Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 5 (1931)
- Issue
- Heft 184 (27.3.1931)
- Date
- 1931-03-27
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10 DIE NEUE WELT Nr. 184 Stöndfsß unentgeltliche Stellenvermittlung Wer ausgebildetes, tüchtiges und diszipliniertes Personal aller Art u. aller Branchen benötigt, wende sich an „Hakoah", I., Wiesingerttr. 11, Tal. R*2S*0«10 T Gold mann, Kammerrat Moritz Kohn, David L e s s i n g, Dr. Jose] Löwenherz, Samuel Preis, N. M. Racker, Kommerzialrat Moriz Reif, Max Schiffmann und Direktor Wolf Wahrhaftig. Schließlich erfolgte die Wiederwahl der Mitglieder des Revisiousausschusses, der Herren Sch. Horowitz, Simon P i c k e r und Oherrechnungsrat Moses W e i n e r. Richtigstellung. In unserem in der letzten Nummer erschienenen Aufsatz „Was wundert ihr euch?" soll es statt Hans von Gosslar richtig Hans von G e r 1 a c h heißen. _ heatet/ Kunst und iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Li f er a tun Chopin-Abend Prof. Wolfsohn. Die meisten Versuche, Chopins lyrisch-sentimentale Welt durch einen Zusatz „neuer Sachlichkeit" zu „modernisieren", scheitern daran, daß eben an den Klangqualitäten Chopins nicht gerüttelt werden darf. Eine Abkehr im Sinne der Vernachlässigung dieses Elements zerstört den Charakter der Chopinschen Musik. Es ist Prof. Julius Wolfsohn hoch anzurechnen, daß er sich zu solchen Experimenten nicht verführen läßt. Es besteh^ eine wirkliche künstlerische Gemeinschaft zwischen ihm und Chopin, eine Gemeinschaft, die besonders in jenen Zonen deutlich wird, wo sich die Sprache der jüdischen mit der slawischen Gefühls- und Formen'w'eTt berührt. Mit der Sicherheit des schaffenden Musikers, mit nachtwandlerischer Intuition hat Wolf söhn die so oft gespielten Nocturnos, Etüden und Sonaten in ihrer ursprünglichen Struktur Gestalt werden lassen: er bewies die Unsterblichkeit solch musikalischer Neoromantik. Die geistige Durcharbeitung hielt der absoluten Schönheit des Spiels die Waage. Wolfsohn wurde im Großen Musikvereinssaal stürmisch gefeiert. — Die mitwirkende Sängerin, Frau Berta Kreisberg, brachte einige bekannte und weniger bekannte Lieder Chopins mit gutem Verständnis zu Gehör. o. r. Neues Jüd. Theater, II., Praterstraße 60. Im Rahmen des Jüd. Schauspieler*Vereines wird am Freitag, den 27., Samstag, den 28.,. und Sonntag, den 29. März 1931, „Dus Dorfische Mädel", Komödie in 3 Akten von Schumswy, mit Mirjam Koralova in der Hauptrolle, aufgeführt. Liederabend Hilda Dulitzkaja. Am 5. April findet der diesjährige Konzertabend der bekannten jüdischen Liedersängerin Hilda Dülitzkaja im Theater Reklame, IL, Praterstraße 34, statt. Auf dem Programm steht eine Reibe von Volksliedern und hebräischer sowie synagogaler Gesänge. Für den Abend gibt sich in den weitesten Kreisen reges Interesse kund. Oeffentlicher Gerichtstag über das Jüdische Theater. Donnerstag, den 9. April, am letzten Pessachtage, um 7 Uhr abends findet im Saal des Alten Rathauses, I., Wipplingerstraße 8, die vom Jiddischen Külturklub veranstaltete öffentliche Gerichtsverhandlung über das Jüdische Theater statt. Vorsitzender: Dir. F. Sterriberg, Ankläger: M. Groß, Verteidiger: M. Singer, Sachverständiger: Dr. N. Brind. Das Urteil wird von den aus der Mitte des Publikums berufenen Geschworenen gefällt werden. Zeugen können sich auch während der Prozeßverhandlung aus dem Publikum melden. Die erste jiddische Oper. A. Goldfadens altes historisches Singspiel „S u 1 a m i t h" wurde in Frankfurt;a. M. zum erstem Male als Oper aufgeführt. Den alten Text bearbeitete H. Frommer, die musikalische Umgestaltung stammt von Leo Roseublüth. Chor und Solisten stellte der Frankfurter Jüdische Männergesangverein „Hasomir". Die Kraft des Volkstümlichen war so stark, daß sogar die