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Die neue Welt · 1929-09-06 · Heft 103 (6.9.1929) · page 10

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 103 (6.9.1929)
Date
1929-09-06
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 DIE NEUE WELT Nr. 103 teidigten sich, heldenhaft gegen die Araber, die die Kolonie angegriffen haben« Achf Stunden fang hielten die jüdischen Kolonisten im Kampfe aus, bis die englischen Truppen ankamen und zunächst die Araber von der Kolonie abdrängten. Sofort schritten die Truppen zur Entwaffnung der jüdischen Bauern und zwangen diese zur Räumung der Kolonie. Nachdem die Kolonie geräumt war, drangen die Araber in Hulda ein und brannten den Ort nieder» ohne in ihrem Zerstörungswerk gestört zu werden. Auch die Kolonie Ekron wurde zwangsweise evakuiert. Die jüdischen Bauern protestierten gegen diese Maßnahme, durch die ihr Besitz schutzlos dem Zerstörungswillen der aufrührerischen Araber preisgegeben wird. Mehrmals versuchten die jüdischen Bauern, in die geräumten Kolonien zurückzukehren, um sie zu bewachen; sie wurden aber immer wieder durch das britische Militär zum Verlassen der Kolonien gezwungen. _ Die jüdischen Stadträte Jerusalems lehnen die Teilnahme an einer Stadtratssitzung ab. : In der Mitteilung "heißt es weiter, daß der Gouverneur von Jerusalem, MajorKeithRoach, den Versuch gemacht hat, eine Sitzung des Jerusalemer Stadtrates zu arrangieren, wobei es zu einer gemeinsamen Aussprache zwischen den jüdischen -und arabischen Stadtriten kommen sollte. Die jüdischen Stadräte lehnten - s aber ab, an einer solchen Beratung teilzunehmen, indem sie auf .das Verhalten des arabischen Teiles des Stadtrates hinwiesen. Von anderer Seite wird mitgeteilt, daß auch die arabischen Führer einer Aufforderung der britischen Behörden, an: einer Beratung mit Vertretern der Juden teilzunehmen, niefit nachkommen wollten. Ebenso hat der Großmufti das; Ersuchen der Palästina-Regierung, sich persönlich in jene arabischen Dörfer, die Herde der Unruhen sind, zu begeben und die Araber zur Ruhe zu ermahnen, abgelehnt. Araber feuern auf einen Verwundetentransport. / Jerusalem, 27. August (J. T. A.) Ein Transport Verwundeter aus der jüdischen Kolonie Kastinah. der sich unter Begleitung britischer Polizei auf dem Wege nach: Jerusalem befand, wurde von Arabern aus einem benachbarten Dorfe beschossen. » Als Antwort auf diesen Angriff wurde das Dorf bombardiert. Das Beileid des palästinensischen. Konsularkorps. ä - Jerusalem, 28. August. (J. T. A.) Der polnische Generalkonsul in Jerusalem Dr. Zbyszewsky besuchte deta ijadassah-Hospital und gab im Namen des g esu mte%*Könsurarkorps Palästinas der Empörung über dj[g/,i|^enschlichen Bluttaten Ausdruck uud spradi den. ~ ' "ejpn der Angriffe sein Mitgefühl aus.;|:,; Erste Hilfe von Nathan Straus. H; New York, 27. August. (J. T. A.) Der jüdische Philanthrop Nathan Straus hat als erste Hilfe für die Opfer der Unruhen in Palästina 25.000 Dollar zur Anschaffung von Nahrungsmitteln und Medikamenten zur Verfügung gestellt.' \ Der Milliardär, Julius R o s e n w a l.d hat der Hadassäh in Palästina für schnelle medizinische Hilfe einen Betrag von 5000 Pfund telegraphisch überwiesen. > Die Kommunisten. Die Bundesgenossen der arabischen Plünderer. "Warschau» 2. September. Nach einer von jüdischen, Arbeitern wegen der Vorfälle in