Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 5 (1931)
- Issue
- Heft 185 (1.4.1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seife b DIE NEUE WELT Nr. 18$ | y —«um i i>*wmnnnrtiiiw»w»nniimnmHi wrnimwnmMniimimTiiHnwwTnm mii)iniiii|iimii>HiiiiniiliiilwiliMiniiffl BlBtumimmmmmin mmimnntmi'rrmttnMitinmmiifmimwininntmi SIEGM. KORNMEHL <MdSSFLIISCHHAUIftll B| Zentrale IX., Berggaw 19, Telephon 17*3-9* u. 16-9.34 jf L ' e f e r a n Ut H e; : ä n s t a 1 t e n j JSS2ä2SSlS2^ || unter Aufsicht des Ehrwürdigen Kabbinats der lsr. Kul* Ii i , tusgemeinde Wien " AutoxustelliinQ koatanlo» IX. Btrggats« 15 , XVIII., Wlhringmtr. 97 TiiitmtitmmmiihtMthmtmmTtin'mnninnmmiimiint und:Scliömrbn eröffnet. Herr Smilansky, der Obmann des Verbandes, führte in seiner Eröffnungsrede aus, der Verband sei'lediglich auf gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen der Landwirte aufgebaut. Der Handel der landwirtschaftlichen Produkte liege in den Händen von Bauerngenossenschaften, die autonom sind. Der Verband habe bei der Regierung wesentliche V e rbesserun gen i m Steuersystem durchgesetzt, und es sei zu hoffen, daß; die'„Zehe'nt^s und „Werko''iSteuer bald durch eine moderne Grundsteuer ersetzt "werden wird. Der Verband habe auch in sozialen Dingen günstige Aenderungen erreicht, insbesondere in seinem Kampf gegen Brachial* gewalt bei der Arbeitsbeschaffung, d. h. gegen den Zwang, welchen die Arbeiterorganisation bei Beschaffung von Arbeitskräften ausüben, will. In der Debatte kam eine hftig O-p p o s i t i on gegen den engen wirtschaftlichen Rahmen, den Herr Smilansky dem Verband setzte, zum Ausdruck. Besonders heftige Angriffe richtete die Opposition' gegen; die Weizmann* freundliche Richtung des von ' Smilansky redigierten Organs. :des Verbandes „Bust'nai", die in der Forderung gipfelten,; die übertriebene Unterstützung der W e i zmann«Richtung und den damit verbundenen Kampf gegen den Revisionismus einzustellen. Die Vertreter der Organisation der Bauernsöhne „Bne-Bin« jarnin" erklärten, der „Bust'nai" unterstütze Weizmann, statt :das-Fiasko seiner Wirtschaftspolitik aufzudecken und diese zu bekämpfen. Dr. Brunn (Chedera) referierte über den Plan der Gründung, einer landwirtschaftlichen Kre (H U bank, deren Aufgabe es sein soll, den Landwirten billigem Kredit mit einem Rückzahlungstermin von Minimum drei und maximum zwölf Jahren zu gewähren. Das Kapital der Bank'soll durch Anteile de Bauern in einer Gesatrithöhe von 10.600 Pfund aufgebracht v/erden sowie durch aus* ländisdie Kreditinstitute. -• Die Versammlung nahm den Beschluß der Banks gründüng einstimmig an. Das Budget der Verbands* leitung'wüde auf 500 Pfund im Jah festgesetzt. Tri'die Leitung wuden gewählt: Smilansky, filier, Jakobsohn (Rehoboth) Komarow (Nes*Zioriah), Michael Levin- (Rischon le*Zion), Paskai, Sapir (PetachVTikwah), David Hürwicz (Herzlia), Suchowizki (Magdiel), Adel* mann;(Kfar*Saba), Dr. Brunn, Wilensky (Chederäj, Machnes,' Ben»Ami (Bne*Binjamin). Kein Arbeitsfrieden in Palä§tina Die Arbeitergewerkschaft (Histadruth) lehnt eine Kon« ferenz mit den Revisionisten ab. Jewish; Agehcy Bulletin meldet aus Palästina: Das Organ der Arbeiterorganisation „Dawar" vom 13. März enthält einen Briefwechsel zwischen der revisionisti* sehen Zentrale in London und der Exekutive d er H istadruth über die Fragen der Unpartei* lichkeit und des rein gewerkschaftlichen Charakters der Histadruth und die Gründung neutraler Arbeit svermittlungs* Büros.' Die Histadruth erklärt, unparteiisch zu sein, sich aber nicht auf rein gewerkschaftliche Fragen beschränken zu können. Die vor* geschlagene gemeinsame. Sitzung von