Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 150 (1.8.1930)
- Date
- 1930-08-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 150 DIE NETJE WELT Weltverband radikahxionc'stif §dier Jiigendgruppem Anläßlich der Tagung der Zweiten Weltkottferen* der radikalen Zionisten in Lemberg traten die Vertreter der radikaUztonlstlscheti Jugendgruppen t\x einer Be* sprechung zusammen. Es wurde el« Weltverband radikftl#«!önistischef Jü ff e n d gffl ppen fce* gründet, der seinen Sit« in Cemauti (Rumänien) hat. Die genaue Anschrift lautet: Zentfätbüro fädikftbzionlstlaehef Jugendgruppen p. A. Josef AbrähatnöWlcÄ, Cernauti, str. Munteniei 13. Zur BrilhfTrumpeldor« Konferenz in Bratislava« Von Kurt KwasniloR&binowicz, Brünn. Wir stehen vor bedeutungsvollen Tagen. Es sind dies die Tage vom 17. bis 21. August, an welchen die Landes» und Weltkonferenz des Brith Trumpeldor stattfinden wird. Es ist die erste Weltkonferenz und gleichzeitig die zweite tschecho* slowakische Landeskonferenz nach den blutigen Ereig* nissen des Tischa be Ab im Jahre 1929. Ein Jahr ist ver* flössen. Das Glücksrad des Judentums hat eine rückläufige Wendung genommen, noch sind die Folgen nicht abzu« sehen. In vielen GaluthlÜndern gab da9 Judentum in letzter Zeit abermals den Prügelknaben ab. Doch das Alte durch Kampf für das Neue zu überwinden, das ist jüdische Eigenart! Nun kommt die neue Hiobspost über beschämende Uneinigkeit In Palästina haben Brüder gegen Brüder gekämpft, im heiligen Lande, im Lande der gemeinsamen Hoffnung. Chaluz gegen Chaluz kämpfte dort in Kfar Saba einen Ideenkampf ausand die Nach« barvölker schauten schadenfroh dem jüdischen Bruder« kämpf zu. Aus dem in den Augusttagen geflossenen Blute unserer Söhne und Brüder im heiligen Lande, von Feindeshand vergossen, sollen neue Erkenntnis und neues Leben für unser Volk erblühen 1 Noch ist die Erinnerung an diese erschütternden Ereignisse nicht verblaßt, und schon sind neue Klagen, neue, folgenschwere „Geseroth" da: Der schmerzhafteste Mißerfolg des Zionismus seit seinem Bestand, die Suspendierung der Ein» Wanderungszertifikate für unser Chalu* zim. Ohne Chaluzim keine jüdische Masse, ohne Chaluzim kein jüdisches Heim, ohne Chaluzim keine jüdische Arbeit, ohne Chaluzim kein Palästina#Aufbau! Schon im Talmud heißt es: „Banajich — deine Söhne" gleich „Bonajich — deine Erbaue r". Nun kommen jugendliche Vertreter d,es Trumpeldor aus aller Welt zusammen, um die traurigen Geschicke unseres Volkes gemeinsam zu beklagen, aber auch um neuen Mut und neue Hoffnung dem jüdischen Volke zu bringen. „Denn die Hoffnungsvollen erstarken in neuer Kraft, tragen Schwingen gleich Adlern; sie rennen und ermüden nicht, sie gehen und ermatten nicht." Nach dem Vorbild Josef Trumpeldors, des gefallenen Helden, dessen Losung diese war. IV« Weltkonferenz der Zionisten* Revisionisten« Vom 10. bis 14. August in Prag. Ta gesordnung: Sonntag, den 10. August. 1. Sitzung, 10 Uhr vormittags (Produktenbörse): 1. Eröffnungsmeeting: „Die Krise im Zionismus und die Aufgaben der zionistischen Bewegung." (V. J a b 0 t i n s k y.) 2. Begrüßungen. — 2. Sitzung, halb 4 Uhr nachmittags: 1. Wahl des Präsidiums. 2. Wahl der Kommissionen. 3. „Rekonstruktion der zionistischen Politik." (M. Groflmann.) Montag, den Ii. August. 3. Sitzung, 10 Uhr vormittags: 1. „Die Bodenfrage in Palästina." (Doktor S. E. Soskiri.) 2. „Beziehung zur Zionistischen Organisation, ihren Institutionen und zur Jewish Agency." (R. Lichtheim.) 