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Die neue Welt · 1930-02-28 · Heft 128 (28.2.1930) · page 12

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 128 (28.2.1930)
Date
1930-02-28
Page
– (sequence 12)
Language
German
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T f Seile 12 DAS NEUE WEL1 Nr. 128 GRABSTEINE FRIEDLÄNDER & DEUTSCH Wien, 1. Bet., S*iienrt*ttenga$*e 2, Ttltpho* 0-38-f-28 XU Ztnttalftitdhof, ntb. d. t. Tor, Ufahon RADIO rar S 3.80 W0dienrat«n erfüllen 81« kötbplctte Radioapparat« mit allem ZatwhOr tn f«in«ter Atuf&hnmg und all» Radio*■••«■ndUII« nur (m HUSIKHAUS SCHLESINGER, Wlee, VI^BarBflaw#ta2.l24 glllllllllltllllllllllllllllllllllllllllllllllllllflllllllllllllllllllllltt a Begründet 1882 | I Lebensoerslcherunss- DilnillY« 1 | Gesellschaft frJ!UmA I E Zentradirektion: WIEN I., Riemirgasse Hr. 2 | I rositl«nui|j»«Ui)ä . * 3 WHvüa SdSBfig § s ViHiininiiiiis.tttiukipilii S~ PriBiiA-ul SfitudttoibiiB ie Jijfff l)2t 6mntiaiHtiiEMi.1S28 4tt&08Q.^ SdOhi s 1/ im«« waag s 2« EtttM SaMhg ~« - 5 MmMw ■«• finttirlm a iUre 1921 5 Tätigkeitsgebiet: Oetterrelth, DfutieU. ....vnf............. - S Belgien, Holland. Italien, 8panien, TsMiMbotlowakiseht s s Republik, Polen, Ungarn, Juaoalawien. Bulgarien, Griechens land, Türkei, Aegypten und Palästina, s fiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiß den 6. März 1. J. findet um 8 Uhr abends im Cafe „Silier", L, Schwedenplatz, eine Versammlung statt, in welcher sprechen werden: Herr Reg.-Rat Dr. Hermann Oppenheim, Direktor , der > Wiederösterreichischen Eskomptegesellschaft über „Die wirtschaftliche Lage in Oesterreich" und Herr-Dr. Georg Wein er, Rechtsanwalt, Über „Das Mietengesetz in der Praxis". Jüdische Käufleute und Gewerbetreibende als Gäste willkommen. V., Z. M. Bezlrkasektlon Alsersrund. Samstag den 1. Mftrz um halb 6 Uhr abends findet in unserem Heime, IX..-Türkenstraße 9, eine „Diskussion mit der V. S. M." statt. t Zionistische Bezirkssektion IV/V. Sonntag, 2. März 1930, halb 5 Uhr nachm. Tanzt ee im Cafe Edison.' VI»., Alserstraße 7. Entree inklusive .Konsumation S 2.50. Zlon. Organisation XX., JägerstraBe 30. Samstag, den 1. Marz, Jl*& Uhr abends im .Vereinslokale, allgemein' zugänglich, 1. Vortrag Dr. Viktor Pordes, über „Jüdische Seejeh, Eigenart und Gewohnheit". 2. .Vortrag Redakteur Dr.. S. Wolf über „Jüdische Presse in aller Welt". v Verein lür Jüdische Geschichte und Literatur In Wien. II.. Ferdinandstraße ,23/6. .Montag, den 3. Marz 1930, im Klubsaale der „Hakoah", I., Wiesingerstrafle II (Caffi Atlashof, eigener Eingang, Souterrain). Vortrag des. Herrn Prof. Julius Urbach: „Jüdische Autoren in der tscheahischen L'itefatiir". Beginn halb S Uhr abends. Eintritt frei; Gaste willkommen.; <;"•>.. Jüdisches Zentrum der Sozialen Hilfsgemelnicbalt, II., Untere Augar.tenstraQe, 35. Mgntag und Mittwoch von 7 bis 8 Uhr abends Hebräisch für Fortgeschrittene I,' von 8' bis 9 ' Uhr. für Anfänger-, vxm 9V bis 10; Uhr fUrr Fortgeschrittene. II; Leilung Herr Habcr-Hellner.v Montag und Mittwoch von 7 bis 8 Uhr abends Englisch für Fortgeschrittene, Von'8 bis 9..Uhr für Anfänger; LeituhgvFrl. Pesle Haber. Montag und Donnerstagw.von. halb,.8 bis 9 Uhr-;.abends schwedisches Turnen für Frauen und Mädcheu (ohne Geräte); Leitung Ihg; Patlaschenko. Anmeldüngen' für, diese-Kurse täglich von 5 bis 8 Uhr abends im Sekretariat," IL. Untere AugartenstraBe 35.? Mlsraciil-Juiendzentrale Wien 11., Praterstraße 11. WocheiinrQgramjn. v-Monjtag. -,.Mittwoch: Talmud,Leiter ' Herr G. : Austerlitz. Dienstag,,- Donnerstag: H e b f ä i s eh,*" Leiteri Gh." 