Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 107 (4.10.1929)
- Date
- 1929-10-04
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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r Nr. 107 DIE NEUE WELT Seite 7 Aufruf der Jewish Agency. An das Jüdische Volk! In ernster, schicksalsschwere* Stunde versammelt, tiefer denn je verbunden in Gefühl und Gedanken mit Erez Israel, gilt unsere erste Botschaft dem Land« und seinen Menschen, Wir neigen uns vor den Toten, die auf dem opfervollem Wege zu unserer Erlösung gefallen sind. Unsere innige Anteilnahme wendet sich denen zu, die durch blinde Zerstörungswut verloren haben, was friedliche Aufbauarbeit mühereicher Jahrzeihite geschaffen hat. Dem Jischuw senden wir aus der Tiefe unserer Herzen in Dankbarkelt und Sto'lz die brüderliche Botschaft der Sympathie und der Ermutigung. In Tagen voll blutiger Tragik haben unsere Brüder und Schwestern die große, verantwortungsvolle Aufgabe, Träger des National'heims zu sein, mit dem Mute der Selbstverteidigung, mit Seeienstärke und sittlicher Würde erfüllt, die ein unzerstörbarer Ruhmestitel für alle künftigen Geschlechter bleiben werden. "'Mit elementarer Leidenschaft antwortete die Judenheit der gesamten Welt durch einheitliches Gefühl und durch vereinigte Tat. Eine Welle des Schmerzes, des Mitgefühls, der Empörung flutete durch die jüdische Welt, Millionen mitumfassend, die uns sonst nicht verbunden sind. j Diese Antwort Erez Israels und der jüdischen Welt ist für uns ein Trost und Erhebung. Sie ist zugleich für uns.heilige Verpflichtung: Unser Werk, lebend in den treuen Händen unserer Ersten im Lande, getragen von der Liebe und der Kraft des jüdischen Volikes, geht weiter. Brutale Gewalt konnte mühselig aufgebaute Werte zerstören, kostbare Menschenkraift vernichten — wir werden Sühne und Ersatz dafür fordern, wir werden den geschädigten und heinflosen Brüdern Hilfe leisten —, aber Unser Werk geht weiter. An die Arbeit für das nationale Heim, ohne Verzug, in erhöhter Bereitschaft, mit vervielfachter Energie und mit vergrößerten Zielen: dieses ist unsere Verpflichtung. Sie weist uns klar unsere Auifgalbe zu: wir sollen und müssen einer neuen, verstärkten Einwanderung die Bahn bereiten. Viele Tausende von Chatozkn in den Ländern der Gahith warten arbeits- und opferbereit nur amf den ersten Ruf und das Land wartet auf sie. Ein großzügiger Koloni&ationsplän soll unmattefbar in die Wege -geleitet werden, der es möglich macht, die Ackerbau- und Pf3ainzungslkolonie«i zu verstärken und sie mit ednem Ring von Arbeitersiedlungen zu umgeben, die Tausenden von Arbeitern Gelegeniheit zur dauernden Seßhaltmaobiung schaffen sollen. Hilfe durch Aufbau! 1 Mit dieser Losung wenden wir uns an das jüdische Volfk. Zuerst an alle, die im Lager Zlons stehen« Vor wenigen Wochen erst ist in Zürich in starker, begeisterter Stimmung der Bund für Erez Israel geschlossen worden. Er verlangt jetzt im ernstesten Augenblick eine Besiedhing durch vereinte Leistung, würdig der großen Verantwortung. Hilfsaktionen genügen nicht, sie müssen unverzüglich übergeleitet, werden in die Arbeit des Keren H a j e s s o d und die große Tisohriaition des Keren K a j e m e t h. Aufbaufonds . und Landesfonds sind und bleiben die