Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 167 (28.11.1930)
- Date
- 1930-11-28
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 12 DIE NEUE WELT Nr. 167 GRABSTEINE FRIEDLÄNDER & DEUTSCH Wien, l Set., SeHen»teUengas$e 2, Telephon Ü*28-h28 XU Zeniralfriedhof, neb. d. t. Tor, Telephon V-18 0 85 Utllllllllllllllllllllllllllllflllllllllllllltllllillllllltllllllllllllll^ § Uegrünüet 1882 I I Ubensversiehernngsi Gesellschaft * PHÖNIX' 5 Zentradirekiion: WIEN I., Riemergasse Nr. 2 § tfersidierangsbestano per Milte 1930 2450 Millionen Sdiillina | s lolteinguilillts Aktienkapital 4,000.000.-». Sdiilling s s Prämienand Zinseneinnahmen im Jahre 1929 125 Millionen Stfiillino S 5 Gainfiemitte per Ende 1929 300 Millionen Sdiillino s Insxahlangen an Ifenidierte im Jahre 1929 30*5 Millionen Schilling s s Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutsches Reich, Fran' reich. ~ Belgien. Holland, Italien, Spanien, Tschechoslowakische s Republik. Polen, Ungarn, Jugoslawien, Bulgarien, Griechen- E s 'and. Türkei. Aegypten und Palästina. ^lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllMiMiiiiiiiiinr der Gesuchsteller maßgebenden Umstände zu enthalten haben, sind anzuschließen: Der Geburts- und Heimatschein, ein Mittellosigkeitszeugnis, der Index sowie Ausweise über die bisherigen Studienerfolge. Die Auszahlung der verliehenen Stipendien erfolgt in zwei gleichen Raten, und zwar 15. Jänner und 15. Mai 1931. Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 29. November <L J. fandet um 3 Uhr nachmittag« der Jugendgotesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirksßynagoigen statt. Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, den 28. November 1930 werden bei dem um 4.15 Uhr beginnenden Abendgottesdienst in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: I., Seitenstettengasse 4 (Rabbiner Dr. M. Grunwald); IL, Pazmanitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes); V., Siebenbrunnengasse la (Rabbiner Dr. M. G. Mehrer); VIII., Neudeggergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Bauer); XV., Turnergasse 22 (Rabbiner Dr.tli Taglicht). ' - - Exegetische Vorträge: Samstag, den 29. November 1930, 4 Uhr nachmittags, XDL, Dollinergas.se 3 (Rabbiner Dr. A. Frankfurter); 10 Uhr vormittags, XXL, Hojzmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann). * Vorträge im Pazmanitentempel. Herr Rabbiner Dr. Taubes hält allwöchentlich jeden Sabbat um halb 4 Uhr nachmittags nach dem Minchagebet einen Vortragszyklus über „Die Lehrer und Lehren der. Mischnah und der GemaraJi" und jeden Mittwoch, um 8 Uihr abends, Talmud, Schiur, Traktat K'suboth. . Austritte aus dem Judentum« Lindenbaum Alfred Israel, geb. 12. IV. 1885 Wien, verh., IL, Floßgasse 4. — Elias Karl, geb. 3. I." 1899 Wien, verh., IX., Bleicherg. 18. — Elias Peter, geb. 7. VII, 1929 Wien, led., IX., Bleicherg. 