Revisionisten und Histadruth*Exekutive sei zwecklos, da die p b 1! i t i* s eh e L i n i e de r Histadruth feststehe. * ' Die „Neue Welt" hat vor kurzem das Schreiben der :Zionisten*Revisionisten an die Histadruth veröffent* ficht. In dieseih Schreiben erklärten sich die Revisionisten bereit, auf die Gründung einer separaten Gewerkschaft in Palästina zu verpichten, wenn die bestehende entpolitisiert wijd und ihre Mitglieder nicht zu einer bestimmten Haltung in Fragen der Politik und Weltanschauung zwingt. Da,s Schreiben schloß mit dem Vorschlage, eine gemein» same, Sitzung einzuberufen. \ Aus der Meldung des „Dawar" geht hervor, daß die HisJ#druth nicht gewillt ist, ihren politischen Charakter aufzugeben und sich auf gewerkschaftlichmeutrale Akttonen im Interesse aller Arbeiter zu beschränken. Sie wiU -4P Instrument einer bestimmten Politik und Welt* ansebftuung seine- Da sich die zionistisch*revisionistisch eingestellten Arbeiter diesem Zwange nicht fügen wollten, ist es in Palästina schon wiederholt zu Zusammenstößen zwischen'jüdischen Arbeitern gekommen, denen die englische Polizei ein Ende machen mußte. Nach der Weigerung der Histadruth wird dieser beschämende, des Aufbau des jüdischen Nationalheims störende Zustand •weiter bestehen. Die Verantwortung dafür trägt nunmehr die Histadruth vpll und ganz. Professor Aptowitzer 60 Jahre. Der Professor an der Jüdisch-Tlpeolagißdven Lahr- ' anüUH in Wien Dr. A. A p 10 w i t z e r, eine -hervorragende Airtoritiii auf dem Gebiet der Agadahlör^vtng, f e'i e r t« d i r s e :• Tay« seine« 60. Gc»; Stffiitffse nnentseltllche Stellenoermtttl ans Wer ausgebildetes, tüchtiges und diszipliniertes Personal «Her Art u. aller Branchen benötigt, wende sich an „Hakeah", Wtotingaratr. 11,1*1. R»2S*0-10 burtetag. Aue diesem Anlaß wurde von den Lehrern und Schülern der Anstalt eine interne Feier abgehalten. Die Arbeiten Pirof. Aptowditzers über Philosophie und Poesie des jiidischen Mittelalters werden'sehr geschätzt. Dr. Emil Medak gestorben. Sonntag, den 22. März, wurde Dr. Emil.M eda k zu Grabe getragen. Obwohl er einem ganz und gar assimilierten Milieu entstammte,' zog es ihn, als er an die Wiener Universität kam, in jene Kreise, die dem Her zischen Juden staatsgedanken den Boden bereiteten. Ein aufrechter Jude, ein kompromißloser Zionist, widmete er sich den Aufgaben, die der Zionismus an jeden seiner An* häriger stellt. Er kannte im Zionismus keine Seitenwege und Halbheiten; und als Präsident Weizmann in der denk* Würdigen Berliner Aktionskomiteesitzung den Judenstaat als'weder erreichbar? noch erstrebenswert bezeichnete, traf dieser: Schlag unseren lieber* Freund Dr. Medak so stark, daß er entschlossen war, die zionistische Organisation zu verlassen. Nur mit schwerer Mühe gelang es dem Schreiber dieser Zeilen, ihn von seinem Vorhaben abzubringen. Dem treuen Zionisten bleibt ein ehrendes Andenken, bewahrt. /■pnsnwD n^i .va{n^!?an Leopold Sitzmann. T heater, Kunst und illlliiliiifillilllliiliililllfili Literatur« Vorlesung Jehuda Ehrenkranz. Nach längerer Pause las Jehuda Ehrenkrariz wieder jiddische Dichtun* gen. Diesmal galt der Abend nur lebenden Autoren. Bergelsohns „Nachts", drei Skizzen des amerikanisch* jüdischen Satirikers N a d'i r und eine Groteske des Humoristen T u n k e j e r fanden in Ehrenkranz einen bc* merkenswerten Interpreten. Uri Zwi Grinbcrgs zarte, farbenprächtige, subtile Gedichte lagen dem Rezitator schon ihrer eigenartigen Melodik und sprachlichen Rhythmik wegen. Die Vermittlung des Dichters Grinberg ist än und für sich eine dankenswerte Tat. Im Mittelpunkt des Prosateils stand ein Kapitel aus J. Öpatoschus