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Die neue Welt · 1929-09-13 · Heft 104 (13.9.1929) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 104 (13.9.1929)
Date
1929-09-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
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f Seite * DU NEUE WELT Nr. 104 leichtem wesent-Hch die Verbindung ewiscluMi der Omar- Moiöhee und der Ktegemauer. . ' Einsame Andacht. Am Donnerstag, den S. September, hat efn fromintr Jude namens Meyer Akkad, ein SeDliarde, steh zur Klagemauer beigaben, tan dort zu beten. Zwei PoJteteten standen zu seinem Schutze da. Unter den in der Nachbar schaft wohnenden Arabern machten sich Zechen der Er regung bcmenWbar, aber der einsam« Andächtige wurde nicht betätigt. Die militärische Besetzung« Die Gerichte. Jerusalem, 10. Septerrtben (J. T. A.) In den Kreisen der Palästina-Regierung wird offen zugegeben, daß man noch autf lange Zeit hinaus mit dem Banditen- «nwesen, das in der letzten Zeit im Gefolge der Unruhen zum Durchbrach gelangt äst, zu rechnen haben wird. Um mit diesem Bamditmtum aufeu räumen, wird es sich als notwendig erweisen, für eine beträchtliche Zeit eine starke . militärische Besatzung im Lande 2u unterhalten. Gemäß Kablnettsorder sind Gerächte zum Verhör und zur Aburteilung der Scbuädigen eingesetzt worden, die sich aus englischen Mitgliedern der Pailästina-Adminästraiion zusammensetzen. Es ist nicht durchaus vorgeschrieben, daß die MiteHede-r dieser Gerichte richterliche Beamte oder sonst Personen mit früherer obrigkeitlicher Erfahrung sein müssen. Diese Gerichte werden gemäß ihrer Vollmacht die Befugnis haben, Strafen bis zu eintern Jahr Gef ängnis.z« verhängen. Schwerere Fälle, wie Kapitalverbrechen, werden an das normale Sch wu rger icht, das sich aus fünf BerufsTichtern zusammensetzt, abgetreten werden. Die arabische Exekutive. „Politisches und strategisches Handeln." Jerusalem, 6. September. (J. T. A.) Die Exekutive des Siebenten Palästtnensisch-Aralbisc'hen Kongresses hielt heute eine Sitzung ab, der 40 Mitglieder der Exekutive beiwohnten. M u s a K a s i!m Pasc h a, der Präsident; des Kongresses und der Exekutive, hielt eine Ansprache, in der er erklärte, er halte die Zeit für ger kommen, daß die Araber Palästinas z u politische m wie str äfegischein Handein übergehen. Die-Verhandlung, nahm .auS Vorschlag Musa. Kasimis den Besqhluß an, eine Abordnung der palästinensischen Araber; n ach. Lond;an zu. entsenden. Der GroB-Mufti bei Chähcelior. 1. ' Jer.usalem, '6.1 September,. (J/ T. A.) Der Groß- Mutti von'.Jerusalem, Hadz Em.in El Hussfiina hatte heute " eine Unterredung'.mit dem' ^pib&tk<mM$$aT .Oha«; cellor. Der Groß-Mufti unterbreitete dem Öberkommissar die folgenden Forderungen: "r \ 1. Politische. Gleichheit der. Araibcir ' mit-den Juden; 2. gleiche, -wirtschaftliche Rechte für Araber -und Juden; 3. Annullierung der .bisher ^yerileheiieii.'.,. Konzession , für Errichtung;.,von ^taulcraftwerken?iüf\::ßl^trÄizferiin'g: Palästinas (Rutenbergs'. Palestine Electric Corporation) und anderer lConzessJ.c*iü?n,, 'Neuwerleifcwtg*. 