etwas unbeholfene Aufführung tiefen Eindruck machte. Die naiven melodischen Bildungen der Musik, die packende Rhythmik und das orientalische Kolorit, verstärkt durch die jüdischen Tänze, würden bei einer mit künstlerischen Kräften herausgebrachten Vorführung eine Bereicherung des jüdischen Volksbühnenrepertoires bedeuten. Samuel Schwager liest auf Einladung des Brith Hanoar Hamisrachi im großen Festsaale des Misrachiheimes, Wien, IL Praterstraße 11, am Schabbath, den 28. ds., präzise 8 Uhr abends. Gäste herzlichst willkommen! - - Städtische Subvention für die „Wilnaer Truppe". Der Stadtrat von Wilna hat in. seiner letzten Sitzung einen Antrag angenommen, welcher den Magistrat beauftragt, die „Wilnaer Truppe" finanziell zu unterstützen. Ein jüdisches Museum in Livorno. In der Stadt L i v o r n o, die eine der ältesten und größten jüdischen Gemeinden Italiens besitzt und durch eine große jüdisch* wissenschaftliche und religiöse Tradition bekannt ist, w^rde ein jüdisches Museum eröffnet, das eine reichhaltige Sammlung von historisch wertvollen Gegen* ständen und Dokumenten zur Geschichte der Juden Ljvornos beherbergt. Ein neues Theodor*Herzl*Buch in hebräischer Sprache. In Jerusalem erschien in hebräischer Sprache ein neues Herzl-Buch von S. Schwarz unter dem Titel „Herzl in seinen Tagebüchern". Das Buch ent* hält sieben Abschnitte: Der Mensch und der Schriftsteller, der Führer und Politiker, der soziale Reformator, der Mann der Tradition, Herzl und die „Gewirim", Herzl und die Nichtjuden, Herzls Enttäuschungen, Das Buch stellt den ersten Versuch in hebräischer Sprache dar, die Per* sönlichkeit Herzls auf Grund seiner berühmten Tagebfehtr zu zeichnen, 1 fidisdte Sporf* und Wimmln Turn Bewegung. m Hakoah oder B. A. C? Sonntag fällt die Entscheidung. Kommenden Sontag dürfte die Entscheidung in der Meisterschaft fallen. Hakoah tritt auf der Hohen Warte gegen den fürhrenden B. A. C. an. Die Bri gittenauer haben in den 18 bisher ausgetragenen Spielen 34 Punkte und ein Torverhältnis von 91 :1 erzielt. Die Krieauer haben ebenfalls 18 Spiele ausge tragen, weisen aber nur 32 Punkte und ein Torver hältnis von 62 :13 auf. Die einzige Niederlage erlitten die Blau-Weißen durch B. A. C. Damals war die Mannschaft noch nicht so gut eingespielt und hatte überdies viel Pech. Die Hakoah-Mannschaft hat schon große Entscheidungskämpfe geliefert und wird auch Sonntag die Nerven nicht verlieren. Vergangene Woche zeigten sich die Hakoahner von bester Seite. Sie siegten vor 2500 Zuschauern gegen Moravia 3:0. Die besten Leute waren Oppenheim Amster, Heß und Mausner. Fried, der nach längerer Pause mitwirkte, ist von seiner alten Form entfernt Der erste Treffer fällt in der 30. Minute durch Don nenfeld. Nach Seitenwechsel sendet Fischer in der 20. Minute unhaltbar ein und fünf Minuten später führt eine schöne Kombination zwischen Ehrlich-Dön nenfeld-Heß durch letzteren zum dritten Treffer Hakoah stellte folgende Mannschaft: Oppenheim Amster, Feldmann; Liebermann, Strohß, Fried; Ehrlich Donnenfeld, Heß, Mausner, Fischer. Eine jüdische Schießstätte in Wien. Nach langen Bemühungen haben junge jüdische Menschen eine Schießstätte errichtet — die erste jüdische in Mitteleuropa — die dazu dienen soll, der jüdischen Jugend die Pflege eines Sportes zu ermöglichen, welcher die Aufgabe hat, das Bewußtsein der Wehrfähigkeit im jüdischen Volke zu wecken und zu heben. Herzl — in seiner prophetischen Voraussicht — hat die Notwendig keit der Gründung von Schii'tzenvereinen er« kannt und wiederholt in seinen Schriften darauf hinge wiesen. Die Augustereignisse des Jahres 1929 in Erez Israel haben es zur Genüge bewiesen, wie wichtig es für den jungen Juden, der nach" Erez Israel strebt, ist, nicht nur seine beruflichen Aufgäben zu erfüllen, sondern