Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 104 (13.9.1929)
- Date
- 1929-09-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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' Seite? die mm WELT tff.iHr WENflt*«*. «** DANN,,".. NUR ■fe'sttfl >>'"■•''- ' ' ' * " .•.!- .' . im r i*' WIEN Vi, MÄRIAH1LFERSTRASSE 71 PENN. .'^SSSÄi«.S?«PN ✓ LICHT-«nd WASCHECHT tL« i^J^lL-i LäÄt* Diese Versuche sind uiia «b verdam^ehswprter, als sie den feinden der Ju&v<len ^äpis^hen Führern und den < schuldigen Beamten der Pata- 8<iwegierüng, B e * i s k. at e* t i a 1 gegen1 die jüdische SacM fblmlieh ins Hans liefert1 Falsches Beweis^iaterfaJ*; ^tcÄe*ater «Ige* , mein schwer zu entwerten iem wird, weil es eben von zionistischer Seite 'n'er zn^efrafeen wurde.; Die Vorgänge, haben erkennen lassen, daß das jüdische Aufbauwerk fest und u n e r s c h ii 11 e rlieh ist, so weit die Arbeit, der Geist und die Haii tung der Juden in Betracht kommen.? Sie haben bewiesen, daß dieses Werk l e ifeh t!. zu sichern und zu schützen ist, daß der böse Wille fanatischer arabischer Hetzer und . nichtarabischer Drahtzieher nicht ausreicht, 1 . um es zu erschüttern. . Wenn nur die unbedingt erforderlichen wahrlich nicht sehr komplizierten, weder zu kostspieligen, noch zu harten Maßnahmen getroffen werden! In di es er* R i c h tun g h ab eh aber d i C z i o n i si t i s c h e L e i tun g u n d; die P a 1 ä s t inaregieruttg vollkommen ^versagt. Was vorgefallen ist, beweist nur diei ÜAÄulÜnglichk e i t d i e s e r b e i d e n F a k t p r e n< es beweist nichts gegen das jüdische* Aufbauwerk, nichts gegen die zionistische Idee. f , . , ■ ,'• , - .... ' "' 'Die Stimmung der englischen Öffentlichkeit, •: sofern sie sich ih o^en iWorten und Handlungen derf Regierungsmänneif und in( den .•Artikeln der großen' englischen. Zeitungen äußert, ist; fti^. Jen Zioiiismusj unbefriedigend und mahni gleichfalls zur Selbstbesinnung i^nd Abkehr .von d^.^iys^rigen'. politisehen Methode. Die viele . JaKre. l^ndurch; von cleri zionistischen Leitung erstatteten^ stereotypen Be^ : des enigl^' Syhipathiön| ,__n ,—,}?r?r ....___^-Idie Iieiter^ der ' Zionistxscheii Organisation^ l^ge^Ju^^aff dies-* bezüglich beste Arpßit gel e keinerlei., pesorghis ani Platze" 84^!.M&jBjL_8j^n. als irtig] . erwiesen..,' Die lfeitqn^eii 'Männer '''•^iei''M at;;-D ö-j n a 1 d, P a s s Ii e 1 et ü. a., hab^n Jzii ^Aiifang : wenig* . Lust gezeigt, von demv"Standpunkte,'daß das Ganze eine Ärigelegenheit der ^alfistinäregierurig sei, abzugehen. Es bedürfte langyVier'iger schwerer Bemühungen, sie zu den bekannten; nicht wertgehen-' den Erklärungen in Londc^ und Genf zu veranlassenl Sie zeigten sich zögernde zurückhaltend. Der Verkehr zwischen ihnen, und der Zionistischen Organisatipii war nicht leicht herzustellen. Ifas die groije -englische Fresse anbelangt, so waren: ihre ersten Artikel .direkt ^zionistisch. So brachte dfö ^Ifttt, d.er Jlegierungsparfei. ^$j$y~$e/taldu ledig-* lieh kurze Nachrichten, und die"ganz hii>ie^. Wehn' heilte die Haltung der Presse korrekter, den Juden etwas freundlicher gevVorden ist, so kam das auch nicht" von selbst. Auch hier müßte schwere. Informationsarbeit und Anknüpfung und Ausnutzung von