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Die neue Welt · 1930-05-30 · Heft 141 (30.5.1930) · page 11

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 141 (30.5.1930)
Date
1930-05-30
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 141 DIE NEUE WELT Seite 11 Frohe Botschafft! Alle Leidenden finden sofort Schntorsllndtttting und Heilung durch die wunderwirkenden, «Cht«« radiumhältigen MEILKOMPRESSEN „RADIOSTRAHL", ärztlich empfohlen. Prospekte gratis. üen.-Vertreter Wien I, Rlemergatee 6, Tür 6. Tel. R-27-0-8S Gastspiel der „Wilnaer Truppe". , „Peripherie" von Frantisek Langer. Nach Andrejew und Evreinow als dritter slawischer Autor der Tscheche Frantisek Langer, dessen viel ge« spieltes Drama „Peripherie" auch dem jüdischen Schau* Spieler Möglichkeiten seelischer Entfaltung gibt. Es ent* hält Typen und Symbole, also Grundsubstanz für die Bühne, wenn hier auch keine überwältigend neuen Auf* gaben gestellt werden. Alex Stein, Führer des Ensembles und Regisseur des Stückes, entfernte sich so weit vom naturalistischen Stil, als es die Fabel Langers beziehungs* weise deren Moral zuließ. Er verlieh in Bühnenbild und Gestaltung der Figuren dem Drama eine überzeitliche Tendenz, d. h. er stilisierte um eine gegebene Basis herum. Sein Franzi trug die Züge eines von Dostojewsky umwit« terten Randwandlers, in dessen Seele alle Spannungen. Liebe bis zur Brutalität, Fanatismus bis zur Selbstauf* Opferung, liegen. Adam D o m b s Richter hatte Höhe* punkte oratorischer Natur, wieder einmal in großen Zügen gezeichnet. Manja Pikus als Antschu und Jakob Schi* g o r i n als verbummeltes Kraftgenie und als Polizeikom* missär brachten ihre Rollen zu dramatischer Wirkung. In den übrigen Partien gute Leistungen der Damen A11» bäum und S c h c f t e 1 und der Herren J. Kafflay, S. Scheftel und M. Schncidow. Die Aufführung machte tiefen Eindruck. Die Wil* naer haben in Wien bereits eine große .Gemeinde und Verständnis für ihr Wirken gefunden. o. r. * Das erfolgreiche Drama „Peripherie" von Fran* tisek Langer bleibt, mit Ausnahme von Freitag, den 30. Mai (letzte Aufführung von „Schwer zu sein ein Jud"), auf dem Spielplan. Sondervorstellung der „Wilnaer Truppe". In den „Jüdischen Künstlerspielen", IL, Praterstraße 34, findet Freitag, den 30. Maieine einmalige Aufführung von Schalom Alejchems berühmter Komödie „Schwer zu sein ein Jud" statt. Neben der alten ausgezeichneten Besetzung erscheint Frau Paula Walter in der Rolle der Frau Schapiro. Der Abend findet zu Ehren des ver* dienstvollen Bühnenmeisters D. Szafrenko, dem wert* vollen Mitarbeiter der Wilnaer Truppe, statt. Verein „Freie Jüdische Volksbühne". In einer kürz* lieh stattgehabten Versammlung, an der eine Reihe ge* wesener Vorstandsmitglieder der „Freien Jüdischen Volksbühne" teilnahm, wurde beschlossen, den Verein, der so viel Wertvolles für die Pflege der jüdischen dramatischen Kunst geleistet hat, Wiederaufleben zu lassen. Es haben sich bereits zahlreiche neue Mit* glieder in den Verein (Gebühr i Schilling) einschreiben lassen. Noch im Laufe des Sommers findet die erste Generalversammlung statt. Zum provisorischen Sitz wurde das Cafe Buxbaum, II., Pfarrgasse, bestimmt, wo Mitglieder täglich aufgenommen werden. Jüdischer, Kalender für das Jahr 1930*1931 von Rippel, Wien. Das Büchlein enthält neben einem Kaien* darium wertvolle ethische Aufsätze des Herausgebers und Beiträge verschiedenster Art, hebräische Gedichte usw. Bestellungen sind zu richten an H. Rippel, Wien, VI., Stumpergasse 57. , Sport« und Turnbewegung Hakoah zweitklassig. Die BlausWeißen spielen gegen schieden. Admira 4:4 unents Es war doch zu viel für die