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Die neue Welt · 1930-02-14 · Heft 126 (14.2.1930) · page 10

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 126 (14.2.1930)
Date
1930-02-14
Page
– (sequence 10)
Language
German
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iSeite 10 DIE NEUE WELT die Uebersetzungen unmittelbar nach Erscheinen des russischen Originals erfolgen werden. Inzwischen kommt die Kunde aus New York, daß Mendel B e i I i s dort in schwerer Notlage lebt und vor kurzem einen so schweren Nervenzusammenbruch erlitten hat. daß er in Spitalspflege genommen werden mußte. Vor einiger Zeit wurde er, da sich sein Zustand nicht für eine Spitalsbehandlung eignet, wieder aus der Krankenanstalt entlassen und Mendel Beilis steht gegenwärtig unter der Fürsorge eines Spezialkomitees, das alles aufbietet, um den Märtyrer des Judenhasses wieder der Genesung zuzuführen. Nr. 126 Ein jüdischer Religionsinspektor Erforscher der Urgeschichte der Magyaren. Mit Beginn dieses Jahres wurde der Inspektor der Schulen der Budapester Kultusgemelude, Professor Bernhard Munkacsi, nach vierzigjähriger Amtstätigkeit in den Ruhestand versetzt. Auf dem Gebiete des jüdischen Religionsunterrichtes hat Munkacsi keine besonders großen Erfolge aufzuweisen, obgleich zugegeben * werden soll, daH er in den von ihm vorgeschlagenen Lehrplänen das Hauptgewicht auf das praktische Judentum und die Pflege der hebräischen Sprache und Literatur gelegt hat. Bekannt und auch außerhalb Ungarns anerkannt ist Professor Munkacsi als Erforscher der Urgeschichte des magyarischen Stammes, in welcher Frage seine Theorien auch heute noch in Gelehrtenkreisen als maßgebend ungesehen werden. Zum Zwecke dieser Studien hat Munkacsi im Auftrage der ungarischen Akademie der Wissenschaften wiederholt die Gebiete der Wolga-Kama, Ural und Ob bereist und sprachlichdureugeforscht. Auch die übrigen in, Betracht kommenden Sprachen des Nahen Orients beherrscht Mukacsi. wie heute kaum qiu. Zweiter. Das Ergebnis seiner Forschungsarbeit ist in 21 Bauden niedergelegt, die heute als die einzigen unangefochtenen Quellen über diese Frage und die Urgeschichte der anderen verwandten Völkerschaften gelten. Schon vor 40 Jahren wurde Munkacsi von der ungarischen Akademie der Wissenschaften zum korrespondierenden Mitglied gewählt. Weiter hat es dieser Gelehrte, der ursprünglich Münk hieß und einer alten jüdischen Familie der ungarischen Provinz entstammt, in Ungarn selbst in der sogenannten liberalen Aerat nicht zu brin<- gen vermocht. Die" seinerzeitige Bestellung zum Ueligiönsinspektor erfolgte auf Vorschlag des großen Orientalisten Ignaz Goldziher, der damals Sekretär der Kultusgemeinde war. So mußte die jüdische Gemeinde wiederholt jüdischen Gelehrten, die eigentlich iin Dienste magyarischer Kultur und nationaler Geschichte standen, mit Lebensstellungen versorgen. Das Grabmal des Oherkantors Don Fuchs. Das tragische Geschick des einstigen Oberkantors von Wien, Don Fuc.hs lebt noch in frischer Erin.ne.rang. Don Fuchs, der gefeierte Oberkantor der Wiener jüdischen Gemeinde, der es in verhältnismäßig kurzer Zeit zur höchsten Position in-seinem