18. — Fischer Sidonie, geb. 2. II. Wien, ledig, XIII., Wambachergasse 9. — Koch Hans, geb. 29.. IV. 1917 Wien, ledig, XIII., Ameisgasse 73. — Zucker Gilly geb. Weil, geb. 29. IX. Lamphim, verh., XII., Fröhlichhof 11. — Zucker Viktor, geb. 31.X.1876 Judenburg, verh., XII., Malfattigasse 5. — Zucker Elisabeth, geb. 4. X. 1910 Hof gastein, ledig, XII,, Fröhlichhof 11. — Zucker Walter, 15. XII. 1912 Judenburg, ledig, XIL, Fröhlichhof 11. — Weiß Emilie geb. Roth, geb. 7. XL 1871 Lipl Hradok, verw., XIL, Schönbrunnerstraße 309. — Weiß Juliane geb. Schillinger, geb. 25. VIII. 1905 Budapest, verh., XIL, Schön* brunnerstraße 309. — Troll (früher Tannenzapf) Dr. Ernst, geb. 10. IX. 1879 Wien, verh., L, Himmelpfortgasse 7. — Baß Margarete geb. Paul, geb. 2. XIL 1893 Klachau, verh., IV., Schleifmühlgasse 15. — Glaser Gustav, geb. 23. III. 1915 Wien, Jedig, . IL,. Wohlmuthstraße 79. — Spitzer Liselotte,; geb. 21. III. ,1912. Wien, ledig, XIX.; La^ner* straße 39. — Max Anna geb. Wachsmann, geb. 24. IX. 1878 Wien, verw., IX., Porzellangasse 43. — Salter Elisabeth, geb. 26. VII. 1912 Wien, ledig, XV., Beckmanngasse 38. — Fleischmann Blanka geb. Großnoveth, gesch. Welzel, geb. 14. VII. 1896 Lajngrocz, ger. gesch., VII., Breitegasse 12. t- Walter (früher Weiseies) Hans, geb. 3L VII. 1890 Reichenberg,, ledig, L, Rotenturmstraße 29. — Svarcz Rachel, geb. 15. V. 1894 Bocicsiul Mare, ledig,-XVII. — Spitzer Katharina, geb. 23. IV. 1901 Wien, led., XVIL.Stöber* platz 9. — Gersdorff Ernst, geb. 4. III. 1897 Wien, verh., IL, Castellezgasse 2. — Ziffer Dr. Friedrich, geb. 8. III. 1898 Wien, verh., VIII., Alserstraße 21. r- Weisz Stella, geb. 17.f XL' 1902 Wien,.;. leidig.. .IX.,. G-ussenbaiiergasse 4. — Abeles geb. Pfcko Josefa, geb. 6. ,111. 1888 Wien, verw., IX., Liechtensteinstraße 99. —' Nadas Franz, geb. 22. XL 1894 Szentes, verh., IX., Liechtensteinstraße 21. Schwätzer Elsa geb, Quittner, geb. 28.-. XII 1890 Wien, verh., VII., Kochgassfp 22. — Gcntilli Bianca Lucia, geb. 21. X. 1909 Wien, ledig, XIX., Peter*Jordan«Straße 27. — Kovacs Paul, geb. 26. IL 1898 Wien, ledig, IV., Marga* retenstraße 32. — Rudner Paul, geb. 12. VIII. Wien, ledig, IX., Micbelbeuerngasse 4. I^.#,4^öl empfange. )-Bestand n elMftfyjlorttottow ffir R*äiö ünu Schaiipiteh, Weif dSmii OHA« AH* «••»eif), ohne Ercff jowie8alTe modernen Netzemi llli^lMaraM|imtitafidsempfang. Radio-B_______ eile, Kredft bis StfMttrfate» 10°/,, Anzahlung lc/„Kredi' Spesen pro Monat Billigste u bot!« Einkaufsgusfl ff ßadio-Muiikhattffchlet Wien, VII., Burggass« 199*134 Kstftlop r*«*'' Vi II IHMMMMMSMBlIii * lllllllllilllll KINDERWAGEN vom einfachsten 6is zum reinsten Genre erzeugt fMffiEIDBttfi XX, WALLENSfttNfMLAYt 3 LllVJtLDLllVJ F'nqang: Bäueflegaase 1 lllllllllilllll Filiale: XX, Kl»«terneuburgerstralle »1 Kofferapparate Luxus-Apparate mit u. ohne Trichter, Schall» platten.v. S die neuesten Schlager in größte! Auswahl, erhalten Sie für S' 2.50 Wochenräten, sowie Mandolinen, Gitarren. Harmonikas, Lauten. Violinen, Zithern, Blasinstrumente. Musikhaus SCHLESINGER ■BUMMMMilHHil llllilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll , B£| . 