bekanntem Roman „Polnische Wälder", und zwar die dramatisch bewegte Szene am Hof des Koczker Rebben Mcndele. Das Hindrängen toriti Tummeln einer bresthaften, armen, wahnsinnigen, „ hilfelfetfschenden• Menge, das Auf*' tauchen und Verschwinden^ der Figur des. Rebben selbst zusammen mit dem schicksalshaften Eingreifen eines Jüngers, akustisch und mimisch vorzuführen, glückte nicht ganz. Ein Danebengreifen war auch die Wiedergabe von Bialiks Galgenhumor*Gedicht „Frejlachs", das Ehren* kränz in einen aberwitzigen Kinderreigen verwandelte. Wenn, der Abend einen greißen Erfolg für Ehrenkranz be* deutete,; so lag.er in der Substanz des Dargebotenen und dem Unermüdlichen Streben des jungen Rezitators, der seinen Entwicklungsweg ' deutlich machte; indem er den Radius seines deklamatorischen Stoffgebietes wesentlich erweitert und'dessen Bewältigung sichtbar werden läßt.. Jüdisches Musikleben in Amerika. Wie wir bereits berichtet haben, hat Prof. S. Bras* 1 a Vs'k >'» der jahrelang als Dirigent den Jüdischen Ges.ahgve.r ein in Wien und das HäkoatuOrchester leitete, sein Tätigkeitsfeld nach Boston verlegt. Mit Genug* tuurig können wir konstatieren, daß dieser ausgezeichnete Musiker nun, auch in U. Si Ä; festen Fuß. gefaßt hat . und ihm dort die Pflege der jüdischen Musik zu verdanken ist. ,Die amerikanische Presse beschäftigt sich ausfuhr* lieh mit dem Wirken Braslayskys und hebt insbesondere seine propagandistische Tätigkeit hervor. Besonders aner* kennenswert ist die Gründung des Bostoner Jü.di* sph.enjGesang Vereins, der befähigt ist, den jüdi* schen: Ghorgesang zu pflegen und zusammen mjt dem Volk*Sirifonie*Orchester die großen Werke der Musik* literatur aufzuführen. Jn der. letzten Zeit hat Prof. Braslavsky eine,Reihe von: Vorträgen',rüber weltliche und synagogale Musik ge* halten. Hand. in Hand gingen Konzerte hebräischer Musik; an denen u. a. die „Ländliche S i n f o n i e" von Goldmark und Psalmen von Braslavsky aufgeführt wurden. Ein eigener Abend galt dem jüdischen Volkslied. In jiddischer Sprache wurden durch den Kantor J. G. Glickstein „Im cheder", „Milner treren", „Di altinke fidele", „Di alte Kasche" u. a. zu Gehör gebracht. Für.die nächste Zeit sind weitere Aufführungen jüdischer Musik (Chor, Orchester und Sologesang) sowie Vorträge seitens Prof. Braslavskys geplant. Liederabend Hilda Dulitzkaja. Sonntag, den 5. April, findet im Theater Reklame, II., Praterstraße 34, der d/ess' jährige Liederabend Hilda Dulitzkaja statt. Auf dem Programm der ausgezeichneten Künstlerin befinden sich jiddische Volkslieder sowie hebräische und synagogale Ge« sänge. —; Restliche Karten an der Kasse des Cafe Reklame. Erwlng Arco in Wien. Erwing Arco, einer der be* deutendsten jüdischen Charakterdarsteller, der in Rußland geboren und seit vielen Jahren an dem Jüdischen Theater in New York mit großem Erfolg-tätig ist, würde für ein ' kurzes Gastspiel an die J ü d i s c h e Buh n e, 11.,' T a b'o r* straße 12, verpflichtet. Arco befindet sich auf einer1 Europareise urid wird nach Absolvierung seines Gast* 8bieies' in - Wien, in Prag, Warschau,' Lemberg und' Paris I Theater „Reklame'*, Praterstr. 