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Die neue Welt · 1929-10-25 · Heft 110 (25.10.1929) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 110 (25.10.1929)
Date
1929-10-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ei 35 Groden NEUE WELT B^QSßEDINGUNOEN Oesterreich monatlich S 1;50, vferteHährfg S 4.20," ganzjährig S I6.~; Pdferi monatlich 2!öty 2>s -viefteljährig Zloty 6.-*;' TscftefchoSlowakei BiopÄh Kc!6.-, vierteljährig Kc: : 15; Jugoslawien . monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Rumänien .monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. REVU E HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion und Verwaltung: Wien, IX^V^ Telephon: A25-2-82 ~ Erscheint reden Freitag BEZUGSBEDINGUNGEN Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien rhonat* lieh Lewa 40.—, vierteljährig Lewa 1.20; 'Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schwei« und die übrigen Länder monatlich Schweiz« Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4.50. ijqhrganQ 3 ■ Freitag, den 25. Oktober 1929 Nr, 770 Was Urteil gegen Halsmann^ Seite 2 $er Pogromprozeß inHebron. s«üs Nur diese Schwedenklinge mächt Rasieren zum Vergnügen Die führende schwedische Weltmarke höchster Qualität BÄSCH, RV. ArgentlnferstraOe 22 Tftlehhftll U-4G-403 Teiepnon u.41.2.87 Emstems Briet ,; '.. O. . . \ ■ r,?i •] : t : V .,-. ••j^i^^^t'e i ^s^üe^'liqli^r J?rM' welker. la:der:.vo^ig0j> Kummerder'^Neuen:, Welt'; unter 4ßm<=,Titel'f;JS$&&.te in t^i|öt;;gjipsl^ n,d zur ^f.]^ fü^nj^^^ ünoV $x& (Beg^isteriing ound ihre» -Mut unendlich ge-. stärkt. Äberr er hatauch auft jefns gewirkt, an die CT ^richtet war. Die von E i ü s t;e i n zur Verant-; wd?|$ung; gerufene öffentliche Meinung Englands ' hat reagiert. Der „Manchester Guardian" nimmt infeiitem und isdhreibt:' . '.'•'/•••^. i*3r."Einsteips• Brief muß den kältesten Leser . dk^on übdrzeugeni daß das Glück: und" die Zukunft des1 jüdischen Volkes eng und itnlöslich mit der .^ükuöft ♦ des' SH: a ä t e s ■ P a-1 ä's<t i n a verbunden Vsjkd;^Er-rhächt'es' aber auch" dem kältesten Leser ■ kia^-;«.." '>':;W«;;: - ■ wi,^der; Zukunft ^ajasfinasdie Selbstachtpng des britisches Volkes ebenso unlöslich ^yfcfbunden ist; i . Miele^Verträge, welche wir Engländer vor äch'n (Jahren,\ nach' Beendigung des Krieges, abgeschlossen haben,1 mögen als egoistische und habgierige getadelt .werden. A b e,r .d a s'P a last i n a> ^ja n ,d a tj.hä.b e'n,'w i r a 1 s/K'e'ij i g e P f 1 i c h t' 4rü f fu n s .'.g^n o ra m e n. Wir nahmen es nicht auf uns Glauben, '..daß die Schaffung eines nationalen.Heimesy für das jüdische Volk, ein VersXp'b s(ei,-den man heu tc unternehmen.und mo r- . ^n^ev^ptthn le^n> . e.'.",/! '; r -Wii?/ handelten im Glauben, daß britische ''Staatsweisheit einen geordneten und freikeit- '• lfdieu Staat iu Palästina gründen kann. i;•;«•. \ i (-. : . r ':;\v .:'.;/ « . .' ,i :&i Jsjt „e^Wjas, geschehen, was;\ diesen GJlauben er-; schüttern, kann? Die jüdischen Einwanderer ha-; ^ßn,0wie Qr. jE^s^n richtig sag't,, ihre;Krä£te und? 4ffiC ypV^&*&cyf$\}$. ■ fyergegebe% um das Land zu . ent^yie^n, und; kulturell zu hejj^n. Die P|ic|it der; 4l9ii6ch^n^^^Qgier!