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Die neue Welt · 1931-03-20 · Heft 183 (20.3.1931) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 183 (20.3.1931)
Date
1931-03-20
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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fl Schon die Bildung der Wahlkommissionen hat gezeigt, daß die Zionisten die Majorität hinter sich haben. Die Regierung hat 2U dem einfachen Mittel gegriffen, durch die politischen Behörden alle Kommissionen, in welchen Zionisten sitzen, unter nichtigen Vorwänden, oder ohne jeden Vorwand, auflösen und durch agudis t i s c h e ersetzen zu lassen. Aber nicht genug daran. Sie hat durch eine Ver« Ordnung diesen Kommissionen das Recht gegeben, allen jüdischen Gemeindemitgliedern, welche sich in der Oeffentlichkeit antireligiös betätigen, das Wahlrecht abzusp rechen. Man kann sich leicht vorstellen, wozu das fuhrt Ketzerriecherei! Glaubensgerichte! Das Tragen eines Gegenstandes am Sabbat, das Lesen von hebräischen Lettern ohne Kopfbedeckung genügt, das räudige Schaf auszustoßen. Unter den Glaubensrichtern noch der Gendarm. Es bedarf wohl der Anspannung aller demokratischen Kräfte, wenn der Kampf gegen Regierung und jüdische Reaktion irgend welchen Erfolg zeitigen soll. Das haben die Zionisten erkannt und der in der Vorwoche abgehaltene zionistische Partetrat Polens tagte im Zeichen der kommenden Gemeindewahlenj Es wurde die Entschließung gefaßt, in allen Gemeinden zionistische Listen aufzustellen und die Wahlleitung dem zionistischen Zentralrate, dessen Obmann Abgeordneter Grünbauin ist, zu übertragen, der dieser Aufgabe seine ganze Energie widmen soll. Leider steht aber hinter diesen starken Worten nicht die entsprechend starke Organisation. Der zionistische Parteirut, welcher diese Beschlüsse faßte, ist heute gesprengt. Die Mehrzahl der Mitglieder des Parteirates, die Revisionisten und die Vertreter der allgemedn-zionistisohn Gruppe „Et 1 iw noth", hatte die Sitzung demonstrativ verlassen, nachdem sie vorher der unter Führung des Abgeordneten Grünbaum stehenden Parteileitung ihr Mißtrauen ausgedrückt hatte. Den Anlaß hiezu bot nicht die Diskussion über die Frage der Gemeindewahlen, sondern die A u seinandersetzung in Fragen der allgemeinzionistischen Politik. Abgeordneter Grünbaum ist bekanntlich in die unter Leitung Dr. Weizmanns stehende politische Kommission, welche die Verhandlungen mit. der englischen Regierung führt, eingetreten. Die Revisionisten und die Gruppe „Et liwnoth" sprachen Abg. Grünbaum das Recht ab, namens der polnischen Organisation an dieser Kommission teilzunehmen. Die Revisionisten forderten seinen Austritt, die Vertreter von „Et liwnoth" die sofortige Einberufung einer außerordentlichen zionistischen Landes k o nferenz. Nachdem sich Abgeordneter Grünbaum und seine Gruppe weigerten, diesen Forderungen Rechnung zu tragen, verließ die Mehrheit den Parteirat. In den Zeitungen erschienen dann Erklärungen, daß die Revisionisten die Beschlüsse dieses Parteirates nicht als bindend ansehen und „Et liwnoth" sich alle weiteren Schritte vorbehält. Wenn man Wir erhalten folgende Berichtigungen: An die Redaktion „Die Neue Welt". Auf Grund des § 23 P. G. fordere ich Sie auf, nachstehende Richtige Stellung des unter dem Titel „Die Tribüne", Untertitel „Tauf juden als Votragende bei jüdischen Vereinen" in der Nummer 177 vom Freitag, den 6. Februar 1. J., Ihrer periodischen Zeitschrift „Die Neue Welt" erschienenen Artikels in der ersten oder zweiten, nach Einlangen Dieses erscheinenden Nummer Ihrer periodischen Zeit» schrift an derselben Stelle und in der gleichen Druck« schrift wie die zu berichtigende Mitteilung erscheinen zu lassen. „Die Tribüne", Tauf juden als Vortragende bei jüdischen Vereinen: „Es ist unwahr, daß ich, Dr. Richard Preßburger, Taufjude bin, es ist unwahr, daß ich, Doktor Richard Preßburger, mich seinerzeit, als es modern und vorteilhaft war, taufen ließ. Wahr ist, daß ich