'D. Singer.'' Jeden Mittwoch: T'nach und Miscnnaiöth, .Leiter' Herr I. Neümänn. Jeden Freitag:. Homoletischer Vortrag über deir Wochenabschnitt»'Vortragender Herr Rabb.'Dr. M. Wuhdermann. Beginn '.sämtlicher ■Kurse'-8 Uhr abends. ' - ' ■■■ Brlth Hanoar Hamlsrachl Wien II., Praterstraße 11. Schab, b a t h, ,deh 1.' Marz, nrii halb' '3 Uhr nachm. Slchoth der Kwuzoth. Abends präzise 8 Uhr Vortrag des Herrn. Dr, N. M. Gelber fib^^Achad..Haaniin1snittsM.'' Gäste herzlich Willkommen, Zeke Mlsrachl : Wien IL, PraterstraOe il. Voranzeige: Sonntag, den 16. März, große Purimfeier mit heiterem Programm, im großen Saale der M. J. Z. Bibliothek des Brlth Hanoar Hamlsrachl, Wien, II., Praterstraße 11. Die Bibliothek hat in der letzten Zelt zahlreiche Neuanschaffungen gemacht und ladet alle Chawerim undrChaweroth zur zahlreichen' Frequentierung ein. Bibliotheksstunden: M.ontag, Mittwoch, Schabbath 8 bis 9 Uhr äberiäa. Haschpmer Hadatl Wien IL, PraterstraOe 11. Schabbath, den 1. März präzise, 4 Uhr nachmittags, Zusammenkunft.aller Chawerim. Oneg Schabbath Kreis der M. J. Z.' Wien, IL, Praterstraße 11. Sihabbatb Parschath „Mischpatfm" sprlcht'Herr Daniel Persky über die religiösen '■■ Strömungen im amerikanischen Judentum, u. d.. ü. Programm. .Gäste wlllkpmmen. Mlsrachl-Zentrale Wien Iii, Praterstraße .11. Die Misrachl. Zentrale hat In ihrer letzten» Sitzung beschlössen, heuer eine Pessach- Aktion durchzuführen und werden alle ■ Mitglieder und Gesinnüngsgenossen gebeten, . uns in dieser Aktion zu, unterstützen. . Spenden können entweder direkt in unserem Büro (IL. Praterstraße 11, Telephon R-45-6-25) erlegt oder durch die Post' überwiesen: werden (Postsparkassa-Konto Nr. B-39.426). , Jüdischer; Frauenbund: Donnerstag, C. März 1930, halb 8 Uhr abends, Rede- und Lesehalle, iüd. Hochschüler, IX., Türkenstraße 9. Ordentliche Generalversammlung. Tagesordnung:- Rechenschaft«- und T8tf«keitsbericht. Wahlen, Eventualis Anschließend Vortrag der Fr. E s t h e^;M i e s e s>flber dwr Buch^.iEsther". > Festakaderole zugunsten der« Mensa academlca Judalc«. Donnerstag den 6. März1 um 8 Uhr abends findet in den Sälen des Kursalons der Stadt Wien 'zugunsten der 'Mensa aeädemica Judalca eine F e s ta k a d e m i e mit., anschließendem Tanze Statt. . Ihre freundliche Mitwirkung haben in selbstloser 'Weise zugesichert: KlayiervJrtuose Herr Professor Roderich B a ß.' Konzertsängerin :Frau' Gustl Bondy," am Klavier begleitet von Frl. Ada G o.l d s e h m,i d. Das/Mitgliejä des Burgtheaters Frau Blanka G I 0 s s y. Der Dramaturg'des Deutschen Volkstheaters, Herr ^Professor Heinrich G l tt'cksm a n n.'-Das Mitglied der Staatsoper, Frau' Adele Kern, am Klavier begleitet von Herrn Professor Erich M e I I e r. Tanzklinstlerin Frl. 