junge Mannschaft. In einer Woche drei Spiele! Nach dem Sieg gegen Austria unterlag Hakoah gegen Wacker 2:4 und dieser Mißerfolg hat das Schicksal des Vereines besiegelt. Vergangenen Sonntag trat Hakoah gegen den zweiten in der Tabelle, den Meisterschaftsanwärter Admira'ah und lieferte'ein Spiel, wie man es auf Wiener Boden s c lio.n>l a n g e nicht gesehen hat. Es war schwer zu erkennen, wer von diesen beiden Klubs der Abstiegskandidat war. Trotz des grandiosen Spieles erzwangen die Blau*We.ißcn nur ein Unentschieden,' wäre es ihnen aber geglückt« zu siegen, dann hätte die Möglichkeit bestanden, den Sport*! klüb zu überholen. So aber muß die Hakoah in die zweite Klasse absteigen. - Das Matchgegen Admira war reich an'drama* tischen Augenblicken und? von einerkeiheprächtiger- Treffer gekrönt,. Unbeschwert . von aller. Nervosität spielten die BlaüVWeißen ein energisches und w'ohldurch* dachtes Angriffsspiel. Die eindrucksvollste Leistung der Mannschaft vollbrachte das Innentrio, in dem Stern zur .E xtraform auflief. Gegen die Admira*Verteidi* gütig, die aus erprobten und bewährten Internatio* n a 1 e n besteht, vier Tore zu erzielen, ist ein Kunststück, das bisher nur wenige zustande brachten. . Ein ausgezeich* netes Spiel lieferten auch die beiden Flügelstürmer Katz und Fischer. In der Deckung ragte Löwin* ger hervor. Aber auch Platschek und Am st er verstanden die, gefährlichen Admira*Stürmer in Schach zu halten. Das Verteidigungstrio war sehr verläßlich, insbesonders Fei gl konnte sich auszeichnen. Dreimal gelang es Hakoah, die Führung zu erringen. Admira glich aber immer aus und einige Minuten vor Schluß konnten sogar die Jedleseer die Führung erreichen. Das Match schien schon für Hakoah verloren, aber noch knapp vor Unverlangte Manuskripte werden nicht retourniert! Sie gntfdjeitMttg btttübet, ob ein« Watt luitfltd) ptetäroett ift, föniten 6k nid)t treffe«, toemt Sie nur bte diffet testen. ®<« wüffett ^StctS unb CHwIitcit her an(jef>oteiten Snrctt fo flcgciKinaniiet n^ toftgen, bafj @ie jur ttekr^eu^ung fommert, btc getaufte ^Boxc fei t&m Oualttät it<»d) fo W.Q, als fie nur fein tonn. 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Hakoah ist gleich vom Anfangan überlegen und bereits in der 10. Minute führt eine Kombination yon Stern, Heß und Fischer durch den erstgenannten Spieler zum ersten Treffer. Gleich darauf, gleicht aber Runge aus. In der 25. Minute überspielt, Stern Janda und sendet an dem sich werfenden Franzi vorbei ein. Wieder gelingt es den Gegnern auszugleichen. Ein Elfmeter gegen Hakoah wird von Feigl sicher abgewehrt. Nach Seitenwechsel dauert die Ueberlegenheit der Hakoah an. In der 20. Minute verwandelt Stern einen Elfmeter. Die Freude des Hakoah*Anhanges dauerte nicht lange, eine Minute später fällt durch Schall der ausgleichende Treffer. Jetzt erreicht das Spiel seinen Höhepunkt. An»' griff auf Angriff rollt gegen das Admira*Tor, doch er» weisen sich die gegnerischen Backs als unüberwindlich. Gute Chancen werden von Stern und Donnenfeld ver* geben. Ueberraschend kommt nun Admira durch einen Schuß von Stoiber in der 40. Minute zum vierten Treffer. Die Hakoahner greifen verzweifelt an, Stern bricht in großartiger Manier zwischen Sott und Janda durch und unter ungeheurem Jubel sitzt sein wunderbarer halb» hoher Schrägschuß im Netz. Hakoah stellte folgende Mannschaft: Feigl; Stroß, Berson; Platschek, Löwinger, Ams.ter; Katz, Donnerfeld, Stern, Heß, Fischer. Hakoah hat noch zwei ausständige Spiele, und zwar gegen F. A. C. und Vienna. Was geschieht mit Hakoah? Die Hakoah hat auch, wenn sie die beiden aus« ständigen Spiele gewinnt, keine Aussicht mehr, in