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Die neue Welt · 1930-01-31 · Heft 124 (31.1.1930) · page 12

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 124 (31.1.1930)
Date
1930-01-31
Page
– (sequence 12)
Language
German
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i Seite 12 DIE NEUE WELT sehe Hochschüler und Hochschülerinnen zu beiden Veranstaltungen will» frommen! Vereinigung indischer Akademiker. Samstag, 1. Februar, um 8 Uhr abends, im Caffe „A r I o n" (I., Rothgasse 3) Vortragsabend. Referent: Dr. Leo Deutschifinder. Thema: „Franz Rosen» zweig als Denker, Dichter nnd Jude." Hlstadrnth Iwrith, 1!., Kleine Mohrengasse 3. Samstag den 1. Februar, um 8 Uhr abends, Vortrag Dr. D u I b e r g über „H a I s m a n n iimischpato". Samstag um 6 Uhr Dr. Goldstein: Mischnah. 7 Uhr Prof. A. Wiesen. Dikduk. Gedttd Zelrfrn. Sonntag, den 16. Februar, 10 Uhr vormittags, gelangt im H e 1 i o s * K i n o, Taborstraße 36, der Film: „Frühling in Palestina" zur Aufführung. Begleitender Vortrag von Dr. Gh. Tartakower. Karten sind in unserem Heime, II., Untere Augartenstraße Nr. 35, zu haben. Schttlklndernachmlttage in den Räumen der Zionistischen Bezirkssektion 8 und 9, Bennoplatz 1 a. Unter bewahrter Leitung einer geprüften Fürsorgerin und staatsgeprüften Kindergärtnerin werden nur Kindern im Alter von 8 bis 12 Jahren, zwischen 2 und 6 Uhr, die Auf* gaben gemacht. Täglich Spaziergange. Jeden zweiten Sonntag Ausflüge, gelegentlich Theaterbesuche, Eislauf. Auskünfte zwischen 8 und 13 Uhr und 2 bis 4 Uhr bei Frau Goldenberg, Tel. A-24-9-50. Verein für Jüdische Geschichte und Literatur In Wien, lt., Ferdinandsstr. 23. Montag den 3. Februar 1930, im Klubsaale der „Haknah", f.. WiesingerstraBe 1! (Cafe Atlashof. eigener Eingang, Souterrain), Vortrag des Herrn Agronom M. Weiner (Jerusalem): ...Der Anteil der österreichischen Juden am Wettbewerb In Palastina". Beginn halb 8 Uhr abends. Eintritt frei. Gaste willkommen. Zionistische Bezirksorganisation Brlglttcnau. Samstag den I. Marz, halb 8 Uhr abends, Versammlung im Lokale, XX., Jägcrstraße Nr. 30, Dr. Ch. Tartakower spricht über die Aufbauarbeit des Kcren Kaiemet, Redakteur D. P e r s k y (New York) über das Judentum in Amerika und über die Lage der Juden in Sowjetrußlnrjd. Misrachi-Jugendzentrale, Wien, II., Praterstraße 11 (Tel. R*45*6s25). W o c h e n p r o g r a m ni: Montag, Mitf« woch: Talmud; Leiter: Herr G. Austerlitz. Diens« tag, Donnerstag: Hebräisch; Leiter: Ch. D. Singer. Jeden Mittwoch: T'nach und Mischnajoth; Leiter: Herr I. Nettan.ann. Beginn dieser Kurse: 8 Uhr abends. Jeden Freitag präzise halb 8 Uhr abends: Homeletischer V o r« trag über den Wochenabschnitt; Vortragender: Herr Rabb. Dr, M. Wunderraann. Exkursion ins Jüdische Museum. Der Brith Hanoar Hamisrachi veranstaltet am Sonntag, den 2. Februar 1. J. eine Exkursion ins Jüdische Museum unter Führung des Kustos Herrn Prof. Dr. S. Bronner. Treffpunkt: 10 Uhr vormittags im Heim, II., Praterstraße 11. Beschränkte Teilnehmerzahl. OnegeSchabbathsKreis, Wien, IL, Praterstraße 11. Programm für Schabbath Parschath Waerrah (1. Februar), 3 Uhr nachmittags: 1. Kizzur Schulchan Aruch: Ch. Zwi Krauß. 2. T'filath Minchah. 