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Die neue Welt · 1930-03-07 · Heft 129 (7.3.1930) · page 10

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 129 (7.3.1930)
Date
1930-03-07
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seite 10 DIE NEUE WELT Nr. 1» In der geistigen Regie dieser uns abseits liegenden idyllischen Welt bewies Alex Stein seine Begabung', Stimmung zu komponieren aus einfachster, unaufdringlichsten Mitteln und sozusagen dem Stück die Luft zu geben. Um ihn, der den Melamed zart und lyrisch, aber mit innerer Stärke, hinstrich, gruppierten sich zunächst die Väter: Adam Domb( als Alkone, überzeugend schon in der Maske, ausgezeichnet in der Charakteristik des bäuerischen, aber nach höherem geistigen und religiösen Gehalt strebenden Dorfjuden; N. B r i n d als David Noach, Würde auch in bäuerischem Gewand bewahrend. Dann die Mütter: Sonja Altbaum ebenso stark in ihrem mütterlichen Verstand wie in ihrer Herzenswärme, tüchtig, klug und wetterfest; Franja S c h e f t e 1, derber als keifend« Citl, ganz Komödienfigur. Die Jungen: Israel K a m a y, ein prächtiger Bauern junge, echt bis in die derben Fäuste; von rührend komischer Schlichtheit die Zfne der Man ja P i k u s, die selbst in den wortlosen Szenen zu fesseln versteht; Jenny Witsch als Sere voll Liebreiz in ihrer Keuschheit und Unbeholfenheit; schließlich Samuel Scheffel (als Junge Avram Jainkew) voll schelmischer Laune und Munterkeit. Der stürmische Beifall des Publikums galt dem reizenden Idyll, der Regie Alex Steins und der be schwingter Darstellung. o. r. Wilnaer Truppe. Die nächsten Vorstellungen. Die Schauspieler der „Wilnaer Truppe" unter Führung von Alex Stein spielen in den „Jüdischen Künstlerspielen** Freitag, den 7. „T e w j e der Milchiger" von. Schalom Alejchem, Samstag, den 8. „Der Dybuk" von An-ski, Sonntag, den 9., nachmittags halb 4 Uhr, .„Grüne Felder" von Perez Hirschbein, abends viertel 9 Uhr „Tag und Nacht" von An-ski. Zur Frage des Verbotes von „Kiddusch Haschern". In der Nummer unserer Revue vom 21. Februar brachten wir die uns zugekommenen Informationen zum Abdruck, wonach die vom Wiener jüdischen Publikum er« wartete Aufführung von „K i d d u s c h Haschern" (dem von Dr. Weichert inszenierten Roman Schalom Aschs) bisher an der Nichtbewilligung seitens des Warschauer Verlegers gescheitert sei. Auf unsere Mitteilung erhalten wir vom Verleger S. Rechtleben (Warschau) eine Zuschrift, in welcher dieser sein Aufführungsverbot mit der Nichteinhaltung der vertraglichen Verpflich* tungen seitens Alex Stein motiviert und auch Bedenken künstlerischer Natur äußert. Da uns auf Grund dieses Briefes die ganze Angelegenheit unklar schien, wandten wir uns an Herrn Direktor Alex Stein, der uns auf unsere Aufforderung den Fall „Kiddusch Haschern" in folgender Weise darstellt: „Auf Grund des4 Vertrages spielte ich „Kiddusch Haschern" in Bukarest und leistete Tantiemenzahlüngen von 10 Prozent, trotzdem jede Theateraufführung in Rumänien mit 33 Prozent Steuer belastet ist und wir uns damals in den tristesten materiellen Verhältnissen befan* den; ich blieb bloß mit den vom Verleger Rechtleben dem Autor Schalom Asch zugebilligten 2 Prozent Tantiemen im Rückstand, in der Hoffnung, auch diese Belastung — und zwar von den Wiener Aufführungen — abdecken zu können. Ich wandte mich telegraphisch und brieflich ah den Bearbeiter des Stückes Dr. Weichert um die Wieher Aufführungsbewilfögung, diemir auch unter ge* wissen Bedingungen in Aussicht gestellt wurde, bis plötz* lichi ein Verbot seitens des Ver 1 e g e r s Recht* 1 e b e n