Leiter des Palästina-Drives in Amerika, M. Rothenberg, mit eine^n dringenden Appell, die u n e r'tr ä g 1 i 'c.h e n L e i d e n der Beamten und Lehrer.' in Palästina durch eine vorläufige rasche . Hilfeleistung zu lindern. Prof. Weizmanu schilderte die Lage, indem er darauf hinwies, daß ein großer Teil der Beamten und Lehrer schon seit Monaten ihre Gehälter nicht ausbezahlt erhielten und daß, die Mittel nidit vorhanden seien, den abgebauten Funktionären die ihnen zukommenden Abfertigungen zu geben. Eine sofortige Ueberweiaung von mindestens 25.000 Pfund noch vor Pessach sei für diesen Zweck dringendst erforderlidi. Herr M. Rothenberg teilte Weizmann telegraphisch mit, daß er 25.000 Dollar, das ist ^er fünfte Teil der geforderten Summe, abgeschickt habe. * Die Nachrichten, die während des heurigen Pessadis aus Palästina kommen, tragen Alarmcharakter. Weizmann ist im Lande. Er hält Besprechungen ab, er wird gefeiert, er nimmt allseits „Fühlung". Als unmittelbar nach der Araberrevolte im Jahre' 1929 in einer Aktionskomitee-Sitzung Stimmen die Einleitung einer neuen zionistischen Politik forcierten, erklärte Dr. Weizmann, daß dieser Weg nur über seine Leiche gehe. . Die Weizmann-Aera nahm ihren Fortgang. Niederlage um Niederlage waren die Marksteine , auf dem Weg dieser Methode, Leichen gibt es zwar, aber als Opfer der Devise: „Nur über meine Leiche . . ." Der August 1929 hat nicht nur den p o 1 i t ische n N i e d e r b r u c;h offenbart, in hodi erschreckenderem Maße das mit ihm korrespondierende wirtschaftliche Debakel. Aber man posaunte. Weizmann rief in die Welt: „Juden, ihr könnt ruhig sdilafen! Wir haben die e r weit e jr t e Jewish Agency, die reichen Herren in Amerika ^werden es; schon machen," Es kam ein Rückgang der Geldeingänge wie noch nie. ^Hes wurde^ ein Trümmer^ft^fen: Organisation, Sammelapparate, Kolonisationsarbeit, Eintwandernn^szijffer! * ' „Nur über meine i Leicfce .,Weizmann^ ist im Lande,;;,Wlftdimir J *bo ii<m l&y df^nj&tu«f k«*d, |Er hat jahrelang gewarnt,, den Weg gezeigt, den 'der Zionismus zu gehen habe; aufgezeigt, wafitim die Niederlagen kommen müssen; hingewiesen «iuf die Notwendigkeit, des Schutzes der Kolonisation, auf die Notwendigkeit der radikalen Aendepung der l politischen und wirtschaftlichen Methoden. Aber er, Jabotinsky, muß in der Ga 1 uth umherirren. Die Regierung verweigert ibm. den Eintritt in das Land, sein Palästina. Weizmanu ist im Laude. Er verlangt Geld von Amerika. Wofür? Für den Aufbau? Nein ~ für Bei rheumausdhen Sdimefxen, Kopf w «% Schmerzen in den Gelenken und Gliedern wirken Togäl- Tabletten ganz hervorragend. Absolut unschädlich. Ein Versuch überzeugt 1— In allen Apotheken. — Preis S 2.40. Beamte, für Schulden. Für den Apparat, für die Bürokraten, für die Presse. Weizmann geht mit der Schuldenlast auf dem Rücken, im Angesicht jüdischer Opfer, als Triumphator 'durch das Land, trinkt Tee mit Chancellor, konferiert mit den Arabern. ,;!; V r v , v s . Jabotinsky .muß als Verfemter im ExiLleben, von derselben Presse geschmäht, die Weizmann Weihrauch streut. / ' . Jabotinsky in Wien* Das Sekretariat der Union der Zionisten-Revisfonisten Oesterreichs teilt uns mit, daß der Präsident der Weitunion der Zionisten-Revisionisten, Herr Vladimir Jabotinsky, Ende April in Wien sein und am 29. April im Gr oßen Konzerthaussaal über das gerade im Hinblick auf das Herrannahen des XVII. Zionistenkongresses überaus wichtige und aktuelle Thema: „En gland, Ar ab er und Jude n" einen Vorträg halten wird. Die Stellungnahme * dieses zielbestimmenden Führers der zionistischen Opposition begegnet indiesem kritischen Äugenblick des Zionismus begreiflichem Interesse der gesamten jüdischen Öffentlichkeit. Kartenverkaufsstellen: Union der Zionisten-Revisionisten, II., Obere Donaustraße 101, II. Stiege, I.'Stock (Tel.: Ä-47-2-34; 11 bis 1, 5 bis 7); Buchhandlung M. Rath, II., Taborstraße 20a; Strumpfhaus Schächter, VII., Burggasse 44, sowie Verwaltung der „Neuen1 Welt" IL, Untere Augartenstraße 38. / ., i . 1 '. ■ I. ' Ein Schaf wurde gefdiladilel ♦ ♦ ♦ Jerusalem, 28. März. In der' jüdischen Kolonie M o z a bei Jerusalem fand der feierliche Abschluß eines Dauerfriedens zwischen der Kolonie und den Ar abern des Nachbardorfes Colonia statt. Aus Colonia stammten die Aufrührer, die im August 1929 Möza zerstörten und die Mitglieder der jüdischen Familie Macleff lebend verbrannten; Der feierliche Friedensschluß wurde in t r a d i t i o n e 11 e r orienta 1 ischer Weise vorgenommen. Als^Symbol der Beseitigung der B1 u t r a c h e, die infolge : der; bisherigen Nichtbestrafung der Mörder der Familie Macleff bestand,1 wurd*? ein Schaf geschlachtet. Das Mitglied der; Zionistischen Exekutive Colone! Kisch wohnte der Zeremonie bei. Dr. Weizmann besuchte nach dem Friedensschlüsse die-Kolonie. : Im Zusammenhang mit dem Abschluß des Friedenspaktes wurde das gerichtliche1 Verfahren gegen vierzehn Araber, die unter der Anklage stehen, während «der Unruhen im August 1929 einen Angriff auf das Haus, des jüdischen Kolonisten Broza unternommen zu hahen, niedergeschlagen. (Allgemein wird das Zustandekommen des Friedenspaktes auf Brozas Initiative zurückgeführt.) Es verlautet, daß der Generalstaatsanwalt auf Grund des zwischen dem jüdischen und

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