Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 144 (20.6.1930)
- Date
- 1930-06-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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ut»uiurtOthek Preis 35 V« b» bi BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.—, vierteljährig Zloty 6.—; Tschechoslowakei monatlich Kc, 6.—, vierteljährig Kc 15.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.— : Rumänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. REVUE BEZUGSBEDINGUNGEN Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 40.—, vierteljährig Lewa 1.20; ItaHen monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—. Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4.50. HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion und Verwaltung: Wien, IX., üniversitätsstraße 6—8 Telephon: A25-2-82 — Erscheint reden Freitag Jahrgang 4 Freitag, den 20. Juni 1930 Nr. 144 /-2 Urteile überSimonsöroK 1. ©tmott§frro^\>e»Wertt oi§ ^oIf§niaiIpuitC|§>imM bcn erftcn keut 9lana ctnämtehntcn uwö ftcHt too-^I b>a§ Söeftc airf ©e&tete ber 9tcfocmernä^rutut i>ax. 2. ©imonS&rot ift leidet berfoa.iiiltd), reguliert We Berfomnuta uitfo üT&ei?tr«ifft au aEBo^Iffeiä)ntQct ntohteS Erad)ten3 iei>e§ anlbcrc ^omferot. 5« bot guten ^ciitfoftr>önbIitnfieit itnb Sätfcreiett crftältttdj. StmonS&rotfa&ril 9Hen*Jlaatttt'll J Sägltchcr »Jtofltterfanb — (?rport Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. Die Einwanderuügssperre bleibt aufrecht! London, 15. juni. Das Kolonialministerium hat der Zionistischen Exekutive, welche die Aufhebung der Sperre der Einwanderung jüdischer Arbeiter in Palästina in einer Eingabe gefordert hatte, verständigt, daß es derzeit nicht in der Lage ist, dieser Forderung zu entsprechen. Die 2300 eingezogenen Zertifikate können nicht freigegeben werden. Die Regelung der Angelegenheit kann erst nach Einlangen des nach Palästina entsandten Bevollmächtigten Simpson erfolgen. Die fyjaßregel der Sperre ist als eine provisorische anzusehen. v Hiezu wird noch gemeldet, daß der "Bericht Sir Siinsons in acht Wochen zu erwarten ist. i: Die Vereinigung aller jüdischen Gemeinden in England, der Board of Deputies, hat beim Kolonialminister Lord Passfield um einen Empfang angesucht, um seine, Delegierten den Protest gegen die Einwanderungssperre und gegen die Ausführungen des britischen Vertreters Dr. S h i e 1 s vor dem Völkerbund in Genf vorbringen zu lassen. Der Kolonialminister hat es a b g e 1 e h n t, die Deputation zu empfangen. Hinrichtung von drei Arabern. Zusammenstöße mit der Polizei. Jerusalem, 17. Juui. Heute wurden drei Araber, die wegen Ermordung von Juden in Hebion zum Tode verurteilt wurden, hingerichtet. Infolgedessen sind sowohl in Jerusalem wie in Jaffa Unruhen entstanden. In Jaffa kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, wobei ein e n glis.cher Polizeisergeant - einen Dolchstichin den Rücken erhielt; er wurde jedoch nicht lebensgefährlich verletzt. Vor dem Gebäude der britischen Mancjatsverwaltung in Jerusalem fanden zahlreiche Demonstrationen statt. Die Ansammlungen wurden von der Polizei zerstreut; hiebei - wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. In J affa, wurden überdies drei Persouen von der Polizei festgenommen, welche die Bevölkerung gegen tüe Mandatsverwaltung aufzustacheln versuchten. XVII. Zionistenkongreß Anfang September oder Ende Oktober. London, 17. Juni. Wie der J. T. A. mitgeteilt wird, befaßt sich die Zionistische Exekuti vc mit dem Gedanken, den XVII.. Zionistenkongreß, der ein a u f Wa h Jen basierender ord entlich er Kongreß sein soll, noch für den Herbst d. J. einzuberufen. Die. Exekutive ersuchte : die Mitglieder, des Zionistischen Aktionskomitees,, ihr auf telegraphischem Wege ihre Meinung über die folgenden drei Fragen mitzuteilen: 1. Ist die Einberufung des Kongresses noch in diesem Jahre erwünscht? 