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Die neue Welt · 1930-02-21 · Heft 127 (21.2.1930) · page 12

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 127 (21.2.1930)
Date
1930-02-21
Page
– (sequence 12)
Language
German
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'Steife W DIE NEUE WELT Nr/t» GRABSTEINE FRIEDLÄNDER & DEUTSCH Wien, /. Bei» SeUenttetiengaeee 2, Telephon V'28-1-28 Xt* Zeniratftiedhof, neb. ä. 1. Tor, Telephon U-18-0-85 aillinilllflllllftlllllllllllllllllllllllllllllllltlllllllllllllllllliiiig | Gegründet 1882 | M w& ebensuerslclieninss Seilschaft .PHÖNIX' | Zentradirektion: WIEN I., Riemergasse Nr. 2 5 s ftfiitouplutud 2 MillUrdin Sdälling s fsntiafuilittn iktftnkairitil , 4.B0HQQ8.— Sdilllai tasitouplutud fsHtioiiulittts tttiinkapitil x PrUiimnd 2taniinMluNii ia Jshn 1921 GirMtitaititl Eli« 1928 iBiuhiangn an dii Tirtahirttn to Jabre 1928 2 Milliardta Sdälling 4.000.009.— SdrilÜBi 97 MDlionn StMling 242 HJUioan SdAling 265 Wmm SdiiUlng Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutsches R«ich,.Frankreich, Hallt " " loam, land, Türkei, Aegypten und Palt r Belgien, gkeitsgc Ten, Hc lolland, Hallen, Spanien, Tseheehoslswakisehe s Republik, Polen, Ungarn, Jugoslawien, Bulgarien, Griechen- - tjna, niiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifMuiiiiurf BH i%laf\rar * Wo«h«nratün KttUlOLJetNten Sie komplett« Radioapparate e^B» SBOF ■ ^ar mit allem Zubehör fn feinster Atrtfürtniflg und mllm Radio.■•atandtell« nar im MUSIKHAUS SCHLESINGER, Wien, VII., Bo.rflgiuae.2M24 Pension »Austria' Vöslau (OLGA KADI8CH) jagarmayaratraBe 18 Telephon 9« Stella 8 Für Dauer" und Erholungsaufenthalt Jeder Unterricht im Hause, auch Nachhilfe für öffentliche Schulen besuchende Kinder. 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Gäste will» kommen! Verein der Buczaczer. Ueber Initiative des Herrn Ch.'Edercr wurde ein Verein der in Wien lebenden Juden aus Ii u c z a c z gegründet. Die gründende Generalversammlung hat am (. Februar bei Anwesenheit von fast 200 Mitgliedern stattgefunden. Nach einem Vortrag.des Herrn Leon Wechsler über das Problem der großen Judengemeinden im Westen und über. die Pflichten der in diesen Zentren lebenden 0 s 11 u d e n wurde ein Ausschuß aus 24 Mitgliedern gewühlt. Der Ausschuß'konstituierte sich wie folgt: Präsident: Fried; Vizepräsidenten: Wechsler,' Ederen Schriftführer: Dr. Pohori'lle, Dr. Gottfried; Kassiere: Messinger, Lenz; Revisoren: Dr. W u r m a n n, Neu mann. Es wurden Kommissionen für soziale Fürsorge, Rechtsschutz, Krankenbesuche und Veranstaltungen eingesetzt. Die Adresse lautet: II., Odeongasse 11, Tel. R-49-2-67. Verein zionistischer Hochschüler „Theodor Herzl". Heim, II., Untere Angartenstraße 35, II. Stock, Tür 17. Donnerstag den 20. d., 8 Uhr abends, hebräische Lesegemeinschaft. Anschließend Beginn unseres Antisomitismusseminars. Samstag den 22. d„ 8 Uhr abends, Vortrag des Herrn Dr. J. Weiner über „Das Palästiriamändat". Donnerstag den 27. d., 8 Uhr abends, Hebräische Lesegemeinschaft. Anschließend Antisemitismusseminar. Zu alten Veranstaltungen jüdische Hochschüler und -schulerinnen als Gäste willkommen. „Theologie", Verein']üd. Hochschüler a. d. isr.-theol. Lehranstalt. Samstag, den 22. Februar findet-um halb 9 Uhr vormittags eine Fredigt des Kollegen abs. theol.