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Die neue Welt · 1930-07-11 · Heft 147 (11.7.1930) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 147 (11.7.1930)
Date
1930-07-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Prob 33 drosch«!! Vaba bfl Ü to-- ' ^-JÜi Iklt BEZUGSBEDINGUNGEN Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.—. vierteljährig Zloty 6.—; Tschechoslowakei monatlich Kc< 6.—, vierteljährig Kc 15.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—: Rumänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—.' fit ' iE \& , f^JI Ei BEZUGSBEDINGUNGEN Deutschland monatlich Mark 1.—. vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 40.—, vierteljährig Lewa 1.20. Hallen monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—. Schwei» und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50. vierteljährig Schweizer Francs 4.50. HERAUSOEBER: ROBERT STRJGKER Redaktion und Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße 6—8 Telephon: A25-2-82 — Erscheint reden Freitag lahrqanq 4 Freitag, den 11, Juli 1930 Nr. 147 Eine neue Niederlage? Die Mandatskommission des Völkerbundes gegen die Zionisten und für die Araber. Bis zur Fertigstellung unseres Blattes ist keinerlei Nachricht über den Bericht der Mandatskommission betreffend die Unruhen in Palästina eingelangt. Es liegen nur günstig lautende Stimmungsberichte offizieller zionistischer Stellen vor. Hingegen bringt die sonst gut unterrichtete Wiener „Neue Freie Press e" nachstehendes Telegramm ihres Genfer Korrespondenten. Es steht im Gegensatz zu den aus Kreisen der Zionistischen Exekutive in London stammenden , optimistischen Stimmungsberichten. Das Telegramm lautet: „Genf. (Telegr. der „N. Fr. Presse".) Wie Ihr Korrespondent in .Völkerbündkreisen erfährt, hat die Mandatskommission, die mit der Untersuchung der Unruhen in Palästina beauftragt ist, den En.t w u r f f ü r ih r c n A b s eh lüßb e rieb t f e r t i gg est eilt. Die Kommission stellt sich io ihrem Bericht im wesentlichen au f d en Stand p u nk t der Araber, spricht allerdings einen gewissen Tadel gegen die Engländer aus, die versäumt hätten, die Autorität der Regierung mit der erforderlichen Entschiedenheit einzusetzen, sowohl während der Unrjjjien wie. auch in der.po.I i t i s c h e n D.ir ek ti ve während der Zeit, die den Unruhen vorausging."> ■ „In den Beratungen der Kommission zeigte sich der Vertreter Hollands, Van Rees, mehr geneigt, den Arabern recht zu geben, während der' Vertreter der Schweiz, Professor Rappard, sich mehr auf die Seite der Zionisten stellte; was ihm die Mißbilligung des Vertreters Englands, des Unterstaatssekretärs Sh.iels, zuzog."! „Ueber die Fragen der jüdischen Ein Wanderung in Palästina und der jüdischen Siedlung lehnt die Mandatskommission ab, sich zu äußern, ehe nicht der nach Palästina entsandte englische Kommissär, Sir John Hope Simpson, seine Untersuchungen über die Frage abgeschlossen haben wird." „Man hat in Völkeiibundkreiseu den Eindruck, daß England in Palästina zwar eine neutrale Haltung zwischen Arabern und Juden einzunehmen bestrebt ist, es sich aber doch auch auf keinen Fall mit den Arabern verderben möchte. Die Araber, die überzeugt sind, daß England wegen der Mohammedaner in Indien große Rücksichten auf sie zu nehmen geneigt ist, fühlen sich in dieser Ueberzeugung sehr siehe r." „Während, wie gesagt, England neutral zu bleiben bemüht ist, zeigt Italien offene Gegnerschaft gegen d i e Zi on i s t e n. Italien vertritt in seiner Palästina-Politik auch den S t a n d p u n k t des Vatikans, der