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Rosen hall. „Gerade seinetwegen bin ich zu Ihnen gekommen", sagte rasch Brejndele Kosak und Nissl Schwalb blickte ihr in die kleinen japanischen Aeuglein und in ihr ver* schwitztes rotes Mondgesicht und fragte sie halb ernst, halb leichthin:; ' , „Zum Bleistift ' •'- „Was für Bleistift?" „Ich meine zum Beispiel, was können Sie mir sägen über Leo Räfälesco?" " - /: -: „Was ich Innen über'Rafalesco sagen kann? Geben Sie niir nur Ihre Hand." „Hier meine beiden Hände." Und Brejndele Kosak wischte: sich zuerst das ver* schwitzte rote 'Gesicht ab und rückte dänn ihrön Stuhl §Ö ^nahe fari; seinen heran, däs^Nissl*Schwalb einen Wärme* ström spürte ün'd - dis Ätorna von Veilchenduft' und Patschuliseife, vermengt mit dem' scharfen Geruch von Schweiß und junger Zwiebel . . ." Sie setzte ihm \ so. kurz wie,-,möglich, auseinander^ sje sei \ zu nichts anderem ge* kommen als um eiue Heirat zu vermitteln, allerdings ohne daraus Nutzen zu ziehen. Ihr ganzes Interesse bestehe darin, daß sie eine gute Freundin Henriettas sei.- Es möge ihr wenigtsens Jdie Hälfte dessen beschieden sein, was sie jener wünsche. Und wenn er, Nissl Schwalb,- wolle, daß seine Schwester Henrietta Schwalb den Namen Rafalesco trage, möge er zusehen, daß das sehr rasch geschehe, denn sonst werde es zu spät sein; Bei: den letzten; Worten schob Brejndele K^osak ihren Stuhl einige Meter weg, wischte sich noch einmal das verschwitzte Mondgesicht ab, richtete auf Schwalb ihre kleinen japanischen Aeuglein und läöhelte mit stark zusammengezogenen Lippen, wie ein Mensch, der um eine sehr wichtige Sache weiß, sie aber nicht in Worte klei«; den will. f 9 ■:■<■. .V Soviel Nissl Schwalb sie auch quälte, ihm zu sagen, wer und was und w.ie.^— so viel er ,ihr auch schwören mochte mit allen feinen Schwüren, wie sieJ'ihn da schwimmen sehe, er soll so aller Menschen Gutes haben, wie es ein Oben im Himmel gebe, wenri; nicht, soll er sich mit diesem Tisch erwürgen — Brejndele Kosak hüllte sich in ihre rote Pellerine und — good , bye. „P*s*t, pst,", sagte '9\qihm schon auf der Schwelle, einen Finger an den Mund legend, über das ganze .breite Gesicht lächelnd und^älle ihre wunderbar gesunden -weißen Zähne zeigend. „Behalten Sie also, im Gedächtnis, yWmari Ihnen sagt. Je früher, desto gesünder, und".p«s»t,-pst^.'und . gqpd bye!" . % . .: 1 . v r ' . 48. Kapitel. "' *.' Lea die Chasenfrau in New York. Es ist mehr als natürlich, daß ein solcher Gubitel des jüdischen Theaters wie Stellmach sich unter den ersten befindet, die flögen, um den S,tejrn äu^' Bujka^est, zu sehen und zu hören.. Ein Wunder ist» nur die Tatsache, daß er es wagt, die „Kinder" mitzubringen, Grischa und Rosa, die er ja, wie wir wissen, in der Büchse versperrt hält, sich fürchtet, sie der Welt zu zeigen, besonders aber im jüdischen New York Downtown — dort kann ihnen gewiß nach seiner Theorie ein gut Auge schaden .; . Uro dieses Rätsel zu lösen, werden wir für eine Weile wieder zur Heldin unseres Romans zurückkehren roUsse.