mich nie habe taufen lasseh, wahr ist, daß ich als Hörer der Universität, vor Erlangung des Doktortitels, bevor noch meine Berufswahl getroffen war, meinen Austritt aus der { Israelitischen Kultusgemeinde angemeldet habe. Wahr ist, daß ich niemals meinen Glauben gewechselt, insbesondere mich niemals, habe taufen lassen. Dr. R. Preßburger." * Auf Grund des § 23 P. G. fordere ich Sie auf, nach« stehende Richtigstellung des unter dem Titel „Zionistische Jugend?", Untertitel: „Schulter an Schulter mit Renegaten, f— Kein Zionismus, dafür Zynismus. — Ein trauriges Er* Ziehungsresultat." in der Nummer 179 vom Freitag, den 20. Februar Ihrer periodischen Zeitschrift „Die Neue Welt" erschienenen Artikels in der ersten oder zweiten, nach Einlangen Dieses erscheinenden Nummer Ihrer periodischen Zeitschrift an derselben Stelle und in der gleichen Druckschrift wie die zu berichtigende Mitteilung erscheinen zu lassen. „Es ist unwahr, daß ich, Dr. Richard Preßburger, vor dem Kriege dem Zuge dieser Zeit folgend, zum Christentum übergetreten bin, unwahr, daß ich mich habe taufen lassen. Es ist unwahr, daß ich nach dem Umstürze wie viele andere Täuflinge dem Zuge der Zeit folgend, konfessionslos geworden bin. Wahr ist, daß ich niemals zum Christentum übergetreten bin, wahr ist, daß ich mich niemals habe taufen lassen, wahr ist, daß ich nicht nach dem Umstürze, sondern als Hörer der Uni» versität Wien, vor Erlangung des Doktortitels und bevor ich eine Berufswahl getroffen hatte, aus der Israelitischen Kultusgemeinde ausgetreten bin, ohne aber jemals meinen Glauben zu wechseln und ohne jemals zum Christentum überzutreten,____ Dr. R, Preßburger^* |IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII1IIIIIIIIIIIIIIIIIIII!!IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIH | Alles spricht davon «*«Sf 1 Ichmidi - Mazzoth I I iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiriiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitii^ i Ü heuer besonders gut geraten slndl §| =s 1/nA-tnMAliA MAnilnil Erzeugt unter streng orthodoxer Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner ss ss IVOSiprODÖ yOllUyll Babath — Die Mazzoth werden aus dam feinsten Mehl erzeugt f ss S Seit vielen Jahren genießen die nS«hmldl-Maaaothu das beste Renomme und werden vor allen anderen bevorzugt ss §:» spezial-marke „n.b.''ävä![ | Zentrale:N.Brodetzkl,ll>Leopeldsgaffe43Ta| Es Erhältlich: In allen besseren Geschäften und In der Filiale, H, Schlffamttgatte 11 (in den Räumen des ss SS Vereines „Machsike Hadath"; ss IlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllH noch in Rechnung zieht, daß die misrachistischen Zionisten und die Poale-Zionisten abseits stehen, daß außerdem in den letzten Tagen ein schwerer innerpolitischer Konflikt zwischen Abg. Grünbaum und dem zionistischen Parlamentsklub ausgebrochen ist, kann man der Zukunft nur mit schwerer Besorgnis entgegensehen. Diesen Zuständen muß schleunigst ein Ende bereitet werden, denn sie sind danach angetan, den Uebermut der polnischen Regierung und der mit ihr verbündeten jüdischen Reaktion zu heben und die Zionisten zu entmutigen. —g. Der „Bund" nimmt an den jüdischen Wahlen nicht feil. Warschau, 15. März. (J. T. A.) Das Zentralkomitee der jüdischen Arbeiterpartei „B u n d" beschloß, sich, an den Ende Mai d. J. stattfindenden Wahlen in. die jüdischen Geme>indevertre- ... gnädige Frau, in meinen Schaufenstern sehen Sie viel deutlicher aHe Sorten Bett- Daunen ... Feld, XVI., Neulerchenfelderstraße 28 Bettledernreinigung zu Jeder Tagen«!! tungen Polens n i c h t zu beteiligen. Der Beschluß wurde damit begründet, daß „unter den heutigen politischen Bedingungen die jüdischen Gemeinden nichts anderes seien als Nester des jüdischen Klerikalismus, die von der polnischen faschistischen Reaktion protegiert werden. Die Agudah sei als die Expositur des Faschismus in der jüdischen Sphäre ausschlaggebend in den Gemeinden. Dies erhellt insbesondere aus der Wahlordnung, nach