Palästina einberufenen Versammlung kam es mit jüdischen Kommunisten, die die 'Versammlung sprengen wollten, zu schweren Zusammenstößen. Sechs Versammlungsteilnehmer erlitten dabei teils .schwere, teils leichte Verletzungen. Von den schwerverletzten Personen ringen zwei mit dem Tode. Louis Marshall operiert. Der Präsident des American Jewish Qongreß und Vorsitzender des Coucil der Jewish Agency, Herr Louis M a r s h a 11, der nach iSchluß der ersten Jewish-Agency- Tagung infolge der Ueberanstrengung durch die Dauersitzungen leicht erkrankt war, hat sich,in Zürich einer Operation unterziehen: müssen. Die Äerzte hatten eine akute Entzündung der Gallenblase festgestellt und rieten zu einer sofortigen Operation. Die Operation ist befriedigend verlaufen; auch der allgemeine Zustand Louis Marshalls, der 64 Jahre alt ist, ist befriedigend. Der zweite Halsniann-Prozeß. Am/Montag beginnt in Innsbrucjk die vom Obersten Geri^tshof angeordnete neuerliche Schwurgerichts- Verhandlung gegen den Studenten Philipp Halsmann aus Riga* Er ist bekanntlich beschuldigt, seinen Vater, den Zahnarzt Dr. Mordechai Halsmann, bei einer Tour in den' Zillertaler Alpen ermordet zu haben. Für die neuerliche Verhandlung werden keine Einlaßkarten ausgegeben. _ Schachmeister Niemzowjttsch. Das Karlsbader Schachturnier, das in der ganzen Welt mit Aufmerksamkeit verfolgt wurde, endete mit einem Siege des jüdischen Schachmeisters N i e m z o w i t s c h. An dem Turnier nahmen die berühmtesten Schachmeister teil, so u. a. der frühere Weltschachmeister Capablanca, der den zweiten Preis davontrug. Der Wiener jüdische Meister Spielmann wurde 3., Rubinstein 4., Grünfeld 8. Weitere Preise erhielten Marocsy und Tartakower. Katastrophen in aller Welt! Und doch — unbeirrt und ungerührt von allem mensch« liehen Geschehen — geht die Natur ihren seit Jahrtausen« den geregelten Weg. Auf jeden Sommer folgt, oft unver* mittelt und ohne jeden Uebergang, der Herbst. Die Tage werden kürzer, die so gefährliche Abendkühle kommt, einige Tage früher oder später, aber sie kommt unver* meidlich. Die Natur zeigt jetzt öfter ihre Launenhaftig* keit, das Wetter — darum sagt man ja auch „wetter* wendisch" —- wendet sich jäh' in plötzlichen Uebergän< gen... Sie müssen sich daher rechtzeitig vorsehen, gnädige Frau! Das Warten hat keinen Zweck. Wenn plötzlich, über Nacht, herbstliche Nebel und Regenschauer kommen und das Thermometer rapid sinkt, dann müssen Sie sich rasch entschließen, zu rasch, um in aller Ruhe das für Ihre Figur, Ihren Teint, Ihren Geschmack und Ihr Toilet« tenbudget passende Kleid, den der neuesten Mode und den Wetterbedürfnissen entsprechenden Mantel wählen zu können. Wollen Sie einen guten Rat, der Sie nichts kostet und Ihnen doch viel Zeit, Mühe und Geld, viel verspäte* ten Aerger und Verdruß erspart? Sehen Sie sich einmal — Anschauen kostet nichts — unsere neuen Schaufenster anf Eine wirkliche Sehenswürdigkeit. Mit erlesenem Ge* schmack und feinstem künstlerischen Verständnis für Farbenharmonie und Gesamtwirkung sind originelle Ideen mit den einfachsten Mitteln zu einer schönen und jedes Auge wohltuend berührenden Schau gestaltet wor* den. 