kam und es mir unmöglich machte, eine kleine Restschuld zu begleichen, von der ich nicht einmal weiß,, ob sie zu Recht besteht'. ' . Es ist also mehr als unwahr, daß ich nicht eine einzige Vertragsverpflichtung erfüllt habe. In meinem Besitz befindet sich eine Reihe von Quittungen über. die für „Kiddusch Haschern" geleisteten Tantiemenzahlüngen. Auf .die Obsorge des Verlegers bezüglich einer er* folgreichen Aufführung durch mein gegenwärtiges En» semble — es ist übrigens das der früheren Aufführungen — habe ich keine Antwort. Diese kann nur das Publikum und'die Kritik geben." * - Nach diesem Sachverhalt, mit dem wir den Wiener Fal] „Kiddusch Haschern" beschließen, könnten wir nur unsere seinerzeit geäußerte Verwunderung über das Auf« ruhrungsverbot des Warschauer Verlegers widerholen, zumal wenn wir bedenken, daß die Vertreiber, bzw. Arrangeure des Werkes sich von 12 Prozent Tantiemen 10 Prozent, d. i. fünf Sechstel, dem Autor aber bloß 2 Pro« zent, d. i. ein Sechstel, zubilligen. Im übrigen glauben wir, daß in Angelegenheiten der Kunst das letzte Wort nicht beim. Propagator, sondern beim Autor liegt. Das Publikum und die Presse haben sich bisher zu« g u n 81 e n. der Schauspieler der „W i l n ae r Trupp e" entschieden, und es liegt allein an Schalom Asch, ein endgültiges Votum abzugeben. Und dieses dürfte nicht zweifelhaft sein. o. r. Hebräische Matinee der „Histadrnth Iwrith". Anläßlich des Erscheinens der ersten Nummer der von der „Histadruth Iwrith" herausgegebenen hebräischen Monatsschrift „Dew-arenu" zur Stärkung der hebräischen Bewegung wurde Sonntag, den 2. März . in den Jüdischen Künstlerspielen eine hebräische Matinee veranstaltet. Die Eröffnungsrede hielt Professor Gelernter, die Festrede' Di. David R o t b 1 u m. Beide Redner besprachen die Bedeutung der Zeitschrift für die Lebensohn (Rezitationen von zwei Kapiteln aus dem Buch Hiob und „Hamaschiach" von David Frischmann), Daniel P e r s k.y (humoristische Vorlesung) und Igor Gr ü nberg, der als Mitglied der „Jüdischen Harfe" im Rahmen der von Dr. Szafrenko geschaffenen Bühnenbilder „Waani tefilati", „Mai ka maschma lan" und jüdische Lieder - in hebräischer Uebersetzung mit gewohnter Meisterschaft und Wirkung sang. Die durchfehende Conference hielt Isaak Herzberg, dessen nergie und Fanatismus der Erfolg der künstlerisch hochstehenden Matinee zu ' verdanken ist. Der Liederabend des Koarertsängers!. SegsURose tili ach (Tenor)' findet am 26.'März im groOen Festsaal des Industrieh a u s e s (I., Schwarzenbergplatz 4) statt. Auf dem Programm stehen' Jiddische und, hebräische. Lieder, darunter Wiegenlieder, ebassidisebe Tischlieder (Semlrotb) und Volkslieder, Jttdischer Liederabend I Ml'twoch, den 26. März 1930, V<q Uhr abend«, QroB«r Ft«t> «tal (Konzertsaal) Im IncJuatrlohaH«, Schwarzenbergplatz 4 I i. SegaNRosenbach (Teoor) 1 Lieder» Volkslieder (hebr, u. Jfld.) Operoarlen (Ital.) 1 Karten: Zionistisch*« Landeskotni'ce, Wien. I., Kärntnerstraße 28, s M tyrtb, 1!., Taborstr. 2Qa, Parfümerle.Scbuxberg, Hafner*. 3 § llltllHIIIHIillllillliH Großes jüdisches Konzert in Krakau. Krakau hat das erste Orchester*Konzert jüdischer Musik erlebt. Die vor kurzem gegründete „Ge* Seilschaft zur Förderung jüdischer Musik" führt sich damit vielversprechend ein und bekundet den Willen, in die Propaganda jüdischer Musik aktiv einzu*?