- et. phil. Moses ZI k I e r im kleinen Tempel, II., Tempelgasse 3, statt. Der Morgengottesdienst beginnt wie gewöhnlich . um 8 .Uhr früh. * Zlon. Bezirkssektion IV/V. Dienstag, den 25. Februar, halb 9 Uhr abends, Terrassen-Cafe, V.. Margaretenplatz 4, Vortrag des Herrn Dr. Willi S c h o r r über „D i,e Aufgaben der Jüdischen Jugend". Gäste, insbesondere, Jugendliche, herzlich willkommen! Zionistische Bezirkssektion XX.. Samstag, den 22. Februar um */<8 Uhr abends im Lokal, XX., Jägerstraße 20, Kollektivvertrag über ..Brith Schalom, Revisionismus und den Standpunkt der zionistischen Mehrheit". Redner Dr. Ernst Müller, Dr. Karl Blan (Tschechoslowakei) und Dr. N. M. Gelber. Jüdisches Zentrum der Sozialen HäHsgeraelnschalt, Ii.. . Untere Augartenstfaße 35. Montag und Mittwoch: Hebräisch von 7 bis 8 Uhr für Fortgeschrittene I, von 8 bis 9 Uhr für Anfänger, von 9 bis 10 Uhr abends" für Fortgeschrittene II. Leitung Herr Haber-Hellner. Montag und Mittwoch: Englisch von 7 bis 8 Uhr abends für Fortgeschrittene, von 8 bis 9 .Uhr für Anfänger. Leitung Frl. Haber. Montag und Donnerstag von halb 8, bis 9 Uhr abends schwedisches Turnen für Frauen und Mädchen (ohne GeJ-äte). Leitung Ing. Patlaschen ko. Anmeldungen für diese Kurse werden täglich von 5 bis 8 Uhr abends im .Sekretariat, II.,. Untere Augartenstraße 35, entgegengenommen. ' Jüdisch-akademischer Juristenverein. Im Rahmen des Vereines spricht Dienstag, den 25. Februar." präzise/halb 8 Uhr, Im Hörsaal, XXIl der Universität. Wien Herr Dr. Siegfried Kantor, Rechtsanwalt ,und Vizepräsident der Rechtsan.waltkammer, über das Thema „Vorbildung u n d B e r u f s a u s s ic h t e n des ö s t e r r eich Ts c h e n J u r i s t e n".?u ' diesem' Vortrag bitten wir alle unsere Mitglieder, Freunde und Gönner, zu erscheinen. Gäste sind herzlichst Willkommen! — Weiters gibt auch das Präsidium des Vereines bekannt, daß auch; weiterhin seine G e s e H s c h aT tsabende mit •heiteren Vorträgen und Tanz bei freiem Entree jeden Donnerstag um halb 9 Uhr im Cafe „Altes Rathaus", Wien, I;, Wipplingerstraße 24, stattfinden. Jüdisch-akademischer . Phljosophenverein. Samstag, den 22. Februar, um halb 9 Uhr abends, in den Sälen des Palais Ratibor, Wien, I.. -Singerstraße 16,: R e p r ä s e n t a Ii o.n.s a b e n d mit Tanz. Der Reinertrag -ist für die Bibliothek des Vereines bestimmt. Karten zum Preise von S 3.50 (für Studenten S 2.—) und Einladungen sind täglich in der Zeit zwischen 1 bis. 5 Uhr im Komiteelokal, Wien, IX., Zlmmermannplatz 8, Tel. A-25-2-28, erhältlich; "An der Abendkassa erhöhte Preise. Abendkleidung. Zwei Jazzorchester. ■ HJsUdruth Iwrith. IL, kleine Mohrengasse 3. Samstag, den 22. Februar, 8 Uhr abends. Vortrag Sch. A u e r b a c h. üher „H a s c h iif a o n ' h a g a d o 1" von Avigdor Hameiri. Samstag. 6 Uhr abends: Mischnah, Dr.- N. G o 1 d s t e i n;. 