2. Soll es ein ordentlicher oder ein außerordentlicher Kongreß sein? 3. Ist der Anfang des September oder das Ende des Oktober der geeignete Zeitpunkt für die Abhaltung des Kongresses? Damit man zu einer rechtzeitigen Wahl ~Her Delegierten zum Kongreß'schreiten könne, hat die Zionistische Exekutive den 31. Juli 1930 als Schlußtermin für die diesjährigen Schckelabr e c h n u n g e n festgesetzt. Bis zu diesem Datum müssen alle Schekelverkäufe beendet und die Gelder der Exekutive überwiesen sein. Jnbotinsky ist die Rückkehr nach Paliistina untersagt worden. London, 14. juni. (J. T. A.) Wladimir Jabotin 8 k y, der Führer der Zionistcn4levdiSiionisten, hat sofort mich seiner Rückkehr von seiner Südafrika- Reise von London aus ein Schreiben an das britische K o l o n i u 1 u m t gerichtet, in welchem er die bedingungslose Zurückziehung der Verordnung der Palästina- Regierung, in welcher das ihm bei seiner Abreise nach Palästina erteilte Wiederednreäsevisum für ungültig erklärt worden ist, verlaugt. Er fordert, daß man ihm seine Rechte als ständiger Einwohner Palästinas wiedergibt, damit er sich jeder, im Gesetz nicht verbotenen Tätigkeit frei widmen könne- Vom Büro der Wel.tuniou der Zionisteu-Rcvisionisten in London wird mitgeteilt, dufl vor einigen Monaten das Koloniakunt eine Mitteilung machte, aus der geschlossen werden könne, daß man Jabotinsky die Rückkehr nä*dh$¥alüstina nicht statten wer d e. ge¬ Kurort Baden bei Wien. Unternehmen Sie-*«Öd-<ie^''ü*ud fjPriü'kknrcfft im Frühjahr! 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Sie nennt sich A r b c i t e r r e g i c r u n g, beschützt Mörder und Pogromhetzen, bricht feierliche Versprechungen und nimmt clas Recht in Anspruch, jüdische, der Sache ihres Volkes ganz ergebene Führer, idealistisch gesinnte Menschen wie Verbrecher zu behandeln, ihnen den Eintritt in ihre Heimat zu verwehren. {Jeher den von den faschistischen Machthabern in Italien geübten Brauch, politische Gegner, insbesondere .Arbeiterführer, ohne gerichtliches Verfahren aus dein Laude zu entfernen uud so die Massen ihrer Sprecher und Führet' /u berauben, herrscht berechtigte Erregung. Insbesondere' in sozialistischen Kreisen. Was tut aber die englische Arbeiterregierung? Dasselbe wie die italienischen Faschisten. Nur sind die Faschisten ehrlicher! Sie nennen sich nicht Demokraten! UNDSCHAU Wie Bern Meyer starb. Der Berliner Bankier B e r n M eyer hat am Donnerstag nachmittags seinem Leben ein Ende gemacht. Meyer hatte sich mit Unterstützung seiner sozialdemokratischen Freunde um die Stellung als Direktor der Berliner S t a d t b a n k beworben und galt als der aussichtsreichste Kandidat. In der Auf sich tsratssitzung, in der über die Wahl entschieden wurde, unterlag er aber. Unmittelbar darauf e r schoß er sich in seiner Wohnung. Der Tod Bern Meyers hat in weiten Kreisen ungeheures Aufsehen und größtes Bedauern hervorgerufen. Er wird als ein Mensch geschildert, der, gestützt auf ein ungewöhnliches Wirtschaftswissen und reiche Erfahrungen, die er namentlich in Amerika gesammelt hatte, darüber nachsann, wie man dein deutschen Volke und besonders der Arbeiterbevölkerung wieder zum Aufstieg verhelfen könnte. Daran setzte er seinen Ehrgeiz und daran ist er schließlich zugrunde gegangen. Zu Anfang des Krieges ein begeisterter Offizier, dann enttäuscht auf der äußersten Linken, hatte er schließlich seine politische Gleichgewichtslage gefunden. Er stellte seine große Arbeitskraft in den Dienst der Freien Gewerkschaften, begründete in der letzten Inflationszeit mit minimalen Mitteln die „Bank für Arbeiter, Angestellte und Beamte", die sich unter seiner Leitung zu einem großen und soliden Finanzinstitut entwickelt hat. Persönliche Meinungsverschiedenheiten veranlagten ihn, aus dieser Bank auszuscheiden und wieder in die Privatwirtschaft zu gehen. Er wurde einer der Führer des Michael-Konzerns. Aber er strebte wieder eine Stellung an, die ihm ein Wirken für das öffentliche Gemeinwohl ermöglichte. Deshalb bewarb er sich, unter Verzicht auf ein viel höheres Einkommen, um einen Direktorposten bei der Berliner Stadtbank, der seit dem Sklarek-Skandal verwaist war. Niemand zweifelte an seiner sachlichen Qualifikation für diese Stellung. Aber zuerst anscheinend aus den Kreisen der Wirtschaftspartei wurde darauf hingewiesen, daß die Stadtbank nach den Sklarek- Vorfällen sich nicht mit einem jüdischen Direktor „belasten" sollte, und auch auf Parteigenossen Meyers von der sozialdem okratischen Partei machte dieses Argument E i n druck. Sie setzten sich nicht mehr mit ihrer sonstigen Energie für die Wahl Meyers ein, und die sozialdemokratischen Stadträte waren zum Teil in der entscheidenden Aufsichtsratssitzung der Stadtbank gar nicht anwesend. So wurde mit Hilfe der bürgerlichen Parteien ein christlicher Sozialdemokrat, Feindner, zum Stadtbankdirektor gewählt. Es scheint, daß die Sozialdemokraten den rechtsstehenden bürgerlichen Parteien eine Konzession machten, indem sie Meyer opferten, um die Wahl eines anderen Sozialdemokraten zu sichern. Das Verhalten seiner eigenen Ge- Cafö Silier - Hotel Silier 36 (Germania) Wien, I., Schwcdenplatz 3-4 Spez. Schlagoberskaffee! 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