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Die neue Welt · 1929-11-01 · Heft 111 (1.11.1929) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 111 (1.11.1929)
Date
1929-11-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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<■ ^>-- >•!_■*»» "Tk Preis 35 C. "' V. b. b. BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty . 2.—, vierteljährig Zloty 6.~; Tschechoslowakei monatlich Kc* 6.—, vierteljährig Kc. 15.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14;—, vierteljährig Dinar 40.—; Rumänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. R E V U E HERA USOEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa *).—, vierteljährig Lewa 1.20; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Francs. 4.50. Redaktion and Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße 6+-8 Telephon: A25-2-82 — Erscheint jeden Freitag Jahrgang 3 Freitag, den 1. November 1929 Nr. III W. Jabotinsky Im Kampf um die Heimat Seite 2 Seite 6 Nur diese Schwedenklinge macht Rasieren zum Vergnügen Die führende schwedische Weltmarke / Verband demokratischer Zionisten Dienstag, am 5. November, um 7,9 Uhr abends, im Saale des Hotel Post, I., Fleischmarkt Balf our-Feier Redner: Dr. Abraham Sonne Regiebeitrag 30 g. Jugendliche frei. Wh Anzeige des Staatsanwaltes gegen die »Neue Welt". -~ Halsmann am Grabe des Vaters. ..' Wegen des in der beteten Nummer der ,,Ne:uen Welt" erschienenen Artikels über das Urteil im Haismann-Prozeß;■ hatder Wiener Staatsanwalt gegen . den Herausgeber, ß%.b*ie Vt'\S^t:T-:dic;-k*'e:jrj die Anzeige wegen Vergehens ge;g^^§t:3W.de$ Strafgesetzes erstattet. .§ 300,lautet: ' '\ '.'»»Wer öiieritlieh oder vor mehreren Leuten, oder in Druolewerken, 'verlbreiteten bildlichen Darstellungen oder Schriften durch -Schmähungen, Verspottungen, unwahre Angaben oder Entsteilkwig von Tätsachen die Anordnungen Cid er Entscheidungen der Behwden herabzuwürdigen, oder ajuf solche Weise andere zum H a s s e, zur Vera d-htiiing oder zu grundlosen- Beschwerdef'ü'h r u ng en geg en Staatsod e r G erne in deb'e h ö r d e n'i oder' gegen einzelne Organe'der'Regierung in Boziielhuhg auf ihre Amtsführung, oder gegen einen Zeugen oder Sachverständigen in Bezug a uf. ihre Aussagen vor Qericht'aufzAi'rei:zen' sucht, ist,: insöferne sich'in dieser Tätigkeit nicht eine schwere verpönte-'-strafbare Handlung darstellt, des. Vergehens der Aufwiegelung schuldig, .'und , mit ein- bis : sechsmona11 iche m A;r r.esi rzu /bestrafen. Wen« jedooh ein in § 300 bezeichnetes yergehen'idw^^^ Druckschriften, begangen wird, so kann, nach-Maß ihrer Gefährlichkeit■ ,und beabsichtigten größeren;Vjesribrejwjig,• die Strafe auf Strengen-Arrest' b;i s/ &u\pi-ß\'p .m-.'rj'a.-h r-_ ausgedehnt werden, und es 'können in: diesem -Falte die-v Schuldigen^ auch ,- aus detn../Kro|iland; und; weniiL ste, Ausländer sind,' aus sämtlichen 'Kronländern' des.'. Kaisertums abgeschafft werden.'' . ,..•,<,.,!• . . . *. " ■ i : .;\;;iPi€jwtag;,:;den;_22.. Oktober, nachmittags,'wurde die Einweihung des Grabstieines Max Hajsmanus vorge-, nora«?en..^aind'e^.r^hier Dr.