Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 165 (14.11.1930)
- Date
- 1930-11-14
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2711613-2711736-2711783--2171-2715441- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Settel: DIE NEUE WELT N*. 1« NGELEN U 6 der vollendetste Radioapparat Europas! Cmlptang a«ter Welt* Stator en. UeDeiaus prebwert (In allen besseren Fachgeschäften geqen i ellzahlung) jüdische Zwecke. Sage und schreibe einundeinviertel Prozent für Palästina, für den Aufbau des jüdischen Nationalheimes! Sind die Juden ein normal empfinden« des Volk? Jüdische Bauern in den Vereinigten Staaten« Mitte Oktober 1. J. fand in New York eine Konferenz aller jüdischen Farmer der Vereinigten Staaten statt. Es waren über 200 Delegierte anwesend, die etwa 16000 jüdische Farmerfamilien repräsentierten. Es war die erste jüdische Farmerkonferenz nach dem Weltkriege. In letzter Zeit ist unter den Juden der Vereinigten Staaten eine rege Bewegung zur L and w i r t's c h a f t zu beme rken. Zurzeit umfaßt: die jüdische Bauernbevölkerung in den Vereinigten Staaten über 100.000 Seelen. Die jüdischen Bauern sind in einer eigenen.7Organisation, jder :„J e w i s h Farmer S o c i e t y;: vofganaßiert, , ,die eine , s Mbtiatsschrift 5n jiddischer und englischer Sprache, „Der Jüdische Farmer", herausgibt.;?- - ' '.. J.i;.- ';; .. . . .z„, Die meisten jüdischen Bauern leben in der Nähe g r öß e re r j üd isc h e r Gemeinden, die auch hauptsächlich den Markt für die jüdischen Farmprodukte bilden. In den Oststaaten der Union, New York, New Jersey, Connecticut und Messachusetts, gibt es ganze1 Kolonien'jüdischer Bauern, in denen 100 'bis 200 jüdische Bauernfamilien leben. Manche jüdische Farmer ippaefen eine, führende Rolle im Leben der Farmer ihre£'Sia'ates und erzielen lauf den landwirtschaftlichen Ausstellungeh^die 'ersten Preise. Die abgehaltene Farmerkbnferenz, die mit einer großen Ausstellung j ü d ischer Farmprodukte verbunden - yar,. beschloß die Gründung jüdischer Farmergenosgenschaftcn zwecks Verbilldguug des Einkaufs von'Maschinen und Stadtprodukten und zwecks Organisierung des Verkaufs ihrer Produkte. Des-, gleichen** wurde Beschlossen, daß alljährlich eine Farmerkonferenz als ständige Institution der Jewish Farmer Society stattzufinden habe, * Das Hauptreferat auf der Konferenz kielt der Verwalter der jüdischen Agrikulturgesellschaft, Gabriel, Davidsohn, über die sozialen und kulturellen Verhältnisse unter den jüdischen Fannern auf Grund t der Beantwortung einer Rundfrage durch tausend jüdische Farmer. 25 Prozent der jüdischen Farmer, wäre« früher in der Bekleidungsindustrie tätig. Ueber 50 Prozent der jüdischen Landwirte sind zu ihrem neuen Beruf nicht aus wirtschaftlichen Erwägungen übergegangen, sondern in der Absicht, ein gesünderes und normaleres Leben zu führen als bisher. Ein Bild des kulturellen Niveaus der jüdischen Farmerschaft geben folgende Daten: 70 Prozent der Farmer haben in ihren Häusern elektrisches Licht, Zentralheizung, Kanalisation usw. eingeführt. 