[reifen. Zu Gehör gelangten die „Hebräische Suite" ür Klavier und Orchester von Prof. S. Wolf söhn, mit dem Komponisten am Flügel, das Violinkonzert von S. Achron mit Alfred Schenk er, einem jungen, be gabten Violinvirtuosen, sowie zwei Werke für Orchester Gnessin, „Das jüdische Orchester auf dem Ball beim Bürgermeister", Rosowsky, „Chassidim" (Dirigent Norbert Gingold). Der Abend war glänzend besucht und bedeutet einen großen Erfolg für die Veranstalter für die Mitwirkenden und — nicht zuletzt — für die jüdische Kunst. „Dewarenu". Die hebräische Bewegung beginnt in Wien Füll zu fassen. Viele Jahre hindurch wurde der Versuch unternommen, die Hebräisch sprechenden Wiener zu erfassen, doch immer wieder minlang er, obwohl die Zahl der hebräisch Sprechenden von Jahr zu Jahr stieg. Nun ist es einigen bewährten* Lehrern gelungen, einen Kreis um sich zu sammeln und eine vielseitige Tätigkeit zu entfalten. Unter Führung erprobter Pädagogen wer den allwöchentlich Versammlungen und Kurse abge halten, die ungemein zahlreich besucht sind.;Dieser Er folg ermutigte die Führer zu einem weiteren Schritt. Sie geben jetzt eine Monatsschrift heraus, die den Namen „Dewaren u" trägt. Das erste Heft darf zweifelsohne als Erfolg betrachtet werden. Es ist der Redaktion gelungen, namhafte Dichter und Schrift steller, wie Hameiri, Perski, Silberbusch, Kaminka, Samuel Kr a u s, U n g a r f e 1 d und an derc für das Blatt zu gewinnen. Die Zeitschrift enthält interessante Beiträge, von hohem literarischen Wert, wenn man auch nicht leugnen kann, daß manches an Originalität zu wünschen übrig läßt. Dem Redakteur Herrn; Prof. Jonah Gelernter gebührt volle An erkennung. Hoffentlich gelingt es, die Zeitschrift so .zu gestalten,, daß auch Wien, welches früher ein Zentrum des jüdischen Geistes war, wieder die ihm gebührende Stelle in der hebräischen Literatur erreicht. n. s. Ein" Lehrbuch für hebräische Stenographie erschienen. Herr J. M a i m 6 n, Beamter im Hauptbüro des Keren Hajessod und Aufnahmeredakteurder letzten Kqngreßzeitung der hebräischen, deutschen und jiddischen Reden, hat mit Unterstützung des Büros des ' 16. Zionistenkongresses einen „Lehrgang für h e b r ä i s c h e S t e n o g r a p h i e" herausgegeben. Der Erfinder der International-Stenographie, General Felix v. Kunowski, hat für das Buch eine Einleitung geschrieben. Verschiedene stenographische Experten in Deutschland, haben nach Prüfung des Lehrganges ihre besondere Anerkennung zum Ausdruck gebracht. Der Lehrgang ist in Palästina bei der Buchhandlung „M o- Ti a'V im Auslande durch den Verlag „Deutsche .Kurzschrift",'Friedenstraße 79, Duisburg (Deutschland) zum Preise von.Mr-2.—* zu beziehen. ' Eine Bibliographie der Pegsach Haggadoth. Die Sammlung von H a g g a d o t h, welche sich in der Jüdischen -Na.itona Wuir d 'Univiersrtätsbiblioth'ek in 'Jerusalem Befindet, ist eine der gjöflten der We 11 und enthält gegen, 9 0 0 Ausgaben der Haggadah, angefangen von den ältesten Ausgaben der Druckerpresse bis auf den heutigen Tag. Im Jahre ■ 1901 veröffentlichte der bekannte Bibliograph Samuel W i e ri e r; eine; BihUographie der Haggadoth, für deren Zusammenstellung er. sich der Jerusalemer Sammlung bediente. Seitdem ist aber diese Sammlung bedeutend' gewachsen ".{ enthälteine große Anzahl von Stücken, welche in . der .genannten Bibliographie nicht enthalten sind" und deren Existenz bisher überhaupt nicht bekannt wa>. Herr Abraham Jaari, ein Beamter der Bibliothek, hat nunmehr in der bibliographischen Vierteljahrsschrift der Bibliothek, „Kirjath Sepher", eine ergänzende Liste der Bibliographie : der Haggadoth veröffentlicht, die auch in einer Sonderausgabe erschienen ist und 3 0 0 Buchtitel von Haggadoth aufzählt, von denen 200 in der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek enthalten sind. Meyers Lexikon, Von diesem