Verbindungen einsetzen, eine Tätigkeit, Welche, zeitgerecht geleistet, ) . /viel ersprießlicher gewesen wäre. Jetzt ist festzustellen, daß in der Presse Scham darüber zum Ausdruck kommt, daß sich unter, einer, englischen Verwaltung solche Dinge ereignen konnten. Auch wird die Notwendigkeit der. Ei nh alt u n g. d e s Man d a t e s erwähnt. Aber darüber hinaus, von herzlicher Anteilnahme und werktätiger Sy-mpathieist w;enig zu merken. Charakteristisch ist'ein am 7. September in i,The New Stateiman" erschienener redaktioneller Artikel „Juden und Araber". In dieser hoch eingesChätzteü, einflußreichen Zeitung wird einfach festgestellt,' daß; sich die B a,J f ö u r - D e k 1 a r a t i ö n a 1 s ' v o r e i I i g e s Versprechen e r w i es en hat; England kainn wohl korrekterweise nicht von dem ißit den Juden abgeschlossenen Verträge zurücktreten, aber der Vertrag, welcher für England allzu! schwer ist, muß zeitlich, begrenzt werden. Etwa auf weitere zehn Jahre. Bis dahin sollen die Juden rüsten und später mögen sie sich selbst ihrer Haut wehren; Im Artikel kommt unfreundliche Korrektheit zum Ausdruck. Dabei handelt es sich um ein durchaus gemäßigtes, sogenanntes vornehmes Blatt, Da* ' ist im großen und ganzen der Geist, der aus der londoner Presse spricht. In England *elbst ist noch viel, viel Aufklärungsarbeit zu leisten* Der Zionismus hat England noch lange nicht ausgesorgt. m Die Sitzung in London hat den Freunden der Erweiterung der Jewish Agency eine Enttäuschung gebracht. In einem entscheidenden Augenblicke hat es sich erwiesen, daß , das in Zürich verfassungsmäßig vollendete Werk noch lange kein arbeitsfähiges » v-vi', •; i Instrument ergibt« Dem Rufe nach London — und es war gewiß ein dringlicher ftiif, ein Notschrei — haben die .niChtgionistiSChfen Mitglieder keine Folge geleistet, obzwar — von den amerikanischen Mitgliedern abgesehen — die Möglichkeit, nach London zu kommen, gewiß gegeben war. Nur zwei - nichtzionistische englische Juden waren da und ein *%NiChtziohist aus Rumänien. Unter diesen Umständen blieb nichts anderes übrig,?■ als aus der gemeinsamen Sitzung eine Sitzung des zionistischen Aktionskomitees zu machen, dem die Nichtzionisten als Gäste beiwohnen. Daß dieser Versammlung die Legitimation fehlt, im Namen der erweiterten Agency zu sprechen, i ist 'klar. .1 ■ / .1 ' ' , Das jüdische Palästina hat die Feuerprobe :überstanden. Es steht verwundet, vielleicht schwer! verwündet, aber ungebeugt, den Blick auf das Ziel; gerichtet, da. Es ist nunmehr die Pflicht der Zioni-; stischen Organisation, durch Einleitung einer neuen politischen Aerä; einer Aera aktiver, geradliniger zionistischen Politik das -Aufbauwerk ausreichend zu sichern und zu schlitzen und vor neuen Feuerproben nach Möglichkeit zu bewährend? '' ■; ■ \ ' Die London^ Berätungen. .... . .' D; , . ' Der offizielle Bericht London, 8. September., (J. T. . A.) Am 6. September wurde im Hause des '%wsl>'iCc^%e|.zu|Loif|on: eine Ige-- meinsame Sitzung '^es^|mi^t^|ive; Comnilltee 'fler^ : Jewish Agency für Palfi^tiÄ^uld %es^ AfttiMkolfti^eesder. Zionistischen^O^ganisatiqu eröffnetr die Sitzung war einei-atfflerQrdeh^i^he Juid f äusschließlidi der Beratung fdiö;vLage' i|LP«1ält!h£ ^ewi^met. Der Sitzürig-! wohnten bei': Die Mitglieder der Exekutive: Dr. L.; ..