der ersten Klasse zu bleiben. Die Mannschaft, die b e* stimmt besser ist als viele andere Klubs;der ersten Liga, muß absteigen, und zwar deshalb, weil die sportliche Führung große Fehler begangen hat. Hakoah hatte, wie es sich in den letzten Kämpfen zeigte, einen guten Nachwuchs und es war nicht notwendig, ausrangierte Professionals aus, Budapest zu holen, denen nationales Empfinden fremd ist und für die Hakoah nur eine Melkkuh war. Diese Spieler, die viel Geld gekostet haben und trotzdem nichts leisteten, brachten Hakoah zum Absteigen. Hätte man gleich vom Anfang an die tüchtigen Junioren herangezogen, hätten sie durch ihre Begeisterung und Aufopferung ihren Verein vor dem Abstieg bewahren können. Was mit der Hakoah geschehen wird, ist vorläufig noch ungewiß. Die meisten Vereine bemühen sich sowohl die Hakoah als die Hertha vor dem Abstieg zu bewahren. Wie das aber geschehen soll, ist bis jetzt nicht ersichtlich. Jüdisoher Sport« und Schützenverein Menorah. Montag, den 2., Donnerstag, den 5., Montag, den 9. Juni, 13 Uhr, regelmäßiger Boxkurs, IX., Liechtenstein» straße 20. — Mittwoch, den 4. Juni, 20 Uhr: Regelmäßiger Heimabend, XX., Jägerstraße 30, Mezzanin. Die nächste Schießübung findet am 15. Juni statt. Anmeldungen hiezu bei allen Vereinsveranstaltungen oder schriftlich an ' den Ratsprecher, Wien, VII., Zieglergasse 90/11. 20. * Die HakoahsLeichathleten befinden sich derzeit in ausgezeichneter Form. Auch auf seinen Nachwuchs kann det jüdische Klub stolz sein. Bei dem Rapid*Meeting konnten die Hakoah»Junioren mehrere schöne Erfolge er* ringen. Im 60vMetef»L«ufen für Neulinge besetzte Weiß den ersten Platz, im 100 Meter für Junioren landete Metzl ebenfalls an erster Stelle. Im 800*Meter*Laufen für Junioren blieb S p i e 1 m a n n zweiter. Kant (Hakoah) blieb im 800*Meter.Laufen für Jünglinge ebenfalls zweiter. Auch in den anderen Wettbewerben schnitt Hakoah gut ab. Im 200*Meter« und im 4 mal 200*Meter*Staffei blieb Hakoah erster. Hasmonea—Ostmark 5:0 (1:0). Auch diesen Gegner konnte Hasmonea Sonntag glatt schlagen und nähert sich siegreich dem Ende der Meisterschaft. Die Mann« schaft spielte diesmal besser als vergangene Woche. Sehr verläßlich das Vertejdigungstrio, in dem Bär einige sehr schöne Abwehraktionen zeigte, ausgezeichnet die Deckung, Weher sehr gut und Bäumet nicht mehr so egoistisch im Sturm. Der Sturm war auch gut bei Schuß. Die Treff ehre teilen B leib er g (2), Schacht (2) und Schwein bürg er. Aufstellung: Bär, Wein* wurm, Hausknecht, Bäumer, Fisch, Welzer, Arm, Schwein* burger, Schacht, Bleiberg, Sternbach. Das Wettspiel wurde von Schiedsrichter Pruschina einwandfrei geleitet. Die Reserven spielten vorher 7:0 gegen Brigittenauer Sp. Cl. — Sonntag, den 1. Juni spielt Hasmonea gegen A 1 s e r ö r u n d um 10 Uhr vormittags auf dem Elektra* Platz (Endstation A», Ak«Wagen) ihr fälliges Meister* schaftsspiel. Vorher spielt die Reserve. Juniorenmeisterschaften im Ringen. Vergangenen Sonntag wurden die Juniorenmeisterschaften im Ringen ausgetragen. Im Mittelgewicht blieb der Hakoahner Oberländer erster, während sein Klubkollege F i n* schuß im Federgewicht den zweiten Platz besetzte. Großer Erfolg der Hakoah«Hockey«Mannschafi. Hakoah spielte im Semifinale um den Hermann*Müller* Gedenkpreis gegen den Oe. H. C. 5:1. Die jüdische Mannschaft führte ein schönes Spiel vor und war ihrem Gegner glatt überlegen. Die Tore erzielten Ing. Nossig (3) und Wittmann (2). — Blau*Weiß siegte in der zweiten Klasse gegen St. Pölten 5 :0. Die HaköahsHandballef konnten nach mehreren' Mißerfolgen in der Meisterschaft den Sp. Cl. Neubau 5 :3 abfertigen. Die Reserven unterlagen