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Die neue Welt · 1930-06-06 · Heft 142 (6.6.1930) · page 10

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 142 (6.6.1930)
Date
1930-06-06
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Sojfo ic einer Debatte zum Fenster hinaus, wo er mit ge* brochenem Genick liegen blieb. per Polizeichef schleifte dann gemäß dem Befehl seines Auftraggebers das Opfer zur Küste und warf es ina Meer. Das geschah am 20. August 1820. Drei Tage später wurde die Leiche an die Küste gespült. Abdullah verweigerte den Juden von Akko, den toten Farchy zu bestatten. Er ließ den Leichnam in einen Sack stecke«, den er mit Steinen behid, und im Meer ver« senken. Er konfiszierte auch aus guten Gründen Farchys Hab uöd Gut. So endete die Herrschaft eines Juden, der zum erstenmal seit Bar Kochbas Zeiten Palästina regierte. Haim Farchys Roman hat einen ebenso interes« santen wie tragischen Epilog. Seiner Witwe gelang es, von Akko nach Syrien zu flüchten. Sein Bruder Sulei* man beschloß den Tod des Bruders zu rächen. Er sam* melte Helfer um sich und schloß ein Bündnis mit den Paschas von A1 eppo und Damaskus. So marschierte eine Armee unter Führung Suleimans nach Norden gegen Abdullah, der ebenfalls eine Heerschar stellte. Bei einem der historisch bedeutsamsten Punkte trafen die beiden Heere aufeinander: bei der „Brücke der Töchter Jaakobs", jener Steinbrücke längs des Jordan bei Hulleh, dort wo die Karawanenstraße von und nach Damaskus führt, wo der Erzvater Jaakob auf seiner Wanderung von Mesopotamien den Jordan überquerte. , Suleiman Farchy schlug hier die Armee seines Brudermörders Abdullah. Schließlich aber gelang es die« sem, Zwietracht in die Reihen Suleimans zu bringen. Suleiman fiel. Die Paschas suchten ihr Heil in der Flucht. So endete der letzte von einem Juden geführte reguläre Kampf in Palästina, der Kampf auf der „Brücke der Töchter Jaakobs" im Winter 1820. Die NEUE VVEL1 Wiener Kinderheim in Grado. In Grado, dem Eldorado für Kinder, wurde unter der administrativen Leitung der Frau Berta Taubes, Wien, IL, Böcklinstrafie 92, ein erstklassiges Kinderheim in herlichster Lage eröffnet. Bei mäßigen Preisen wird beste Verköstigung und individuelle Pflege geboten. Gemeinsame Hin- und Rückreise unter Aufsicht bewährter Pflegerinnen. Aerztliche Leitung: Dr. Erna Spitzer. Nächster Turnus vom 3. Juli bis 1. Augus t. Eingeschobener Turnus vom 17. Juni bis L August Auskünfte und Prospekte, Wien, VI., Webgässe 25. Tel. B-29-7-05 von 10 bis 12 und 2 bis 5 Uhr. T heater, Kunsf und Literatur Jüdische Abende. Wiener jüdische Konzertvereinigung. Eine Arbeit von unerhörter Intensität und jüdischen Willen brachte eju Werk zustande, das berufen ist, dem jüdischen au Musik interessierten Wien neue Inipulse zu geben: die Wiener jüdisch e K o n z e r t ve r e i n i g u n g, deren Gründungsabend mit allen Zeichen eines großen Erfolges verlief. Das Wesentliche des Programms bestand in der Wiedergabeälterer und neuerer Chöre, wobei die Soli in bekannt trefflicher Weise von Oberkantor S. Landerer gesungen wurden. Entscheidend aber ist die Frage, ob mit dem bestehenden Chorkörper diejenigen Aufgaben geleistet werden können, nach1 denen man den Wert einer Konzertvereinigung mißt. Es kann ohne Einschränkung gesagt werden, daß diese neue Musikgruppe schon nach ihrem ersten öffentlichen Auftreten alle Erwartungen erfüllt, ja übertroffen hat. Alierdings liegt hier das Verdienst nicht nur bei der Musikalität des Chorapparats, sondern vor allem bei dem Dirigenten Bernhard V a j d a, der alle Kennzeicheneines gediegenen, temperamentvollen, alle dynamischen