^a^lli, Prof.\ S. B r od e t sky, ' 'S/ Ki.äpl ansky, to^t;L i ps^ p i n, Harry S a ch er und Miß Henrietta S z o ld. V j[,! > w -. ... und stellvertretende ^^Miigtieder des dervZibiiistiischen Organisation: Lord 'Mitglieder f 4^tibnsköm^tjp!es! . »i*»/n,.<: ...'.-t.S.-,-.v« «. iSt:> i 4,i T r---V----7"1----TT------- , Melche^ Leol Motzkin, Dr1;^/-Schmar- : jahu Lewin; Jakob Fishman;l'.-Äey; Ji:' (^Idblooin, Dr. Alexander Goldstein, keon' ■■;Lewlt.e^;;J.i'''.Öchberg,-; Morris Rothenberg, '-Dr.f Leon Jleich.' l. Supra'sjcy, H. ]^rbst4np;L>r. :S,i.F^e^ M( J^u^ok,; j^r. ..Chaim. Arlpsoroff, pv. A.1 Tartakower, Beil Locker,, | l^eer' 'Grdfimriri; Ridfafdi-vLichtheim; jPr."'S,' Soskin, 1^ : Grünbauih, Robert Stricker, Kurt Blumenfeld, M. Dizengoff, S. Gronemann, Dr.' Berthold Feiwel, Jean bischer, S. Marks, Dr. I. Olswanger, Leonard St6in, L. Lewin-Epstejn, Dr. K. Schwartz, Döy Hos.;,Mitgliedw Administrative Committee der j.' A.: Miß Nettie Adler, " Dr. 0. d'Avigdor Götdsmid, tLazar Margulies, Dr. Max Soloweitschik, Rabbiner Dr.-; Horowitz und Dr. Oskar,,Wolfsberg. Ferner waren anwesend; .Israel Cohen, J. Hpdeß, M^Kleininann, M. D. ^der.i L,. Herrmann, A, Ävadio, J. Thon, L. Rpsoff, S. fernstem, ,B. Stqne, M., ^eisgal und W. Aron. .: Miß Henrietta Szold eröffnete die Aussprache, ■i^^»^««»«»"' Nirgends besser urtd billiger 'kaufen Sie als Im Teppdchhaojs S. Schein A;-C., Wien, I„ Bauernmarkt 10-12-\% VII., MarlahilferstraBe 90 (Ecke Bl^zlefgasse);; und Um, Landstraße 68, Tappiche^ Vorhänge, Decken, Llno'lexwn, Läulerreste. usw, Vollständig neu adaptierter ROSA-SAAL lUrHochsattan u» sonstig« Varaiistalhin« flen bestens geeignet im CAFE,ALTES RATHAUS' 1. Wipplingerstraße 24 Cafeticr iaoLttwy WIEN VII.. KAISER5TRASSE 123 IX.. ALSERSTRASSt 6 FERNSPRECHER B.ae-0-43 MM................<........HMM»M........t...... indem sie dem Heroismus, den die Juden Palästinas in den verschiedenen Städten und Siedlungen in den Tagen der Schrecknisse und Scheußlichkeiten an den Tag gelegt haben, den gebührenden Tribut zollte. . Herr Motzkin Übernahm den Vorsitz und ersuchte die Versammlung, sich zum ehrenden Andenken an die Gefallenen von deh Sitfcen zu erheben. Präsident Motzkin führte aus, die jüngsten Ereignisse in Palästina haben wieder einmal bewiesen, welcher Heldentaten die Juden in Zeiten schwerer Gefahr fähig sind. . Die Judenheit in der, ganzen Welt ist beherrscht von den Gef ühlen der Solidarität mit Jenen, die in Palästina angegriffen worden; dies haben die spontanen Proteste überall gezeigt, sowie die überall gemachten Anstrengungen, den Leidenden materielle Hilfe zu bringen. Tausende Kundgebungen und Petitionen von Juden in verschiedenen, Teilen der Welt sind an den Völkerbund in Genf gelangt. Herr S. K a p 1 a n s k y, Mitglied der Exekutive, .gab Bericht über die Schrecknisse und Scheußlichkeiten in .Palästina und schilderte; iri> chronologische^ Reihenfolge die Ereignisse seit dem 15. August, an dem eine jüdisdie Kundgebung ,mit Erlaubnis der Palästinaregierung an der Klagemaüer veranstaltet würde. Kaplansky, der die Lage an Hand der von der Palästinaexekutive gesandten Berichte sowie - der Presseberichte