'aller Palästina->Kon-, Zessionen 'durch die ^Mandatsregierung; auf der Basis des öffentitchen Wettbewerbes; 4. Status quo hinsiohtliqh der Benutzung '.der .heiligen Stätten, bezw. des Status der einzelnen Religionen;' 5. Einführung; neuer Einwanderung sbe s c hr ä n ku ng e n, bezw. Regelung der Einwanderung gemäß den sozialen und wirtschaftlichen Bedürfnissen des Landes. , Es Verlantet,. daß der Groß-Mufti .in seiher Unterredung die Verantwortung für die Massakers gegen die Juden für seine Perspn ahgelehnt Ihat. Vandervelde verlangt Untersuchung. Ein Schreiben an Jean Fischer. ... Der Führer der Arbeiter-Internationale und frühere beigische Außenminister Emile V a n d e r v e 1 d e hat an den Führer der belgischen Zionisten Jean Fischer ein Schreiben gerichtet,/ welches im wesentlichen lautet:; „Wäteend wir die Opfer der arabischen Angriffe beklagen und Maßnahmen ergreh'en, um den Flüchtlingen?z|^Jelfen,. roü^en wir nach den Ursachen forschen, die das jüdische Nationalheim in die heutige tragische Situation gebracht haben. Europa hat die moralische Ver-;pfMehrung übernommen, erstens allen Bewohnern Palästinas Schute ihrer materiellen, moralischen und religiösen Interessen zu gewähren, zweitens die Sicherheit aller Ein«;W0(hner(, des JUnd.««, insbesondere der Juden, zu garantieren.! Aufgabe des Völkerbundes wird es,.nun »ein, zu untersuchen, ob die Mandatarmacbt ihrer oben gekennzeichneten Pflicht Geniige getan hat." Es sei absurd, fährt Vandervelde in seinem Schrei»; ben 'fort, gegen "die L ab ou r -R e gi e r u.n g, die erst einige Wochen an der Macht ist, Vorwürfe zu erheben. Es wäre ungerecht, nicht anerkennen zu wollen, daß die Handlungswelse der britischen Regierung für ihre Auf- : richtigkeit - zeu*t, -die Balfour-Beklaration zu; verwirk- ' liehen. Andererseits darf man die Augen nlch) verichließen (vor der Tatsache, _ / \. daß die Administration in der Klagemauer-Aageifgen. helt versagt bai. Wegen Platzmangels entfällt diesmal die Fort seiznng des Romans „Die Komödianten". Wenn die Dinge eine kritische Wendung genommen haben so ist dies auf die Schwäche und die pro arabische Parteilichkeit der Administra tion sowie auf das Fehlen von Maßnahmen:zur Abwen dung der Katastrophe zurückautfthren. „Ich zweifle nicht," schließt Vandervelde, „daß die Regierung Mac Donalds, die eine starke Sympathie für den Zionismus an den Tag legt, diejenigen zur Verantwortung ziehen wird, die sich der Schwäche, Kurz sichtiglkeit und Unfähigkeit schuldig gemacht haben." Auch in Moskau wird protestiert. Unter dem 4. d. meldet die J. T. A. aus Moskau: Tausende Jüdische und nichtjüdische Arbeiter und Stu deuten versammelten sich auf Einladung der Sektion für nationale Minderheiten im Universitätsgebäude von Moskau,,um gegen.die Massakers gegen die Juden zu pro testieren. Dalbei wurden Reden gegen die Zionisten als den „Handlangern des englischen Imperialismus" gehalten. Die Forderungen der Revisionisten. Das Exekutivkomitee der Union der Zionisten Revisionisten hat in den am 29. August in Paris und am 2. September in London abgehaltenen Sitzungen die Lage geprüft, die durch die letzten Ereignisse in Palästina ge schaffen ist und hat an die Exekutive in London das fol gende Schreiben gerichtet: Nach Ansicht des Exekutivkomitees machen die Ereignisse nötig, daß die zionistische Bewegung in zwei Richtungen, reagiert: 1. Es müssen entsprejehende Forderungen der britischen Regierung unterbreitet werden; 2. die ausführenden Organe der Bewegung müssen auf eine Weise reorganisiert werden, die den durch die neue Situation geforderten Aufgaben entspricht. , Wir sind fest überzeugt, daß es nicht nötig ist, unter Jden gegebenen Umständen zu erklären, weshalb das Exekutivkomitee beide Forderungen als gleich drin gend betrachtet. Es ist unseire Ueberzeugung, daß es keinen anderen Weg gibt, um eine