den• zionistischen Bestrebungen abgeneigt ist. So fiel es beispielsweise in Jerusalem auf, daß während der Hin rieh tu h*g d er -d r e i Araber, die«"wegen Ermordung von Juden während der letzten Unruhen zum Tode verurteilt worden waren, die G l ocken' der k a t h o Iis c Iren Kirche läutete n." Umsdwung in Amerika« Die zionistische Konvention in Cleveland. -— Zusammen« bruch der Weizmnnu-Politik. . Im, Juni 1921. -trat der größte zionistische Führer Amerikas, Oberriehter Louis Braudeis, mit seiner Gruppe: aus der Zionistischen Organisation aus. Er erklärte die Politik des Präsidenten Weizmanu und die Art seiner Führung der Weltorganisation für verderblich. Seither , war die Zionistische Organisation ein ge*' fügiges Werkzeug in dep Händen Weizmanns. Mit ihrer Hilfe setzte Weizraaun bei allen Tagungen und Kongressen seinen Willen durch.'Auch die Erweiterung der Jewisb Agency durch N i c h t z i o n i s t e n. Die Organisafton sank zu einem Instrument, das lediglich der Geldbeschaffung diente, herab. Im Zuge der Weizmannschen Politik lag es; daß die amerikanischen Zionisten den nationalen I n h a 11 d e s Z i o n i s m.u s preisgaben und sich bedingungslos den reichen Nichtzionisten fügten. Damit war ihr Untergang besiegelt. Die einst mächtigste Zionistische Organisation, welche unter der Führung B r a n d e i s\ des Freundes Wilsons, bei den Friedensverhandlungen den Ausschlae im zionistischen Sinne gegeben hatte, welche das ganze amerikanische V ö l k zur Stellungnähme für den Zionismus bewogen hatte, die mächtige amerikanische Regierung in den Dienst desZionisinus zu treten bewog, sank zur völligen Bedeutungslosigkeit herab. Bürokratenherrschaft, Defizitwirtschaft, Verlust jedes Ansehens, Verfall waren die Früchte der Weizmann-Politik in Amerika. Einige Jahre hindurch! dämmerten sich die Ge* folgsleutc Weizmanns und .^''Präsident Lipsky an die Macht. Jetzt aber müßten sie bedingungslos kapitulieren und die M a c h t a n d i c B r a n d e i s - G r u p p e übergeben. Auf der am 29. und 30. Juni in Cleveland tagenden Konferenz trat Lipsky von der Leitung zurück. Es wurde eirie Administration.^ gewählt, welche zu zwei Dritteln aus Anhängern B randeis' besteht. Die neugewählten ^wöjf Mitglieder aus der >B.r a n d e i s - G r ti p p e siitid Pfcrae'l' B r o d i e, Jacob de HWa s; Jud'ge Julian; Wo;J|-a^^;Emanuel! N e wma n, i Abraham A. "Neuai a:p,vNatha^'R a tn.oIo s e n-! sföuT Abbä Hillel S i IV e r, Robert S z o1 d, Abraham: Tu 11 i n, Rabbi Stepheu W i s e und J a co b. Von den Mitgliedern der bisherigen Administration sind wiedergewählt: Abraham G o 1 d b e r g, James H e 11 e r, William M. Lewis, Louis Lipsky, Morris Rothenberg, Nelson Ruthen berg. Von der Wahl eines Präsidenten wurde abgesehen. Oberrichter Brandeis hat sich in einem Schreiben an die Konvention bereit erklärt, sich voll und ga nz in den Dienst der-Bewegung zu stellen, bat aber, in Anbetracht seines hohen. Alters von seiner Wahl zum Präsidenten Abstand zu nehmen. Auf der Konvention wurden 100.000 Dollar zur teilweisen Deckung des großen Defizits aufgebracht. Ende 1950 soll die Konvention neuerlich zusammentreten, um. die Ab 14. Juli Sommer- Ausverkauf von Qualitätsschuhen farbige Spangen- und kombinierte Trotteurschuhe v s 12.50 ,s 22.50 direkt in der Schuhfabrik LISSIANSKY VII., Kaiserstrane 46 (im Stock) Organisation endgültig von den Schäden, welche ihr das Weizmann-Lipsky-System zugefügt hat, zu heilen. * Der, President fder Vereinigten Staaten, Herbert Hoo v: er, sandte der Konvention eine in Herzlichen Worten