3. Bericht des Zentralbüros. (Doktor O. Rabinowicz.) — 4. Sitzung, 3 Uhr nachmittags: Generaldebatte. —- 5. Sitzung, 8 Uhr abends: Fortsetzung der Generaldebatte. Dienstag, den 12. August, 10 Uhr vormittags: Kommissionssitzungen. — 6. Sitzung, 3 Uhr nachmittags: Fortsetzung der Generaldebatte. — 7. Sitzung, 8 Uhr abends: 1. „Soziale Einstellung und Arbeiterpolitik der Union." (B. W e i n s t e i n.) 2. Debatte. Mittwoch, den 13. August. 8. Sitzung, U Uhr vormittags: 1. „Jugendbewegung." (M. Leiserowicz.) 2. „Hachschara und AHja." (B. Lubotzky.) 3. „Tel Chaj." (Dr. Feklsehiih.) 4. Debatte. — 9. Sitzung, 3 Uhr nachmittags (geschlossen): 1. „Or ganisat ionsprobleme." (Dr. Schlechtmann.) 2. „Presse." (£ Klinoff.) 3, „Finanzen." (A. Angel.) Donnerstag, den 14.August. 10.Sitzung, 10Uhr vormittags: 1. Resolutionen. 2. Wahlen. 3. Schlußansprachen. _ Zionisten-Revisionisten und Jewish Agency. Berlin, 21. Juli. (J. T. A,) Zur Vorbereitung der im August in Prag stattfindenden Weltkonferenz der Union der Zionisten-Revisionisten fand vor wenigen Tagen die Generalversammlung der (Berliner revisionisti* sehen Gruppe statt, in der auch die Pelßgiertenwahlen zur Prager Konferenz vorgenommen, wurden. Nach dem politischen Referat des Vorsitzenden Richard Uchtheim erstattete Dr. Silbert einen Bericht über die organisato* rische Arbeit in Deutschland.. Herr BelUlowski machte Mitteilungen über die Entwicklung des Revisionismus in Amerika. In der Debatte wurde ein Antrag der Herren Hans Klee und Dr. Hubert Po Hak, der sich für den Eintritt der Revisionisten in die Jewish Konkurrenzlos! Min uitanstfiQhififtr aorucht Riecht wie Pfefferminz l 8ung! Bestes und billigstes Enthaarungsmittel für Damen I <3«nerah AH«in»V«rtreter Überall gesucht! Erstklassige Verkaufserfolge nachweisbar! Agency aussprach, behandelt. Der Antrag wurde schließlich mit 17 zu 17 Stimmen bei vielen Stimm* enthaltungen abgelehnt. Zionisten-Revisionisten und „Doar Hayom". Jerusalem, 23. Juli. a(J- T. A.) Die Partei der Zionisten-Revisionisten in Palästina erklärt, daß Wladimir Jäbotinsky nicht ' mehr Chefredakteur der Jerusalemer hebräischen Tageszeitung „Doar Hayom" ist und daß sie auch sonst mit der Zeitung keine Beziehungen mehr hat. "» Der Konflikt zwischen Redaktionsstab und Heraus* geber wird jetzt voraussichtlich durch ein Schiedsgericht geklärt werden. Der frühere Chefredakteur des „Doar Hayom" Ittamar Ben Avi, 'ist vorübergehend wieder in die Redaktion der Zeitung eingetreten. Tribüne* Eine Entstellung! Die „Neue Welt" erhielt folgendes Schreiben: „Geehrte Redaktion! Im Wiener „Tag" vom 27. Juli wird ein Buch des Wiener Rabbiners Herrn Dr. Max G.runwald besprochen, welcher den Lebenslauf des vor einigen Jahren verstorbenen jüdischen Politikers Doktor Josef Bloch behandelt. Herr Dr. Max Grunwald ist der Schwiegersohn des Verstorbenen. In der Besprechung wird folgende Stelle aus dem Buche wiedergegeben: „Als Bloch dem Wunsche Herzls, die „Wochenschrift" in ein rein zionistisches Organ umzuwandeln, nicht Rechnung tragen konnte, wandte sich Herzl, der dem Kampfe gegen, den Antisemitismus in Wort und Schrift und somit auch dem Lebenswerke Blochs keinen Wert beimaß, gegen ihn in einer Polemik, die zu bedauerlichen persönlichen Ausfällen in seinem Parteiblatt „Die Well" und seinen „Tagebüchern" entartete. Sachliche Angriffe von dieser Seite hat Bloch in der „Wochenschrift", zum Teil in seinem schriftlichen Nachlaß entkräftet." Das ist eine arge Entstellung der Tatsachen, welche meiner Ansicht nach, nicht unwiderlegt bleiben sollte. Hochachtend N. L." * Anmerkung der Redaktion: Die zitierte Stelle aus dem Buche