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Die neue Welt · 1931-01-09 · Heft 173 (9.1.1931) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 173 (9.1.1931)
Date
1931-01-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Prelf 1*Wolfq Vtb« bg bEZUOSBEDlNGUMüEN : Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.-—; Polen monatlich Zloty 2.—, vierteljährig Zloty 6.—; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc. 15.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—vierteljährig Dinar 40.— : Rumänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljahrig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 40.—, vierteljährig Lewa 1.20; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweix und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4.50. Redaktion und Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße 6—8 Telephon: B-48-504 — Erscheint jeden Freitag Jahrgang 5 Freitag, den 9. Jänner 1931 Nr. 173 KOHLE » KOKS ANTHRACIT höchster Qualltal BÄSCH. IV. ArgentinierttraBe 22 Telephon Das Begräbnis Lord Melchetts. London, 2. Jänner. An dem Begräbnis Lord Melchetts, das. Dienstag, den 30. Dezember, nachmittags auf dem. St. Pancras-Friedhof in East Fdnchley stattfand, nahmen neben zahlreichen bekannten Industriellen und Politikern Mitglieder der Regierung und der Diplomatie, indische Fürsten und Vertreter der organisierten Arbeiterschaft Englands teil. Unter anderen waren Innenminister J. H. Clynes. Kolonienminister Lord Passfield, ferner Lord Ashfield, Lord Baeyerbrook, Lord Burnham, Lord Dawson of Penn, der ehemalige Sprecher im Unterhaus Lord .Ullswater, Lord Swaythling, Lord Jessel, Sir Hugo Hirst, Dr. Chaim Weizmann, Sokolow, Dr. Eder, Simon Marks, Abgeordneter Major H. L. Nathan, Sir Meyer Spielman sowie die englischen Gewerkschaftsführer Ernest Bevin, E. Firth und R. Coppock erschienen. Da auf dem Friedhof keine jüdische Zeremonienhalle vorhanden ist, war für die Beerdigungsfeierlichkeiten ein mehrere hundert Personen fassendes Zelt aufgestellt worden. Während in das Zelt nur geladene Gäste eingelassen wurden, drängte sich auf dem Friedhof selbst eine ungeheure Menschenmenge, die Lord Melchett trotz des strömenden Regens das letzte Geleit gab. Der einbalsamierte Leichnam Lord Melchetts ruht in einem bleiernen Sarg, der in einen Mahagoriisarg eingeschlossen ist. Unter dem Haupt des Toten liegt ein Säckchen mit Pa 1 ä s t i n a- E r d e. (Die in einigen deutschen Blättern erschienene Nachricht, daß Lord Melchetts Leiche eingeäschert wurde, entspricht somit nicht den Tatsachen. Der Irr-. tumdürfte aufeiner Verwechslung des englischen Aus-, drucks burried (bestattet) mit burned (verbrännt) beruhen.). , , . •. . ' ' ■ . , ' «■ <li:'+ ..< •,. Die pohtssche und finanzielle Krisis* — Die Warnung Lord IVtieldietts und Professor ~ VdefskysV — 1*00 Chaluzfai ausgesperrt, weil kein Geld da is|* — Was die zionistische Bürokratie kostet» Weizmann und seine Majorität haben die' Heranziehung der reichen Nichtzionisten für Führung:'der Bewegung als Heilmittel gepriesen und in Kämpfen, welche die Zionistische Organisation zerbrochen haben, durchgesetzt. Der politische Referent Brodetzky stellt fest, daß die Erweiterung der Jewish Agency durch Nichtzionisten einen Dualismus in der Leitung geschaffen hat, der sich in entscheidenden Momenten unheilvoll ausgewirkt hat. Er fordert Abstellung dieses Dualismus durch den Kongreß. Die letzten lauten Warnungsrufe gegen das politische und wirtschaftliche System der zionistischen. Lesung, tarnen nicht von oppositioneller Seite. Männer^ die jahrelang mit der Leitung gingen, haben sich erhoben. Vom Tötenbette her hat Lord Melchett die Politik der zionistischen Leitung als verderblich bezeichnet. Wenige Tage vor seinem Hinscheiden schrieb er: „Ich muß die Verantwortung für die Politik Professor Weizmanns ablehnen. Ich habe sie nie gebilligt. Seine Politik der Nachgiebigkeit war ein Fehlschlag." Und auf der letzten Konferenz der englischen Zionisten hat Professor Brodetzky, Mitglied der zionistischen Exekutive und ihr ' politischer Referent, ein Referat gehalten, welches eine entschiedene Ablehnung der Grnndelemente der Weizmännschen Politik und eine Unterstreichung der Hauptbeschwerden der Opposition gegen diese Politik bedeutet. Weizmann und seine Majorität haben die Geldaufbringung und den . technischen Aufbau in Palästina als das Um und Auf. der zionistischen Arbeit bezeichnet, den, politischen Zionismus abgelehnt. Brodetzky setzte an die. Spitze seiner Ausführung die These, daß die politische Arbeit das Primäre ist und jede zionistische Wirtschaft in Palästina ohne vorherige ' politische Sicherung versagen muß. ^Sllllllllllllllltl|lllllllllllllllllllllllllllllllllllllilllllllllllllltii& ST Verband demokratischer Zionisten § 5 Mittwoch, 14. Jänner 1031, um 7,9 Uhr abends 5 s im