Grundpfeiler des jüdischen nationalen Heims. Ungesäumt und mit höchster Opferwiflligkeit müssen den beiden Fonds die großen Mittel zugewandt werden, die das neue Werk erfordert; Nicht nur die Augen unserer Brüder und Schwestern in Erez Israel, die Blicke der ganzen Weü't sind jetzt auf uns gerichtet. WdT haben Erez Israel zu beweisen, wie tief' wir unsere geschichtliche Verbundenheit mit ihm, seinen Menschen und seiner Zukunft 'empfinden. Der Welt aber haben wir zu zeigen, daß wir die uns im Mandat durch den Völkerbund feierlich verbrieften Rechte voll beanspruchen, daß wir sie nutzen wollen für ein Werk von historischer Größe, für ein Werk nationaler Renaissance, für ein Werk des Friedens und des Fortschrittes der Menschheit. Die Jewish Agency für Palästina: Melchett, Chalm Welzmann, Vorsitzender des Coiracils. Präsident. Kundgebung des Londoner Gewerkscbattsrates. Gegen die Palästina-Verwaltung. London, 36. September. (J. T. A.) Der Londoner Gewerkscbaftsrat, der mehr als 200.000 organisierte Arbeiter vertritt, faßte In seiner letzten Siteung einen Beschluß, in welchem er die tiefste Entrüstung über die blutigen Anriffe auf die Juden In Palästina durch einen vom High Commissioner als „blutdürstige Verbrecher" charakterisierten Pöbel ausdrückt und der ArbeifrerföderaMon in Palästina der Gruß brüderlicher Sympathie gesandt wird. Diese Versammlung, heißt es in dem Beschluß weiter, unterstützt von ganzem Herzen die folgenden Forderungen der palästinensischen Arbeiterförderat'ion: l. Unterdrückung von Mord und Plünderung und Sicherung von Leben und Eigentum; 2. finanzielle und medizinische Hilfe an Flüchtlinge und Leidende; Entlassung der Beamten, die durch Unterlassung oder Ermunterung für die Vorfälle verantwortlich sind; 4. Einstellung von Juden in die Polizei- und Schutztruppe; 5. Ueberprüfung der Palästina« Administration im Lichte der jüngsten Ereignisse. Zum Schluß heißt es: Die Versammlung ist überzeugt, daß die Erfüllung dieser Forderungen zur Durchführung der durch Großbritannien mit dem Palästinamandat übernommenen internationalen Verpflichtungen unerläßlich ist. Großbritannien darf-nicht versessen, daß es der Bevollmächtigte des Völkerbundes zur Durchführung des Mandats in Palästina ist. AUS PALXSTINA. Der Großmufti lügt. Behauptungen gegen Einstein und Melchett. Jerusalem, 24. September. (JTA.) Der Großmufti von Jerusalem Emin AI Husseini richtete ein Schreiben an den Sonderkorrespondenten der Jüdischen Telegraphen-Agentur Pierre van Paassen, dem er vor einigen Tagen ein Interview gegeben hatte. In diesem Schreiben macht der Großmufti Professor Albert Ein stein und Lord Melchett für die Ereignisse in Palästina verantwortlich, indem er ihnen unterschiebt, sie hätten durch ihre Aeußerurigen die Absichten der Juden, sich in den Besitz des Moscheegebietes zu setzen, enthüllt. Laut dem Mufti soll Lord Melchett gesagt haben: „Ich will den Rest meines Lebens dem Wiederaufbau des jüdischen Tempels weihen." Einstein hätte, schreibt der Mufti, gesagt: „Palästina ohne Tempel ist wie ein Körper ohne Kopf." Der Mufti erklärt in dem Schreiben, daß der Entschluß, die Juden durch einen pan-islamitischen Boykott zu verdrängen, unerschütterlich ist. Der Mufti erklärt weiter, daß Beamte der Regierung