Feinheiten verständnisvoll herausarbeitenden^-Führers und Erziehers besitzt. Die Chorkompositiotte'n:;T von Naumburg (Seu scheorim), M. S. Weisz (Tikanto schabbos, Ato nigleso und Mismor schir chanukkas), S. Sulzer (Hallelujah) und W. Taubert (Rezeh) wurden zu packendster Wirkung gebracht;, Die ausgezeichneten Gesangs vortrage durch Frau Eugenie K r e i 11 e r und Martha Blank und die pianistische Meisterleistung Walter Schlesingers gaben'dem Abend reichste Abwechslung. Die Wiener jüdische Konzertvereinigung unter ihren* Leiter Bernhard Vajda hat alle MögUchkeiten in sich, im jüdischen Musikleben eine führende Rolle zu übernehmen. Das Herbstkonzert, das am 19. Oktober unter Begleitung des Akademie-Orchesters im Großen Konzerthaussaal stattfindet, muß diesen Weg bestätigen. Unbekannte alte und neue . Musik. - tazar S a m i n s k y, für dessen Chorwerk sich der Wiener Jüdische Gesangsverein unter der Leitung Prof. Dzimitrofskys mehrmals eingesetzt hat, kam nun auch, persönlich aus New York nach Wien — als Komponist und als Dirigent. Es war das erste Wiener Konzert, 4jpr New Yorker Polyhyuinia Society, einer Oe#|l$chaft zur Förderung des internationalen Austauj^ht« unbekannter alter und neuer Musik und U.HWJIW-1 ' Eines der größten Europas ttnb augleid) eines btt feljenSfrifrbtgften ift baä neu ausgebaute <3d)ft!tfenfter im SBarenljrtttS fttüber GdHffmatttt auf bet SEttBorftraße 48. $n ÜDerbintenftonaten 8u§ma&en, SJoben* flädje 98 unb ©edfenflädfje 124 Ouabratmeiet, gehalten, bietet e§ eine ungemein intereffante Sdjau, bte in itod) ntdjt ba* getoefener Ueüerftdjtlidjleit bte ,2fatBentoitIungr $afcform unb gaff Ott bet auSgeftellteit reijenben Äleiber unb moberner JÖabe* Toftüme gut ©eltung Bringt. StlleS, JoaS ©ie für S3ab unb Steife anfdjaffen tootten, feljen 6te in reidjfter, StuStoaljl $a uerblüffenb ntebrigen greifen. 9?ad)fte!jenb einige Jöetfptele: Fallle Eclairs so cm br. s 2.90, lös.......s 1.75 Selden-Foulard 100 cm br., reizende Muster 4 nA S 7.90, 4.90 . . .................S 3.BU Cr§p6-de-Chine imprlmd 100 cm br., herrliche , m, Dessins S 9.80, 7.90..............S *JW Gaze MOUSSeÜne, die große Mode, fabelhafte Aus- - on musterung S 7.90...............S OANi Seiden-Qeorgette 100 cm br., sehr schöne Neuc heiten S 7.90.................S 0.80 CrSpe Mongol alle Farben, doppeltbreit, sensat. ß on Sonderpreis..................S O.öü Hauskleider s 9.80,4.50............s 2.90 Seiden-Foulardkleider entzückende Fasson 4A OA S 39.30, 29.50 ............... . . 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Jahrhundert, zwei Gesänge der jemenitischen Juden, an Eigenkoinpositionen einen Psalm und ein Ballettopernfragment. Als Dirigent und als Komponist zeigte er viel Qualität, Routine, Sicherheit un<l mitreißendes Temperament. Von den Mitwirkenden wurde neben dem Jüdischen Gesangsverein der Meisterpianist Jakob Gimpel überaus gefeiert. Als Solisten gefielen der Tenor S. Postolon und die Sopranistin Elizabeth Gutmaii n (Baltimore). Die Begleitung führten Rudolf Beck und Dr. Paul Pisk aus. Abschied der „Wilnaer Truppe". Die letzten Vorstellungen. Trotz ihres großen Erfolges kann die. „W i 1 n a e r Truppe" ihr Wiener Gastspiel nicht mehr verlängern, da sie durch anderweitige Verpflichtungen gebunden ist. Anschließend'an Wien setzt die „Wilnaer Truppe" ihre Welttournee fort und beginnt ihr nächstes Gastspiel in Brünn.. Hier gelangen Aiirskis „Tag und Nacht", Schalom Alejchenis „Sch we r zu sein ein J u d" und Dymows „Sänger seiner Tra ue i" zur Aufführung. Auf Brünn werden andere tschechoslowakische Städte, vor allem Prag und Mähr.- Ostrau, folgen.