abgefaßte Botschaft, in der er dem, Gefühl tiefster /Wertschätzung für den Zionismus und dessen Verdienste um die Intensivierung des 'geistigen.Leben's'der jüdischen Rasse Ausdruck gibt. Mit tiefer Anteilnahme, schrieb Präsident Hoover, habe ich die Ereignisse in Palästina im Verlauf des letzten Jahres verfolgt und ich habe den Wunsch, die Konvention nicht nur meiner Sympathie und meiner Uebeceinstinimung mit ihr hinsichtlich dieses Problems zu versichern, sondern auch meiner Hoffnung Ausdruck zu geben, daß die Momente, die im Augenblick Ursache für Entmutigung sein könnten, . bald geschwunden sein und daß das jüdische Werk und die jüdischen Aspirationen noch größeren Erfolg als bisher erringen werden. RUNDSCHAU Was ein österreichischer Gendarm von Juden wissen muß. Im „Lehrbuch der allgemeinen. Weltgeschichte zum Gebrauch für die Gendarmerie, Sicherheitswache und sonstige Bundesbeanite. Von Gendarmerieoberinspektor Franz Neubauer des Gendarmeriekommandos in Graz" steht geschrieben: Auf Seite 102: „Werfen wir nur einen Rückblick über die ganze moderne soziale Entwicklung,.so müssen.wir zu nachstehendem Schlüsse gelangen: W i r kliehen, effektiven Gewinn hat aus dieser Entwicklung, die beute, nach nahezu fünf Jahren nach dem Weltkrieg, weite Kreise aller europäischen Völker der Sieger und Besiegten der Not und dem Elend preisgibt, nur ein Faktor gezogen, das Judentum. Die Juden haben es verstanden, aus tausend Schläuchen den Ertrag der Arbeit der/anderen Völker an sich zu ziehen. Heute herrscht das jüdische K a p i t a 1 durch seine Banken üBer die Staaten der Sieger und Besiegten, nahezu die ganze Presse der Welt, die wichtigsten Verkehrsmittel sind iji' seinen Dienst gestellt, e in ejn 1> \ u t ig e n V ampir gleich sitzt es a,uder Kehle j e_ d e s K ü 11 u r v o 1 k e s. Wiewohl cli6'epochemachenden Er jimjungen, die die wirtschaftliche Entwicklung; des. neunzehnten Jahrhunderts erst ermöglicht hatten, nahezu ausschließlich ypri A vie r n .gemacht wurden, w a r 9 n es Juden, die in der Ausnützung dieser Erfindungen Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. zum Zvecke der Ansammlung von Kapitalien, vorbildlich wurden." Auf Seite 104: „In den westlichen Kulturstaaten Amerika» England, Frankreich und Italien war es den Juden gelungen, bis in die höchsten Ehrenämter zu gelangen. Allerdings mußten sie sich bei dem ausgeprägten Nationalgefühl dieser Nationen hypernational gebärden, was ihnen mit ihrer wunderbaren Anpassungsfähig k e i t nicht schwer fiel. — In Deutschland und Oesterreich-Ungarn war ihnen die Erlangung der höchsten Ehrenstellen in der Armee und■ im Beamtentum jedoch nur sehr schwer möglich, sie mußten sich, um höhere Stellen zu erlangen, mindestens taufen lassen. War der Deutsche infolge seines schwach ausgeprägten Nationalgefühls auch am ehesten internationalen, kosmopolitischen Ideen zugänglich, so stand anderseits seine idealistische Geistesrichtung, sein ausgeprägtes Rechtsempfinden, die tiefe Sittlichkeit seines Wesens der grob materialistischen, s i nnli c h e n und ethisch skrupellosen Wesensrichtung der Juden schroff gegenüber. Ob der Krieg gegen die Zentralmächte, wie vielfach behauptet wird, tatsächlich schon im letzten Jahrzehnt des neunzehnten Jahrhunderts von > dem jüdischen Geheimbund der Weisen von Zion in allen Einzelheiten beschlossen wurde, wird sich wohl nie völlig eindeutig erweisen lassen, wiewohl angeblich das Originalprotokoll jener Sitzung «in London in der Westminsterabtei vorhanden sein soll."

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