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Man« telsFIausch, 140 breit, alle Farben, S 8.90, Kleider*PopeIine, doppeltbreit, alle Farben, S 3.90. SeidensBrokat, 80 breit, S 2.90, Satin*de*Cbine, 90 breit, Reinseide, S 3.90, Kleider« Samt, alle Farben, S 7.90, MantelaPlüsch, 115 breit, S 7.90. Fahrtspesen werden vergütet. Provinzversand per Nach* nähme! Besichtigen Sie unsere Schaufenster, die Ihnen wirklich Sehenswertes zeigen. Brüder Schiff mann, II., Taborstraße 48. (Entgeltlich.) ' „Der Anteil der Juden am französischen Kulturleben." Der unter diesem Titel in der „Neuen Welt" erschienene Artikel ist auszugsweise einem Aufsatz der Jüdischen Preßzentrale Zürich („Les Juifs dans la vie economique de la France") entnommen. Jugendverein „Erez Israel". Am 5. d. im Heime der Volksbibliothek „Zion", IL, Kleine Mohrengasse 3, Mitgliederversammlung. Zionistische Ortsgruppe Graz. Die Zionisten von Graz, treffen sich jeden Dienstag um halb 9 Uhr abends in der Restauration Hermann, Graz, Kaiserfeldgasse 23, woselbst die aktuellen Tagesereignisse auf Grund kurzer Referate besprochen werden. Kaufmann 39 Jahre alt, schweizerischer Staatsangehöriger (früher Oesterreicher), Besitzer eines solid fundierten und prosperierenden Geschäftes der TextUbranche. mit größerem Vermögen und hohem Einkommen wünscht mit lebenstüchtiger Dame in Briefwechsel zu treten behufs in Frage kommt junge Dame aus gutem, jüdischem Hause, ca. 26 bis 30 Jähre alt, im Hauswesen durchaus erfahren, gemäßigt religiös. Eine üarraitgabe von ca. 15 bis 25 Mille Schilling ist erwünscht. Qetl. klarorientierende Mitteilungen mit neuerem Photo an Poytlugerkarte Nr. 283. ZUrloh 2 (Sohwelz) Fll. Seldenga«««, erbeten- Vermittlung erwünscht. Auslandsportal Vom Chajes-Realgymnasium. Am 27. August fand eine Versammlung statt, welche sich mit verschiedenen Vorgängen am Realgymnasium, insbesondere mit der geplanten Entlassung des Herrn Prof. C h a r t i n e r beschäftigte. Es waren Vertreter verschiedener zionistischer Gruppen und Männer aus dem Lehrfache erschienen, u. a. die Herren: Rabbiner Dr. Feuchtwang, Dr. L. Goldharrrmer, Dr. Isr. Waldmann, Dr. Rybaczewsky, die Kultusivonsteher Markus, Rath, Waltuch, Ing. Dr. Karplus, Dr. Schmerler, Löbl, Taubes. Herr Bloch von der „Misrachi", Prof. Dr. Glaser, Lehrer A. Schwertifinger. Nach einer längeren Diskussion, an welcher sich die Herren Rabbiner Dr. Feuchtwang, Dr. L. Goldhammer, Lehrer Schwertfinger, Dr. I. Waldmann ufcw. beteiligten, faßte die Versammlung den einhelligen Beschluß, gegen die Entlassung Prof. Chartiners, welcher von allen kompetenten Stellen als hervorragender Kenner der hebräischen Literatur und Geschichte anerkannt wird, Protest elnzul egen und alle zuständigen Stellen und die Jüdische Oeffenüichfkeit aufzufordern, gegen die ungerechte Maßregelung des verdienten Lehrers Stellung zu nehmen. * Vom Direktor der Anstalt, Herrn Dr. Viktor Kellner, erhielten wir über Befragung die Mitteilung, daß die Angelegenheit dem Kuratorium der Anstalt zur Entscheidung vorgelegt und bis dahin kein entscheidender Schritt unternommen werden wird. Im Interesse der für das Wiener Judentum so wichtigen Anstalt ist zu wünschen, daß diese Angelegenheit baldmöglichst 'aus der Welt geschafft wird, und zwar in einer Weise, welche der Gerechtigkeit, und dem Empfinden der jüdischen Oeffentlichkeit Rechnung trägt. Die Rückreise des Königs Fuad nach Aegypten! Der Generalvertretung der „Sitmar" wiird aus Aegypten gemelde<t, daß König Fuad von Aegypten, weicher für seine Reise nach Europa