- Die administrative Führung dieser Tournee hat der Direktor der Wiener „Jüdischen Künstlerspiele", J. G o 1 d f I i e ß, übernommen und wird das Gastspiel begleiten. *' Die drei letzten Vorstellungen finden Samstag, den 7., Sonntag, den 8., und Montag, den 9. Juni, halb 9 Uhr, statt. Zur Aufführung gelangt: ' ' Samstag, den 7.: „Der Dorfsjing" von L. Kobrin. Sonntag, den 8.: „Tag und Nacht'* von Au-ski. Montag, den 9. (Abschiedsvorstellung): „Der Sänger seiner Trauer". So haben die Wilnaer nach %eineni kurzen Ausflug in die slawische dramatische Literatur wieder zum jüdischen Bühnenstück zurückgefunden. Dr. Jehoschua Bierer: „Das Arbeiter, und Bauernkollektiv in Palästina". (Verlag Wallishausersche Buchhandlung, Wien I. Preis S 2.50.) In gründlicher, wissenschaftlicher Bearbeitung untersucht Herr Dr. J. B i e r e r die historischen, wirtschaftlichen und u at i o n a 1 e n Grundlagen des Arbeiter- und Bauernkollektivs in Palästina (Chewrat-Ovdim). Nebst einer Uebersicht über das Entstehen und Ausmaß der jüdischen KoIonisation in Erez Israel bekommt der Leser einen sehr guten Ueberbllck Uber sämtliche Institutionen der palästinensischen Arbeiterschaft, wie: „Solel-Boneh, Chewrat Nir, Arbeitertrank, Konsumgenossenschaft Hamaschbir, der Produktionsgenossenschaften, der Gewerkschaften sowie aller anderen wirtschaftlichen und kulturellen Einrichtungen. Eine solche Schrift war notwendig. Sie füllt eine große Lücke aus. Sie muß als durchaus gelungen bezeichnet werden und es ist nur zu wünschen, daß das Versprechen des Verfassers, bald die Publikation eines umfassenden Handbuches über die palästinensische Arbeiterbewegung folgen zu lassen, in kürzester Zeit verwirklicht wird. -_r_j_ Jüdische Sport- und iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiüiinTurnbeweöung Das letzte Meisterschaftsspiel der Hakoah. Samstag gegen Vienna. — Hakoah bestreitet Samstag, den 7. d., auf der Hohen Warte das letzte Meisterschaftsspiel gegen Vienna. Die Döblinger befinden sich derzeit in einer vorzüglichen Verfassung und sind ein schwer zu schlagender Gegner. Im letzten Match unterlag Hakoah " nur knapp 3 :4, wobei die Blau-Weißen bereits mit 3:0 in Führung lagen. Auch diesmal dürften die Hakoahner ehrenvoll abschneiden. Nachstehend die Aufstellung: Feigl; Stroß, Berson; Platschek, Löwinger, Heß; Katz, Donnenfeld, Stern, Mausner, Fischer. Stern und Donnenfeld holen sich große internationale Erfolge. Spät kam der österreichische Verbandskapitän Meis 1 darauf, daß auch Hakoahner in Auswahlspielen ihren Mann, stellen können. Einen glänzenden Beweis dafür lieferten die beiden jungen;Spieler Stern' und Donnenfeld. Stern wirkte im Vierstädteturnier mit glänzendem Erfolg gegen Agram: und Budapest mit. Nicht weniger als vier Treffer schoß er gegen Agram und erzielte^gegen Budapest das ausgleichende Tor. Die - vielen tausenden Zuschauer jubelten begeistert den Hakoahnern zu. Die gesamte Presse würdigt die Leistungen Sterns und bezeichnet ihn als einen Stürmer von großem Format. Auch Donnenfeld, der ebenso wie Stern zum ersten Male international tätig war, lieferte gegen Budapest ein erstklassiges Spiel. Wenn man bedenkt, daß dieser Spieler noch vor ganz kurzer Zeit in der Jungmannschaft tätig war, so berechtigt er zu den größten Hoffnungen. Hasmonea—W. F. C. Aisergrund 5:1 (1:1). Dieses Wettspiel wurde fünf Minuten vor Schluß aus Verschulden von Aisergrund vom vorzüglich amtierenden Schiedsrichter Cerny abgebrochen. Alsergrund-Spieler insultierten die Hasmonea-Spieler und das Publikum. Solche Vereine (es gibt deren noch mehrere) schaden nur dem Sport. Es scheinen sich überhaupt hinter den Kulissen Schiebungen vorzubereiten, um den Aufstieg der Hasmonea in die erste Klasse noch in letzter Minute zu vereiteln. Hasmonea spielte Sonntag sehr brav und die Spieler verhielten sich sehr diszipliniert und reagierten auf die Provokationen des Gegners nicht. .Bär vorzüglich, hätte aber einen Treffer (Elfer, Hands) verhindern können. Auch konnte Hasmonea einen Elfer nicht verwerten. W e i n w u r m wurde durch die schwache Leistungvon Hausknecht und Wclzer in ^Mitleidenschaft gezogen, genügten' aber, um gegen diesen Gegner zu reüssieren. 