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Die neue Welt · 1930-12-12 · Heft 169 (12.12.1930) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 169 (12.12.1930)
Date
1930-12-12
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 DIE NEUE WELf Nr. 169 Pension «Austria' Kinderheim Vöslau (OLGA KADI8CH) J6ä«rmav«rstraBe IS - Telephon Hr, 141 für Dauer' und Erholungsaufenthalt Jeder Unterricht im Hause, auch Nachhilfe für öffentliche Schulen besuchende Kinder. Pädagogisch einwandfreie Leitung durch staatlich geprüfte Lehrerin. Erstklassige Verköstigung. - Mütterliche Pflege. - MBQIge Preise) ■P Zum 82. Geburtstage unseres geehrten Freundes, Herrn M. H. Landau, Wien, VLTL, Alserstraße 4-3, wünschen wir viel Glück u. Ariches Jumim. Moses Engehnann und Frau. E lehrte, edierte wissenschaftliche Werke, Lehrbücher usw. Ihre Bibliothek, seit Jahrzehnten gesammelt, war eine der reichsten jüdischen Bibli o theken Euro« pas und besaß eine: große, wichtige Sammlung hebräi* scher Manuskripte. In der Kulturgeschichte der Juden Rußlands nimmt die langjährige Tätigkeit der „Ope" einen weithin sichtbaren Platz ein. Die Zarenregierung sah sie feindselig und mißtrauisch an. Aber sogar die Z a r e n* minister Plehwe und Stolypin wagten es nicht, diese älteste jüdische Organisation aufzulösen. Nach der Oktoberrevolution war „Opc" gezwungen, ihre Tätigkeit einzuschränken und sich nur mit der Bibliothek zu befassen, die offen blieb für alle jene, für die jüdische Wissenschaft und Literatur von Interesse war, und mit ihren Vorlesungen, die stets ein großes Publikum hatten. Wie schwer es auch unter solchen Bedingungen war, so gelang es „Ope" immerhin, in den letzten Jahren drei wissenschaftlichsliterarische Bücher herauszugeben. In der Jewsekzja fand die „Ope" einen erbitterten Feind. Sie hemmte und drosselte ihre Tätigkeit, verfolgte ihre Arbeit und tat; schließlich das, was Plehwe nicht wagte. .Gegen Ende des Jahres 1929 wurde „Ope" gesperrt und mit ihr die;.Historisc'h »ethnographische Gesell* schaff — die letzten zwei jüdischen Organisationen, die .in ganz Sowjetrußland noch zurückgeblieben waren. ,l}m ihr Eigentum zu erben, die große Bibliothek und .<da$ reiche Museum, wurde mit Eilzugstempo in Lenipgrad irgend ein fiktiver „wissenschaftlicher Ve'jrei.n", mit einigen Jewsekzia*Leuten an der Spitze, gegründet,: dem das ganze Eigentum zufiel. Der Verein,;: der ohne einen Pfennig dastand, begann rasch „Handel zu treiben". Er schlug der jüdischen Ab* teilüng. der ukrainischen wissenschaftlichen Akademie in Kiew-, yor, das Museum um schäbige 20.000 Rubel zu kaufen.: Diese aber bekam Museum und Bibliothek um* spnst.; Sie erwirkte sich dies in Moskau. Die Bibliothek der „Ope" wurde nach Kiew gebracht. Sie besteht aber hauptsächlich aus hebräischen Büchern, zwar sehr wichs tigen und seltenen, aber doch hebräischen. Was in Kiew mit» ihnen : angefangen? Die Jewsekzia braucht sie nicht und haßt; je;des, hebräische Wort. Vielleicht wird man sie dem Aus 1 a n d z u ra K a u f anbieten,- wie den vor kur* zem nach .Polen gebrachten Transport von Talmud* l.ite.ratur,; . < . . - > Schekekufruf des Misrachi. An das religiös-nationale Judentum in Oesterreich! . AlsTTder . jüdische Staat noch existierte, als das jüdische'Heiligtum am Morija in seiner Herrlichkeit erstrahlte,: war ein Monat (Adar) als Schekelmonat proklamiert. Noch ist das Heiligtum nicht wieder aufgebaut, noch ist der jüdische Staat nicht wieder aufgerichtet, aber wir befinden uns auf dem Wege, der mit Hilfe des Allmächtigen früher oder später zu diesem Ziele führen muß.,Und yxm diesem Wege, der uns vom Allmächtigen,* dem Hort Israels, yorgezeichnet ist, werden uns weder der .Neid . verblendefer Nachbarn, noch diplomatische Ränke - einer kurzsichtigen Regierung abbringen. Und dieser heilige!Weg'ist nach der gegenwärtigen Sachlage 4urch den .S;C^e Kel als ^ejehen der Zugehörigkeit zu der „ großen. Zionistischen Organisation gekennzeichnet. Gerade'wir; die wir tagtäglich in Gebeten und in der Erfüllung der Thoragebote an Zion ermahnt werden, an Zioh denken;'sollen.in diesen vorübergehend schweren «eitpn für Zion kräftiger als sonst unser Bekenntnis zu Zion mutig und offen ablegen, und zwar vor allem durch Erwerb' des Schekels.! Per bevorstehende XVII. Kongreß wird ein schickitalchwerer, in einem gewissen Sinne entscheidender Kongreß -sein, und vor dem wichtigen Forum dieses Kongresses soll die Stimme des traditionstreuen nationalen Judentums vernehmbarer als zuvor ertönen. * Qarunv, ihr religiös-nationalen Juden und Jüdinnen, benützet die "noch zur Verfügung stehende kurze |5$t und beeilet euch, den Scfiekel zu erwerben. Scbekalim sind in unserem Büro (II., Hejnestraße 15, Hotel Nord). täglich zwischen 6 bis 8 Uhr abends erhältlich und kÖpnen auch dort verrechnet werden. Das von der Misrachj-Weltzentrale eingesetzte Misrachi- K'om i't e e für Oesterreich. ' Kulturtagung des V. Z. M, Oe. Als Soudertagung des 2."Delegierteotagee veranstaltet der Verband zionistischer Mittelschüler Samstag, den 15. Dezember 1930, um */»7 Uhr abends* seine erste Kulturtagung; im Zionistischen Vereinsheim, IL, Untere Augartenstraße 38.. Dje Tagung; dient der Besprechung wichtiger Kultur» problenje der zionistischen Mittelschuljugend Wiens, besonders *der Reform des Religionsunterrichtes. Der Verband ladet daher zu dieser Tagung außer den Delegierten auch alle jüdischen Religionsprofessoreu Wiens sowie alle aj» jüdischen Religionsunterrichte und an den Kulturfregcn der jüdischen Jugend interessierten Personen ein, .... Tagebudiblatt* Nichtprofessor Einstein. — Der extensive Ruppin. Aus Tagebüchnotizen von Wladimir JabotinskL Donnerstag. Ein Ita*Bulletin erzählt, daß Professor Einstein eine Rede gehalten oder vielleicht ein Interview gegeben habe, und wieder über Zionismus, und der große Gelehrte sagte, daß . . . halt! Es taucht plötzlich eine Frage auf. Ich habe geschriebent „der große Gelehrte sagte. . ." Ist das genau? Natürlich ist Professor Einstein in seinem erhabenen Fach ein großer Gelehrter. Aber dieses Fach hat nichts mit Zionismus und mit unseren menschlichen Leiden überhaupt zu tun. Hier aber, in dem Interview, in dem Artikel oder in der Rede, dreht es sich um den Zionismus. Ist es gerecht, ist ps fair, wie der Engländer sagt, Einsteins Worte als Worte eines großen Gelehrten tu nehmen, wenn es um den Zionismus geht? Nehmen wir ein Beispiel. Stellen wir uns vor, daß Herzl seligen Angedenkens noch lebt und ein Inter» view über die Relativitätstheorie oder über transzenden« tale Mathematik gibt, ich weiß nicht, ob eine solche Wissenschaft besteht, aber es ist ja nur ein Beispiel. Herzl war gewiß ein großer Mann in seinem Fach. Aber für einen solchen Fall würde seine '. Größe sehr wenig gelten. Und mit Recht. Sein begeistertster Anhänger hätte in einem solchen Fall das Recht, ihm zu sagen, daß fer sich irre, ja daß er Pummheiten spreche. Und es läge darin;. keine Spur von Entweihung, kein Schatten von Unehrerbietigkeit gegen Herzl, den großen Zionisten. Nicht wahr? Ich will das nur als Einleitung für die allge« Zionistische Bezirkssektion XVI-XVIf, Dienstag, den 16. Deezember 1930 in Gschwandners Sälen, Wien XVII, Hernalser Hauptstraße 41 Makkabäer-Feier mit Sondeniegen derTumvereine IX, XVI-XVil Beginn präzise, halb 0 Uhr Anschließend Tanz III meine Bestätigung einer gutbekannten Tatsache verwen* den, einer Tatsache, über <iic" sehr viele Juden schon seit langem die Köpfe schütteln.., Der Tatsache, daß, , wenn Einstein über Zionismus spricht, es nicht der große Ge* lehrte ist, der spricht, jlicht einmal ein Professor, der spricht, im Gegenteil, ein N i c,h t p r o f e s s o r. Um ein Professor des Zionismus zu sein, muß man über diesen Gegenstand doch etwas, gelernt haben. Der Zionismus stellt heute in sich selbst eine ganze Fakultät dar, vielleicht eine ganze Universität mit allen Fakultäten. Man muß die jüdische Lag:? kennen, die Problerne der jüdischen Prbletarisierung, die Geschichte der jüdischen Wanderungen0 und Kolonisationen, die Verhältnisse im. Orient, ein paar Sprachen, die man sonderbarerweise von rechts nach links schreibt, das Nätionalitätenproblem, englische Pojitjk,das Verhältnis von England zu den Dominions,; die 'Geschichte der Chibath- Zion, den Zustand.' der Industrie'in Erez Israel und noch eine Reihe .von Lehrgegenständen. Ich sage nicht, daß das Herr Einstein nicht kennt,-"'Vielleicht doch. Und, vielleicht nicht. Einen Beweis^hiefür haben wir nicht. War' ich ein boshafter Mensch,; würde ich sagen, daß wir wohl einen Beweis haben, und noch was für Beweis, und daß Ein* stein "selbst' . uns ihn ( geliefert hat, einmal und nicht nureinmal, und nicht nur über den Zionismus, sondern auch über andere soziale und politische Dinge!-— einen klaren Beweis, wie weit her es ist um seine Fähig» keit, über, soziale und politische Dinge zu urteilen. Aber ich bin von Natur aus nicht böswillig. Ich will das nicht erzählen, sondt»'n nur konstatieren: kein Profes s.qt.: Im zionistischen Fach ist der Mann noch kein Professor. Und man braucht seine Worte ■ nicht als unantastbares' Heiligtum hinnehmen, man ^braucht sie nicht einmal he*; trachten, wenn-sie es nicht verdienen. Son n tag. Ein Satz hat'mich in jenem Artikel-.—v oder Interview?.;— des Herrn: Einstein geärgert. Er lobt den Doktor R u p P i n wegen seines, des Doktor Ruppin, glänzenden Gedankens, bei der* Juden in Erez Israel-[n* t e n s i v e Land w i r t s c h a f-1 einzuführen. Nicht Ein» iMMMMMMMiMMtMMMMSMMSMMM«eee»e»e«yw«f< Sorgt für die Gesundheit eurer Familie durcji- : den Gebrauch von feinstem Palästina-Olivenöl; ^riW TW „Shemen" erstktass'ger Qualität, zum Kochen, Braten* - Backen Und Salat, ausgiebig, nahthaft, leicht «« verdaulich, erfrischt und kräftigt Glieder und;; N«W% PelästinaToiletteseife ISalSiil veredelt und verschönt den f «Vlolll Teint. „Carmel-Flowers" r schäumt stark, ist mild, macht die Haut weicht In allen besseren Delikatessen- und Parfümerie- geschalten ern*)tticb! Repräsentant für Oesterreich: S. RABINOWITSCH "•• """»» II Telephon R«47»0-50 n*mmmqpm*!mmmmmm$mm*mmfimmmmmm VORNEHME FAMILIENPENSION § vormais Dr. GRÜN BERG I AM SEMMERINGI HOCHSTRASSe Nr. 43 (BEI HOTEL PANHANS) | Pension von S 12.— aufw. Kaffeehaus und Tanzm geiegenheit im Hause - Besitzer: ECKSTEIN ' Tel § Pemmering Nr. 11 i FllaBendea Warm* u. Kalt* i waaser in jedem Zimmer i Steins wegen hat es mich geärgert — er weiß das nebbich nicht — wen soll es also stören, wenn er eine Sache rieh* tig oder falsch darstellt. Aber über den Doktor Ruppin hab' ich mich geärgert, er kennt ja die Dinge, von ifcsn hätte man mehr Verantwortungsgefühl erwartet. Zum Verantwortungsgefühl eines Menschen, der seine Sache kennt, gehört auch das: Uebernimmt er ein Kapitel aus der Bibel eines anderen, so muß er angeben, aus wessen Bibel das Kapitel stammt. Das Kapitel Inten« sivismus in der zionistischen Kolonisation stammt nicht aus Herrn Ruppins eigener Bibel, er hat es ver* nomtnen genau, so wie wir alle anderen. Im Gegenteil. Jahre und Jahre hindurch hat Herr Ruppin die intern s i v e Wirtschaftsmethode