34 & Sonntag, den 5. April 1961, 8 Uhr abends Einziger heiterer Abend | Hilda Dulitxkaiag | Mitwirkend: Samuel Schwager (Rezitation» | 1 Programm: Volkslieder, chassidische und synagogale 1 g Lieder § 1 Karten zu haben« Bücherstube Rath, Wien II, Taborstraße 20a, g und Im Theater-Reklame" s gastieren. Der Künstler debütiert am Samstag bei der Erst* aufführung des Lebensbildes „Wie ein Ganef liebt". Das Stück wird Sonntag und Monatag sowohl nachmittags als abends aufgeführt und bleibt bis Donnerstag, den 9. April, auf . dem Spielplan. Tempelkonzert. Donnerstag, den 16. ApriL präzise . H8 Uhr abends, findet im Tempel, IL, Pazmaniten* gasse 6, ein Tempelfest unter Mitwirkung der Konz er U Vereinigung des Oesterreichischen Kan*: to renverein es statt. Zur Aufführung gelangen aus« erlesene Kompositionen berühmter alter Meister. Karten erhältlich in der Tempelkanzlei, Telephon: R*47*8*63. Wir vernehmen mit Vergnügen, daß die Konzertvereinigung des Oesterreichischen Kantorenvereines wieder ins Leben gerufen wurde. Diese Korporation, die nach Verhältnis« mäßig kurzem Bestände so Hervorragendes zu leisten imstande war, hat den Anspruch auf weitestgehende Förderung. Der Prozeß gegen das jüdische Theater. Donnerstag, den 9. April, am letzten Pessachtage um 7 Uhr abends, findet im Saale des alten Rathauses, I., Wipplingerstraße 8, die vom Jiddischen Kulturklub in Form eines Schwur« gerichtsprozesses veranstaltete öffentliche Aussprache über die Probleme des jüdischen Theaters (Habimah, Granovski usw.), statt. Vorsitzender: Dr. F. Sternberg. Ankläger: M. Groß, Verteidiger: M. Singer, Sachverständiger: Doktor Brind. Zeugen können sich während der Prozeßverhand« lung aus der Mitte des Publikums melden. Das Urteil wird von den aus dem Publikum berufenen Geschworenen ge« fällt werden. Billige Karten zu dieser originellen Veran« staltung in der Buchhandlung Rath, II., Taborstraße 20a. Josef Grob zum 50. Geburtstag. Aschrom sehe] Pessach feiert der bekannte und beliebte Oberkantor des Neudegger Tempels Josef Grob seiuen 50. Geburtstag. Zu seiner Bedeutung als Oberkantor sei festgestellt, daß der gute Besuch der Gottesdienste zum großen Teil ein Verdienst Josef Grobs ist, dessen gesanglich hochstehenden Vorträge die Zuhörer fesseln. Die Leser und Liebhaber jiddischer Literatur kennen Grob als erfolgreichen Schriftsteller auf dem Gebiete der jiddischen Novellistik. Erst kü^zjich erschien ein Band seiner ausgezeichneten Novellen. Im Krieg stand Grob seinen unglücklichen Brüdern, die ihre Heimat verlassen mußteD, mit Rat und Tat stets zur Seite. Der weite Kreis seiner Leser und Anhänger würnscht ihm die Erreichung eines glücklichen und erfolgreichen patriarchalischen Alters. Dr. H. G. üdi'sdie Sport, und miiiiiiiiii Tiprnbewegung« Hakoah im Entscheidungsspiel geschlagen Gegen B. A. C. 3:4. Selten hat die Hakoah«Mannschaft ihre Nerven so verloren, wie im Entscheidungskampf gegen ihren schärf* sten Rivalen B. A. C. Bevor sich noch die Blau*Weißen fanden, hatten die Brigittenauer zwei Tore erlangt. Nach Seitenwechsel waren zwar die Hakoahner besser, ließen aber gegen Schluß wieder stark nach. Das Verteidigungs« trio hatte eine schwere Arbeit zu bewältigen und ent<= ledigte sich der Arbeit, ohne besondere krasse Fehler zu begehen. In der Deckung versagte Birnbaum, wodurcfi der gegnerische Flügel das Hakoah«Tor oft in Gefahr brachte. St roß zeigte sich durch unermüdlichen Arbeitseifer und gutes Zuspiel'aus. Im Angriff waren Mausner und Heß die Besten. Nach anfangs offenem Spielt geht in der 10. Minute Studenik durch, überspielt Birnbaum und er« zielt den ersten Treffer. Einige Minuten später ist der« selbe Spieler zum zweiten Male erfolgreich. Die Hakoahner greifen heftig an, ein scharfer Schuß Heß* geht daneben. Im weiteren Spielverlauf erweisen sich die Hakoah«Stürmer als viel zu nervös und vergeben die günstigsten Chancen. Wochen-Kalender April 1931 P'i tftf!nn Adar 5691 3 Freitag 16-Tto Sabbateingang 6.25 4 Samstag 17-n Sabbatausgang 7.09 onw tw nyion *n rov 5 Sonntag 18-n» ...... 6 Montag 19-ta> 7 ■ Dienstag 20-D 8 Mittwoch 21-*o ncOVTOP " •' 9 Donnerstag 22-53 npotoivro