^^g, a|s TTe,ujiän,der. des, Völker-, b^^4^. Ü^»-:daf^r.,zu;sorgen,,,dap(l4as :Land,.gerecht! undMwvei,sßfRegier,t,werde und, tebeit und, Eigentumseien,..lind es ist:in ideir Tat |:aum faßbar,, 3aft> jfitz.t jjpiitc ^jfstehen .tutd uns dazu ünerredpn: ^q^en^M^vHi^bjipke. auf diejüiigsten Unruhen; 4:e.r( :ü hk o v-n 9 mm ,e n en.P f 1 ich t treu l.os zu, WACji'-die n.. Wir!^ haben ,, diesej jpflicht.. derj ganzen .\^V,c: gege^ül^er auf uns genommen, wir haben e|nen ^nftrag- 4^s Völkerbundes übernommen, wi^v ttyah&4 Juden unser Wort geg,,eib § n,, und t im Vertrauen auf unser, Wort haben Juden ihre schwere Arbeit ausgeführt, wie Qry IJinstein es sagt. Wohl ist es nicht immer uu- , Verband demokratischer Zionisten Oesterreichs* Jüdische Männer! Jüdische Frauen! In ernster Zeit rufen wir euch zu uns. Oesterreich ist; der Tümmelplätz'',]]^htgiefigeP Politiker geworden, welche die Stimmung fanätisiert und die Bevölkerung in zwei kampfbereite Lager gespalten haben. Große Leiden, Katastrophen, politischer und wirtschaftlicher &atur drohen dem Volke Oesterreichs. Schwerer; als-alle anderen sind aber, die;österre.ic.hisc:h;eh Juden gefährdet. Eine Wirtschaftskrise wjrcly^sie muß die Joelen, am härtesten treffen. Jede, politische Krise Vir^l und muff sich ih ygesteigertei^ j J -In dieser kritisch«^ ^^atiop; wollen, :^ir: die, Juden sammeln: um.•si<e^^a«S:•!•4^;:.Vie?|^yJ^wh€«^ Streit ^r^mlbi^er^ 1ei^?i^%?u*^ Uin eme^-starke Q.r^%tiön: zvl sähäffeSi, Welche den Juden ' Schutz zu: bieten vermag,; welche im T^amenH der Juden zu sprechen berechtigt ist. Um die Stimme des Judentums laut ertönen zu' lassen, die Stimme der Vernunft, der Gerechtigkeit, der Friedensliebe, der ehrlichen Demokratie! ,; Juden und Jüdinnen! Lasset euch nicht durch Unzufriedenheit und hetzerische Lockreden dazu verleiten, jenen zu folgen, welche mit Terror, mit der Waffe ihre Meinung durchsetzen und eine Gewaltherrschaft etablieren wollen. Leistet nicht jenen Gefolgschaft, welche das Klasseninteresse zum Götzen erhoben haben, welche unsere Jugend in den Dienst des Klassenkampfes pressen, ihr die Liebe zum Judentum rauben und sie allem jüdischen entfremden wollen. ' ^r;, Bei uns ist euer Platz! Bei uns, die für;Gerechtigkeit und1 friedlichen Ausgleich in Oesterreich, für das Recht, die Sicherheit und die Ehre der österreichischen Juden eintreten. „,i... Jetzt, da Pläne einer neuen Verfassung erwogen werden, jetzti; _ da , es gilt, das Recht der Juden zu sichern^ sie aus fremder Parteiljnec^tschaft herauszuführen (i^d ihnen das Anrecht auf eigene» jüdische Vertretung im 'öffektlichen Leben zu sichern, jetzt ist "euer Platz bei,uns! , .;< j? 'bietet unserem Ve^b~arid# bei!- T |^ür die Leitung; . : < Öberbaurat Robert S t r i c k e r, Obmann; Dr, Leopold P1 a s c h k es, Div Z. Wie selb e r g, . Obmannstellvertreter; :P. Wühl, Schriftführer;1 , Der Jahresbeitrag beträgt S 2. Schriftliche Beitrittserklärungen sind an den Verband.deruotratischer Zionisten", Wien, IX., Uniyersitätsstraße 6-—8, zu richten. Beitrittserklärungen werden auch bei den Wochenversammlungenj jeden Mittwoch im Klublokal Cafe Produktenbörse; IL, Taborstraße, entgegengenommen. recht oder unwürdig, wenn eine Nation sich von einer Sache zurückzieht. Im Gegenteil, es ist gerecht und würdig, einen Schritt nach rückwärts zu macheu, wenn die Pflicht anderen gegenüber, es erfordert. Aber .von dieser übernommenen Aufgabe zu