als für unsere Wirklichkeit zweckmäßig verlacht. Noch mehr. Der Doktor Ruppin trägt die Hauptverantwortung dafür, daß in den fetten Jahren der großen Alijah nach dem Krieg die zionistische Organisation just extensive Methoden betrieb — weite Bodenflächen und Getreidekultur. Und sö oft Dn Sos.kin diese Methoden angriff, den Uebergang zunx Intensivismus verlangte, pflegte Ruppin sich zum Schutz seiner extensiven Lehre aufzurichten und die Spskins zunichte zu machen. Denn die Lehre von der Intensität in der zionistischen Wirtschaft ist Soskins Gedanke. Im allgemeinen bin ich nicht dafür, daß man den Namen eines Menschen mit einem bestimmten sozia* len oder politischen Gedanken verknüpft. Aber es gibt Fälle, wo die Verbindung von Namen und Gedanken von selbst entsteht, einfach aus dem Grunde, weil ein Mensch jahrelang für den Gedanken kämpft und andere ihn ,be« kämpfen. So war es bei uns mit dem Intensivismus. Im Jahre 1919 hat Soskin seine Propaganda begonnen, eine Reihe von Broschüren in einer Reihe von Sprachen dar* über veröffentlicht, Reden und Vorträge auf öffentlichen Versammlungen, auf Konferenzen und Kongressen ge» halten. Jeder Zionist weiß das, selbst der die. Broschüren nicht gelesen, die Reden nicht gehört hat. Und besser als wir alle weiß das Herr Doktor Ruppin in Allerhöchster Person. In den letzten zwei Jahren hat er, der .Doktor Ruppin, sich endlich bekehrt. Wö-erigehtt und; wo; er steht^- spricht er heute von invensiver Landwirtschaft, die uns retten soll. Und ich höre zu und ich' freue mich, wie man sich freut, wenn man einem alten Bekannten begegnet. Kein einziges neues Wort. Jeden einzelnen Gedanken hab' ich schon bei Soskin gelesen. „Sehr angenehm!" Dabei erwartete ich die ganze Zeit von Herrn Ruppin die kleine Formalität, die uns der Rabbi im Cheder eingeschärft hat: „Zitierst du, erwähn' den Verfasser. Nenne die. Sache im Namen dessen, der sie gesprochen hat." Schade, ' sehr s.chade, daß nicht alle von uns an diesen" schönen Lehr* satz denken. AUS PALÄSTINA. Palästina-Ein- und »Auswanderung im Oktober 1930. Jerusalem, 4. Dezember. Im Laufe des Monats Oktober sind 217 Juden, 136 Christen und 19 Mohammedaner nach Palästina eingewandert. Die Einwänderungsgesuche von 23 Personen wurden abgewiesen. 101 Juden, 125 Christen und 25 Mohammedaner haben im Oktober Palästina verlassen. '-,.'' Die jüdisch-arabische Pressekonferenz findet nickt statt. ' Jerusalem, 9. Dezember. (J. T. A^) per Herausgeber der arabischen Zeitung ,*Felestin" hat im Hinblick auf die geschlossene Opposition aller arabischen Zeitungen seinen Vorschlag auf Einberufung einer arabisch-jüdischen Pressekonferenz zurückgezogen. Die arabischen Zeitungen trete» für die Einberufung einer eigenen arabischen Konferenz &u Stelle der vorgeschlagenen jüdisch-arabischen ein; Sie schließen sich der zuerst in „Jörne* el Arahia" zum Ausdruck gebrachten Meinung an, die Judeit würden die Tatsache einer arabisch-jüdischen Pressekonferenz da»u benutzen, um die Möglichkeit jüdisch-arabischer Kooperation auch auf anderen Gebietern jsu proklamieren, »'. * Nachdem die britische Verwaltung in Palästina scharf gegen die palästinensische Presse vorgebt und sie durch beständige Konfiskationen in ihrer Existenz bedroht, hat der Herausgeber des arabischen „Feleatin" beantragt, jüdische und arabische Journalisten önd Herausgeber mögen gemeinsam den Kampf gegen die Pressefeindliohkeit der Regierung aufnehmen, Nun ist dieser Plan zunichte gemacht. Der Bericht Mr. C. F. Stricklands über das Kooperativwesen in Palästina. Die. palästinensische Regierung veröffentlicht so« eben den Bericht £on Mr. C. F. Strick Und, der xot

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