äusgezeidineten Werk des Bibliographischen Instituts in Leipzig ist soeben der 10. Band, enthaltend die'Skala R bis S, erschienen. Bemerkenswerte Wissenszweige, wie Relativitätstheorie, Reklamekunst, Renaissance und. Rußland, sind nach den jüngsten Forschungsergebnissen behandelt. Ungefähr 100 Karten, zahlreiche .Tafe)n*und der lebendige Text machen Meyers Lexikon zu einem unentbehrlichen Handbuch für jeden Menschen, der sich geistig orientieren wilL: ij. J üdische Sport- und Turnbewegimg Von der Hakoah. Hakoah benützte den freien Termin am vorigen Sonntag zur Austragung eines Freundschaftsspieles gegen die Cricketer. Der jüdische Verein unterlag 1: 3. Es wäre aber ganz falsch, diese Begegnung als eine richtig« gehende Kraftprobe zwischen diesen beiden Klubs zu werten. Hakoah war es in diesem Match in erster Reihe darum zu tun, die neuen Spieler auszuprobieren. Die Prüfung ergab keine erfreulichen Ausblicke. Lediglich Piatschek, der von Hasmonea (Wien) über« nommen wurde, konnte den Posten als linker Läufer voll* wertig ausfüllen. Fuß, der längere Zeit bei der Berliner Hakoah tätig war und Sonntag wieder für die Krieauer mitwirkte, ne'>t noch immer zu übermäßigen Dribbeleien. Baros (Budapest), der zeitweise im Sturm mitwirkte, versagte vollständig. Vorzügliches Spiel lieferten Feld* mann, Löwinger, Haar und Fischer. Obwohl Hakoah fortwährend die Spieler auswechselte, verlief der Kampf nicht uninteressant. In der 19. Minute erzielten die Cricketer durch Kohler den ersten Treffer. Hakoah bedrängt, doch vergeben die Stürmer die günstigsten Chancen, darunter einen Elfmeterstoß. In der 15. Mi» nute nach Seitenwechsel gelingt es Löwinger, den Aus» gleich. herzustellen, Trotz Überlegenheit, gelingt es den, Haköahstürmern nicht, weitere Tore zu erzielen. Viel „Dworah" Mädchengruppe der W. 1. 2. 0. Sonntag, den 9. Märt 1930, S Uhr nachmittags findet in den Prunksälen des Handelsmuseums, IX., Barggata« 19 ein [ (Akademie mit erstklassigen Kräften, Tanz, The Winapel Band, Tombola) statt Karten im Zionistischen Landeskomitee, I., Kärntnerstraße 28 und an der Kassa glücklicher sind die Cricketer, die aus Einzelleistungen zwei Tore erzielen und sich dadurch den Sieg sichern. Hakoah verwendete in diesem Match folgende Spieler: Oppenheim, Feldmann, Amster, Nadler, Liebermann, Löwinger/Freifeld (Piatschek), Haar (Katz), Molar (Baros), Stern, Fuß, Fischer. * Kommenden Sonntag spielt Hakoah in der Meisterschaft gegen den Wiener Sportklub. Die Kämpfe zwischen diesen beiden Klubs nahmen immer einen erbitterten und spannenden Verlauf. Im Herbst gelang es den Dornbachern, die Blau*Weißen 2:1 abzu* fertigen. Die Hakoah, die den letzten Platz in der Tabelle einnimmt, muß das Match gewinnen, um sich den Ver« bleib in der ersten Klasse zu sichern. * Die Hakoah«Amateure unterlagen in einem Freundschaftsspiel gegen die Kaufmännische Sektion Cricket 1:8. * Hakoah gewinnt den Szabo*Jugend* cup. Die Hakoah, die sich erst seit zwei Jahren dem Eishockeysport widmet, hat bereits auch in diesem Sportzweig große Erfolge zu verzeichnen. Nebst der Kampfmannschaft, die nun in die erste Klasse aufgestiegen ist, hat sich auch der Nachwuchs bisher vorzüglich ge* halten. Im Eishockey * Szabo * Jugendcup schlug die Hakoah im Finale den Sp. Cl. Wänring 2:0. Die Tore erzielten Berger und Winter. Durch diesen Er* folg gewann die Hakoah erstmalig den Jugendcup. Große Erfolge jüdischer Boxer in Wien. Im Programm des jüdischen Sportes ist seit kurzer Zeit auch das Boxen aufgenommen worden. Auf diesem Gebiet haben bereits die Mitglieder des Sp. CL Makkabi Wien viel