7 . Uhr abends: Dikduk. Prof. Aj Wies e n. MIsrachl-Jueendzentrale Wien, II;, Praterstraße II. Woctienprosramm: Montag, Mittwoch: Talmudkurs: Leiter Herr G. Auster II tz. Dienstag, Donnerstag: Hä.bräisch; Leiter Cb. t>. S I n g e r.' Jeden Mittwoch: T'nach und Mischnajoth; Leiter Herr r. Neumann. Jeden Freitag: Homiletischer Vortrag über den Wochenabschnitt; Vortragender Herr Rabb. Dr. M. Wundermann. Beginn sämtlicher Kurse 8 Uhr abends. : \ * Hecbaluz Hamlsrachl 'Wien,'•H . vPraterstraJJe . ll. Sonntag, den 33i.:Februar um halb 8,Uhr abends findet im großen Saale der Mlsrachi-Zentra|e (II., PraterstraßeT 11)' nie A bs c h'i e d s.f e I e r ... anläßlich der Abreise unserer Chaluzim nach E. I. statt. Alle Gg. werden auch auf diesenj Wege höfl; eingeladen. Gäste herzlichst willkommen. . Brlth Hanoar Hamlsrachl, IL, 'Praterstraße U. .Sabbat, den 22. d., präzise halb "3 Uhr nachmittags. Sichoth der Kwuzoth „Machne J,ebudab" und „$ch. Ch. Landau". . , Ooeg SchabbathiKrels der M. J. Z. Schabtiath Parschat „Jithro'* wirdan unserem Oneg'-Schabbath-Krelse unser Cg.' Friedmann aus E. * I.. teilnehmen. Gäste willkommen. ' . HaschomW Hadatf Wien, IL, Praterstraße 11. Scbabbath - um ' 4 Uhr nachmittags Zusammenkunft sämtlicher §chomrim.- V. Z. M. Oe. Bezirkssektion Aisergrund. Um halb 6 Uhr abends im Heim, IX.. Türkenstraße 9. Vortrag: „D a s- B o d e n p r o b I e m i n P a 1 fi s t i n a". . Referent:,; Pr. Cbalm Tartakower. Verband zionistischer Mittelschüler Sektion II. Samstag den 32^ d. um halb 8 Uhr abends Vortrag über Potde-Zionismus von Herrn Mendel Singer in uriserem Helm,.IL, Untere Augartenstraße 35. Unser Wochenprogramm:. Hebräischkurse, geleitet von Hern "Prof. Dr. Horo-r I.'. (für, Anfänger) (Dienstag und Donnerstag,;7^Uhr;' II. (für Fort«., geschnittene) Dienstag, 6 Uhr und Donnerstag,- 8 Uhr. Zionistisch- Sozialistisches Seminar, geleitet von Herrn Ing. Mahrer, Mittwoch, ' 7 Uhr. Oneg-Schabbath, Freitag, 6 Uhr. Dienstag und Donnerstag, 5 bis 7 Ubr, Turnen im Makkabi, IX., Liechtensjteinstraße 20. Der UnterstützuiiKsvereln' „Esra", IL, Stuwerstraße -25 (Präsident . Kultusrat Dr. Sanel Beer), veranstaltet anläßlich des lOiäbrigen Bestandes iSonntag, , den 23. f Februar, in den Fejstsälen des Hotels Continental, einen Unterhaltungsabend. Das Refrierträgnls ist den humanitären Aktionen des' Vereines gewidmet. Eintrittskarten S 3.—."' Hilisverband der lüdlschen Kriegsopfer In Wien, VIII.. Bennopjatz.la. Am 17. Februar fand die Generalversammlung btatt. Aus dem Tätigkeitsberichte des Präs. L a z a r ist besonders hervorzuheben, daß der Hilfsverband an Bargeldunterstützungen allein' mehr als S 400 monatlich an die Bedürftigsten verteilte. Dazu kamen npgh die Zuwendungen ypn Kleidern, Schuhen, Lebensrnitteln. Kohle 8nd, die OsteraktlQnen (Mazzoth,'Fett,'Erdäpfel). Der;äfte Ausschuß mit lerrn L a z a r als Präsident .wurde wiedergewählt; Copyright 1928 by „Die Neue Welt'S Wien. Nachdruck verboten. KOMÖDIANTEN. Roman von Schalom Alechem. Ins Deutsche übertragen von P. Rosenhall. „Meinst etwa, daß jemand sie gelehrt hat? Chacha, bei diesem Chasen" werden" die'Kinder als fertige Musiker geboren aus dem Schoß der Mutter — ich soll so aller Menschen Gutes haben." ■ So schließt Nissl Schwalb und macht mit Rafalesco einen Sprung in einen - jüdischen Laden und läßt sich Warschauer Würstchen und Gesalzenes geben „und etwas noch". Nissl Schwalb sieht sich die gesalzenen Dinge an und schnalzt. „Wozu das auf einmal?", fragte sich Rafalesco ver» wundert. 