Beruf gebracht hatte und wegen seines vornehmen Wesens undseines großen Müsiikverstä.ndnisses der Liebling des jüdischen Großbürgertums in Wien war, ließ sich, als er hier den Höhepunkt seiner Karriere fast überschritten hatte, von Ehrgeiz; getrieben, überreden, mit seiner Frau ins Dollarland auszuwandern und seine glänzende Stellung in Wien aufzugeben. In Amerika sollte Don Fuchs bald die größten Enttäuschungen erleben. Er konnte mit seiner feinen modernen Kunst gegen$d>ie große Zahl berühmter Chassim aus Rußland, Polen wid-Ungarn-nicht, aufkommen und geriet 'bald in materielle Not. Lind als seine Gattin, die ihn nach Amerika begleitet hatte, nach kurzem Leiden starb, verlor Don Fuchs auch den seelischen Halt und so kam er bald völlig zermürbt als müder kranker Manu ins SpiM wo er vor zwei Jahren starb. Wohl hatten ihm seine Kollegen ein „schönes Leichenbegängnis" veranstaltet, glaubten aber damit ihre Pflicht dem. unglücklichen Kollegen gegenüber restlos erfüllt zu haben. Sein Grab ist verwahrlost und "kein Zeichen erzählt von der einstigen Größe und den einstigen Triumphen des her-vorragenden Sängers und Kantors. Jetzt erinnern sich einige seiner Kollegen, die ihm im Leben, nahegestanden sind, an die Pflicht des amerikanischen Kantorenstandes und richten in den amerikanisch-iüdischen Blättern einen Appell an den K a n to r e n v e r bau d von Amerika, das Grab des verstorbenen großem Kollegen durch-©in würdiges Grabmal zu zieren, welches die großen Verdienste des Verstorbenen, der auch ein ausgezeichneter Mensch und stets hilfsbereiter Förderer aufstrebender Talente war, verewigen.seil. Es ist zu hoffen, daß der amerikanische Kaatoreniverband nunmehr seine Pietätspflicht dem verstorbenen Kollegen gegenüber erfüllen wird. i «. Austritte aus dem Judentum* Feiscbel Rudolf, geb. 27. IV. 1893 Wien, ledig, VI., Höfmühlgasse 2. — Fuchs Wilhelm, geb. 18. XII. 1901 Prag, le#g, XX., Pasettistraße 6. — Zwirn Michael, geb. 16. V. 1905 Stanislau, III., Postborngaaae 6. — Scbafranek Irene geb. Boehrach, geb. 14. III. 1899 Budapest, verh., III,, Kegelgasse 24. — Scbafranek Arpad, geb. 17. VIIL 1896 Trencain, verh., selbe Adresse. »-? Dr. Tabory Eduard WiMMm Z1MET Wiftn, XX*, Oerharduag. 26, tftl. A*43*3*84 offeriert sämtliche Flaschen für den OSTERBEDARF Maria, geb. 8. IX. 1900 Wien, verh., XVIII., Hofstattgasse Nr. 16. — Koch Ernestine geb. Weimar, geb. 14. III. 1880 Wien, verw., III., Löwengasse 2& — Kubicza Margarete geb. Gutmann, geb. 8. VII. 1896 Wien, verh., III., Ungar* gasse 20. — Hercig Gisela, geb. 26. V. 1900 Wien, ledig, XV., Schönerergasse 9. — Juhn Maria Theresia, geb. 1. II. 1898 Wien, ledig, II., Ndrdbahnstraße 28. — Gerngroß Margarete, geb. 12. IV. 1891 Wien, ledig, I., Getreide* markt 12. — Dornetsbummer Maria, geb. 25. X. 1898 Wien, ledig, VII., Guttenberggasse 23. — Klein Elisabeth, geb. 2. XI. 1901 Wien, ledig, XVIII., Anastasius*Grüm Gasse 22. — Jerusalem Edith, geb. 7. VH. 1902, Prag, ledig, XVII., Urbangasse 10* — Umschweif Abraham, geb. 11. IV. 1896 Artyszczon, ledig, II., Ferdinandstr. 