'Gerdt * M a r 6. Das Ehrenmitglied des Burgtheaters Frau Lotte- N[e,d e l.s.k.y. Opernsängerin Frl. Ella Nikoia u s. Das Quartett 7,Di e B o hime s". garten zu S 6 sind erhältlich: Im Sekretariate des Vereines,'IX;, Zimmermannr.lati 8. Tel. A-25-2-28, bei den Israelitischen Humanitätsvereinen B'nai B'rith. IX., Universitätsstraße 4, Tel." A?20*S*42. und «» der Abendkassif,. . . JUdlscber WobJtStlgkeHsverein BrüderIWbkelt, Wien II. Die JaUresgeneralversammlung, land ani 23. Februar; utjter-Vorsitz des Obtnaunes; Malkiel G r ü ri w a 1 d stMt. In "der «tbjfelaulenen; Funktions- Periode wurden über 6000 Schillinge für. die C h a n u kabekleidung und P e s s a c h v e r s o r g u n g ■ verausgabt. Nach. Erteilung des Absolutoriums konstituierte , sich der neue. Vereinsvorstand wie folgt: Obmann: Malkiel Grünwald, Ehrenobmann: Ftirsorgerat Lols Dukes. Öbrnannstellvertreter. Joaphiin Deutsch,;,Sct(riftfflnrei;:. Adolf Herz -und Ignatz Herzl, Kassiere: Samuel Haber' und Jakob Weiß. Revisoren: Adolf Kolben, Max Lackenbacher und Jakob'Münzer, Beiräte: Dr. Markus, Pfeffer, Markus Rosenfeld, V Siegmund, Hochfeld, Gustav GerstJ, Bernhard Schimko, Oskar Liebermann, Moritz 'Adler und Max Scia> rrian». . .... _ Schulklndernacbnlttage finden in der Zeit, von 2 bis 6 UBt ,Wien, VIII., ' Bennoplatz ia„. statt. Mit Kindern j van 9 ,bis 12 Jahren werden Schulaufgaben gemacht - und Vorbereitungen zur Mittelschult ^ufnajimsprüfung vorgenommen. Täglich Spaziergang, gelegentlich Eislauf,' Schwimmen and Theaterbesuche. :W-Jeden **w*jten Sonntag Aus* ilpg. Die Leitung haben sehr bewährte Kräfte' inne. Auskünfte uad Aumeldijpgen. VI1L. Bennoplatz la. Tel. < A'34.9-50. Gelegenheit1 zur rhythmischen Gymnastik, Sprach- und Mgsikunterrlcht gegeben. VniMnfl »It o. ohne lUraPpfllBlE Trichter. $*« oeuejten Schlaget in aStster Auswahl erhalten Sie h? 9 U VtflflMtfi!owi* W«ndollnt«, (Utarren, Harmonika l.JU wnlnigill, Lauten. Violinen. Zithern. Blasinstrument MnjlRuDöJScnleslnjfir^r&u""/ |lllllllllllllllillllllllllllllilllllllllll!ll!lllllllllllillNin I Gew. zion. Beamter I | (Kassier) §= | bl««t um Inkastantenpostän | 1 Zuschr. erbeten unter „Pleißig und vertrauenswürdig14 1 g an die Expedjtipn dieses Blattes I Pension «Austria* Kinderheim Vöslau (OI.OÄ KADI0CH)' Jla«rmav«r«tr«\Bfi 15, T«l«phon 99 Stelle. 8 Für Dauer" und Erholungsaufenthalt Jeder.Unterricht.im Hause, auch Nachhilfe für öffentliche Schulen besuchende Kinder. - Pädagogisch einwandfreie LeHuag durch staatlicla geprüfte Lehrerin. Erstklassige Verköstigung. - Mütterliche Pflege. - MSSIge Pr«li« Kinderwagen vom einfachsten bis zurnffelnsten Qenre erzeu&t Ko>bwarenlnduttrla M. ENOII.BERO, XX., WallenafcJnplats 3 (Eingang BIuerlegass.e 1) Filiale: XX., Kloslerneuburgerstraße 19 Telephon A-41.405 und A-47.497. Katalog« gratis BEI BESTELLUNGEN BITTE SICH AUF ,DIE NEUE WELT* ZU BERUFEN! Cfinlöfmtö »Ott (Bolb, Silber, Platin Bei 0. 91. 6rJ|Cio, 2Dlcn, I. $tan$ SofeNStai 4C, Hfntralf: VI., (gunttieitborferftrafie 86 w!KP*»9 NÄHMASCHINEN FAHRRÄDER 1930 S20,— monatlich ohne Angabe! Diaf laf Liechtensteinstraße Hr. 11 BT 1^1% Tel" A 16"5'64 und A 16'3-6* ^bmbIbi IV. wiedner Hauptstraße lir.8 ■bSBbVHhH T«l. A 30-0-36 SPORT- UND TOURISTEN ARTIKEL mm Copyright 1923 by „Die Neue Welt"» Wien Nachdruck verboten. KOMÖDIANTEN. Roman von SchaJom Mechern. Ins Deutsche ubertragen von P. Rosen hall. Kafalesco träumt wie immer goldene Träume und das barfüßige Orchester hört nicht auf, seine Wunder zu zeigen. Während die Kapelle spielt und Rafalesco sie be* wundert und träumt, sitzt Nissl Schwalb in einem Winkel mit der Mutter dieser begnadeten Kinder, einer