70 Prozent besitzen Telephon, 75 Prozent Automobile, 5(> Prozent Radioapparate usw. Nach einer lebhaften Aussprache beschloß die Konferenz die Gründung einer Reihe von Kooperativen zur Hebung der wirtschaftlichen Lage der jüdischen Farmer. Ein Anhänger Weizmann* spricht* In der Prager „Selbstwehr" schreibt einer der Führer der allgemeinen Zionisten in der Tschechoslowakei, Rabbiner Dr. L. Goldschmied, welcher bisher zu den treuesten Verfechtern der Weizmannschen Politik ge»; hörte, in einem Artikel „Wir ohne England" u. a.; „Ich will auf die abtretende Exekutive keinen Stein werfen. Ich hätte das Recht dazu nicht, weil ich und weil wir alle, die wir uns nach wie vor S tam*Zionisten (allge» meine Zionisten) nennen, ihr Gefolgschaft geleistet haben, Hätte aber die Exekutiverdas, was sie heute weiß, nichtschonnachden blutigenAugust» tagen des Vorjahres wissen können? Hätte •ie es nicht wissen müssen, als das erste Manifest den heimkehrenden Cberkummissärs zwei Tage später von einem «öderen abgelöst wurde, in welchem Lieht und Schatten zwischen Mördern und Gemordeten 50pro2entig aufgeteilt wurde? Hätte man, statt die Erregung auf Luke abzureagieren, nicht wissen müssen, daß Beamte es nicht wagen würden, eine so offenkundig feindselige Stellung gegen uns einzunehmen, wenn sie dazu von London aus nicht aufgemuntert worden wären? Hätte schon das Verhalten der Shaw»Kom« mission die Augen unserer Exekutive nicht öffnen müssen, damit sie erkenne, wohin unser Schiff steuert?" „Mit welchem Rechte glaubten unsere Führer, daß die englische Regierung, ihrer ausdrücklichen Erklärung zum Trotz, sich nicht an den Shaw*Bericht halten werde? Warum demissionierte Weizmann nicht damals, als die Alljah sistiert wurde, und wartete damit so lange, bis "'es —unser heiliger Glaube an unsere heilige Sache sträubt sich, das Wort „zu spät" niederzuschreiben, und darum schreiben wir — so spät wurde? Was sind das für Politiker und Diplo« mateo, die keir Ahnung davon haben, daß in der Welt der Politiker und der Diplomaten gegen uns ein Schritt vorbereitet wird, den Lord Melchett selbst als eine „groteske Travestie des Zweckes des Man* d a t 8" bezeichnet? Ich will nicht das Wort wiederholen, das hon zum Gemeinplatz geworden ist, daß Regieren so viel heißt wie voraussehen, ich finde aber kein anderes, um zu zeigen, wie wenig Voraussicht dort zu finden war, wo man uns zu regieren glaubte." „Was geschehen wäre, wenn unsere Exekutive früher demissioniert hätte? Uns wären viele Monate einer ent* nervenden Ungewißheit, in welchen unser Arbeitswille lahmgelegt wurde, erspart geblieben. Wir hätten uns durch die Komplimente Simpsons nicht blenden, durch den Bericht der Mandatskommission - uns nicht hypnoti» sieren, von Shiels Besuch uns nicht düpieren lassen und wer weiß, ob dies alles nicht ganz anders aus« .........~-—...............Aii6«eliitola«it I................—........-----• und unverbindlich erhalten die geehrten Leser i den neuen Katalog 1931 zugesendet Rufen Sie die j Nummer R-23-4-9 a^n oder schreiben feie eine: - Postkar e an das Musikü. Rädlobaus ,EXCELS10R* j Inh. Weh. Hersofli Wl«n, I., ÜdurflaMc Nr. 5 j; t v-, i Größtes Lager;an . neueste^ elektr. jüdischen und; hebräischen Aufoajinwn. 2$pe2iaig)esch.