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Die neue Welt · 1930-12-19 · Heft 170 (19.12.1930) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 170 (19.12.1930)
Date
1930-12-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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BEZUGSBEDINGUNGEN Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.—. vierteljährig Zloty 6.—; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 15.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.— irft REVUE BEZUGSBEDINGUNGEN Deutschland monatlich Mark 1.— vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 40.—, vierteljahrig Lewa 1.20. Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.— Schweix und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50. vierteljährig Schweizer Francs 4.50, Rumänien monatlich Lei 40.- vierteljährig Lei 120.-/ HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion and Verwaltung: Wien, IX*, Universitätsstraße 6—8 Telephon: B-48-504 — Erscheint jeden Freitag Jahrgang 4 Freitag, den 19. Dezember 1930 KINDER*CHANUKAH.PEIER des Verbandes demokratischer Zlonisten am Samstag, 20. Dezember 1930, 4 Uhr nachmittags* im THEATER REKLAME, IL, Praterstraße 34. Theatervorstellung und Tanzvorführungen. Es wirken ausschließlich Kinder mit. Bestellungen auf Karten nehmen entgegen die Damen: MARGIT BUCHBINDER R-48-1-38, ELSE NEBENZAHL Ü-12-2-16, PAULA STRICKER R-45-6-89 und Administration der „NEUE WfiLTtt, IL, Untere Augartenstraße 38, A 45-6-34 Karten für Kinder ä S 1.10, für Erwachsene ä S 2.20. Keine Tageskasse! Der XVIL Zi'onistenkongreß - einberufen* Die Exekutive der Zionistischen Organisation teilt offiziell mit, daß im Einvernehmen mit dem Präsidium des Aktionskomitees beschlossen wurde, den ordentlichen XVIL Kongreß für den 24 Februar 1931 nach Karlsbad einzuberufen. Der Beschluß wurde der Regierung der tschechoslowakischen Republik notifiziert. Biey Wahl K a r 1 s b a d s zum ICongreßort ist nach^gründlichen Erhebungen getroffen worden, die tfMv^rgebnia hatten, daß Karlsbad als der unter de^ jetzigen, Umständen am besten geeignete Ort befunden-wurdei Zum Leiter des Kongreßbureaus wurde Herr Dr. Franz Kahn, zum Stellvertretenden Leiter Herr Dr Fritz Ullmann bestellt. Die Adresse des Kongreßbureaus bis zu dessen Ueberführung nach Karlsbad lautet: Mähr.-Ostrau, Hviezdoslavova 29 (Telegr.-Adr.x Zioniburo Moravskaostrava). Die Tagesordnung des Kongresses wird demnächst veröffentlicht werden. London, 12. Dezember 1930. neues jüdi'sdie§ Heldengesdiledit* Chamika 5691*. "Oft werden, wie bei andern,, eo bei uns, Volks« helden gewidmete Gedenktage mit kalendarischer Schablonenhaftigkeit begangen, ohne innere Bereitschaft und seelische Disponiertheit, die allein zu feiern rechtfertigen: die vergangene Tat, das Symbol des':Helden, das Zeitalter, das ihn gebar. Wenn nicht anders, so sind die Tage, die das jüdische Volk heute durchlebt, geeignet, Chanuka von heuer anders'zu:begehen als in den vorangegangenen Jahren der Galuth. Das jüdische Volk wird nicht nur wie sonst die konventionelle Emotion aufbringen, Stolz und Ge n u g t u u n g zu äußern, daß es auch ein Volk gewesen sei; das Helden hervorgebracht hat, K die für seine Freiheit kämpften, die ein mächtiges Imperium: schlugen und ihm die Freiheit abrängen, die