w i r k 1 i di e 'E i, n heitsfront der Zionisten zu sich^rh, sdie im gegenwärtigen Zeitpunkt so notwendig ist. * Eine solche Einheitsfront katfn nach unserer Ansicht nur geschaffen Werden,'wenn wir uns alle darüber klar sind, daß. dje palästinensischetn ErM^nisse notwen digerweise die jüdische Öffenllithe Meinung bezüglich deir politischen Probleme des Zionismus, geändert haben. Eine Vereinigung a 11er zionistischer K räf te bis zum Zusam/mentri11 eines außerordentlichen Kongr e.ssfes kahri * daher nur auf der.Basis• der Gleichberechtigung der beiden politischen Häüptsfrömürtgen des Zionisrn\js erreicht werden. Mit vorzüglicher Hochachtung (gez.) V. jabotin8ky für das Exekutivkomitee der Union der Zionisten-Revisionisten. Die Vorschläge. 1. Ein außerordentlicher Kongreß soll einberufen werden, der nicht später*als im Dezember 1929 zusammentreten'soll. 4 2.; Die Wahlen zu dem außerordentlichen Kongreß sollen nicht später als im November 1929 stattfinden. 3. Bis der außerordentliche Kongreß eine neue Exekutive wählt, soll die jetzige vom 16. Kongreß gewählte Exekutive alle Geschäfte der Zionistischen Organisation leiten, mit Ausnahme der unter Punkt 4 genannten. 4. Alle Angelegenheiten von politischem Charakter, insbesondere diejenigen, welche Verhandlungen mit S. M. Regierung, mit -der Verwaltung von Palästina oder mit dem Völkerbund notwendig machen sowie die Durchführung solcher Verhandlungen, sollen vollständig und ohne Ausnahme während der unter Punkt 5 genannten Zeit einem politischen Sonderkomitee (Political Emergency Committee) übertragen werden, das folgendermaßen zusammengesetzt ist: drei Vertreter der Opposition, „drei Vertreter der vom 16. Kongreß gewählten Exekutive und ein Mitglied, das gemäß Vereinbarung der beiden genannten Gruppen gewählt wird. iiiiiiiiiii i i STRENG itW SELCHWAREN-FABRIK Wl«n, XX„ Kloit«rn«ubura«ritraQ« 40 unter besonder^ Aufsicht des Oberhauptes de polnischen "Gemeinde Wiens, Sr. Ehrwurden des Rabbiners M. Maytrsohn P^SHD-rynKiiD^yt •wm-.gpropri wan wan nw nwn nnn OT TO ■W?» rnifi T3w ,wvbw )r\myw> thd Tflglicli ftlsehe und eistklassige Special-Erzeugnisse feinster Wurstu, Selchwaren. — Provinzversand WILHELM PBTYAN, SCLCHWARBN-PABRIK W|»o, XX., Klo«terneuburgeratrafle 60 Telephon - 5. Das Programm, welches dieses Komitee verfolgen soll, muß vom Aktionskomitee gebilligt werden nnd soll aus folgenden Forderungen bestehen: I. a) Legalisierung des jüdischen Selbstschützes. b) Errichtung jüdischer militärischer Ein-' heiten in Palästina im Rahmen der dortigen , . Garnison unter britischem Kommando und zu Lasten des palästinensischen Budgets. c) Auflösung des trans jordanischen Grenz-, korps, welches zum großen Teil von jüdischen Steuerzahlern erhalten wird und dabei eine stän-1 dige Bedrohung der inneren Sicherheit Palästinas darstellt. d) Reorganisation der Polizei, wobei in . jüdischen Kolonien und Ansiedlungen nur jüdische Polizeiabteilungen Verwendung finden. II. a) Entsendung einer Untersuchungsbehörde, die von der Lokalverwaltung Palästinas unabhängig ist und ausgedehnte Vollmachte« erhält, um die Verantwortung für die Geschehnisse festzustellen und um die Ausübung des Mandates und die Art der Verwaltung zu untersuchen. b) Bestrafung aller Beamten und anderer Personen« die für die Katastrophe verantwortlich oder darin verwickelt sind. c) Bis zu dieser Untersuchung sofortige Suspendierung aller Beamten, deren Tätigkeit; eine Untersuchung durch die genannte