Dr. Grunwaldß beruht tatsächlich auf Unrichtigkeit. Das Verhalten Dr. Blochs gegenüber Theodor Herzl; bildet kein schönes Blatt in der Biographie des sonst um die jüdische Sache höchst verdienten Mannes. Nicht Herzl bat verlangt. Bloch möge ihm die „Wochenschrift" zur Verfügung stellen, sondern Bloch hat Herzl das Blatt angetragen und Herzl hat aus triftigen Gründen abgelehnt und ein eigenes zionistisches Organ „Die Welt" gegründet. Dann ist Bloch, nicht Herzl aggressiv vorgegangen und seine Angriffe bis ins Gehässigste und Persönlichste gesteigert. Bis zu dem Vorwurfe, Herzl verwende die Gelder der Kolonialbank in nicht einwandfreier persönlicher Weise. Was dann in der „Welt" stand, war nur berechtigte Zurückweisung diffamierender Attacken^ In den letzten Jahren seines Lebens stand Dr. Bloch, der in seinem Herzen immer guter National jude war, dem Zionismus freundlich gegenüber. Auch das sei im Interesse der Wahrheit und zur Ehre des Toten festgestellt. Um die Klagemauer* Schlußsitzung der Kommission« — Versuch einer jädisdi-arabisdien VeM«ändfguirg gescheitert* ~ ...Die Araber wollen die Juden nicht mehr beten lassen* — Sie drohen vor der Kommission mit Pogrom» der Großmüfti Amin Tamimi (ein Mitglied des Obersten Moslemi tischen Rates von Haifa), Scheich Hassan Ibn Saud, Scheich Darvisi und Adechadsch Noweihad anwesend. Die Konferenz wurde im Regierungegebäude und auf Wunsch des' Vorsitzenden vollständig vet- Jerusalem, 24^;JuJi, (J. T. A.) Entgegen dem ursprünglichen Plan*'der Klageriiauer-Kommission, die Verhandlungen Freitag, den 18. Juli, zu Ende zu bringen, mußten die Sitzungen noch bis Samstag ausgedehnt werden. Dafür war neben der Tatsache, daß der Freitag als mohammedanischer Feiertag nicht .voll für die öffentliche Verhandlung ausgeititzt werden konnte, iu erster Reihe eine Zusammenkunft von Vertretern der Juden und Araber maßgebenddie auf Anregung und unter Leitung des Vorsitzenden der Klagemauer-Kommission, Loefgren, noch am Freitag morgens stattfand. In dieser Zusammenkunft wurde ein Uebereinkommen im Klagemauer-Streit vor Abreise der Kommission angestrebt. Die Unterredung verlief jedoch vollständig fruchtlos, da die Moslems besonders hinsichtlich des Rechtes der Juden, an der Mauer zu beten, in nichts nachgeben wollten. Sie wollten den, Jttden nur das Recht auf Besuch (!) der Mauer zugestehen, . Der Vorsitzende Loefjjrren h,at den unversöhnlichen Geist auf Seiten der MQ6\ifaxuf tief bedauert. Von jüdischer Seite nahinen an der Zusammenkunft Dr. David YelLin, Dr. Miash, Dr. Blau, Rabbi Meir Berlin und Ben Zwi teil; von arabischer Seite waren traulich abgehalten. Freitag, einstündiger nach Schluß gesetzt war. uni halb 4 Uhr nachmittags begann mit Verspätung die öffentliche Sitzung, die des Gottesdienstes in der Moschee an- Der Sitzungsraum war mit Gästen überfüllt. Die arabische'Exekutive war fast vollzählig erschienen, ebenso zahlreiche jüdische Zuhörer. Die Sitzung war mit der Rede Mohammed Ali Kascha«, eines Aegypters, der die moslemische Sache vor der Kommission vertrat, aiicgpfiilh. Mohammed Ali Paschas Rede war außerordentlich hitzig und veranlaßte den jüdischen Anwalt Dr. ftljysh häufig1, ihn zu unterbrechen. Er sagte u. a.: „Die Befürchtungen der Moslems, daß die Juden bestrebt sind, ihre Rechte an der Mauer zu beeinträchtigen, sind nicht grundlos. Die Zukunft wird früher oclor später zeigen, daß unsere Befürchtungen wohlbegründet sind." Er wies dann auf die Gefahr der zionietischen Bestrebungen, die auf Wiedereinrichtung de« Königtums Juda hinausliefen, hin.