Frau - mit röter Perüeke" auf dem Kopf, die dafür nie grau werden wird, und spricht und erzählt und schwört, wie ihr ihn da schwimmen seht und er so aller Menschen Gutes haben soll ... Es war schon spät nachts,, als Nissl Schwalb mit Sjeiflem jungen Freund von r der musikalischen Familie?'ui«uck nachhause ging. Das, Londoner Whiteshapel war riöch von allen Lampen ..beleuchtet. Aber außer den hohen ^öl^cemans mit den langen feinen ist man keinem mehr begegnet. Unser junger; He|^, der von Natur aus ein sic^weigsamer, bedächtiger, zu^ückhattender Charakter ist, ist ..schon seit langem nicht..£ö aufgeregt gewesen wie an diesem Abend. Er ist auf einmal beredt geworden, hat auf seinen neuen braven Kämeraden eingesprochen und mit dfsn' ttändejp le^afte Bewegungen gemacht. „Merkwürdig, merkwürdig! So begnadete Kinder,, so biegnadete Hände, wälzen sich m einem solchen Mist, liegen! in. einer solchen Grube, wie . ist das möglich, daß sich'in.einer solchen .Stadt, in London, unter den Juden nicht wenigstens ein .Mäzen findet,, der dieser musikali» sehen Familüe aufhelfen würde?" „Was sprichst du, Kindchen, „Mäzen", sagt Nissl Schwalb und seine Stimme hallt in dieser Nacht im Whitbshapel wider. „Ith werd' dir eine schöne Geschichte erzählen, wirst von Sinnen werden. Da gibt es bei uns einen — du nennst das „Mäzen", er ist ein russischer Jude, war einmal, kein böses Auge, ein Hungerleider, heut ist unser Mann ein Millionär, uns beiden gesagt. Stellmach heißt er, dieser Mäzen!" „Stellmach?" Rafalesco bleibt stehen. Es scheint ihm, daß er irgendwo schon diesen Namen gehört hat, der mit Reil irgendwie verknüpft ist. Aber er kann sich nicht erinnern, wo . . . Sehen, daß Rafalesco stehen, geblieben ist, sagt Nissl Schwalb: ' . . : ■ ■■■ •■■ ■ - ■ „Sieh nur, ich.hab, u^ph nicht zu erzählen begon» nen und er ist schon aus der Fassung geraten. Hör lieber weiter. Kennengelernt hab ich den Stellmach da erst vor kurzem im Payilton#Theater. Er ist ein häufiger Theater» geher. Ein großer Liebhaber des jüdischen Theaters und Fachmann in Musik. Denn sein Söhnchen Grischa Stell« rnach ist ein, berühmter Geiger, ein. Wunderkind. Er hat schon oft behn König bei Hof gespielt. Und durch ihn, dji|ch. das.;Sörhnchen heiß|,das,;iat.er so rteich geworden.? Rafalesco erinnert sich Jetzt schön, wer der Stellmach ist, und in welcher,..Verbindung . sein , Söhncjbep zu , Resl steht.. Und. die Geschichte mit dem Mäzen, die Nissl Schwalb ihm jetzt erzählt, . bekomt für ihn ein ganz besonderes Interesse und er wirft seinem neuen guten Freund die Frage hin: „Also wo befindet er sich) dieser . , , ich meine, dieser berühmte Geiger?" - „Greif nicht vor", macht Nissl Schwalb zu ihm, ich bin noch nicht beim Sohn, ich bin erst beim Vater,; beim Mäzen heißt das, wie wir miteinander bekannt ge», worden sind. Kennengelernt haben wir uns mit diesem Sc^wefier jm Büfett währen«) der Pause; Ich seh, irgend ein Jüdel dreht sich mir da herum und kaut und sieht mir in die Augen. Er mir, ich ihm. Ein Wort für ein Wort. Woher ist ein Jude? Ihr kommt mir,. sag ich, ein bißchen bekannt vor. Ich bin, sagt er, Steltmach. So, sag ich, seid Ihr, heißt das, wirklich Stellmach selbst? Sagt mir also, sag ich, Mister Stellmach, von welchen Steife machs seid ihr das eigentlich gesprochen? Sieht mich der natürlich an wie einen Narren