gegen. F. A. C* Scnjoren 1:4. Auch die Grazer Hakoah steigt ab. Die Grazer Hakoah, die seit sechs Jahren in der ersten Liga tätig ist, unterlag vergangenen Sonntag gegen G. A. K. 0:8 und wird durch diesen Mißerfolg vor dem Abstieg in die zweite Klasse kaum mehr zu retten sein. Hilfe für die Juden Rußlands. Auszug aus dem Protokoll der am 24. Mai 1939 unter Vorsitz des Herrn Dr. S. Goldstern abgehal* tenen Ausschußsitzung des Hilfsvereines für rus* sische Juden in Wien. Tagesordnung: Hilfe für die Juden in R u ß 1 a n d. Nach dem von dem an* wesenden Vertreter t der „Federation of Jewish Relief Organisations, London" Herrn Z. H. W a c h s m a n n er* statteten Bericht und anschließender Debatte wurde fol* jjjende Resolution einstimmig angenommen: , „Die Versammlung des Ausschusses des Hilfs* Vereines für russische Juden in Wien übernimmt auf Grund der Anregung und des Beschlusses, der in der Sitzung in der Wiener israelitischen Kultusgemeinde am 21. Mai 1. J. anwesenden Personen, die Initiative zur Schaffung einer Zweigstelle der „Federation of Jewish Relief Organisations, London". Der Ausschuß delegiert zu diesem Zwecke die Herren: Dr. S. Goldstern, Prof. Julius Wolfsohn, Jacob Persky, Dr. Arnold Hildesheimer, N. B. Magasanik, M. S. Lewkow, I. S. Günsburg, Komm.sRat Julius Gourary, welchen die Aufgabe übertragen wird, mit prominenten Vertretern der Wiener Kultusgemeinde, der Zionistischen Organisation und der Bnei*Brith«Logen über die Schaffung einer ständigen Qr* ganisation im Interesse einer schleunigen Aktion der Hilfeleistung für die Juden in Rußland in Verbindung mit der „Federation" zu verhandeln. Der Aus* Schuß des Hilfsvereines beschließt gleichzitig für diese Aktion aus eigenem .Fonds S 500 zu spenden und auch sofort eine Sammlung unter den Mitgliedern des Hilfsver« eines zu organisieren." Damit ist der Grundstein der großen Aktion der „Federation" in Wien gelegt worden. Den Anwesenden wurde sofort eine Sammelliste vor* gelegt, auf welcher die ersten namhaften Beiträge ge* zeichnet worden sind. Frohe Botschaft. „Sesam", dies Zauberwort der ara* bischen Märchen von Tausendundeiner Nacht, hat in un* serer so sachlich eingestellten Welt ein ebenbürtiges Ge* genstück gefunden: Radium. Zu diesem kostbaren Strahlenstoff, der in der Minute T a u s.e n d e. H e, i 1« strahlen aussendet, nimmt man immer wieder Zu* flucht, wenn es gilt, von der Natur etwas schier Unmög*, liches zu verlangen. Die Radiumstrahlen spielen hundert Künste und können nicht nur prophylaktisch wirken, son* dern dienen auch durch Zersetzung der Krank* hei t's keime aller Art als einziges Mittel zur Ver* längerung des Lebens. Durch jahrelange Versuche ist es einer deutschen Firma endlich gelungen, Radium* Kompressen, gefüllt mit echter radiumhäl* tiger Erde, in einer solchen Dosierung herzustellen, daß dieselben gegen die verschiedensten, ja hartnäckigsten Leiden (Gicht, Ischias, Rheumatismus, Gallehleiden, Frauenleiden und viele andere) als schmerzstillend und heilend angewendet werden können. Die Heilkraft dieser Kompressen ist von unbegrenzter Dauer und kön* nen dieselben von mehreren Personen abwechselnd benützt werden. , Es war© zu wünschen, daß sich jede Fa* milie für ihre Mitglieder eine solche echte, radiumhältige Wunderbinde „Ra d ios t r a h 1" anschaffen möge. Eine verdiente Anerkennung wurde dem Allein* inhaber des Beleuchtungshauses Walter, Herrn Beithold Walter, in der Ernennung zum Kammerrat zuteil. Herr Kammerrat Berthold Walter, ein Pionier auf dem Gebietf der Radioindustrie, ist auch durch seine publizistischi Tätigkeit hervorgetretta.

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