lassen, weil sie s c h w i e r i g ist und weil etwa die Rücksicht auf uns selbst das Preisgeben wünschenswert erscheinen läßt, das würde ein Akt der Feigheit; sein, welcher : uns mit dauernder Schande belastet." Der Ruf Einsteins ,hat an das englische Gei wissen gerührt; So-in u ß man reden,, wenn man gehört werden will. Warum aber rnußten Wochen verstreichen und warum mußte Einstein kommen und warum bleibt Einstein allein? Weil den Man* nern, welche heute das Werk der jüdischen Befreiung Azu.führen haben, weil der'Leitung der zionistischen Weltorganisation Kraft, Mut und Fällig«, k^it zur großen Anklage, zur großen Forderung fehlend ■ ■ "'" -; r Ais anfangs September, nach , Ausbruch der blutigen Unruhen in Palästina, das; zionistische Aktionskomitee in London tagte, stellte ich' dort, von meinen Gesinnungsfreunden Gr ü n b a u m und S o 1 o w e i t s c h i k unterstützt, einen Antrag, des-; sen Sinn ös war, die gesamte Kulturwelt als Richter; in ußSerey'Sache anzurufen. An e'inem Tage soll, 96 läutete < der Antrag, in allen Städten jener Länder, welche * dem Völkerbunde angehören, und in den; Städten Amerikas * eine Kundgebung; de? jüdischen Volkes erfolgen, in Form von Maueranschlägen und Aufrufen in den Zeitungen. Ueberall die gleiche Kundmachung. Kurz, eindringlich, kein Weh» Alle Im redaktionellen Teil befindlichen entgeltHc'ben Notizen sia4 U'Uixh ein beigefügtes E betzei&hnetj klagen, nur Feststellungen: Alle im Völkerbunde vereinigten Nationen und England haben mit dem jüdischen Volke einen Vertrag geschlossen und feierlich besiegelt. Im Vertrauen auf diesen Vertrag hat das jüdische Volk schwerste, opferreichste Arbeit in' Palästina begonnen, hat: schwer gearbeitet und niemandes Rechte gekränkt Bei dieser friedlichen Arbeit ist es grausam* treulos überfallen worden. Das jüdische Volk fordert und erwartet, daß der Volkerbund und Eng 1 and handeln,, wie es die Treue zum feierlich; geschlosserien Vertrage erheischt'"•'••'Nichts arideres sollte die Kundmachung enthalten«; An einem Tage und von allen Seiten her isolltö der Ruf nach dem Rechte für das jüdische Volk ertönen* an einem Tage und von allen Seiten her sollte das Bild eines beleidigten und mißhandelten Kulturvolkes dem Völkerbunde und England entgegen« blicken! Mein Antrag. stieß zuerst auf eisiges Schweigen, dann auf gescheite Reden der leitenden Herren, sehr gescheite Reden, zum Verzweifeln gescheite Reden. Man könnte doch irgendwö ^d;ir«» gehdwann anstoßen... es r könnte falsch; aufgefaßt werden. ♦. Der Antrag fiel, Der großen- Anklage und der großen Forderung nach Recht ist man klug, zu tlug, aus dem Wege gegangen und ganz in das Gestrüpp der Memoranden, Interventionen und Schriftsätze hineingeraten. Wir wollten nicht anklagen1 und nicht fordern, dafür müssen wir uns Jetzt "verteidigen. Wir, das jüdische Volk, das* von Mördern und Plünderern feige überfallen wurde, muß sich entschuldigen und; verteidigen; Nun ist Einstein gekommen und hat mit unerhörter Wucht angeklagt und gefordert. Und der „Manchester Guardian" hat geatwortet: Einstein ist ein ganz großer Mann, aber doch nur e i n Mann. Der „Man« ehester Guardian" ist eine große Zeitung eines grov ßen Volkes, aber doch nur eine Zeitung. Robert Stricker, {

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