und macht zu mir mit einem etwas verstimmten Lächeln: „Was heißt, von Welchen Stelhnachs? Ihr habt niemals noch, sagt er, ge« hört den Namen Grischa Stellmach? Chacha! Ein Jude, sagt er, wohnt in London und weiß nicht, daß es eihsn Grischa Stellmach auf der Welt gibt, der schon wieviel» hial am Hof beim König-gespielt hat!" Daß es in London, sag ich, einen Grischa. Stellmach gibt, der am Höf vor dem König spielt, das, sag ich, weiß ich, obwohl ich am Höf, sag ich, kein so häufiger Gast bin. Aber was, sag ich, hat das mit Euch, zu tun? —- lacht er los und sagt mit Stolz: „Was er mit mir zu tun hat, chacha, ich bin von ihm sein Vater." Maseitow, sag ich, wohl , dem Sohn, der einen solchen Vater hat. So sind wir . .also ins. Ge* sprach gekommen, das: heißt sprechen, hat eigentlich nur dieser Schalksnarr gesprochen. Er liebt es nicht, daß der andere spricht. T?r: liebt, es mehr, selbst zu . sprechen, überhaupt gar, wenn er über seinen, Grischa drauflosredst, wirst du ihn nicht mit zehn Pferden aufhalten , ... Trara* tata! tratatata! Gnscha*KönigsKonzert*Musikl . . . Eine Geschichte ohne Ende. Fahr ich ihm mitten, drin hinein: Ich seh, sag ich, daß , ihr ein Fachmann und Liebhaber der Musik seid. Wollt ihr, sag ich, ein bißchen , rechte Musik hören, werd ich euch führen, sag. ich, an ein Plätzchen und das ohne Geld, werdet ihr hören, sag .ich, was Musik heißt. Macht er zu mir: Och, mit dem größten Vergnügen. Bei mir ist, sagt er, jüdisches Theater, Musik und noch solche Saohen * so teuer, daß ich. euch gehen werde, sagt er, drei Meilen zu Fuß. Ausgezeichnet, denk ich mir. Gott selbst , hat dich hergeschickt, du fetter Nabel, vielleicht ist\es. beschieden, daß durch sein Ver» dienst der armen Familie geholfen wird ... Kürz, wir haben einen Tag verabredet, ich hab den Kerl hergenom» men und zum, Lomscher Chasen gebracht, einmal, zweimal, dreimal.— mein Stellmach ist außer, sich. Bald, bald zer* springt ihm der Schädel. So oft er hingekommt, will er gar nicjit mehr .,weggehen. Sitzt mit allen und ißt mit allen undl erzählt Glück von seinem Söhnchen, Wunder und Zauberdinge . . .. Auszug aus Aegypten — Himmel, öffne dich! Da überleg ich's mir einmal. Wenn du schon ein so braver Kerl bist, vielleich wär's angebracht, Mister S'tellmach, daß'du dir ein wenig über diese Familie Ge* danken machst. Man muß, sag ich zu ihm, hintenherum, diese, begnadeten Kjncier in die Konservatorien stecken, bißchen zu ' Renschen' mächen. '• Sieht er ,'mich an wie einer von gestern, blinzelt mit den Augen, versteht nicht, der Arme, was man meint. Sprech ich zu ihm schon ein« fache Worte. Mister Stellmach, sag ich, man braucht, sag ich, Geld. Wie er das Wort Geld hört, wird mein Stell» mach, was soll ich dir erzählen, chacha, man hat schon einen. Schönern in die Erde gelegt, wie du mich da schwimmen siehst. Was willst du mehr? Er hat sich rasch . verabschiedet und seit damals aus — Stellmach. I(jh warte im Theater die eine Nacht, die andere Nacht, die dritte_Nacht, nicht da mein Vogei Denk ich mir: Ba, aus Nissl Schwalbs Händen läuft man nicht davon. (Fortsetzt»*!« folgt.) Eigentümer, Verleger, Vorltxf$3 oad verantwortlicher Redakteur Oberbaurat Roben Stricker. *-* Druckerei, und Ignaz Stelttmaoo, beide Wien, IX« Uaiver«ltätMtraOe 6—8.

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