4; , - „Eine Ehrengabe", macht Nissl Schwalb ganz ernst zu'ihm. „Sie brauchen doch etwas, um uns damit auf zu* warten. Und nebenbei werden sie auch ein wenig kauen. Arme Leute, bedürftige Menschen, chacha! Was» be* dürftige .Menschen 1 .Würde.man .sie nicht unterstützen, würden sie hier in diesem London mit Gottes Beistand vor Hünger draufgehn. Kleinigkeit, kein böses Auge, eine solche Schar. Viele Esser und Verdiener gottseigeiobt nicht ein einziger^ ■ S' ist aber vorläufig, nur solang die Kinder Kinder sind. Sollen sie sich .nur auf die Beine stellen, werden sie die Stube mit Gold überschütten, wie du mich schwimmen siehst . . , langsam, wie du da gehst. Es ist finster und glatt und wie eine Grube. Kannst noch bewahre ersparen, Väter zu werden." 'So sprach-Nissl Schwalb zu Rafalesco und rieb ein Streichholz nach dem andern ab und beide ließen sich vorsichtig irgend wohin in einen Keller, oder einfach in eine Grube und traten in ein derartiges Appartement ein, daß man schwer herausfand, wo man sich aufhielt; Eine Küche und keine Küche/eine Kammer und keine Kammer. Aber breit und lang, und Betten wie in einer Kranken* anstalt, und viele Wände behängt mit allerlei Musikinstru« menten. Mitten in der Stube stand ein großes, ausgedien» tes Fortepiano offen; ein kleines Mädchen von sechs bis sieben — vielleicht acht Jahren (Nissl Schwalb behauptet, daß es noch nicht vier Jahre alt ist, tja, glauben wir's ihm zu Liebe) saß daran und holte aus dem Instrument fürchterliche Töne hervor, jedenfalls nicht die Töne, .die es haben wollte. Man muß es ihm aber verzeihen, diesem Greis von einem Instrument. Es hat das Seine schon ge» leistet, ein anderes in seinen Jahren würde schon lang lang auf einem Dachboden "angellangt sein. Als das Kind, das sechs«, sieben« oder achtjährige Mädchen, das noch nicht vier Jahre alt ist, die eintreten« den Gäste erblickte, ließ es den Greis, das Fortepiano, stehen und sprang Nissl Schwalb auf die Hände mit dem Ausruf::*''"'' ''* * - . ' , ■. '! „Per Onkel Nissl ist gekommen, der Onkel NissM" Wie im Theater auf der Szene begannen eine um die andere aus einer Hintertür Personen zuerscheinen: Jungens und Mädchen, Wieviel — das weiß man nicht. Aber mehr rote als schwarze. Genau dieselben, die Rafalesco bei sich hinter den Kulissen gesehen hatte, alle mit lachenden Gesiehtchen lund schelmischen - Aeuglein. Nach ihnen trat er auch, der Vater, hervor/der Lomscher Phasen selbst, ein rothaariger Mensch, der schon allmäh* lieh grau wird. Noch zwei, drei Jahre und von seinen roten Haaren wird nicht einmal eine Spur bleiben. Trotz* dem hält er sich noch aufrecht und stramm und rein, nett. Die Augen. glänzen, die Hände zittern wie bei allen Hungrigen. Und wenn ihr zerspringt — das Gesicht darf nicht verraten, was im Magen vorgeht. „Vor allem laßt uns zugreifen", sagte Nissl Schwalb, rieb; eine-Hand an die, andere und schnalzte. „Ich bin tot« hungrig,.wievihr mich da schwimmen seht!" Und während er so sprach, machte er das Paket mit den eingekauften Speisen auf und ging als erster (mit solchem Appetit an die Arbeit, als wäre er wirklich nach einem Fasttag. „Was sitzt ihr da wie die Gäste auf eines Fremden Hochzeit", schrie er die musikalische Schar an. Da erhob sich als erster der Lomscher Chasen mit den hungrigen Augen und den zittrigen Händen, kam gelassen" herbsi, tat so als wollte er nur gefällig sein , . . wenn der andere bittet, kann man nicht so barsch sein . , . und ihm nach das ganze Rudel Kinder, dem es