Hersl-Saal des Verbandsheims, II., Untere g 5 Augartenstraße 38 5 Gegenstand: s Theodor Herzl, «eine Freunde § und Widersacher 5 5 Referent: .. s § Dr. Tulo Nußenblatt E s Freie Aussprache! . , Gäste willkommen! § 7lllllllIIIIIIIIIIII|lll|llllIIIIIIlllIllllllllIlllllllllIlllIIIIIIlIIIIIl7= Lauter als die Stimmen der Opposition sprechen die Tatsachen, Der politischen Krise ist eine finanzielle schwerster Art gefolgt. Die Leitung selbst bezeichnet die Lage als katastrophal. Ein großer bürokratischer Apparat hat große Mittel verschlungen. Die als. die Lösung der Geldfrage bejubelte Erweiterung der Jewish Agency durch reiche Nichtzionisten hat nicht nur politisch, sondern auch finanziell völlig versagt. Die Schuldenlast ist schnell und ins Gewaltige angewachsen. ■ Es ist so weit gekommen, daß 1500 der antdzionietischen Regierung abgerungene Einwa.nderungszertifikate für jüdische Arbeiter liegen bleiben müssen, weil der geringe Betrag für die Ueberführung 'und Einsetzung dieser Arbeiter fehlt! Braucht es noch weiterer Fingerzeige? Der kommende Kongreß muß einen Wechsel des Systems und der Führung bringen, die versagt Haben. Es gellt wahrlich nicht um den Triumph der einen, um die Niederlage der anderen. Es geht um die Zukunft dee jüdischen Volkes. Zurück vom Abgrund! Zurück zum Herzl-Zionismus! Er ist Rettung! * ■ Die Jewish Agency hält die Einwanderung von Chaluzim auf, weil kein Geld da ist. Jerusalem, 4. Jänner. Meldung der Jüdischen Telegraphenagentur. — Wie groß die finanzielle Krisis Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgelt* liehen Notizen sind durch ein beigefügtes £ bezeichnet. Bei rheumatischen Schmerzen/ Kopfweh, Schmerzen in den Gelenken und Gliedern wirken Togal- Tabletten ganz hervorragend. Absolut unschädlich. Ein Versuch überzeugt! — In allen Apotheken. — Preis S 2.40. der Exekutive der Jewish Agency ist, beweist die Tatsache, daß beschlossen worden ist, die 1500 Zertifikate, welche die Agency-Exekutive durch das Colonial Office nach der Veröffentlichung des Weißbuches überreicht wurden, ilicht auszunützen. Die Zertifikate sind bereits seinerzeit auf verschiedene Länder aufgeteilt worden. Es ist beschlossen worden, die Verteilung an die Immigranten so lange aufzuschieben, bis die nötige finanzielle Basis geschaffen worden ist. Eine solche finanzielle Krisis ist'seit Proklamation der Balfour-Deklaration nicht zu verzeichnen gewesen. A Die Beamtengehälter. Unter dem Drucke der Geldnot der Zionistischen Organisation, welche in offiziellen Kundgebungen als „katastrophal" bezeichnet wird, ist es dazu gekommen, daß die zionistische Exekutive, die Direktorien ' des Palästina-Aufbaüfpnds (Keren Hajessöd) und des Jüdischen Nationalfohds (Keren Kajemeth) in Palästina,, das Geh altsschema ih r er Beamten-Teröffenr1i!jichen;-%Die\Veröffentlichung kömmt' vi^]M;^^if^i^ nicht von einer Seite, die als objektiv gewertet werden ' Ifann. Nicht die Beamten, um deren Bezüge die Dis~ ' kussion geht, hätten die Daten zu liefern, sondern eine Kontrollkommission. (Anmerkung des Herausgebers: Für die Einsetzung einer solchen Kommission habe ich fünf Jahre auf Kongressen; Sitzungen des Aktionskomitees und in der „Neuen Welt" leider vergeblich gekämpft.) ' Jerusalem, 30. Dezember. (J. T. A.) Die hiesige zionistische Exekutive sieht sich genötigt, eine Reduktion . der Zahl, der Beamten und der Gehälter vor* zubereiten. ' ' Die Exekutive veröffentlicht folgende Zahlen: 149 Beamte. Hievon erhalten 31 einen Monatsgehalt van mehr als 25 Pfund (500 Mark), 11 mehr als 35 Pfund (700 Mark), Vier Mitglieder der zionistischen Exekutive erhalten monatlich 80 Pfund (1600 Mark), Kolonel Kisch, der. gewisse Repräsentationspflichten zu erfüllen hat, 150 Pfund (3000 Mark). Das Direktorium des Keren Hajessöd beschäftigt in' Jerusalem 23 Beamte. 13 erhalten monatlich bis 18 Pfund, 10 bis 35 Pfund, die Direktoren Leib Jaffe und Dr. Artur Hantke und der Generalsekretär Leo Herrmann je 75 Pfund (1500 Mark) monatlich. Das Direktorium des Keren Kajemeth beschäftigt 41 Beamte. Die Hälfte erhält bis 20 Pfund monatlich, Das Gehaltsmaximum beträgt 60 Pfund (1200 Mark). * -.' Diese Ziffern lasse» wohl erkennen, daß die Gem Union der Zionisten-Revisionisten Oesterreichs g §5 ■ i i ii äg 1: Montag, den 12. Jänner 1931, 8 Uhr abends, 1 I im Cafe „Produktenbörse", I!., Taborstraße 10 ,| Massenversammlung 1, Gegen die Verschiebung des 17. Zionisten- 1 I kongreatet, gegen die neuerliche Irreführung 1 s' der sionlstlschen Matten. if Ü Redners Dr. QlUcker, Lubotxky, Or. Bukspan | ff Zionisten erscheinet in Matten! 1 I Helfet uns im Kampf um den 17. Zlonietenkongreßl I i1 II^LiiaMMl Die Montag-Versammlungen 1 1 MCniUI19A finden im Cafe „Produkteni i ■WmmmammmmM börse«, II., Taborstr. 10, statt i Beachten Sie Seite 9 unserer heutigen Nummer/

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