>ft für spieen- I maschinen und R^dioger&ten mit direktem Netzan- I senluß < iünstige TPza|lung diskret ohne Legiti-; matiön durch ÖökintCenfe*.. . .v gefallen wäre, wenn alle gesehen hätten, daß es keine Zionistische Exekutive gibt, die die Verantwortung tragen will für.'-eine Politik, die langsam, aber sicher den zweiten Zweck des'Mandats an die Stelle des ersten rückt. Und wa^dje; Hauptsache ist, wir. hätten das, was wir jetzt vor uns haben, schon hinter uns. Das wäre aber für uns beide vorteilhafter gewesen, weil Unsere Proteste und Resolu« tionen durch häufige Wiederholung ihre Schärfe* nicht verlören 'hätten)" ' „Aber — und das soll mit aller Offenheit gesagt werden — nicht nur unsere" Spitzen haben versagt, sondern unser ganzer Apparat. Wenn es also zu einer Gesundung kommen soll, dann muß eine Umgesta!« tung an Haupt und Gliedern erfolgen." . o So sprechen nunmehr , die „Gemäßigten". Dr. Golds schmied war nie „Extremist". Zu den bitteren Vorwürfen, die er jetzt erhebt, sei als Illustration in Erinnerung gebracht. In der Aktionskomiteesitzung im September 1929 in London, welche unmittelbar nach den blutigen Massakers in Erez Israel. einberufen wurde, sagte Weizmann wortwörtlich: „Nur über meine Leiche geht der Weg zu einer anderen Politikl" Alle« war erstaunt und empört! Aber dann begann die „Maschine" zu arbeiten. Die Erregung wuchs durch die im Zionismus absolut herrschende Frage: „Wer wird Geld bringen, wenn Weizmann geht?" Und Weizmann blieb und dann kam Schlag auf Schlag. AUS PALÄSTINA. Schwarze Fahnen in Tel-Awrw. TeUAwlw, 5. November. (J.T.A.) Trotz der jüngst erlassenen Polizeiverordnung, die das Hissen von Flaggen und Fahnen sowie dasr öffentliche Zurschaustellen jeder Art von Emblemen verbietet, wehten am 2, November in TeUAwiw von vielen öffentlichen Gebäuden schwarze Fahnen. Die Fahnen waren von Mit* gliedern einer nach faschistischem Muster organisierten Jugendvereinigung zum Zeichen der Trauer über das „Hinscheiden der Balfour*Deklaration" gehißt worden. „Haaretz" schreibt'anläßlich des Balfour*Tages: Die Balfour#Deklaration kann ebensowenig ausgetilgt werden wie das jüdische Volk. Das jüdische Volk ist eine Rca'it''»! wie die englische F'otte. Der Jischuw steht fest wie die Berge Judäaa. Die Balfour*Dcklaration ist kein Pension .Austrla' Kinderheim Vöslau OL JA KA0I8CH» <ag<M*n«verstr*B« 15 * Telephon Mr. f 41 Pur Dauer- und Erholungsaufenthalt Jedei Unteirieht im Hause, auch Nachhilfe tut öffentliche Schulen besuchende Kinder Pädagogisch einwandfreie Leitung durch staatlich geprüfte Lehrerin Erst-lassige Verköstigung. Mütterliche Pflege Mgftlge Preise Fetzen Papier. Der 2. November wird einst wieder ein Tag jüdischer Freude werden. Jabotinsky-Feiern in Jerusalem und Tel-Awiw. — Keine Einreisebewilligung für Jabotinsky. Jerusalem, 9. November. (J. T. A.) Zur Feder des 50. Geburtstages von Wladimir Jabotinsky hat der Brith Trumpeldor in Jerusalem ein großes Sportfest veranstaltet. Auch in Tel-Awiw fand unter der Leitung von Eli Huberlin, Rosow und Schelousoh eine massenhaft besuchte Jabotinsky-Feier statt. Im Zusammenhang mit der Geburtstagsfeier Jabotinskys waren Gerüchte in Umlauf, daß die Regierung Jabotinsky die Einreise nach Palästina nunmehr gestatten wolle. Auf eine Anfrage der Jüdischen Telegraphen-Agentur