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Die neue Welt · 1929-08-09 · Heft 99 (9.8.1929) · page 12

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 99 (9.8.1929)
Date
1929-08-09
Page
– (sequence 12)
Language
German
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V Seite 12 DIE NEUE WELT Nr. 99 liehen Leben zurückgezogen. Er habe bei seinen Kindern gewohnt und sich dem Greisenasyl der Gemeinde ge* widmet. Im Herbst 1819 habe er von der Warschauer Polizei einen Paß nach Palästina bekommen und sei dort* hin gefahren. „Wozu?" „Um dort zu beten." „Was habt Ihr auf dem Weg und in Palästina Interessantes ge* sehen?" „Ich war mit meinen Gebeten so sehr beschäftigt, daß ich auf andere Dinge nicht achtete." Damals hatte das schwarze Kabinett auch einen Brief eines gewissen Berek Motschöwitsch in Warschau an se*aen Großvater in Palästina aufgefangen, worin jeher bittet, an den Gräbern der Propheten zu beten, man möge das Gesetz für die Militärdienstpflicht der Juden nicht einführen. Man fragte Plonski: „Warum fürchten sich die Juden so sehr vor dem Militärdienst? Wenn sie Pa* tästina erobern wollen, werden sie doch auch Soldaten sein müssen." Plonski antwortete: „Militärdienst verstößt gegen die Religion und stört das Einhalten des Sabbats. Palästina wird nur durch Gottes Hilfe und durch nichts anderes erobert werden." „Wann kann man die Ankunft des Messias erwarten?" „Die Zeit seiner Ankunft ist nicht bestimmt, aber er kann jeden Augenblick erscheinen." ,yWann werden die Juden nach Jerusalem zurückkehren?" „Das kann'man nicht sagen, aber es muß wohl bald ge« schehen.'* „Wodurch glauben die Juden die Ankunft des Messiaszu beschleunigen?" „Durch Gebet." Mehr „politische" Antworten waren aus dem Juden nicht herauszubekommen. Er schloß nun das Verhör mit den Worten ab, er hoffe, wenn er freigelassen werde, yieder nach Palästina zu gehen, um dort zu sterben. Aber er starb nicht dort, sondern im Gefängnis. Trotz^ der Erklärung des Fürsten Konstantin, daß nichts gegen Plonski spreche, kam vom Zaren keine Entscheid dung, vielleicht; daß man an den alten Mann vergessen hatte. Erst Prof. Simon Äschkenasy, der bekannte polnia sehe Historiker, fand im geheimen Archiv des Groß* fürsten Konstantin die Dokumente über Salman Plonski aus Warschau, der nach der Darstellung des schwarzen Kabinetts den Judenstaat in Palästina aufrichten wollte. Theater und Kunst. Nenes jüdisches Theater (IL, Praterstraße 60). Samstag und Sonntag das vier aktige Lebensbild „In Netz für Sünd" von F. Wachsmann, Musik von Wolf. Abraham - Goldfaden - Ehrung. In Marienbad wird Sonntag, den 11. August die Gedenktafel "für den Schöpfer der jüdischen Bühne, '<Jfen vor 20 Jahren verstorbenen iAbrahaim Goldfaden enthüllt. An der BnMlungsfeier ^wirken das Bläseiquartett des Marieriibader K u rotehesters (BetJi Hamikdasch aus „Sulapiith"), Rabb. Ör. Diainaait (Festrede), A. Medsels (Ansprache im Naine'n der Jüdischen Schauspieler) airid era Gesan-gschor mit. Eine besondere .Goldfaden-Feier ward auch in Leitners „Hotel •NationaH" abgehalten. Ein neuer SabbataltZwi-Roman.. Im Verlag Rütten Loenifl'g ist soeben unter dam [Titel, „Der Reiter'* ein Salbibatai-Zwi-Roman von