Wiederherstellung seines Staatswesens, seiner geistigen und religiösen Güter, seiner Heimaterde — in der ganzen Glorie von einst. Diesmal mehr als je wird das jüdische Volk sich aufs erschütterndste dessen innewerden, wie bitter es ist, in Unfreiheit,; in Abhängigkeit von fremdem Gesetz und Recht leben i u m ü s s e n, ein Spielball zu'sein fremden Willens* gut oder böse, anheimgegeben zu sein dem Spiel politischer. Interessen und sozialen Mächthungers. Und so müßte wie einst die Not der Zeit, den Willen und den Wunsch hervorbringen, diese. Not der Zeit mit Elan zu überwinden, der Judä Makkabi und seine Schar beseelte. So deutlich auch Analogien vor Augen liegen, so müßig ist es, ihre Linien mit historischen Tatsachenmaterial zu verfolgen; darauf hinzuweisen, daß auch damals soziale Not, fremder Herrscherwille, eigener Abfall und Verrat, Niedergang und Zerfall einer umfangreichen Oberschicht, korrumpierende Assimilätioristendenzen in Geist und Politik, in Religion und Kultur ihr Spiegelbild heute finden. Ja, sogar diö imperialen Interessen der rivalisierenden Kräfte im Wetterwinkel Palästinas ließen sich heute wieder zeichnen. Das Wunder der Befreiung, von den Makkabäern in die -Weltgeschichte gesetzt, zum ewigen Ruhm des kleinen Volkes von Judäa, gab seinem Zeitalter den Sinn und dje historische Erkenntnis, daß die sittliche Potenz, die sich im Freiseinwollen dokumentiert, immer und zu allen Zeiten tragfähig genug ist, auch den gigantischesten Widerstand zu brechen» Diese historische Erkenntnis der Welt gegeben zu haben; kann sich ebenbürtig nebön die anderen weltgeschichtlichen Großleistungen des Palästinavolkes der Juden stellen. Sie ist so Nur diese Schwedenklinge macht Rasieren Vergnügen zum Die führende schwedische Weltmarke welthistorisch und kräftig genug, daß sie uns heute noch und gerade heute mit dem Trost der Wiederholung stärkt, mit der Gewißheit, daß jüdische Geschichtskapitel von ewiger Wiederkehr sind. Das gibt unserer Geschichte den Sinn. - Stmottobtot notfi iinmet unerrtidjt a\9 Qefunbfaetts« uttb $e!ittate&fc«9t Slfld) an 9Wt»faI$ftt unb SBttamincu. tfetuäQrt fiel Stu^töerfiotfimfl, SDlaqmldben uro . Sucferf. anfljclt. 3)ai erftr S3cot in öljfltMttfdjer. SJer» oadting! <5ef)t brqurm: <5imou*i>tot In Scheiben (Stanniolpodund). .Qu öaötn in fluttn geinfuflljanbtunden unb JBdtfetelcn, ®imon9bvolfabrtft SBtett-Slagrait 11 ■ ■■■■ afljjUdiet «Poftuetffltt» — (Sgpart ■■ ■ i Heute heißt soziale Not: Verarmung, Rechtlosigkeit, Pogrom; fremder Herrscherwille: Objekt der Politik in der Zerstreuung, ein Passfield als britischer Kolonialminister, eine brutale Pa» lästina-Administration; eigener Abfall und Verrat: Preisgabe des jüdischen Befreiungswillens um das Linsengericht „geistige r" Duldung, müdgewordenes Diplomatisieren in Stunden höchster Gefahr, Kompromiß und Unglaube; korrumpierende Assimilationstendenzen: das Sichhineindrängen in fremde Geistesströmungen, in das politische Leben der fremden Völker, das Verleugnen der eigenen Werte bis zum Austrift, zur Taufe, z um j üd ischen Antisemitismus. : Kann in solcher Zeit das Wunder der Oellampe geschehen? . Können in solcher Zeit wieder Mallkabäer erstehen? Es ist in solcher Zeit geschehen, sie sind in solcher Zeit erstanden. Wie uns scheint, gerade in solcher Zeit. Das Feld ist gedüngt, die