Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 167 (28.11.1930)
- Date
- 1930-11-28
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Sehe 10 DIE NEUE WELT Nr. 16?! Verleumdungen zu kapitulieren und daß wir unsere Pflicht ohne Rücksicht zu erfüllen hätten. Kurz, ich gab nicht nach und Punkt 4 blieb auf der Tagesordnung." Als Punkt 4 zur Verhandlung kam, ergriff Kahan das Wort, um seine Resolution zu begründen. Er ver langte eine Erklärung des Kongresses im Sinne seiner Resolution, Aufklärung über den Antisemitismus auch in der Arbeiterschaft und öffentliche Verdammung jeder Form von Judenverfolgung. Die Rede Kahans fand viel Beifall und er konnte sich schon der Hoffnung hingeben, daß die Resolution schließlich angenommen Wörde. Er hatte sich aber getäuscht. Es setzten Intrigen gegen die Resolution ein, an denen nach Meinung Kahans Paul Singer und Viktor Adler den größten Anteil hatten. Ja, in der Debatte konnte man von diesem oder jenem Delegierten ziemlich eindeutig antisemitische Bemerkungen hören und Warnungen vor einei philosemitischen Einstellung. In dieser Stimmung griff Kahan zum zweitenmal ein. Er gab seinem Erstaunen Ausdruck, daß auf einem internationalen Sozialistenkongreß antisemitische Reden gehalten werden können. Eine Resolution wurde schließlich angenommen. Sie verleugnete aber nicht den Charakter, der Debatte, denn sie wendete sich gegen Antisemitismus und gegen — P h ilosemitismus. * Dieses Kapitel, gehört der Geschichte an. Es ist kein Geheimnis mehr, daß die Führer jüdischer Abstammung im internationalen Sozialismus auf eine gerechte und würdige Behandlung der Judenfrage — damals Antisemitismus, heute Zionismus — hemmend gewirkt haben. Die beschämendste Einstellung zum jüdischen Problem findet man auch heute in jenen sozialdemokratischen Organisationen, wo jüdische Führer maßgebenden Einfluß besitzen, zum Beispiel in Oesterreich und Polen. Josef Frankel. T heafer/ Kunst und lllllillllllllililllllllllllllllil Literatur Wiliiaer Truppe« Wochenprogramm: Auf Grund des sensationellen Erfolges verbleibt Schaldfn Alejchems Komödie „200.000" in der Regie Alex Steins weiterhin in der Premierenbesetzung auf dem Spielplan. Eine Palästina-Ausstellung von Wilhelm Wachtel. Aus Warschau wird uns geschrieben: Im hiesigen jüdischen Kunstverein stellt derzeit der jüdische Maler Wilhelm Wachtel aus Wien seine reiche Ernte der letzten Palästina-Reise aus. Zwei Säle der Ausstellung umfassen die zarten und mit meisterhaftem Schwung hingeworfenen Bilder — Ansichten und figurale farbige Zeichnungen aus der jungjüdischen Heimat. Weit entfernt von den bisnun gesehenen malerischen und effektvollen Veduten, erzielt Wachtel mit sonderbar zarten Mitteln jenen spezifischen Charakter des palästinensischen Bodens und den goldig schimmernden, sonnigen Hauch der orientalischen Landschaft. Sowohl diese meist in kleineren Formaten gehaltenen Ansichten wie auch die figuralen Bilder und Kompositionen aus dem Leben der Chaluzim tragen eine ganz besondere Note von hoher künstlerischer Kultur wie auch von einer innigen Liebe, mit welcher unser Meister das Thema J u n g - J u d a behandelt. Zu erwähnen wäre noch ein Zyklus „Das Hohe Lied", acht Bilder von märchenhaftem Zauber, sowohl in der Farbe als auch in der Komposition. Mischa Fischson, welcher dem jüdischen Publikum vom vorigen Jahre, als er zum ersten Male vor das Wiener jüdische Publikum trat, noch in guter Erinnerung lebt, wird in uneigennütziger Weise, Donnerstag, den 27. d. im Theater, IL, Praterstraße 60, auftreten, um es zu ermöglichen, daß der verstorbenen Volkssängerin Pepi Litman ein ihr würdiger Grabstein gesetzt wird. DieyFreunde und Anhänger der, Verstorbenen werden gebeten, diesen Abend 'zu besuchen. Von Freitag, den 28. bis