Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 105 (20.9.1929)
- Date
- 1929-09-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Preis 35 Grosct*^ BEZUGSBEDINGUNGEN Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.—. vierteljährig Zloty 6.—; Tschechoslowakei monatlich Kc. 6.—, vierteljährig Kc. 15 —; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—-, vierteljährig Dinar 40.—; Rumänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. R E U E BEZUGSBEDINGUNGEN Deutschland monatlich Mark L—. vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 40.—, vierteljährig Lewa 1.20; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.— . Schweix und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50. vierteljahrig Schweizer Francs 4.50. HERAUSGEBER: ROßEfcT STRICKÄR ■ '•••?.•> "'MF 'w'f- " - Redaktion und Verwaltung: Wien, IX., Universitätssträ^ reden Freitag ..fc^i: Jahr%ani> 3 Freitag, den 20. Sep&^er 1929 Nr. 105 Die arabischen Unruhen. —Die Mandatsfrage. Eigenbericht der „Neuen Welt". Genf, 13. September. In der heutigen Sitzung der sechsten Kommission der Völkerbundversammlung wurde die Angelegenheit des Palästina man da ts behandelt. Der Berichterstatter Frithjof Nansen (Norwegen) erklärte, daß man die jetzige Lage »war vorsichtig! behandeln muß, um die vorhandenen Schwierigkeiten nicht zu vergrößern. Es,muß jedoch festgestellt,wer-' den, daß das Palästina-Mandat England feierlichanvertraut wurde mit einem vom Rate des Völkerbun-r des bestätigten Beschluß.- ... England ist somit international verantwortlich für die Ausübung <Jes Mandats. , Die Völkerbuiidv^ . -mit. Genügt u u'n g die: .Versieheruh nis nehmen, daß in selner 'PoMti^, ^elche 'die' A;p§-" iübung des; Mandats betrifft/'kVi nel?Ä erfolgen wird. England kanh hieihed 'auf d i e v o l l e Unterstützung des V ö l ke'r -b u h d e ",s: rechnen. Es ist .zu hoffen, daß' die strittige. Angelegenheit der K1 a ge m a ue r. von .der Mandatsmacht zur .Zufriedenheit beider Teile erledigt'werden wird.. Die Ergebnisse der Untersuchung, in dieser. Angelegenheit dürften der Mandatskommission. vorgelegt werden. Der Vertreter Italiens, B o n i ao L a n g a r e, erklärte, daß Palästina der ganzen; Welt teuer ist, weshalb. :alle die Geschehnisse Jn Palästina sehr schmerzlich empfunden haben; E)er :Redner gab der Hoffnung Ausdruck, daß die 'Bemühungen Englands, im Lande die. Ruhe, wieder herzuste'llen, zu einem guten Ergebnis führen werden. James P a r r (Neuseeland) führte aus, daß entgegen der lärmenden Agitation Lord Ro the rmer es im „Daily Mail" Engtand nicht daran denke, auf das Mandat zu . verzichten, es werde im Gegenteil'dite Verpflichtumgen erfüllenim Bewußtsein der großen Verantwortung,^ welche es auf sich genommen hat. Herr v. S c h u b e r t. (Deutschland) .gibt der Hoffnung Ausdruck, daß England eine Wiederholung ähnlicher . s c h ä;n d l i eher' G e s c h e h n i s s e in Palästina nicht ziütis>sen'wt& r;;[ \ '■' Die Vertreterin Englands, Miß Swanwick, erklärtem daß' die?Ereignisse^Palästina nichtnur dU Regierung, sondern auch das, ganze britische Volk sehr schmerzlich betroffen .haben; Die Rednerin erinnert an die Erklärungen ^M.a c: D o n a l d s und Heridersons, welche diese vor dem Forimi. des Völkerbundes bezüglich der Ausübung . des.Palästina-Mandats abgegeben haben, und versichert, daß die Untersuchung der Regierung in Palastina mit;volier Gewissenhaftigkeit und yoUl&tar Ernst; geführt' werden wird. ' ■ ■' ' i .' ' •; ' r.; '.