welcher der Agudah die Macht in die Hand gegeben ist, jedem „Apikores", d. h. jedem, der ihr nicht genehm kt, das Wahlrecht zu nehmen." B<t DARMSTSRUNGEN FETTANSATZ BLÄHUNGEN besonders in den WachteIJahren, haben die klinisch erprobten, abtührenden Kräutertabletten „ZET 26 sich hervorragend bewahrt. Aus reinen Pflanzendrogcn ohne chemische Beimengung hergestellt, wirken sie langsam und mild, sind wind« und bnrntreibend. regen die Drüsensekretfon an. entgiften so den ganzen Organismus und schaffen Wohlbehagen. In allen Apotheken (90 2. S 3.70). Depot: Apottt. Mantier. Wien. XXI. einer Jüdin sexual hörig" bezeichnet. Der „Angriff" schließt hieran die folgende Bemerkung: „Wir können diesem Wunsche des französischen antisemitischen Blattes nur zustimmen. Eine wirklich wirksame Bekämpfung der Weltjudengefahr ist aber erst möglich, wenn in Deutschland die politische Judenmacht gebrochen und der Schatten Hitlers über Europa steht." Wwh ML Roth Wien, XX. Verlobte §♦ Zucker Zloczow Die Internationale des Antisemitismus. Berlin, 16. März. (J. T. A.) Der Berliner „Angriff bringt unter der Ueberschrift „Berechtigter A n t i semitismus" eine Korrespondenz aus Rum K nien, 1 in der ausgeführt wird, daß Rumänien unter dem Diktat der internationalen jüdischen Finanz die Führer der Antisemiten, die die Befreiung Rumäniens erstreben, hinter Schloß und Riegel hält. „Der jüdische Terror inRumänien", heißt es da, „hält an, und die ganze Judenpresse der Welt freut sich der erreichten Resultate". Die Zeitung zitiert die „Internationale Revue der Geheimgesellschaften" (Revue internationale des societes secretes) vom Februar 1931 — die Zeitung erscheint in Paris als das Organ des inter- Verteidignng der Juden in der romanischen Kammer. Bukarest, 14. März. In der Sitzung der rumänischen Kammer, in der das Wuchergeseta behandelt wurde, hat der frühere Minister Dr. N. Lupu eine großangelegte Rede gehalten, in der er u. a. auch auseinandersetzte, daß nicht die Juden, sondern die mangelnde Voraussicht der Regierungen an der Wirtschaftskrise die Schuld tragen. Wir k>iimru im Laufe des vergangenen Jahres, sagte Lupu, drei Bewegungen revolutionären Charakters verzeichnen: Borsctha, Suceava und Radautz; Bewegungen, deren Charakter scheinbar antisemitisch, in Wirklichkeit aber rein wirtschaftlich war. 'oh will das Haus an einen früheren Vorgang erinnern: Wir, die wir schon länger im politischen Leben dieses Landes stehen, wissen sehr gut, wie die Ereignisse im Jahre der Krise 1907 vor sich gegangen sind. Genau so wie heute hat jene Bewegung begonnen, die uns fast die Unabhängigkeit dieses Landes gekostet hätte. Im Norden der Moldau haben rumänische P ä c h t e r, die sich durch die Konkurrenz jüdis^ner Pächter geschädigt fühlten, die Bauern gegen die Juden aufgehetzt. Die Bewegung hat antisemitisch begonnen, um später einen rein ökonomischen Charakter anzunehmen und das Land an den Rand des Ruins zu bringen. Erregt die jetzige Situation des Landes nicht OESÜHH l V RENATE MÖLLER,, HANS R.EUMANN / RAOUL ASLAN PRODUKTION' GÜNTHER STAPENHORST REGIE GUSTAV UClCIOf MANUSKttlPT' WALTER. WISCH MUSIKAt.lTG MOMIOT-OENTNER BURG-KINO I. «HOTTSNRINQ KINO1 UFA-TON-KINO H. FLIEGER-KINOl£ nationalen Antisemitismus in welcher ausgeführt wird, daß die rumänische Regierung einen Verfölgüngsfeldzug gegen alle Judengegner eingeleitet hat, und der Wunsch ausgesprochen wird, daß „das rumänische Volk die Kraft aufbringt, einen so ungleichen Kampf zu gewinnen und mit Gottes Hilfe siegreich zu bestehen*4. König Carol wird ala >Judenkn ech t und wie gefährlich es eei, in Zeiten wirtschaftlicher Not *U dulden, daß die Volkswut auf die Juden, die unter der Krise ebenso leiden wie alle anderen Volks« (eile, abgelenkt wird, statt daß die Regierung von fleh aus Vorsorge trifft, um die Folgen der Krise für die breiten Massen zu mildern, auch hei Ihnen Besorgnis? Der Redner führt« dann aus;

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