Sonntag, den 30. d. wird das Gastspiel Mischa Fischsoja wiederholt. Jüdische Bühne, IL, Taborstraße ia (Hotel Stephanie). Zur Erstaufführung gelangt das Lebensbild von J. Kohn, „Fr a u en ge d an k e n". Hauptrollen: Frau E r w e r t und Herr J u n g w i r t h. Die Premiere findet Freitag, den 28. d. um halb 9 Uhr abends statt. Das Stück bleibt vorläufig bis 6. Dezember auf dem Spielplan. Sonn« tag, 3 Uhr, Nachmittagsvorstellung bei ermäßigten Preisen. KONKURS! Die Israelitische Kultusgemeinde in Podravska Slatina (Jugoslawien) benötigt einen V O R B E T E R der zugleich Schochet ubodek bekoreh sein soll und da« Inkasso wie;auch dieTahara an Verstoibenen zu verrichten haben wird. Reflektanten auf diese« Posten (Bewerber jüngere Kräfte, mit kleiner Familie wollen Ihr« Orferte je eher einreichen, Jahresgehalt 18.000Dinar und fwJe Wohnung. J üdi'fdie Sport« und Tu r nbewegung Hakoah Zweiter in der Herbstmeisterschaft. . In der Meisterschaft der zweiten Liga fiel vergan* genen Sonntag die Entscheidung. Der B. A. C. blieb in seinem vorletzten Punktekampf erfolgreich und ist in der Meisterschaft in dieser Saison von keinem Verein eirizu* holen. Die Simmeringer gaben einen Punkt ab und wer* den iden BlauAVeißen, die noch gegen leichte Gegner an* zukämpfen haben, den zweiten Platz in .der, Tabelle über* lassen müssen. Kommenden Sonntag spielt H a k o a h gegen Fr e m und dürfte beide Punkte glatt gewinnen. Der jüdische Verein wird folgende Mannschaft stellen:. Oppenheim; Feldmahn, Amster; Liebermarin, Stroß, Schock; Fischer, Mausner, Heß, Donnenfeld, Ehrlich. * Der Punktekampf gegen Viktoria XXI mußte Vergangenen Sonntag infolge des herrschenden. Orkans abgesagt werden. Der Hakoah-Platz verwüstet. Der Orkan, der vorigen Sonntag hr Wien wütete, hat zahlreiche Sportplätze in Mitleidens ehalt* gezogen. Am ärgsten wurde der HakoahinPlätz in' der Krieau be* schädigt. Da der Sturm am Ufer der Donau noch weit stärker als in der Stadt wütete, riß er die ganze Um* zäumung des Fußballfeldes und der Tennis« und Hockey* .platze um. Der" Schaden beträgt mehrere tausend Schilling. Der Verein hofft, durch Spenden wenigstens teilweise den Schaden zu decken. Hasmonea «spielt ' Sonntag, den, 30. d.f um 10 Uhr vormittags ihr fälliges .M e i s t.e r s c h a f t.s.s-ip.i e-ji gegen S chw a r z*W.e i ß auf , dem Schwarz<Weiß*Platz, XIII., Ameisgasse (Straßenbahnlinie 52, 51, 49). Vorher die '.; beiderseitigen Re rven.; Die J u g e rtd m a n n* schaft spielt um halb 9 auf dem H. A. C. Nordstern* Platz gegen H. A. C. Nordstern Meisterschaft An die Freüiade imä Eeser des: Blattes! Wenn Sie der Ansicht sind, daß die „Ne^jo Welt" ein empfehlenswertes Blatt ist, geben Sie uns freundlichst die Adressen von Freunden und Bekannten an. Wir werden denselben die „Neue Welt" durch mehrere Wochen zur Probe gratis zukommen lassen. Wenn wir uns •bei der-Werbung auf» Sie;ber u$en dürfen,, bitte, dies ausdrücklich zu b£merkeh. Ans 4,er Zusendung erwachsen weder Ihnen nom den Empfängern irgend welche Verii> - i' ' {Dichtungen. j , > . Die .YerwaltUHg der „Neuen Welt", Jüdische; Tpuristikt,- Auch diesem Winter veranstaltet der Touristik- und Ski-Klub :;Palkda.hiM,iiy'ienV £> WiesMgerstraße 11, seine in der ganzen; Sportwelt b^estens'bekän^en Skikür s e f-ti r An, f ä ng e* r u n d V o(r g.es c h r i 11 e n e unter bew^ahrtep^Leiitittg^Die KurseVfiriden in< Gebieten statt, deren Ruf als Wiutersportorte bestmögliche Schheeverhältiiisäe •gä?ai#tiert Dadurch, daß der 25. und 26. Dezember heuer auf Donnerstag und Freitag fallen, ist die Gelegenheit zum^Besuche eines Skikurses besonders günstig, da die meisten sich auch den Samstag freinehmen können, so daß mit dem Sonntag vier Page zur Verfügung stehen. Die' vier Kurse finden an folgenden Orten statt: 1. Prebichl. Mindestens viertägiger Kurs vpm 24. bis 28. Dezember mit ''abgeschlossenem Lchrplari. Fortsetzung des Kurses bei genügender und rechtzeitiger Anmeldung bis 1. Jänner zur weiteren Ausbildung der Teilnehmer als Tourenfahrer. 