■ '.'.■■[ ■ -■■: v / ■>;; i , < vG e.'n'f,-14.- September; Heute wurde wieder in* der sechsten Kommis-; sion die Diskussion über -'die' Efeignisse dn Palästina' fortgesetzt. . . . ..... , Per Vertreter Potens gab unter Berufung auf. die",Erklärungen des Ministers Z a 1 es k i in d$r Vollvers^atnmlung nochmals der Hqffntuig Ausdruck, 'daß "die britische Regierung das Werk in Palästina mit Erfolg zu Ende führen wird. Der Vertreter Pers&Jns ' erklärte, daß er im Namen der muselmanischen Welt das tiefe Mitgefühl den .museiman-lscheu Opfern der Geschehnisse in Palästina ausdrückt, wobei er als Mensch mit allen Opfern ohne' Unterschied mitfühlt. Der Redner gibt der jHpffntiri|T; Ausdruck, daß sich ähnliche Ereignisse in der Zukunft nicht wiederholen werden und spricht ,d0 Ue/berzeugung aus, daß. das Zusammenleben beider;Völker^ in Palästina vollständig njöglich ist, '->da: -.ggfem. Witten s ow ö h 1 /-d.i e Jude,n;w.iel;d;f e;^A r ab e r sich' tiberzeugen können', ^daß* ihreM{ejressen "einander nicht zuwiderlaufen. Die .Ünter^ucSu^g. .'/väßgen{ße?i:.Ere}&griisse in' Palästina muß ^.ab|ekM^ - 4«#cligfifüftft" werden. England, welches :Äes!^'(}ße?^fi{äi'füng '4n der '"'"""'^ ' ' 4*-* Samstag, 2fr Sepfc '^M0lt^i Sept. 1 /V •••N^*«<^i«e^^.^k^i^^'.^ - T.-.^-V--. Für Kinder lind Erwachsene Ab .5 Uhr 15 Min.: Japanisches Feuerwerk bei TageslichS -. Ab 7 Uhr 30 Mmi: Nacht?eiiQrwerk; GroQe Xeppelin*Htild[gung Preise der Platze: Kinder-Stehplalz S -^-.80, Stehpi itz $ 1.—, Arena.V S 1.50, Arena IV S 2.—, Arena III S 2.50, Ateiiä II S 3.—, Arena 1 S 3.50, Logen S 4.— Musik der ehemaligen Deulschmeisterkapelle Kolonialverwaltung besitzt, , wird gewiß , eine Regierungsart finden können, die den Frieden'beider Völker sichert. Der Vertreter Frankreichs drückte den Wunsch aus, daß der jüdisch-arabische Streit baldmöglichst erledigt werden soll. Er hob ' hie bei: die Mitwirkung der französischen Behörden in Syrien bei der Sicherung der Ruhe hervor. Der Vertreter der Tschechoslowakei, Gesandter Dr. Fierijnger, erklärte, daß die ganze zivilisierte Welt mit Sym-.. pathie die Anstrengungen/ die; die Schaffung.des j üdis.eh en Na t iona 1 h ei ins bez-wecken, ver-, folgt. Er gab'der Ueberzeugung Ausdruck, daß England dais begonnene Werk glücklich zu Ende führen wird; , Professor Rappard (Schweiz) hebt in seinen 'Darlegungen hervor, daß eine Bevölkerung, die zu Gewalttaten und Terror greift, für eine Selbstregiierung unfähig ist.. Die Aufgabe Englands •^■^^^^^^^^^^^^^^T^^^^^r^^r..!