-L.iinik nahm die ,Einweihung vor; P.hi1'iypp. Halsman n, der gebeten.hatte, der Feier^ be^zu^öhnßfl, wujde yon. einetn. Justizwachebeamten und ZAyiei Kp^in^l'b^4(nipii, ans 4eni .Gefa'pgenenhausp aijf den' j^edhof; .geführt,' '.Pör-t .hatten; sich.'seine. Mutter und Sph^w^ster gleichfalls ^eingefunden. .Philipp Halsrnann verrichtete . am; ."Grabe-die vorgesebriebehen. .Gebete; und wendete-sich dann den'beiden Frauen, zu', ,di,e er umarmte und U'n^er;Tr^'fin; Jcüijte.' Nach detn religiösen :Zerenionieir sagte. Dr. 'Li'pk^r „Es ist heute• qih 6 f .H atn'q« d., ein' tag,'' an detn. üip^tfn^ d'es irischen1 Religionsgesetzes,;jeder Grab-' gang* jede ^rabeseihweihung7unterlassen werden' sollte.' Wenn; iöV 4er eindringlichen Bitte der schwergeprüften' Familie''frote&äm -Rechnung trage, so geschieht es' aus "der Erwägung berausi 'daß hier ein au ß-e fo r d e ri 11 i c her Fa-'l f vbpKege'i 3Bs! gilt ein jüdisch e s K i n d, daß durch eine 1 unglückselige - Verkettung-"von Umständen .ins tiefste. Ümgl<üök?,»esftürzt wurdie und d e r V e v i w e i'f i'u n g nahe •l's^,1. ai'.'WJ^ten; se&fecih auifizuricJiten. gilt das schönste jfioteäa^'^ m'WtWmtü&rMm&tim. tö»m$wt übe Gottesdienst." Frau Halstnann fiel in Ohnmacht und mußte -weggeführt werden. Dr. Link wandte sich dann, zu Philipp' H a *l s im a-n n,' «ji^te: Jdtm ndie Hand .'und yer-; abschiedete sich von iihm mit einigen herzlichen Worten. Der Herr Rektor beigreift... Judenkrawalle an den Wiener Hochschulen. — Die Juden bezahlen die politische. Zeche. — Der Herr Rektor begreift es, Vor der Wiener Technik haben die sozialistischen Studenten' Plakate angesolagen,;in welchen die rechts- , gerichteten „Heimwehren" versippttet wurden. Denuzufolge, gab es an der Technik eitlen Krawall zwischen Deutsch-- natiionalen und SoÄialde.mokrat|||^ie Technik wurde ge-, sphlossen. Dann aber, ging es _an?der Univeristät gegen, die ( Juden los. Da war schon von Heimwehr und Schutzbund, nicht mehr die Rede, sondern nur von den Juden^ Die.. Peutschnationalen drän^e'n |n .die' Hörsäle' eih, jagteh;; die ahnungslosen )j^scH^^ifö^^.<^n^u^; uiid T^:ü^-ten'sie.: •in. ihrer!, Uebern^c^ lasen ruhig weiter. Herr Rektor öi eis'pAp^\sp^i^ii$' ließ folgenden Erlaß annageln:;. „Eine! begreiflich heftige Erregung der deutschen Studenten an der Technischen Hochsöhuile' in Wien, hat leider heute vonmittag zu Ruhestörungen an unserer Universität durch Studenten geführt, die ihr nicht angehören., .; Der deutschen Studentenschaft der Universität; Wien und ihren Führern spreche ich die Anerkcn-, $ig , wWää^£fä9fc- SCHUHFABRIK VII.KAISERSTR.^iM stock. nung dafür aus, daß sie mit Besonnenheit und allem Na ob/dt u c"k für die. A u f rech-te r h a Ii u-flg/. der Ordnung eingetreten, sind. Im Vertrauen auf die besonnene Haltung der größten Mehrheit unserer Studierenden; und darauf, daß 1 weitere '^Ruhestörungen nicht eintreten werden, s «fhe ich von b e s o n d e n c n V. e r f ü '.gwrv'g e n a b." Während der Rektor diiesien Erlaß verfaßte, wurden unter seinen Augen Hörsäle gestürmt und ' jüdische Studenten und Studentinnen erbärmlich geschlagen. Natürlich, nicht von fremden, söndern von Hörernsein^F' Universität:.'; Er spricht also den Studenten die Anerkennung ausi weil sie die ,,Bi<^on'nenibei.t"' ''besäßen, H$rsäfe"/naoh' Judöh zu durchsuchen, weil sie mit „Nachdmok'-' Juden geprügelt. haben und für die „Anfrechterhaltung der Ruhe'* daduroh.' sorgten, daß sie die Juden hinauswarfen. So ist wieder .einmal klar geworden, r.daß die/politi sche Hetze, in Oesterreich schileßiiöh'in eine Hetze ge^en; Juden ausartet. Das' sollten; alle jene 