22. — Beck Jeti, geb. 22. VI. 1904 Wien, ledig, II., Rembrandt* Straße 17. — Szulchan Anna geb. Handl, geb. 17. XI. 1900 Wien, getr., XVII., Urbangasse 8. — Weisz Fritz, geb. 26. IX. 1923 Wien, ledig, IX., Porzellangasse 49a. — Herclk Valerie, geb. 4. VIIL 1903 Wien, ledig, XV., Schönerergasse 9. Strauß Artur, geb. 8. I. 1892'Iglau, ledig, IV., Blechturmgasse\,22.. — Rosenzweig Hans, geb. 30. III. 1911 Wien, ledig, Schüler, XIX., Obkirchergasse 43. — Pfeffer Rosa, geb. 17. II. 1911 Preßburg, ledig, XIV., Reindorfgasse 17. — Gans Heinrich, geb. 29. V. 1906 Wien, ledig, XIV., Oelweingas.se 9*1,1. — Großmann verw. Gerbel Lydia, geb. 17. III. 1894 Baku, verh., IX., Währin* gerstraße 76. — Gerbel Eva Josef ine Lisa, geb. 8. II. 1923 Wien, selbe Adresse. — Ceruer Artur, geb. 11. IX. 1S90 Wien, verw., IL, Tandelmarktgasse 20. — Kastner Wilhelm, geb. 12. XII. 1904 Wien, Bruck a. L. — Friedmann Leopold, geb. 7. XI. 1902 Wien, ledig, XIII., Schanzstraße 55. — Dr. Friedländer Peter, geb. 2. VII. 1891 Wölkersdorf, ledig, XIII., Auhofstraße 54..— Janowitz Berta Katharina geb. Haustein, gesch. Ebner, geb. 16. VIII., 1880 Wien, yer. gesch., VII., Zieglergasse 57. — Kraus Friedrich Alois, geb. 28. XI. 1869 Leipnik, verh., VIIL, Langegasse 44. ~~ Löwenstein Ida Eveline Angelina, geb. 10. I. 1902, Wien, ledig, VII., Neustiftgassc 54. — Robicek Elise geb. Rosens thal, geb. 10. XI. 1870, Aachen, verw.*, X11L, Hietzinger Hauptstraße, Parkhotel. —' Stein." Grete, geb. 24. IV. 1914 Wien, ledig, Graz..,—Steiger Ferdinand, geb. 1.4. VII. 1904 Wien, ledig, XIIL, Holtergasse 29. — Silbermann Sophie geb. Hirschenbaumer, 'geb. 9. VII. 1887 Znaim, verw. XXL, Pilzgasse 2. — Silbermann Margit, geb. 29. VI. 1913 Wien, ledig, selbe Adresse.? — Paplk Walter, geb. 1. II. 1910 Wien, ledig, XX., Wolfsaugasse 10. — Hertzka Heinrich, geb. 15. VII. 1879 Parndorf, verh., XVI., Steinbruchstr. 8. — Erdös Gisela geb. Messinger, geb. 1. XL 1887 Zombor, ger. gesch., IV., Rainergasse'27. — Dr. Huttmann Josefine, geb. 5. IX. 1898 Gurahumora, ledig, XV., Fünfhausgasse 12. — Halper Fritz, geb. 28. I. 1893 Czernowitz, ledig, III., Matthäusgasse 12. — Bürde Kati geb. Weiss, geb. 14. VIIL 1890 Kapella, verh., IL, Hollandstr. 7. — Bürde Elinor, geb. 6. VII. 1924 Wien., ledig, selbe Adresse. — Ambrus Elsa, geb. 6. VI. 1897-Wien, ledig, XV., Klementinengasse 27. — Gänsler Rosa geb. Bierleutgeb, geb. 28. VIII. 1888 Haring* see, verw., III., Hörnesgasse 2. — Gänsler Margarete, geb. 4. I. 1916 Wien, ledig, selbe Adresse. — Krauth Milana geb. Simaßek, geb. 25. VI. 1897 Wien, verh., XXL, Freihof Siedlung.— Krauth Josef, geb. 7. II. 1896 Wien, verh., selbe Adresse. Verband demokratischer Zionisten, Gruppe XVI und XVII. Montag, den n. Februar 1930 um halb 9 Uhr abends im Restaurant Schedl, XVI., Hellgasse 7 (KlUblokäl) Vortrag des Herrn D. Nebenzahl. Thema: Die richtige Abwehr des Antisemitismus. Eintritt frei. Gäste willkommen. Personalnachricht. Der beim Postamt Stocker au zugeteilte Beamte, Herr Sumuel W i 1 d m a n n wurde von der Generaldirektion und der Post- und Telegraphenverwaltung zum Oberinspektor ernannt. Mitteilung. Herr .Markus Bartfeld gibt hiemit bekannt, daß er sein bisheriges Vertragsverhältnis mit der Firma G. Wilder gelöst hat und