« i i ^^^TT^^^^^^^^^^^^^^^^^^T^Tt . ' Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgeltlichen; NAtijsen ..s|iid. durch. ein beigefügtes.. E beiz.qiohne.t..;v . . ... _ £Badeuntf ^rinkffeym ■■WGA&tstQwfätin; Mheum&üfid^ ZÄleiirafcipn Sämtliche Hotels, Sanatorien und Pensionen in Vollbetrieb Ermäßigte Herbstsaitonpr^ite! ist schwer, doch möglich zu erfüllen. AMe Anw'e^enden hätten — erklärte' Rappard — mit größter Ge>- nugtuung die Auisführungen des Delegierten des muselmanischen Persien angehört, der ebenfalls' die Möglichkeit des Zusamimenletbens beidei* Vö'lker zum Ausdrucke brachte. Die Schaffung des jüdischen Nationalheims Ist , gestützt auf zwei Grundlagen: auf die Verbiiiidenheit des jüdischen Volkes mit seinem Vaterlande und auf dft) jüdische Opferwilligkeit so- 1 wie auf den Schutz dies Aufbauwerkes . durch . die Mandatarmacht. Die letzten Geschehnisse in Paläs'tina erSchiitir täften stark' die zweite der genannten Grunde fliageh, Der Redner hebt mit allem Nachdruck'^her-! v"br, .daß döe Palä5tinä-Administräti6nfür die ■ blixfc ^jiätt^y sie^oraussehen 'Söllenj mi> -weiwisie-^ehofl^ : eingetreten waren, V" - :;. ■ durfte sie eile Juden nfcht entwaffnen. Der Redner gibt der Hoffnung Ausdruck,, daß : England die Situation klären wird, und verspricht als Mitglied der Mandatskommission, . daß die Konimission in dieser Richtung mit der englischen Regierung'mitarbeiten wird. ' Der Vertreter Rumäniens . - erklärt, daß das ganze rumänische Volk tief b'efüjirt 'ist von den Nachrichten über die brutailen Ueberfälle.auf die jüdischen Kolonisten, die im. Lande eine große Aufgabe der Zivilisation erfüllen. Der Delegierte Spaniens, Palacios, erinnerte daran, daß die im Mandat vorgesehene Kommission für die heiligen Stätten noch nicht gebildet wurde. . ' Die Dauer der Mandate. Eine Debatte in der Politischen Kommission des Völkerbundes. Genf, 14. September. In der Politischen Kommis« sion würde heute die Aussprache über deri Bericht der Mandatskommission fortgesetzt. Es entstand eine t h eoretische Debatte über die Frage, ob die Mandate zeitlich'- begrenzt oder däuerriderf Gharakter^h'ä't*^ * ten. Italien erklärte mit allem Nachdruck den Charajcs» ter der Mandate für provisorisch. Fr a n kr e ic h erhob dagegen scharfen Einwand. Der e h g Iis c he V e r t r?e t e rf " verfocht den Standpunkt, daß die Mandate durch die alliierten und assoziierten Mächte seinerzeit verteilt, worden seien und zwischen die s e n auch; g e* wechselt werden können. Staatssekretär von Schub e r t gab eine Erklärung ab, in der er der italienischen Auffassung, nach der die Mandate nur einen' temporären Charakter hätten, nach* drücküch:beitrat>\ Er wolle sichojetzt-, in;keinei juristUi s^heriy Auseinänäerise'tzungen eihlasseni er müsse;'';aber* gevgeniiber.der englischen Auffassung über die", Ver« teiiung. und'? den Wechsel der Mandatöi «ofort " eihett allgemeinen Vorbehalt. einlegen. ... , \ ■■;r$$i persische' Delegierte Khian- F o r u g h i sprach alsJ-Vertretei''der tislamitischeh -Welt,'..wobei er die: Hoff« nyhg::äußerte, daß es in Zukunft wohl möglich sein^werHe, o^e'.Verwklturig^des'^^^ zu ordnen, daß Araber1 und' rjydeh'friedlich: nebeneinander leben können, " ' ' Die Klagemauer. Jerusalem,. 15. September. (Tel. der „United Preß".) Zur endgültigen Beilegung des Konfliktes wegen der Klagemauer beabsichtigt die britische Mandatsver» waltung, wie an wohl informierter Stelle verlautet, mit Zustimmung des Völkerbundes einen Sonderausschuß ein« guberufen.