2. Kitzbühcl. Achttägiger Kurs vom 24. Dezember bis i. Jänner. Dieser Kurs findet in bekannt idealem Skigelände statt und bietet Tourenmöglichkeiten jeden Schwierigkeitsgrades. 3. Spital am Semmering. Viertägiger Kurs für Anfänger und Vorgeschrittene vom 24. bis 28. Dezember. 4. Lackenhof. Skikurse der Jugendgruppe, auch für Erwachsene. Vom 24, bis 28. Dezember oder bei genügender Anmeldung auch vom 21. Dezember bis 1. Jänner. Die Lehrerfolge, die wir bei unseren Skikursen bisher erzielt haben, waren immer die besten. Wir haben bereits eine große Anzahl Tourenfahrer in vielen. Kursen herangebildet. . Unsere Gruppen haben auch bei Rennen, sowohl im sMannschaftsals auch im Einzellauf» bereits nennenswerte Erfolge erzielt. Die; erste Jüdische Olympiade,. Die Makkabiah (Olympiade) wird zum erstenmal im Jahre 1932 in Palästina abgehalten. Es wurde schon lange als notwendig empfunden, die jüdischen Sportler, die fast in allen Ländern der Welt unter den führenden zu finden sind, miteinander in Kontakt zu bringen. Nicht gleichen Schritt mit den sportlichen Leistungen hält die Organisation des jüdischen Sports. Es gibt, mit wenigen Ausnahmen, in Europa keine jüdischen Verbände, welche für die Propagierung des jüdischen Sport* ausreichend sorgen. In den letzten Jahren ist ein katastrophaler Rückgang im jüdischen Sportlebeu zu verzeichnen. Schuldtragend ist in erster Reihe die Zionistische Organisation, welche es unterlassen hat, die Kerntruppe des jüdischen Volkes, die Sportler, an den Zionismus zu binden. Die erste Makkabiah darf daher nicht nur eine sportliche Parade werden, sondern sie muß ein heißes Bekenntnis zum Zionismus und damit zum jüdischen Volke werden. Die tausenden Sportler aus aller Welt, die in Palästina aufmarschieren werden, müssen eine neue Wendung in der Entwicklung des jüdischen Sports bringen. In vielen Ländern wird bereits für die Makkabiah gerüstet. Es haben sich in Deutschland, Tschechoslowakei, Polen, Amerika und Bulgarien Komitees gebildet, um die nötigen Geldmittel aufzubringen, ihren Mitgliedern die Teilnahme zu ermöglichen. Oesterreich ist noch weit zurück. Der Sportverband besteht nicht mehr. Der Turnverband ist auch nicht sehr konsolidiert. Es wäre höchste Zeit, daß sich einige jüdische Sportler zusammenfänden, um dafür zu sorgen, daß Oesterreich, welches in vielen Sportdisziplinen führend ist, bei der Makkabiah nicht hinter den anderen Ländern zurückbleibt. Hedy Bienenfeld will Weltrekord schwimmen. Wie bereits berichtet, findet am 29. und 30. ds. im Dianabad ein internationales Schwimmfest der Hakoah statt. Insgesamt wurden über 300 Nennungen abgegeben, die besten ungarischen Schwimmer und die Wasserball* mannschaft des U. T. E. nehmen teil. Die Damen der Hakoah Frau B i e n e n f e 1 d*W e r t h e i m e r und Frl. Löwy werden an beiden Tagen Rekordversuche unters nehmen, und zwar Frau Wertheimer*Bienenfeld über 400 Meter Brust einen Weltrekordversuch und Frl. Löwy über 500 Meter Freistil. Die Veranstaltung bringt zwei interessante Wasserballspiele, und zwar am Samstag den Kampf des ungarischen Meisters U j p e s t gegen W. A. C. und am zweiten Tat? Ujpest gegen H a k o a h. Jüdischer Sports und Schützenverein „Menorah", IX., Liechtensteinstraße 30. Sonntag, den 30. November, findet ein Pflichtausflug für alle Mitglieder statt. Treff* punkt der in anderen Vereinen organisierten Mitglieder um 12.30 Uhr an der Abzweigung der Straße nach Klosterneuburg—Weidling von der Straße Sievering— Weidlingbach*Steinriegl. Alle anderen Mitglieder treffen sich um 9.30 Uhr bei' der Endstation Sievering der Straßenbahnlinie 39. Entschuldigungen sind mittels Post* karte an unser Heim zu senden. 