in privaten Gesprächen den moslemitischen Behörden den Dank dafür ausgesprochen haben, daß sie ihnen geholfen haben, die Ordnung aufrechtzuerhalten.. Zu den Behauptungen des Mufti ist zu bemerken, daß niemals eine Aeußerung Lord Melchetts bekannt wurde, die der vom Mufti mitgeteilten ähnlich klänge. Auch hat Prof. Einstein niemals gesagt, „Palästina ohne Tempel ist wie ein Körper ohne Kopf", sondern er hat in einer durch die JTA. der Jewish-Agency-Versammlung der amerikanischen Juden übermittelten Botschaft gesagt, „e i n J u d e n t u m o h n e P.a lä; s t i n a sei wie ein Körper ohne Kopf'V '.- »; Eine Erklärung Lord Melchetts. Lord Melchett wendet sich in einem Schreiben an die Jüdische Telegraphen-Agentur entrüstet gegen den Oroßmufti. Jeder Versuch, sagt Melchett, Worte, die ich je gesprochen habe, in einem solchen Sinne umzubiegen, ist eine Skrupellosigkeit, die man wohl von einem Mann erwarten kann, der durch ein britisches Gericht schon einmal wegen Hetze zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden war und der die ihm gewährte Amnestie mißbraucht, um der Gewohnheit seiner Vergangenheit zu frönen. Oft habe ich geäußert, daß ich die Kraft, die mir noch übrig bleibt, dem Wiederaufbau Erez Israels und der Entwicklung Palästinas, die ebensosehr im Interesse der arabischen wie der jüdischen Bevölkerung liege, zu weihen. Ich habe immer die Notwendigkeit einer freundschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den beiden Zweigen des semitischen Stammes — Juden und Araber — betont. Unheilvoll aber ist die aus persönlichen Gründen, die wohl bekannt sind, betriebene skrupellose Agitation zur Verhinderung einer fruchtbaren freundschaftlichen Zusammenarbeit. Justin Godard in Palästina. J e r u s a 1 e m,' 28. September. - (J, T. A.) Der Präsident der französischen Gesellschaft Pro Palästina und bekannte Vorkämpfer für Menschenrechte in Frank« reich, Professor Justin Godard, ist in Jerusalem ein» getroffen. Rückkehr der Flüchtlinge in die verlassenen Jerusalemer Stadtviertel. Jerusalem, 30. September. (J. T. A.) Gemäß edner Instruktion des Oberkommissärs Sir John C'hancellor leitet der Gouverneur, von Jerusalem. Major K e i t h Roach, persönlich die Zurttekführung der jüdischen UFA-TON-KINO Wien, II., Taborstr.8 Tel. R-42-&41 Das PjlmtheaUr der guten Gesellschaft zeigt: Taglloh Uraufführums MANOLESCU (Der König der Hqohvtapler) mit Brigitte Helm, Ivan Mosjukin, Heinrich George, Dlta Park», sowie das erste deutelte TonfIIjnjustsplel ALTE KLEIDER mit Paul Morgan und Sl.yfrl«<l Arno. Beginn: Wochentag 5, 7, 9 Uhr, Sonn- und Feiertag '7,4, 5, 7, 9 Uhr. GtömeHe 6dntierjHnÖermi8 Hei @idjt,!«heuma unb ©eficötsneutolflfcn Die leuchtenden Wärmestrählen der Solluxlampe — Original Hanau — (nicht zu verwechseln mit den ultravioletten Strahlen der bekannten Quarzlampe „Künstliche Höhensonne" — Original Hanau—) haben die segensreiche Eigenschaft, eine außerordentlich starke Blutzufuhr zum Herd der Entzündung zu bewirken. Dadurch werden die natürlichen Abwehrkräfte gerade an. dieser Stelle gewaltig verstärkt, weit mehr als durch Einreibungen, warme Umschläge, Heizkissen u. dergl. Als Erfolg ergibt sich eine schnelle Schmerzlinderung u. ein beschleunigter Hellverlaut. Jeder wird diese schmerzlindernde, angenehme Hyperämiewirkung der Solluxlampe — Original Hanau — als ein wahres Wunder preisen I Der Arzt wird stets erlreut sein, sie vorzufinden, denn sie erleichtert ihm seine Aufgabe in vielen Fällen ganz außerordentlich. Die Anwendungsgebiete der Solluxlampesind so zahlreich, daß sich die Anschaffung fürjedeFamille lohnt.