auch fähig zu sein, das von ihm aufgebaute Werk zu sichern und zu schützen. Die „Menp'riah" will nun die Institu* tion sein, in welcher der Ghalüz seine physische Hach* scharah durchführt. Neben der Ausbildung im Schieß* wesen wird alles betrieben,; was , die Chaluzim das in* dividuelle und kollektive Reagieren auf eine Gefahr lehrt. Anläßlich eines kürzlich stattgefundenen Appells ist der Betrieb der Schießstätte aufgenommen worden. Die ordent* liehe Mitgliedschaft ist für jeden Zionisten, der das 16. Lebensjahr überschritten hat, zugäng* lieh. Außerdem können an den Schießabenderi auch Gäste teilnehmen., Die Erhaltung einer solchen Schieß* Stätte erfordert jedoch größere Mittel, die der Verein aus Eigenem nicht auf bringen kann.. Wir fordern alle Gesin* nungsgenossen, die die Wichtigkeit des Vereins erkennen, auf, den Vereinszv/eck durch ihren Beitritt als aktive oder unterstützende Mitglieder zu fördern. A. Sch. Jüdischer Sport- und Schützenverein „Menorah", IX., Liechtensteinstraße 30, Souterrain, Zugang durch den Hof. In der am 20. d. M. stattgefundenen Kommissionierung unserer Schieß statte wurde die behördliche Bewilligung zum Betriebe derselben erteilt. Damit ist unsere Arbeit in ein neues Stadium getreten und es ist uns nun möglich, im eigenen Heim und unabhängig von Zufälligkeiten unsere Hachscharuh durchzuführen. Wir fordern unsere Mitglieder, die noch nicht neu registriert sind, auf, dies ehestens nachzuholen und sich zii einer der untenstehenden Zeiten im Heim zu melden. Die Schießstätte ist zugänglich für alle Zionisten," die das 16. Lebensjahr überschritten haben. Schießabende und An^ieldungen: Montag, 20 bis 22 Uhr, Mittwoch 19,50 bis 22 Uhr und Samstag nach Einbruch der Dunkelheit. Außerdem werden alle unsere Kurse weitergeführt. An allen unseren Kursen und Veranstaltungen können Gäste teilnahmen. Hasmonea unterlag in der Meisterschaft gegen Rasensportfreunde 0:1. Kommenden Sonntag kämpft die jüdische Mannschaft gegen Veria. Erfolge der Hakoah-Leichtathleten heim Auhoflaufen. Bei der ersten leichtathletischen Veranstaltung holten sich die Hakoahner schöne Erfolge. In der Seniorengruppe: besetzte Blödy den zweiten Platz. Unter den Neulingen placierte sich Schneider (H.) ebenfalls au zweiter Stelle. In der Sprintergruppe placierten sich M e t z 1 an zweiter und Deutscher an dritter Stelle. Ein schöner Erfolg der Grazer Hakoah. In einem Freundschaftspiel besiegte die Grazer Hakoah den Grazer Sportklub 3 :1. Die Blau-Weißen führten ein schönes Spiel vor und hätten bei mehr Schußglück einen noch höheren Sieg feiern können. Die Hakoah-Hockeymannschaft unterlag gegen V. f. B. 2 :3. Für die Blau-Weißen waren Wengraf und Winter erfolgreich. Die Reserve siegte gegen V, f. B.¬ Reserve 1 :0 und eine kombinierte Mannschaft gewann gegen Fair 4:0. Torschützen Ulmann (2), Kurzmann und Nossig. J. S. V. Makkahi Kagran 3:1 ü;l), Makkabi konnte nach langer Zeit wieder komplett Antreten aad > 1 Hieater „Reklame", Fratersir. 34 § | Sonntag, den 5. April 1981, 8 Uhr abends | | Einziger heiterer Abend 1 1 Hilda Dulitzkaja 1 | Mitwirkend: Samuel Schwager (Rezitation, | i Programm: Volkslieder, chassidische und synagogale 1 Lieder g Karten zu haben: Bücherstube Rat», Wien II, Taborstrafie 20a, - und Im Theater „Reklame" einen sicheren Sieg erzielen. Die Mannschaft hat nun die Krise überwunden. Leider kam es bei diesem Match, das auf dem Strebersdorferplatz ausgetragen wurde, zu groben Ausschreitungen seitens der Spieler von Kagran. Auerbach mufitc mit einer Wadenbeinzersplitterung vom Platze getragen werden. Es wäre höchste Zeit, den Strcbersdorferplatz für Meisterschaftsspiele zu sperren, da dort die Spieler, Schiedsrichter und Zuschauer buchstäblich ihre Knochen zu Markte tragen. Trotz der numerischen