von nun an für diese Firma nicht mehr tätig ist. Gleichzeitig hat Herr Bartfeld den ausschließlichen Alleinverkauf der Ersten Weinkellereien „Karmel Original" S. Friedmann & Söhne, Haifa-Petach Tikwah, Palästina (gegründet 1889), übernommen. Er hat für Wien und Oesterreich den Alleinverkauf aller Weine und Kognaks verschiedener Gattungen aus diesen Kellereien und liefert ausschließlich palästinensische „Karmel Originar-Qualitätsweine mit besonders herrlichem Aroma und schönster Adjustierung. Auch liefert er Palästina-Orangen feinster Qualität zu den billigsten Preisen. Büro: Wien, L, Laurenzerberggasse 3, Telephon R - 29-7-34 und R - 49-7-90. Wie die „ScbmidKMazzoth entstehen« Die Zeiten sind vorüber, da die Mazzoth in häuslichen Betrieben hergestellt und iu primitiven Hüllen verpackt wurden. Der Ruf „Modern" und „Hygienisch" hat auch den Mazzoth-Produaeoten erreicht, nicht jeden* aber den, dessen Werkstätte wir besichtigt haben: den Mazzothgroßbetrieb Schmidl hinter seinem gegenwärtigen Besitzer Brodetzky. Durch hohe Fenster strömt das Licht in reine freundliche Räume, die alles beherbergen, was 2ur Erzeugung von Mazzoth in großem Maßstabe erforderlich ist. Da sieht man in neuen Säcken erstklassiges Weizenmehl, von der feinarbeitenden Mühle in vier Sorten zergliedert, dort die hohen Fässer, die dem Mehl soviel Wasser (Majim scheluni) zuführen, als es verträgt. An der Wand stehen dieelektrisch betriebenen Apparate, die alle Kessel und Geschirre jede 15 Minuten reinigen. Nun tritt man an die eigentlichen Maschinen. Hier wird nicht mit der Hand geknetet und gewalkt. In viereckigen und runden Flächen rollt der appetitliche Teig heran, der am „rollenden Band" bis in den Ofen wandert, wo das Backen automatisch und mit mathematischer Präzision vor sich geht. Ueberall stehen die neuesten amerikanischen Maschinen in Funktion, denn Herr Brodetzky hatte in bezug auf die Mazzolhfabrik, die bereits 40 Jahre besteht, nur ein Prinzjpf: den Betrieb modern, hygienisch, praktisch auszugestalten und damit sozusagen ein Musterbeispiel für die Mazzotherzeugung der heutigen Zeit zu geben. Sind die Mazzoth fertig, bekommen sie die äußere Hülle: eine gefällige, geschmackvolle und bandliche Packung, die sich leicht transportieren und aufbe* wahren läßt, damit nicht nur der Gaumen, sondern auch das Auge eine Freude habe. Dafür gibt es wiederum abgesonderte, freie und luftige Lagerräume, die den Eindruck einer Apotheke machen. Pakete für 1, 2, 3 kg stehen in Reih und Glied zum Abtransport bereit, daneben Mazzothgriefl, aus dem so viele schmackhafte Pessachgerichte gemacht werden. Ueberall sieht man an den Maschinen, Oef$fi, Wasch Vorrichtungen, in den Lager- und Verpackung* räumen junge, reinlich gekleidete Mädchen, die l^it wohltuender Präzision " ihre Arbeit verrichten, pe-iulich sauber, jede gesondert in ihrer Abteilung/und überall wachen, damit auch die kleinste Kaschruth- Vorschrift beobachtet werde, die Augen der fünf Maschkichim (Aufseher), die in ihren netten Kleidern jeden Handgriff beobachten und selbst auch gerne ein wenig mithelfen. So kommt ein Produkt zustande, das in Qualität und Preis die importierten Mazzoth überflüssig macht: die Marke ,.Schmidl", deren Name überallhin gedrungen ist, wo Mazzpth gegessen werden, d. i. in die ganze Welt. mw . Liederabend I m hebr&lsoh und JUdUoh g | J. Sega! — Bosenbach § W Auj 15. März 1. J. im Theatersaal Hotel „Post", §§ ff L, Fleischmarkt 24; 1 H Karlen; Zionistisch ts Landeskomi ee, Wi.