1 Juden bedeiukeni; welche heute noch gegen alle Bestrebungen auftreten,:' welche, dahin gehen, den Juden eine eigene politiscfoe Ver*. tretung zu sichern. Solange, die, Ju.den sich willenlos hält« lind: her zerren lassen, werden sie immer die pxiiitispiie Zeche der anderen bezahlen müssen. . Alle dm redaktionellen Teil .befindlichen entgeHUcfe«n NotM sjnd diiTcü m Mg^tmü bezüstos&U KOHLE KOKS b*»sch, iv. ArgentlnierstraQe 22 TelenhoN Ü?4ff-4Q3 Telephon y.41.2,187 : Anüsemiiisclie Studentenunruhen auch in Amerika. •New York, 25. Oktober. (J. T. A.) Bei de^feierl lichen^fEröffnung des Se^est^s an der Ha v atr d- Universiteft zum Cambridge, Massachusetts, sind j ü d i s c h e" JStudfeut.en von nicht jüdischen - Kollegen .ins ü lst-i e^r.t; worden. 'Die Uniyersitätszeitung verurteilt in: einem LBeit^riikel diese v A^sschreitüngqn»; die in der-;T:t^^en- ^h^t^g^h^en'i^ui^eny , und enJbüUt, : jdaß^(fer^^ftdfent y.Gßorg.P.-. s '; lidheii Arrangements '^eiräufen Studenten aufforderte, eine: dauebe^stehend(B^fS^ jüdischer Studenten anzugreifen. , Ein jüdischer Erfolg bei den Parlamentswahlen in der Tschechoslowakei. Prag, 29'. Oktober.; (J. T. A.) Am; Sonntag, deh'27.r' Oktober wurden in der Tscihechoslowakei die Parlamentswahlen durchgeführt. 60,000 jüdische Wähler in der -gesamten Tschechoslowakei .schritten mr Vrm.: Bis mi <Me vereipigtie jüdisch-poindsohe Liste abgegebeijen Stimimen sichernden Judennach den bisherigen 'Fesit^el!|ten^en inindestens zwei-Mandate.' Als gewählt erscheinen «der Prä-sidejit des i'üda.s ch©'n National rat es. der Tschechoslowakei, Dr. Singer, und;Dr.;R;e.i;ss (Pfr^ßbufg)/ Bei den, letaten Parlamentswahlen' blieb die : jüdi^öhe Liste .ohne .Mandat, weil sie infolge einer ihr uhgühstigen ,Wahlgeömetrie und der Gegnerschaft der 'Orthodoxie..äh keinem Wahlkreise die 'vorge'sobriielben'e; 'Miiid'esU zähl1 .von 20i000' Sttmiriien aufr sich vereinigen konnte; ' Der jetzge Wahlerfolg -war nur durch ein taktisches Zusammengehen mit den polnischen Stimmen möglich geworden. Auf dren>Listen mehrerer--Parteien, ■insbesondere der deutschen . Arbeits- und Wiirtschaftsigemeinschaift; der beiden sozialdeimokratischen Parteien, der NationalsorziaMsteh und Mei- nere'r Fachgruppen, finden; sich j üdilsohe. Namen. Man' nimmt ■ any daß dm neuen i Parlament' melirere. iildische Abgeordnete ' Platz finden werdiein. ■ . Jüdisch-Politisches. Jüdischnationaler Wahlerfolg. in der Tschechoslowakei. — Was die österreichischen Juden wollen. — Die Denunzianten der Union. — Eine politische Krise in der Hakoah, Durch ein Wahlübereinkommen mit der poli^ischen Minorität ist es, den. Jüdischuationalen in ider, tschechischen Republik. gelungen, zwei ,oder drei Sitze im Parlament zu .erringe». Eine ungerechte, Härte des Wahlgesetzes: hatte bisher jeden Erfolg verhindert, trotzdem schon bei den letzten;; Wahlen fast 100.000 jüdischnationale Stimmen, aufgebracht wurden. Jetzt wird - endlich die Judenschaft die ihr gebührende .Vertretung haben. Die Juden,-der Tschechoslowakei. werden nic|it , mehr gezwungen sein, die Vertretung ihrer Wünsche und Beschwerden bei Fremdnationalen zu erbitten und a|u erbetteln. Jüdische Vertreter werden auijfaprechen, was die Juden wollen und diesem jüdir sehen Willen Respekt .verschaffen. ...... £ f - In Qeatocwsä Usii e« Iddm. 3iu vm^v^

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