^: uro zu sehen, was mit ihr in der letztem Zeit vorgefallen ist> Aus Stellmachs Brief an seinen guten Freund er* ihnern wir uns, daß Rosa geäußert habe, sie wolle ihre Mutter nach Amerika rufen, die vor kurzem Witwe nach ihrem Mann Israel dem Chasen geworden ist. Gesagt, ge» tan. Rosa. Spiwak gehört nicht zu jenen, die lange zögern. Und es begannen Depeschen von New York nach Hole* neschti zu fliegen, so lange bis von Lea der Ghasenfraü die Antwort kam, daß sie komme. Versteht sich, daß die Chasenfrau wegen dieser Depeschen außer sich war. Sie glaubte,, es sei nicht anders als daß ihrer Tochter ein Uh< glück zugestoßen sei oder daß es mit ihr bewahre vorbei sei. Warum denn sonst wirft man Depeschen in, die Luft, die das Wort einen Taler kosten? Lea. die Chasenfrau bekannte ihrer Tochter nachher selbst ein, daß sie,, wäre nicht dies, sich bestimmt nicht aufgemacht hätte,. . nach Amerika gefahren zu kommen. Dehn erstens was gibt's für sie "hier nichts zu sehen? Und zweitens, was wird mit der Bombe geschehen? „Mit des Reichen Haus, das du mir angehängt h^st in Holeneschti, na hast du gesehen. Wäre es wenigstens zum Quartal, könnte man vielleicht einen Mie'--. :lxe> kommen,, obwohl eigentlich bei uns in Holeneschti wenig Anwärter .auf solche Paläste da. sind, höchsten^ vielleicht unter. Christen.. Sind die aber bei uns heute in dein Bessarabien, nicht hier sei's gedacht, solche Bösewichte^ daß über sie wirklich die Pest kommen dürfte." So' entschuldigt sich . Lea die Chasenfrau, plauscht und plauscht und schließt mit ihrem gewöhnlichen „na hast du gesehen". ', Man kann bestimmt behaupten, daß unsere-Rosa Spiwak das ganze Unternehmen wirklich hätte bereuen sollen, denn am selben Tag, da die Mutter hätte gefahren kommen sollen, wäre fast ein Stück Konflikt zwischen ihr und Grischa Stellmachs Vater ausgebrochen. Als ' praktischer Mensch stellte sich Stellmach die Frage: „Was will sie z. B. mit;ihrer Mutter anfangen?" Rosa aber änt# wortete ihm nichts darauf. Nein. Sie schenkte ihm nur einen Blick aus ihren schwarzen Zigeuneraugen. Das war aber ein solcher Blick, daß .'es sich verlohnt hätte, lieber beschimpft zu' werden. »Meir Stellmach liebt es nicht, wenn Rosa schweigt. Das ist das Schweiger eines Meeres, bevor es zu stürmen beginnt. Dasist die1'Stille r einer Bora. . Und. er nirnmt zurück, yprant^ortet sich,., daß er bewahre 'nichts. damit meine/ ermeines nur;..;,was wird mit dem Quartier sein und die Hauptsache — was wird die arme-Mutter kauen, essen .-'heißt, das l"- ' '' Rosa verstand ihn. ' . . y' Ah/das meint der Menscht ' ■ .... -)• . "... r ..'••■ .-• Und .. nicht . lange >. nacligedapht,sprang,., sie . ,snf, klingelte, rnan mpge ihr sofort das AHtp.m.obil bereit« stellen, sie wollen für eine Weile hinunter nach Down» town, ein jüdisches Quartier und eine, koschere .'Küch© für die Mutter bestellen« . . ,; '. „Der Hüter Israels sei mit uns, noch das fehlt mir." x ' . .-. '■ ... ■ , .•, 1( Meir Stellmach stand auf wie ein Mensch^' Jen man 'mit siedendem Wasser - verbrüht - qder:' mit brennen« dem Essigübergössen hat. Er arbeitete lange und rief-den Sokn zuliilfe,' bis' er es dah^in brachte, daß Rosa; es vorzog, zuhause zu bleiben, er, Meir Stellmach, werde sich schon selbst bemühen nach Downtown, er wercle schon selbst ein anständiges Quartier für ihre MutterV n^ieten »und werde schon selbst achtgeben, daß es, :wie inan in Amerika sagt, allright sei, '■' '< (Fortsetzung folgt,) Ehjemüraer, Verlesen Herausgeher ao4 verantwortlicher Redakteur Oberbaurat Rbbert Stricker, Druckerei- und V«rUgs*A,»C Iguaz Stei\ima.nQ. beide . Wien, IX. Uniyftr9itfttsstra8e>-8.