Sehnsucht ist groß. Mathisjahu hatte tapfere Söhne. Sie stiegen von den Bergen herab, sie reinigten Tempel und Land. Ihr Blut düngte den Boden Erez Israels. Mathisjahus tapfere Söhne? Keine Episode der Geschichte. Wirklichkeit in Erez Israel. Und bei der neuen Jugend in den Ländern der Zerstreuung. Im jungen Erez Israel ist Blut geflossen. Ein neues Makkabäerkapitel hat angehoben. Söhne Mathisjahus, Söhne Herzls halten Wacht. Das jüdische Volk ist gewiß, daß dieses neue Makkabäerkapitel siegreich abgeschlossen werden wird. Denn der Lauf der jüdischen Geschichte ist nie sinnlos gewesen. Ihr Sinn hat sich immer erfüllt. Wird auf tärund des Weißbudies verband Wartet man auf die Amerikaner I — Wie Seit Veröffentlichung des britischen Weißbuchs 1930 sind acht Wochen vergangen. Dazwischen liegen die jüdischen Protestkundgebungen, der Rücktritt Weizmanns und- Warburgs zum Zeichen des Proteste gegen das .Weißbuch, der Rücktritt Lord Melchetts als Protest gegen Weizmanns kompromißlerische Politik, die Tagung des A. C. in London mit Einsetzung einer „besonderen'" politischen Kommission, die Palästina- Debatte im Unterhaus. Als Erfolg aller dieser Zwischenstationen wollte die jüdische Presse mit ziemlichem Lärm die inzwischen ' vom britischen Kabinett inaugurierten Verhandlungen mit der Jewish Agency buchen. Es kam tatsächlich zu Verhandlungen und die offiziellen Korrespondenzen und Zeitungen1 konnten sich nicht genugtun von Weizmanns „starker" Haltung und der energischen Art der Verhandlungs- Alle im redaktioneilen Teil < befindlichen entgeltlichen Noti/en sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. in trauriges Spiel. (obersohle«.) htfchtUr Qualität BÄSCH« IV. ArgenfinierstraRe 22 TAlABhllN 11*46 «403 Telephon y.4|.a,8T elt? — Der Trick der LabounRegierung* — England mit der erweiterten Agency umgeht» führung durch die Jewish Agency, die von der oben erwähnten politischen Kommission unterstützt werde. Da nun die Exekutive den bündigen Auftrag hatte, die Verhandlungen keineswegs auf Grundlage des Passfieldschen Weißbuchs zu führen, so wäre' daft*;gleichbedeutend gewesen damit, überhaupt keine Verhandlungen zu führen, solange, das .Weißbuch als solches oder zumindest grundlegende Bestimmungen des W e i ß- .buc.hs von der britischen Regierung nicht annulliert seien. Was aber geschah? Das .Weißbuch wurde nicht nur nicht zurückgezogen, sondern die palästinensische - Administration hat sogar mit dessen praktischer Durch- ' führung im Lande begonnen. Am Verhandlungstisch . sitzen, ohne daß das Weißbuch außer Kraft gesetzt-ist, kann natürlich nichts anderes bedeutenj als Verhandlungen u m< d i e s e s . W e i ß b u c h: h e r u m undnicht jenseits dieses Weißbuchs oder abseits von ihm. So hat,die Agency zunächst der öffentlichen jüdischen Meinung zuwidergehandelt, indem sie überhaupt zu Verhandlungen ging. Nun zur kräftigen Haltung Weizmanns. Eine über Nacht offiziös gewordene Telegraphenagentur wußte mit Betonung des Wahrheitsgehalts zu erzählen, . Weizmann hätte gleich in den ersten Verhandlungsminuten in einer ganz großen Rede nichts Geringeres als den Judenstaat verlangt, etwas, was ja das jüdische Volk verlangt und nie vergessen habe, die Engländer übrigens auch klar versprochen hätten,

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