darlegte, zeigte auch, Wie die in Jerusalem begonnenen Unruhen sidi allmählich nach Verschiedenen Richtungen ausbreiteten, bis sie den ä u ß e r.s tea.No;r d.e,n..u n d den Süden des Land es erfaßten. Die,1 jüdischen Verluste werden auf 119 bis 130 Tote und etwa 354 Verwundete geschätzt. Am schwersten betroffen wurden eine Reihe gemischter Gemeinden wie Jerusalem, Jaffa, Hebron und Safed und eine. große Zahl, geschlossener jüdisdier Siedlungen. Der Emek Jezreel wurde nicht angegriffen. Lobenswert war die Führung der fransjordanischen Verteidigungstruppe. ' .. Die Juanen''Palästinas sind'übereeügt/däR den Obersten Moslemitisdieh Rat und die Arabische Exekutive ein großes Maß der Verantwortlichkeit für den Ausbruch^ der Leidenscliaftdn ■ trifftr; Die Juden werfen * auch def Palästinaregierung;.Mangel; an Voraussicht» vlxiA Unfähigkeit;vor* -; \K s.: Harry Ö a c H e r, Mitglied' der .Exefcütive,- berich- Jcte über die Tätigkeit 'der Zionistischen Exekutive sowohi in Palästina als kucii : in London seit; Beginn der 'Unruhen. Die Exekutive iö Palästina/ sagte er, hat die Gefahr vorausgesehen und tat alles, was in ihrer Macht steht, um ihr zu begegnen. Die Exekutive in London hatte bei der Regierung' der Mandatarmacht wiederholt ener gis che Vo r s. t:e 1 lu ngen erhoben,- mit dem Ziele, einen angeine;ssene.n „Schutz'"für' d'ie 'Jüdische Gemeinschaft, sofortige Wiederherstellung der Ordnung, Bestrafung der Schuldigen, Hilfe an die Betroffenen, Entschädigung fürten Verlust' von- Leben und Eigentum und eine neue Bestätigung der Politik, des Palästinamandates zu sichern. Dtese Bemühungen wurden vom Marquis of R eading und Lord Melchett be- ' trädxtli'di unterstützt; Hand in Hand mit der Exekutive erhoben sie Vorstellungen bei der Regierung. Der Staatssekretär für die Koloniengab die Zusicherung, daß sofort Schritte getan werden würden, um die Ordnung wieder herzustellen und die Ursachen des Aufruhrs durch eine Untersuchung festzustellen; die zu diesem Zwecke ernannte.. Untersuchungskommission würde sich in ganz kurzer Zeit nach Palästina begeben. Dr. Weizmann hatte in Genf eine Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Mac Donald und mit Briand. . Lord Melchett. führte dann aus, er vertraue darauf, daß der bei den jüngsten Unruhen entstandene Schaden entweder durch die britische öder durch' die Palästinaregierung wieder gutgemacht werden würde. Allgemein herrscht ein Gefühl der Scham über das vollkommene Versagen der britischen Administration in Palästina; die Untersuchungskommission werde zweifellos die Ursachen dieses, Versagens aufdecken. Er halte es für unbedingt notwendig^ daß' ' die Zionistische Organisation bei den von der Untersuchungskommission anzustellenden Verhören durch einen Anwalt vertreten sein solle und daß auch die von ihr gestellten Zeugen verhört werden. Er Imlte es für notwendig, daß alle y i e l * n e r g i s c h e r ihre Kräfte für Palästina einsetzen, als sie es bisher getan haben; er persönlich sei bereit, das Aeusserste nach dieser Richtung zu tun. Vor allem sei es notwendig, .; .t die Einwanderung, nach Palästina zu erhöhen. Er beabsichtige, bei einer baldigen Gelegenheit wiederum das Land zu besuchen, um die Lage zu studieren.