3chachsektion der „Hakoah". Am 29. d. wird im Rahmen der diesjährigen Klubmeisterschaftskämpfe zwi* sehen der Schach Sektion der Hakoah, welche im letzten Jähre die Klubmeisterschaft von Wien er* ringen konnte, und dem spielstarken Hietzinger S c h a c h k 1 u b ein Spiel auf acht Brettern ausgetragen. Für die Hakoah werden folgende Spieler antreten: Meister Liechtenstein, Meister Glaß, Meister Beutum, Eisenberg, Rosenbaum, GottHeb, Podhorzer und Schlesin* ger. Das Spiel findet im Klublokal der Schachsektion der Hakoah, Wien, I., Wallnerstraße 2 (Cafe Rabel), um 19 Uhr statt. Gäste sind willkommen. An die Zionisten im IV. und V. Bezirk! Der Brith Tr.umpeldor, ein Weltjugendibund von über 20.000 Mitgliedern, dessen ganzes Streben auf die Schaffung des Herzischen Judenstaates gerichtet ist, geht daran, auch in Wien seine Positionen auszubauen. Unter anderem soll auch im IV. und V. Bezirk eine Sektion aufgestellt werden und wir treten daher mit der Bitte an alle Gesinnungsgenossen und -genossinnen heran, uns bei der Beschaffung eines preiswerten Heimes behilflich zu sein. Es kommen vor allem Gassen-, Hof- und Souterrain.lokale in Fraffe. Snif IV-V des Brith Trumoeldor, p. Adr. Erich Weiß, IV., Karolinengasse 10, Tel. U-47-4-85. Vereinsnadhridifeii« Verband demokratischer Zionisten, Gruppe VI.*VIII. Donnerstag, den 27. November, halb 9 Uhr abends, im Cafe Elsahof, VII., Neubaugasse 25, Vortrag des Herrn Benjamin Lubotzky. Thema: „Was geht im Zionismus vor?" Gäste willkommen. Z. A. V. „Bar-Kochba", IL, Untere Augartenstraße Nr. 38 Bei dem Samstag, den 29. d. um halb 9 Uhr abends stattfindenden B. C. spricht Bb. Dr. N. Samonsky über „England und Palästina seit 186 0 bis zur,Gegenwart". Jüdischsakademischer Verein Theologia. In der 74. Generalversammlung wurde folgender Ausschuß ge< wählt: Samuel Schönblum, Präsident; Selig Mar* g u 1 i e s, Erster Vizepräsident; Meckel Patron, Zweiter Vizepräsident; Israel Zwi K a n n e r, Schriftführer; Heinrich Kaufmann, Kassier; David Ochs, Hochschulausschuß* referent; Moses Hirsch. Verein zionistischer Hochschüler „Theodor Herzl", Heim: . II., Krummbaumgasse 10. Samstag, den 29. d., um 8 Uhr abends, im Rahmen des Seminars: „Die außen* politische Entwicklung des Zionismus", 1. Referat des Bb. Chaim Chojnatzky über „Zionistische Politik bis Herzl". Dienstag, den 2. Dezember, 8 Uhr abends, hebräische Arbeitsgemeinschaft. Zu allen Veranstaltungen jüdische Hochschüler und Hochschülerinnen willkommen. Jüdischsakademischer Juristenverein. Samstag, den 22. d. M. fand im neuen Vereinsheim, IX., Liechtenstein* straße 30, die diesjährige ordentliche Generalversamm* hing statt und wählte folgenden neuen Ausschuß: Josef Frankel zum Obmann, ferner die Kolleginnen Dora Horowitz, Sarah Ohrenstein, die Kollegen Bader, Eben* stein, Göttinger, Gruber, Heliczer, Leser, Lilienfeld, May, Neumann, Schwarz, Silberfeld und Stupp. — Mittwoch, den 3. Dezember, findet um 8 Uhr abends ein von un* serem Verein veranstaltenden Vortrag des Herrn Priv.* "Qoz. Dr. Schwarz über „Krankheit und Schuld" im Hörsaal 33 der juridischen Fakultät statt. Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Wien, II., Ferdinandstraße 23/8. Montag, den 1. Dezember 1930 im Klubsaal der „Hakoah", I., Wiesingerstraße 11 (Cafe Atlashof, eigener Eingang, Souterrain), Vortrag der Frau-Dr. Henriette Rappaport: „Der Jude in der älteren englischen Literatur." Beginn H8 Uhr abends, Eintritt frei. Gäste willkommen, Nach dem Vor* trag findet die diesjährige Generalversammlung statt, an der nur Vereinsmitglieder teilnehmen können.