(Schnupfen wird sofort gemildert, Knochenbrüche heilen schneller.) Die Solluxlampegehörtebenso In jedes Kinderhelm, in jedes Hotel und in jedes Pensionat. Der Stromverbrauch beträgt nur 0.3Kilowatt, und jede gewöhnliche Steckdose genügt zum Anschluß. Auch als völlig natürliches Verjüngungs- und Kräftigungsmittel wirkt'die Solluxlampe wahre Wunder. Literatur: Die Broschüre „Verjüngungskunst von Zarathustrabis Steinach" von Dr. A. von. ßorosini, 88 Seiten kart. zum Preise von S 3.40 zuzüglich Versand- und Nachnahmespesen durch den Solluxverläg, Hanau, Expedition Linz a. D., Postfach 302. Verlangen Sie , die kostenlosen Aufklärungsschriften von der Quarzlarapengesellschaft m.b.H., Hanau a.M., Zweigfabrik Linz a. D., Postfach 287. Niederlassung Wien III, Kundmanngasse 12, Telephon U-l 1-2-27. Nur S155.— einschließlich Anschlußdose, Stecker, Litze und Verpackung kostet die Solluxlampe Original Hanau Schnelle Schmerz-1 linderung auch bei Drüsenu. Mandelentzündungen,- bei! Bronchial -Asthma, bei Halsentzündung (Angina), bei Mittelohr-Entzündung. Stirnhöhlen- und Luftröhren- Entzündung, bei Brandwunden, Eiterungen u. Insektenstichen.Furunkel erweichen schneller und entleeren sich! schmerzlos; b. sog. Hexenschuß I ß.umbago), stelfeml acken, Sehnenzerrungen (auch überspielte Klavierhand) bei Sportverletzungen, Prelltingeh, Quetschungen, ver-1 Steiften Gelenken, Verstauchungen, law»" Schnelle Schmerzlinderung auch bei I Blutergüssen in Gelenken (sog. blaue Flecke).. Bei Zahnschmerzen aller Art, z. B. Wurzelhaut-, Knochenhaut - Entzündung (Dicke Backe), Nachschmerzen nach Operationen, bei Kielerklemme, bei Hämorrhoiden u. 1 (als besonders sefensreieavorzumeren) bei Menstruationsschmerzen, bei Entzündungen der Hoden, Nebenhoden und der Pro-1 stata (Vorsteherdrüse). Flüchtlinge nach den verlassenen Stadtvierteln von Jerusalem, und zwar nach dön Vierteln Damaskustor, Giveath Schaul, Nachlath Ziion und Nachlath Chajim, In jüdischen Kreisen hält man diese Maßnahmen der Regierung für verfrüht, da die'Zustände in den diesen Stadtvierteln benachbarten Gegenden immer noch sehr unsicher' sind.: Die Regierung zwingt die Flüchtlinge zur Rückkehr in ihre verlassenen Heime, indem sie d i e Verteilung der Nah'rungsmittelrationen eingestellt hat. Talpioth -wieder bewohnt. Jerusalem, 28. September. (J. T. A.) 45 jüdische Familien der in den ersten Tagen der Unruhen evakuier* t^n Jerusaleraer Villenvorstadt Talpioth sind in ihre Heime zurückgekehrt. Eine Radiosendestation in Tel-Awiw. Jerusalem, 30. September. (J. T. A.) Mehrere Ingenieur« und Geschäftsleute in Tel-Awiw haben sich zu einer Gruppe zusammengeschlossen, die in Tel-Awiw eine Wochen-Kalender September 1929 *wh irin Tischri 5690 4 Freitag 29-^3 Sabbateingang 5.06 5 Samstag Sabbatausgang 6.05 rem twro' »a 6 Sonntag 2-3 (ipüran) rwn mm o 7 Montag 3-a ^bi) pur 8 Dienstag 4-1 ,! 9 Mittwoch 5-n : io Donnerstag . «