Schwächung stand der Sieg der jüdischen Elf nicht in Fruge. Die Mannschaft hatte ihre besten Leute in der Verteidigung, ferner in Blaustein, Lutz und Gutwurzel, in die Trefferehren teilten sich Auerbach, Lutz und .Gutwurzel /Elfer). Die Mannschaft spielte in folgender Aufstellung: Zwirn; Sternklar Ii. Löwenbraun 11: Birnbaum, Thiemami, Blaustcin; Auerbach, Lutz, Gutwurzel, Sternklar I, Singer. J, J. S. V. Makkabi. Die Trainingsabende für Ping- Pong finden jeden Montag, Mittwoch und Freitag im Klubheim, Cafe Lovrana, III., Löwengasse 36, statt. Freitag Spielerversammliing der Fußballsektion. Zwecks Komplettierung der Ping-Pong- und Fußballmannschaften werden junge talentierte Spieler gesucht. Aufnahme im Klubheim. Lindenheim, der im Rahmen des Bcrccländerkampfes Oesterreich-Ungarn in Budapest gegen Szabo kämpfte, erlitt eine knappe Punkteniederlage. Dr. Israel Waldmann. Aus Anlaß des 50. Geburtstages seines A. H. Doktor Israel Waldmann veranstaltete der Z. A. V. Bar Kochba am 14. d. im festlich geschmückten Herzl-Saal des Verbandsheimes einen Festkonvent. Außer den alten Herren und der Aktivitas erschienen Vertreter zahlreicher zionistischer Organisationen sowie viele persönliche Freunde des 'Jubilars und eine große Anzahl von Mitgliedern des Verb. dem. Zionisten.'Der Vorsitzende Theodor Grubuer' sprach die Begrüßung. In seiner Festrede würdigte A. H. Dr. David Rbtliblum die mehr als dreißigjährige unermüdliche und erfolgreiche Tätigkeit Waldmanns und rühmte insbesondere, in seiner formvollendeten Rede, 'die U n 6 r 's ehr ockenh'eit und zähe Beharrlichkeit, mit der der Jubilar der Idee des Judenstaates gedient hat. Namens des Verb. dem. Zion. beglückwünschte Obb. Ing. S t r i c k e r das Geburtstagskind und hob rühmend hervor, daß Doktor Waldmann zu den wenigen gehöre, die der Idee Theodor Herzls lind sich selbst' treu' geblieben sind. In launiger Rede würdigte Dr. Leop. Plaschkes Waldmann als Zionisten, Menschen und Anwalt, Stürmische Heiterkeit und reicher Beifall lohnten seine Ausführungen. Namens des jüd. Hochschulausschusses gratulierte Herr A. Teich und dankte dem Z. A. V. Bar Kochba für die zu Ehren Dr. Waldmanns erfolgte Stiftung von Freiplätzen in der Mensa academica judaica und für die Widmung an den Krankenfonds der jüd. Studenteu. Namens der Jugend der dem. Zionisten sprach Herr Lichtmann. Der inoffizielle Teil brachte künstlerische Darbietungen der Frau Opernsängerin Ellmari'.n, des Herrn Oberkantor Landerer, der Vortragskünstler Jehuda Eh reu kränz, sowie der Herren Oskar Teller und Viktor Schlesinger und Liedervorträge des Herrn Moschel Lichtmann. Es war eine würdige und animierte Feier, welche die Teilnehmer bis in die frühen Morgenstunden beisammenhielt. Vereinigung der zionistisch-demokratischen Jugend. Wochenprograinm. Donnerstag: Hebräisclikunse. Samstag: Halb 5 Uhr - Zusammenkunft der Kindergruppe; 6 Uhr Sichoth der Kwuzoth: Dmai, Dror und Führerkurs; 8 Uhr Plenarversammlung mit anschließendem Vortrag. Referent Dr. N. Samonsky; Sonntag: 8 Uhr früh Wanderung, halb 7 Uhr Führerkurs, 8 Uhr Heimabend; . Montag: . Hebräischkurse. Dienstag: 8 Uhr Sichoth der Kwuzoth: Hagibor, Hatchijah; Mittwoch: Wegen Feiertag geschlossen. Z. A. V. Bar Kochba, II., Untere Augarteustraße 38. Samstag, den 28. d. findet der ordentliche Generalkonvent für das Sommerseinester um viertel 9 Uhr statt. Tagesordnung: 1. Bericht, 2. Wahlen, 3. Eventualia. Arbeitsgemeinschaft Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler in Wien — Verein zionistischer Hochschüler Wochen-Kalender März 1931 |D"0 «"sm Adar 5691 27 Freitag 9-M Sabbateingang 6.15 28 Samstag 10-^ Sabbatausgang 6.59 □D*n^y HTJO'KDn ,nan 'v ,ist 29 Sonntag II-«1 30 Montag 31 Dienstag 18-* t April Mittwoch 14-t ncosiy t Donnerstag iä-iö noöi 'N '