3. Schalos Seudoth. Haschomer Hadati, Wien, IL, Praterstraße 11. Sams* tag, den 1. Februar präzise 4 Uhr nachmittags: Zusammen» künft aller Schomrom. Erscheinet alle! Hechaluz Hamisrachi, Wien, IL, Praterstraße 11. Sonntag, den 2. Februar, präzise 5 Uhr nachmittags: Vor* trag des Ch. Jakob Walzer über „Die Kupath Milwe des Hapoel Hamisrachi in E. I. Anschließend Diskussion. Eintritt frei! Ball jüdischer Mediziner. Der Akademische Verein jüdischer Mediziner veranstaltet anläßlich seines 40. Semesters in den Festräumen des Schwarzenbergkasinos Dienstag, den 4. Februar 1930 einen Ball. Das Ehrenprotektorat hat Herr Universitätsprofessor Generaloberstabsarzt Dr. Alois Pick, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, inne. Dem Ehrenkomitee gehören zahlreiche hervorragende Persönlichkeiten des jüdischen medizinischen Lebens an. Auskünfte, Karten und Einladungen im Akademischen Verein j.u d i scher Mediziner, IX., Währingerstraße 15 (täglich 2 bis 3 Uhr), in der Mensa aeädemica judaica, in der Universalbuchhandlung, IX., Währingerstraße 15, und beim Portier des Schwarzenbergkasinos erhältlich. Nr. 124 Copyright 1928 by „Die Neue Welt", Wien. Nachdruck verboten, KOMÖDIANTEN. Roman von Schafom Alechem. Ins Deutsche übertragen von P. Rosen hall. So dachte sich Holzman es ihm zu sagen. Statt dessen aber bemerkte er zu seinem Kompagnon: „Hörst du, Itzigl, das Bruderkind deins, nicht zu versündigen, ist * gut fn' die' Länge und Breite geraten." Darauf antwortete ihm der Kompagnon, indem er mit Liebe und Stolz den Bruder ansah, im Gesicht glänzte wie ein fetter Nudellteig, und schwitzte. „Geraten, sagst du? Pche! — uns allen ein solcher Nacken!" „Das sieht man schon", machte Holzman und dachte sich: ,Wo habt ihr alle während der großen Cholera gesteckt?' So leicht wie der Teufel den Schneidergesellen nahm die Caragc unsere angekommenen Gäste auf und trug sie pfeilgeschwind durch die rauschenden Gassen der rauschenden Stadt. Unser Direktor Holzman fühlte sich die ganze Zeit beengt. Kein Atem, zu kriegen neben die» sem Wasserochsen — so hieß bei ihm seines Kompagnons Bruder, der nicht aufhörte zu kommandieren, auch dann nicht, als sie am richtigen Ort im Whiteshapel angelangt waren. Dort lud Nissl Schwalb alle, jeden einzeln, fast auf den Händen tragend, .und jeden einzeln mit einem Hopla und einem Gelächter ab, was Holzman im Herzen verdroß. Nein, nicht zuguter Stunde war Hoizmans erste Ankunft in London. Irgend, etwas sagte ihm, daß hier im beengenden Horizont des Londoner grauen Himmels sein Stern untergehen werde, der ihm bisher so hell geschienen •und geleuchtet hatte..Sein bitteres Herz ließ er wie immer an dem Kopf der alten Mutter Sorc Brache der armen aus, an der, unschuldigen Schwester Sladke oder gar an den Schauspielern und Schauspielerinnen, schoß nervös herum, schimpfte, war böse und schalt mit derartigen Flüchen, daß er, hätte er Zeit und könnte er schreiben, mit ihnen ein ganzes Buch nach dem Alphabet füllen könnte. 4. Kapitel. Ein fideler Junge. — Nissl Schwalb, Ein Essen nd —in weitem Abstand davon — ein Mensch pflegen dasselbe Geschick zu haben: dem einen behagt's, dem andern nicht. Im selben Maße, wiei Nissl Schwalb keine Gunst in den Augen des Direktors Holz» man fand, wenn nicht noch mehr gefiel er gerade Ra» falesco. Und er gefiel schon dadurch, daß er eine fröhliche lebendige Seele ist und fortwährend spricht und lacht und just laut, mit fester Stimme, jedem einen Schlag auf die Schulter gibt und mit jedem per du ist. Mit einem Wort, ein fideler Junge — Schluß, Unser junger Held hat seit jeher fröhliche lebendige Seelen gern. Holzmann selbst, als er noch in HoleneschtJ war, bei Schtschuppak diente und Hotzmach hieß, war, wie wir uns erinnern, ein fröhlicher lebendiger Mensch. Das ist er nur jetzt als Direktor einer eigenen Truppe auf einmal ein Sorgenmensch und Melancholiker und be^rg» wöhnt pur jeden, daß man für 'seinen „Burschen", für Rafalesco, die Zähne schärfe, daß man ihn selbst unglück« lieh machen wolle. Hier, im lärmenden London, wurden seine Sorgen, seine Melancholie, sein Argwohn noch größer. Und er hatte dafür bestimmte Gründe, wie wir bald sehen werden. In den Augen Rafalescos verlor Holzman damit mehr als er gewann. Je mehr Holzman sich über seines Kompagnons Bruder lustig machte und schimpfte, desto mehr zog es Rafalesco zu diesem und Holzman zu Trotz wurde er mit Nissl Schwalb ein guter Kamerad. Rafalesco ward vom ersten Augenblick an von die« sem Menschen in seiner ganzen Art und seinem Gehaben und selbst in seiner Redeweise gefesselt. Nissl Schwalb, wenn er spricht, greift mit jedem Wort dem andern vor, und da er kein kleiner Lügner ist (er ist der Agent einer Gesellschaft und die meisten Agenten, sie mögen es mir tausendmal verzeihen, große Lügner) schwört er mit seit« samen Schwüren: wie ihr mich da schwimmen seht, oder ich soll so aller Menschen Gutes haben, oder wenn ich eine Lüge sage, sollt ihr den Tisch herunterschlucken müssen, und ähnliche Schwüre, die er so rasch herunter» sagt, in einem Atem, daß ihr keine Zeit habt, mit dem Verstand zu begreifen, was ihr mit dem Ohr hört. In der ersten Zeit hatte es Nissl Schwalb übernom» men, unserem jungen Helden zu zeigen, was London heißt. Er versprach ihm, das Ganze an einem Tag zu zeigen! Es ist wahr, ganz London innerhalb eines Tages kennenzulernen, ist ein bißchen übertrieben. Na, was macht das? Ist morgen vielleicht kein Tag? Und über» morgen? Hauptsache ist, daß Nissl Schwalb die Stadt London auswendig und daß es, wenn man mit ihm geht oder fährt, nicht langweilig ist. Der Mund tut sich ihm nicht zu. Ueberall bei jeder Gasse oder jedem Haus hat er euch eine Historie zu erzählen, eine Geschichte oder einen Skandal. Und , nicht nur so eine Historie, eine Ges schichte, einen Skandal, sondern wirklich eine wahre Be* gebenheit, die sich, just vor seinen Augen abgespielt hat und oft auch mit ihm selbst, wie ihr ihn da schwimmen seht und . er soll so aller Menschen Gutes haben! (Fortsetzung folgt.) GRABSTEINE FRIED LÄNDER & DEUTS Chi Wien, /. Bes., Seitenttettengasse 2, Telephon V-28-7-28 \ XL, Zentralftiedhof, neb. d. i. Tor, Telephon V-18-0 85\ i I aiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimmiiiiiiiiiiiiiiitt | Begründet 1882 _ § I Lcbensoerslcherunss- | Gesellschaft j § Zentradirektion: WIEN I., Rttmergasse Nr. 2 | vmitauisbtstud 2 MMjrf» SAQftig S s Vtatinotztfelttt UtiMfttplhl 4J&0Ü9.- »j s s Priiiu- «sd OuuMatn in Jttoi 1921 II Union Sdrüag E s Ginotieaittii We UZ8 242 Wlintt SABIfeg S s iBflMwpa 11 Ai Vinidurttn Ii Jikt 1921 285 NMnn SänUig s S Tätigkeitsgebiet: Qwtarraich, Otutatttt Reich, Frankreich, s s Belgien, Holland, Italien, 8panitn, Tschechoslowakische s s Republik, Polen, Ungern, Jugoelawien, Bulgarien, flrlecbtn- E s lend, Türkei, Aegypten und Palästina. . nilllllllllllllllllllllllllllllllllBIIIIHIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIUIIIIli. fürs 3.90 Wochenratem RADIO erhalten Sie komplette Radioapparate mit allem Zubehör in feinster Ausführung und all« Radlo-Battaatftelta aar Im MUSIKHAUS SCHLESINGER, Wien, Vll„ BirsotMelZM» Pension •Austrla' Kinderheim Vöslau (OLGA KAOISCH) jlgarmayarstraBe 18 Telaphen &e Stella S Für Dauer* und Erholungsaufenthalt Jeder Unterricht im Hause, auch Nachhilfe für öffentliche Schulen besuchende Kinder. * Pädagogisch einwandfreie Leitung durch staatlich geprüfte Lehrerin. - Erstklassige Verköstigung. 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