teilte aber die Regierung mit, daß 6ie nicht beabsichtige, Jabotinsy die Einreisebewilligung zu erteilen. Fahnenverbot in Palästina. Jerusalem, 9. November. Die Polizei hat eine Verordnung erlassen, der zufolge das Entfalten und Aushängen von Fahnen und Emblemen, durch die die öffentliche Ordnung gestört werden könnte, innerhalb des Distriktes Jerusalem auf drei Monate verboten wird. Eine Ausdehnung dieses Verbots auf da6 ganze Land wird erwartet. Die neue polizeiliche Maßnahme dürfte darauf zurückzuführen 6ein, daß bei der jüngsten Demonstration in Tel-Awiw, in deren Verlauf es bekanntlich zu Zusammenstößen mit der Polizei kam, eine zionistische Fahne von den Demonstranten entfaltet worden war, * So ist es glücklich dahin gekommen, daß die blauweiße Judenfahne (sie war im Zarenrußland geduldet) in Palästina als ein Zeichen gilt, welches die öffentliche Ordnung gefährdet! Protest der jüdischen Legionäre gegen das eng? lL:ihe Weißbuch. Jerusalem, 4. > November. (J. T. A.) In einer Versammlung ehemaliger j ü d i s che r L e g i o n ä r e wurde eine Resolution angenommen, in der der englischen Regierung'^orgeyorf^n > wird, daß sife ihr-den Juden gegebenes heiliges Versprechen;g6bröchenvKab§ST' Durch ihre verräterische Handlungsweise habe die Regierung zehntausende ehemalige jüdische Sold» daten, die an der Seite der britischen Streitkräfte im Weltkriege in Palästina gefochten haben, bitter enttäuscht. Die jüdische Legion im Weltkrieg, die in einem Augenblick aufgestellt worden war, in dem das englische Heer an Truppenmangel litt; sei der Ausdruck der Dankbarkeit der Juden gegenüber England für die Half011 r-Deklaration gewesen. Die Resolution sehließt: Gegen die Entscheidung einer Regierung, die uns verraten hat, appellieren wir an das englische Volk. Palästina Ein- und Auswanderung im September. Jerusalem, 6. November. (J. T. A.) Im Monat Sep* tcinber 1930 sind 323 Juden nach Palästina e i n g e< wandert und 115 Juden aus Palästina ausge* wandert. Die Zahl der christlichen Einwanderer be* trug 04, die der mohammedanischen Einwanderer 19. 109 Christen (darunter 53 in ihre Heimat zurückkehrende englische Polizisten) und 53 Mohammedaner sind im Sep« tember aus Palästina ausgewandert. Kein Bodenverkauf an Juden in Transjordanien. Jerusalem, 8. November, (J. T. A.) Der transjordanische Premierminister Hassan Khaled Pascha, der sich auf der Rückreise aus London gegenwärtig in Jerusalem aufhält, erklärte in einem Gespräch mit einem Vertreter des „Fa last in", daß zwar in Transjordanien kein gesetzliches Ver- 0 Feinstes palästinensisch; OUVENOEL - erstklassiger Qualität, frisch, in viereckigen Hth.Bttchsen. Zum Kochen Biaten. Backen und für Salat sehr ausgiebig. Nahihaft und leicht verdau.lcn, kräftigt und erwischt es Glieder und Netven. GAUL ALMONDOLIVE schüumt stark, ist mild, erfrischt den Körper, duftet angenehm, macht die Haut weich. In allen besseren Delikatessen- und Parfümeriegeschälten erna'tlich. Pestellungen sind an den Alleinvertreter für Oesterreich S. Rabinowitsch 5 zu richten. Telephon M7-O-50 „TOlLETTESElFE, hergestellt II aus den Blumen Galiläas und innsten ä' tierischen «>e|en. Veredelt und veiscilönt den Teint. 4H