Untersuchungsbehörde notwendig erscheinen läßt. d) Wiederherstellung alles zerstörten jüdischen Eigentums und volle Entschädigung für allen leiblichen und materiellen Schaden, den die Juden erlitten haben, auf Kosten des palästinensischen Bud-. gets und derjenigen arabischen Gemeinden, die an den Morden und Plünderungen beteiligt waren. III. Endgültige Anerkennung, daß die Klagemauer und das Gebiet westlich der Klagemauer ausschließlich für jüdischen Gottesdienst bestimmt sind. IV. a) Veröffentlichung einer Erklärung S. M. Regierung betreffend die Politik unter nochmaliger Bestäti- , gung der Verpflichtung zur aktiven Mitwirkung bei der Errichtung des jüdischen Nationalheims, wobei die Grundu lagen eines neuen Verwaltungsregimes gelegt werden sollen, welches die jüdische Kolonisation in ,; großem Maßstab begünstigt und deutlich die Rechte der Jewish Agency als amtliche* .Beratungsstelle der Regierung gemäß dem Man-- date klarstellt. i£ J' ., T"^v *b) Oeffnung Transjordaniens für jüdische Einwände-*^ rung und Kolonisation. ' 1 '" c) Annullierung des Churchill-Samuel-Weißbuches vom Jahre 1922. . d) Erklärung des Grundsatzes freier jüdischer Einwanderung. e) Schaffung eines Palestine Civil Service, der besonders vorgebildet ist, um die Mitwirkung der Regierung beim Aufbau des Zionismus sicherzustellen. 6. Alle Förderationen und Sonderverbände sollen aufgefordert Werden im Monat Oktober Tagungen abzuhalten, auf denen die vorstehend formulierten Forderungen gebilligt werden sollen. 7. Die gleichen Forderungen sollen durch öffentliche Versammlungen, die in allen jüdischen Zentren der Welt stattfinden sollen, unterstützt werden. 8. Dieselben Forderungen sollen in Form einer Petition an die Mandatar regier ung der jüdischen Oeffentlichkeit in der ganzen Welt zum Zwecke der Unterzeichnung durch Einzelpersonen mitgeteilt werden. DieForderungen der J udenschaft Palästinas. Ein Memorandum an den Oberkommissär. Jerusalem, 8. September. Der Waad Leumi, das Oberrabbinat Palästinas und die Agudas Israel überreichten dem Oberkommissär Sir Chancellor ein gerneins am es Memo ra nd u m, welches eine erschöpfende Darstellung der letzten Geschehnisse in Palästina und dfre Forderungen der ganzen Judenschaft im Zusammenhange mit der jetzt bestehenden Situation enthält. Das Memorandum unterfertiigteh namens des Waad Leuwrt: Elias Berlin, Ben Zwi und Chaim Salomen; namens des Rattbhwt« Oberrabbiner Koik und Rabbiner Uzlel, namens der Agudas Israel Rabbiner Bau. Die ausländischen Konsuln. Aide auswärtigen Konsuln in Palästina sind mit der Sarnrnlung und Sichtung des Materials über den Schaden, den Angehörige ihrer Staaten durch die Unruhen erlitten hatten, beschäftigt., Der französische Konsul besuchte das Bürgermeisteramt von Tel-Awiw und sprach dort sehte Empörung über die Angriffe und die Greuel taten aus. _ ZloDlsUtcMenokraMsch« JuMnd. Wocheoprögramtnt Samt« t a fr. 4 Uhr: Sicbab der .Mädchenkwiuab". 8 Uhr abends: ZnMmmettkunft in der Gruppe. Sonntag. 3 Uhr: Generalversammlung Im Caffe ..Produktenbörse". II.. Taborstraße 10. Pünktliches Erscheinen Pflicht. Montag. 8 Uhr abends: AusschuBsitsuug. Dienstag. 8 Uhr: Slcbah der Kwuzah „Dror". Mittwoch. ''18 Uhr abends: Sjchab der •tMftdchenkwuzah" sowie der Zöglingsgruppe. '/»9 Uhr: Vortrag im Caf6 ..Produktenbör«". II.. Tabor*!r»8e 10. Ooaoirstag. 3 UferrMdM* der Kwuzab „Prof"», ... ... :ki iftiMMBIIi»«fr«i *äwB8fc mimSati

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