-n, I., Kärn'nerstraße S|8 ff Theater, Kunst und iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii« Literatur Gastspiel der ^Wilnaer Truppe". „Tewje der Milchiger". Der Versuch, Sehalom Alejchems Erzählung in eine dramatisch bewegte .Komödie umzugießen, mißlang; nicht vielleicht deswegen, weil des Bearbeiters Beikowitsch Hand nicht geschickt genug war, ujgi zwischen Epischem und Dramatischem die richtige Auswahl zu treffen, sondern hauptsächlich darum, weil die seelische, milieuverhaftete Breite der Hauptfigur Tewjie sich nicht in den Rahmen eines einzigen Theaterabends pressen läßt. Motivisch war genug vorhanden, an der Fabel gebrach es nicht, jedoch Tewjes von innen leuch** tender transzendentaler Humor ist szenisch nicht eip* zufangen. Das, was beim Dichter episches Beiwerk, Umrankung, Kontrast bedeutet, rückte zu sehr in den Vordergrund, wie z. B. das Liebesgetändel im 1. und die russischen Dorftypen im 2. Akt. Daß nichtsdestoweniger Tewjes unsterbliche Gestalt auf der Bühne lebendig wurde, ist dem darstellerischen Talent Adam Dombs und seiner Regie zu verdanken. Adam Dom,b zeichnete den einen Pol des jüdischen Menschen: die nach außen hin starre, nach innen aktive Impulsivität, deren Beharrlichkeit, auch wenn der Körper seinen Standort verlassen muß, unverrückbar gemacht wird durch das Gleichgewicht der Seele und des Geistes. Tewjes Philosophie ist eine menschlich produktive, sie ist weise, verzeihend, sie lebt um ihn und läßt ihn väterlich, menschlich, jüdisch wirken. Adam Domb verstand es, gerade dieses Seelisch- Geistige Tewjes in die Welt-des Raumes hinauszustellen, was er tut, zu adeln und mit gütigem, tränenüberglänztem Humor zu umranden. Besonders die Schlußszene, worin der „einfältigbiedere" Tewje auf dem Weg innerer Wandlung zum Verzeihen gelangt und damit wieder nur seine Philosophie bestätigt, rückte Dombs große Gestaltun'gskunst ins richtige Licht. Für Golde, Tewjes Frau, hatte Sonja A11 b a um, die Darstellerin der jüdischen Mutter in allen ihren Schattierungen, die feinsten Nuancen parat. Manja Pikus als abtrünnige und wieder zurückkehrende Tochter Chawe fügte ihren ausgezeichneten Mädchengestalten eine neue, wertvolle hinzu. Franja Scheitel als Zetel hatte endlich Gelegenheit, ihre feine Churalf» terisieruugskunst zu zeigen. Israel K a m a y und Samuel Scheftel, oft bewährt und erprobt, hielten das Niveau der „Wilnaer". ... Dichtung und Darstellung, mit Adam Domb im Mittelpunkt, wurden mit dankbarer Ergriffenheit aufgenommen, o. r. Letzte Vorstellungen der „Wilnaer Truppe". Ttots der großen Erfolge ist die „Wilnaer Trupp e" njefot in der -Lage, ihr Gastspiel zu verlängern, da sich dJe Verpflichtungen für die auswärtigen Gastspiele nicht me&r aufschieben lassen. Es finden daher von Freitag. >

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