geleistet. Im Halbschwergewicht besetzte in der Meisterschaft Laub den dritten Platz. Im Federgewicht kämpfte am 14. d. Kuschner um den ersten Platz, * Im Rahmen einer großen Professionalbox* Veranstaltung im Zirkus Renz hatte man wieder Gelegenheit, den jüdischen Boxer Motzi S p a c o v, rumä» nischer Meister aller Gewichtsklassen, zu bewundern. Er siegte als einziger: Boxer gegen den Franzosen M ar* mouget in der 7. Ruride k. o. Während das Publikum• Erfolge der arischen Boxer frenetisch bejubelte, wurde der klare, einwandfreie Sieg Spacovs ausgepfiffen, und zwar nur deshalb, weil er Jude ist. Man sieht daraus, daß es zwischen dem Bukarester Sportpublikum, welches Spacovs Auftreten in der rumänischen Hauptstadt un* möglich macht, und zwischen dem Wieher Sportpubliküm keinen Unterschied mehr gibt. Antisemitische Hetze gegen den besten Tennisspieler Deutsehlands Prenn. Prenn, ein junger jüdischer Sportsmann, der sich in den letzten Jahren zum besten Tennisspieler Deutschlands emporgearbeitet hat und Deutschland zu vielen Erfolgen führte, ist das Ziel einer antisemitischen Hetze. Prenn wird beschuldigt, von einer Tennisschlägerfabrik für die Ueberlassung seines Namens für Reklamezwecke 3000 Mark verlangt .zu. nabeln. Bisher ist es nicht erwiesen, ob Prenn tatsächlich dieses Verlangen gestellt hatte. Wenn es aber auch der Fall wäre, so hat rrenn nicht anders gehandelt als die anderen „Amateure". So ist der bekannte ' französische Spieler Brugnon Chefrepräsentant für Dunlop, auch der österreichische Tennismeister Matejka steht in Diensten dieser Firma. Nicht besser machen es die Weiter ößen Cochet, Kehrling und Tilden, die alle mit Racketfabriken Verbindungen unterhalten. Kehrling hat sogar eine eigene Racketfabrik. Es zeigt sieh immer, daß die jüdischen Sportleute, wenn sie für fremde Nationen tätig sind, nur Undank ernten. Touristik- und Ski-Klub „Hakoah", Wien, I., Wiesingerstraße 11. Tourenprogramm für Sonntag den 9. Februar 1930. Fußtouren: 8 Uhr 30 Hütteldorf. Skitouren: Bärenkogel (aj, Schneealpe. (b). Näheres Freitag von 20 bis* 22 Uhr. Gäste willkommen. Jugendgruppe: 9 Uhr, Mauer, Ruine Mödling. Näheres Donnerstag von 19 bis 21 Uhr. Klubheim, Wien, I., Wiesingerstraße U. (Telephon R-25-0-10.) Jüdischer Sport« .und Schützenyereln. „Menorah". Donnerstag, 6. März, 19 Uhr 15 Min.: Erster B oxab en.d. IX., Liechtensteinstraße 20. — Sonntag, 9. März, 9 bis 12 Uhr: Schießübung. — Montag, 10. März: Der regelmäßige Kursabend entfällt. Statt dessen findet ab Donnerstag, den 6. jeden Montag und Donnerstag Box* kurs statt. Ort: IX., Liechtensteinstr. 20, Zeit: 19 Uhr 15 Minuten. — Mittwoch, 12. März, 19 Uhr: Topo* graphischer Kurs, 4. Abend, gehalten von Herrn Plautus, XX., Jägerstraße 30. — Dorinerstag, 13. März, 19 Uhr 15 Minuten: Boxkurs, IX., Liechtensteinstr. 20. Sil. Cl. Makkabäa (Preßburg) gehört in Preßburg zu den größten Allrounds-Klubs. Die Ringer siegten vergangenen Sonntag 4fin einem Klubkampf gegen Vasa (Budapest) mit 9:7 Punkten. Die Fußballmannschaft erlitt die erste Niederlage im Frühjahr, und zwar gegen den Sp. Cl. Kabelfabrik 0:2. Die Grazer Hakoah errang vergangenen Sonntag gegen Austria (Graz) einen überlegenen 7:t-Sieg. Bei den Blau-Weißen debütierten Kestler (früher Hakoah- Wien) mit gutem Erfolg. Er erzielte vier Treffer. Uni den Goldpokal spielt Hakoah am 23. d., 10 Uhr vormittags, in der Krieau gegen Austria. Palästinawanderung über Wien. Dienstag, den 11. März 1. J., um 7 Uhr abends, reist über Wien (Ankunft Nordbahnhof) der zweite dirtkt«

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