den Luxmsdampfer „Amsonia" benüUt hat, mit seinem Hofstab die Heimfahrt mit dem Exipreßdampfer „Bsiperia" durchführte und hei seiner Ankunft in Alexandrien seiner besonderen Zufriedenheit über dd'e Reise mit den beiden Praohtschiffen Ausdruck verlieh. J Für die jüdischen Opfer in Palästina. In den „Jüdischen Künstlerspielen" (Theater Reklame) finden Samstag, den 7. und Sonntag, den 8. September zwei Sondervorstellungen außerhalb der normalen Spielzeit statt. Zur Aufführung gelangt die neue Revuekomödie „Der Messias kommt", in der die Daincn'L. W ei n t r a ü b - G r a f, B. L i e b g o 1 d und Gertrud Kraus (Biblische Tänze) und die Herren A. Grimminger und N. Breitmann mitwirken. Eine besondere Attraktion bietet das Auftreten der berühmten Schauspielerin.Frau Vera Kanjewska, die ihre Weltr tournee unterbrochen hat, um sidi uneigennützig für diese zwei Vorstellungen zur Verfügung zu stellen. Da ein Teil des Reinerträgnisses für die u n g 1 ü c klichen jüdischen Opfer in Erez Israel'bestimmt ist, hoffen die „Jüdischen Künstlerspiele", daß die Freunde des Aufbaues der jüdischen Heimstätte sich, in den Dienst der großen nationalen Sache stellen werden. An beiden Abenden gelten die normalen Wochentagspreise. Die Habimah vor ihrer Welttournee. Als die Habimah im Frühjahr 192$ nach Palästina kam, fand sie bereits ein lebendiges/hebräisches Leben vor: Hebräisch ais Sprache der. Literatur, 'der Wissenschaft, der Presse und des täglichen Lebens; als Sprache der Bühne in den zwei Theatern Ohe! und Theatron l'iumi. In der Atmosphäre des Landes lebten in diesem -Zeitpunkt bereits "die bedeutendsten 'Persönlichkeiten der modernen hebräischen Literatur, die ihren Stützpunkt im hebräischen Verlagswesen fand, das sich fast zur Gänze in Palästina konzentriert hatte. Es war ein Kre|s von Personen vorhanden, die darauf warteten, die Habimah darauf zu prüfen, was sie dem neuen Menschen im hebräischen Palästina toünstierisch, sprachlich und sachlich, zu sagen habe. Die anfängliche Skepsis wich zunächst einer bedingungslosen Bewunderung und Anerkennung. Erez Israel war ' überrascht, ein hebräisches Gahiththeater wirken tzu sehen, das in einer Welt der Zerrüttung, des Hungers, der nationalen Unterdrückung entstanden ist und, abgeschnitten vom Boden, wo . sich das Ringen um die jüdische Neugestaltung vollzieht, ein GebMde echt hebräischen Geistes aufgebaut hat. Die Werte, die die Habimah dem Lande gab, konnte sie tausendfältig wieder zurückernten. Der Muttenboden »ab •ihr neuen künstlerischen Willen und die Kraft, an neue •große 'Aufgaben heranzugehen. „Haozar" („Der Schatz"» von Schalom Alejcbem) und „Keter David44 (eine Bearbei- •tung der „Locken Absalons" von CaJderon) sind die Re-i suitate der Arbeit in Erez Israel. War die Habimah bis dahin von der Kuiturwelt als exotisches ExperimentieTtheater angestaunt und bewundert worden, stellt sie jetzit einen auch von den droßg-ebenden Jüdischen Kreisen anerkannten Kwlturfaktor dar, der berufen ist, die neue jüdische künstlerische Weltanschau^ ung m repräsentieren. Die Habimah ist im Begriff, der Galuih den neuen nationalen uud sozialen WÜ'Ien Erez Israelis zu vermitteln und ihrer He$m«t die Resonanzen dieser Welt »'aohhau$e zu bringen. Unter diesem Aspekt hat der letzte-Zionistenkon&reß in Zürich die Be* ä

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