1( i s c h sehr brav, Mondschein sehr gut. Der Sturm kam in der zweiten Halbzeit sehr schön in Schwung und zeigte einige sehr^ schöne Aktionen. S c h w e i n b u r g e r müßte mehr Kämpfer sein, ist bestimmt ein vorzüglicher Fußballer. Arm wuchtig und auch Blei bürg. Schacht sehr egoistisch, er vergißt scheinbur, daß der Zenterstürmer eigentlich der Führer sein soll und die anderen nicht leer mitlaufen lassen darf. S t e r n b a c h brav. Torschützen: Schweinburger 2, Ann. Blcifoerg, Schacht. Aufstellung: Bär; Weinwurm, Hausknecht; Mondschein, Fisch, Welzer; Schacht, Schweinburger, Schacht, Bleiberg, Sternbach, Die Reserve verlor nach wirklich schönem und aufopferndem Spiel gegen Sp. Cl. Nordbahn 2:1. Die dritte Mannschaft gewann gegen Typographische Lehr- und Versuchsanstalt 5 :1. Freitag, den 6. d. Spiclerversammlung im Klubheim, Theatercafe, IL, Praterstraße, halb 9 Uhr. Großer sportlicher Erfolg der Juden. Die Teilnehmer au dem Internationalen Olympischen Kongreß, der zurzeit in Berlin tagt, wurden Zeugen eines großen jüdischen Sporterfolges. An dem größten deutschen Stafettenlaüf Potsdam—Berlin, zu dem mehr als 5000 Läufer starteten, nahm auch der jüdische Turn- und Sportklub Bar K o c h b a - H a k o a Ii mit zwei Männermannschaften, einer Frauenstaffel- und einer Knabenmannschaft teil. Die Knaben erzielten den zweiten, die Frauen den ersten Platz in der B-Klasse und die erste Männermannschaft (bei über 40 laufenden Mannschaften) den sechsten Platz der Hauptkonkurrenz. Der sechste Platz bedeutet eine Verbesserung um vier Plätze gegenüber dem Vorjahre. Diese sportlichen Leistungen des Bar Kochba'-Hakoah sind außerordentlich und in seiner 30jährigen Geschichte noch niemals erreicht worden. Es ist Tradition, daß zur Informierung des Publikums während des Rennens die Banner der zehn an der Spitze liegenden Vereine auf dem Sportplatz gezeigt werden. Das Mögen Dovid des Bar Kochba wurde, da er während des ganzen Laufes an fünfter beziehungsweise sechster Stelle lag, dauernd der vieltausendköpfigen Menge gezeigt. Der große jüdische •Sporterfolg wurde in einer darauffolgenden gesellschaftlichen Veranstaltung des Klubs von Dr. Lelewer, dem Vorsitzenden, des Vereines, vom Gemeindevorsitzehdeh DireTctor Kareski im Namen der Jüdischen Gemeinde und von Dr. Klee als Vorsitzendem der Jüdischen Volkspartei gefeiert. Jüdischer Sport- und Schützenverein „Meuorah". Mittwoch, den 4. Juna, 20 Uhr: Regelmäßiger Heimabend, diesmal: IL, Rembrandtetraße 18. (Nicht Jägerstraße!) Donnerstag, den 5. Juni, 19 Uhr: Boxkurs, IX« Liechtensteinstfaße 20. Mittwoch, den 11. Juni, 20 Uhrr Heimabend. IL, Rembrandtstraße 18. Donnerstag, den 12. Juni, 19 Uhr: Boxkurs. Die nächste Schießübung fandet am Sonntag, den 15. Juni statt. Hokeyspiele. Eine kombinierte Mannschaft der Hakoah siegte gegen den Kritzendorfer Sportklub 3:1. Die Hakoah-Damen erlitten in der Meisterschaft gegen V. f. B. eine empfindliche 0:4-Niederlage. Die Reserven der Hakoah-Handballer spielte gegen F.. A. C.-Reserve 4 :4 unentschieden. Die Jungmann-

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