anzusehen ist, daß man sich über ihren Appetit gottzudanken nicht beklagen muß. Langsam wurde es lebhafter, lebendiger und die Arbeit ging so lustig von statten, daß auch unseren Rafalesco die Versuchung, zu essen, befiel. „Sitz, nimm, brich, schneid', kau, schäm dich niefit, bist hier unter Heimischen, unter deinen Leuten", feuerte" ihn Nissl Schwalb an und. das Rudel sah den jungen Schäu« Spieler mit so freundlich. neugierigen Augen an, daß et sich wirklich hier ganz wie zuhause, ganz wie untet seine« Leuten zu fühlen begann. Woher ist ihm auf einmal ein solcher Appetit gekommen? Warum fühlt er sich hier so warm, so frei, so heiter? Eine seltsam sonderbare Gesell* schaft. r Während, der ganzen Zeit des Essens hört Nisd Schwalb nicht auf, zu reden und Witze aüszuschütteltir.' Für jeden hat er - einen besonderen Witz und besonderen Spitznamen. Nissl Schwalb spricht und die essende Bande wälzt sich vor Gelächter. Nur der Vater, der Lomscbir Chasen, macht seine Sache ernst, wischt sich alleweil'die Lippen und ißt weiter. Nein, unser junger Held hat sich, seit er iimherwändert, noch nicht so wohl gefühlt wie in diesem Kreis. So wohl, so frei, so heimisch, so unbeengt und so heiter. . . ■; Zuendegegessen, winkt Nissl Schwalb dem Lopa« scher Chasen zu, und der Lomscher Chasen, nachdem er sich diesmal zu recht den Mund abgewischt und die •W!atte in den Ohren gerichtet hat, gibt der Bande das Kommando, die Instrumente zu ergreifena und den Gästen zu Ehren ein kleines Konzert zu geben. 8. Kapitel *i Spielt dem Bräutigam ein traurig Lied. . Das „kleine,Konzert", das die musikalische Schar gab, war kein kleines,' sondern; ein ausgewachsenes, einzig* artiges Konzert,1 eines jener Konzerte, die man nie ver* gessen kann. Außerdem, daß hier alle Arten Musikinstru* mente beisammen waren, Geige, Flöte, Cello,-Piano, Baß, Cymbal, Harfe upd Kesselpauke und. außerdem, daß. das Spiel selbst iqeisterhaft großartig war,, wie, beim besten Ensemble, ,• rührte; unseren jungen Helden dieses flaus« Orchester, das. aus halbnackten und ganzbarfüßigen Kindern bestand,, zu Tranen, Wie er diese gottbegnadete, ..aber arme KappHe yoi. 5>ch sah, gingen ihm, ajlerlei. Ge» danken durch' den Kopf. Innerhalb der Zeit, da, er durch die Welt wandert, sind ihm schon genügend Talente be* Regnet, die bei uns am Mist liegen. Niemand nimmt An* teil an ihnen, niemand kümmert, sich ' um ^ie. " Es gibt Heine/Mäzene bei.uns, denkt er sich, und erinnert sich ah den LenibergQr'MS^en,' den Dr.'Le'wius?Levia.tnäh, der vielleicht eine'halbe Million besitzt. Der Doktor .hat sich anfangs als Liebhaber der Kunst gegeben, als Mäzen, und als es zur Sache selbst kam, Holzman ihm wegen Unter« Stützung auch nur eine Andeutung machte, hat der Doktor das Gesicht gewechselt und versprochen, zu ihnen ins Theater zu kommen und — guten Tag, man hat ihn nie wieder gesehen. Ich, denkt sich Rafalesco, werde ich nur selbständig und beginne Geld zu verdienen, nehme eine solche Schar heraus aus dem Schmutz und gebe ihnen die Welt zu sehen. . . (Fortsetzung folgty) Eigentümer; Verleger.' Herausgeher und verantwortlicher Redakteur Oberbaurat Rodert Stricker. Yerlaks-A,^. Igoas Steiafflano, beide Wien. IX» UotttnttätsitraS« 6-»& mgm Druckerei- und

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