Ludwig Strauß erschienen. Der Dichter entwickelt die Gestalt des angeblichen Messias Salblbatai Zwi, der die Wiedt erlösen wäll und im Tode erkennt, daß seine Zeit noch nicht gekommen ist, Jüdische Kunstausstellung. Der jüdische Kunsthändler Josef Sandel in Dresden hat eine Ausstellung der "bekannten Maler' Moritz Grosunann (Dresden), Jakob Steinhardt (Berlin) und' Miron Sima (Jerusalem) arrangiert, die als Wanderausstellung in zahlreichen Städten mit größerer jüdischer Bevölkerung gezeigt werden soll. ' Ungezieferplage. Mit dem' Zyklon*(BIausäure*)Ver# fahren ist endlich eine Möglichkeit geschaffen, durch einen einmaligen Vorgang alles Ungeziefer sicher abzutöten. Die Prozedur ist einfach, ungefährlich und von sicherem I5rfo{)g begleitet. Auskünfte erteilt die Firma Dr. A. Jancic &' Co., Wien, Erdbergstraße. Tel. U*l 1*0*97. (Entgeltlich.) Jüdische Sport- und iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiTurnbeweöung Der F. C. Hakoah in der kommenden Saison. Bis jetzt ist noch vollständig ungewiß, welche Spieler dem jüdischen Verein in der kommenden Saison zur Verfügung stehen werden. Nach den Erfahrungen, die Hakoah letzthin mit dem' enemaJi'gen' Spieler Wegner gemacht hat, können sich die Blau-Weiißen auf Versprechungen nicht roeihr einlassen. Halkbah überwies diesem Spieler, der Ibei Kispesti dn Budapest tätig war und nach Wien übersiedeln , wollte, einen. Vorschuß. Wcgner traf «war in Wien ein, reiste aber nächsten Tag nach Amerika alb, wo er, wiie.siölf herausstellte, von Agar schon früher einen Vertrag dn den Händen gehabt hat. Für den Posten des Torwächters stehen Oippenlheim und der bereits spiel'berech'tigte Feigl (früher Rapid) zur VerfügU'H.g. Für die Verteidigung kommen Scheuer, Feldmann und Gold in Betracht. Die Deckung wird sich aus den Spielern Fried, Löwinger,' Posauner, Placzek und Pofek zusammensetzen. Für den Angriff kommen, vorläufig Katiz, Mausner, Heß, Stern, Fischer und Neumann in Betracht Die Spieltermine der Hakoah lauten: Septemher: 1. gegen SpoTtkluh, 8. gegen Admira, 22. gegen F. A. G, 29. gegen. W. A. C. Oktober: 13. gegen Nicholson, 20. gegen Wadker. November: 3. gegen Hertha, 10. gegen Austria, 17. gegen Vienna und 24. gegen Rapid. Erfolge jüdischer Schwimmer. Im Schwimmsport fast aller Länder Mitteleuropas nehmen die Juden einelführende Stellung ein. Beiden letzten Schwimniedsterschaften in Oesterreich,. Tschechoslowakei und Ungarn errangen die jüdischen Vertreter 'sensationelle Siege. In Graz wurden die österredcWschen Schwimmeisterschaften •ausgetragen, hei. denen Ha/koah -:im Herrensahwimmen unter zahlreichen Bewerbern den dritten Platz besetzen konnte. Im Damenschwimmen landete Hakoah auf dem zweiten Platz. Das FreisMÜsöhwümmen über 100 Meter konnte Gofldberger (Hakoah) sicher gewinnen. Im Rückenschwimmen ■über 100 Meter landete Nassau auf dem dritten Platz. Im Brasteobwiimmen über .200 Meter placiertesich Stein nach dem österreiichiisdhen Meister.- In! der Freiistaffel 4/<2Ö0- Meter endete Hakoah auf dem dritten Platz. Eine ausgezeichnete Leistung vallibracflife die Meisterin Löwy im Freistil über 100 Meter, der eswiiedeir;gedäng, den Meistertitel ,ah sich "au reißeri." Im .Rüclken über 100 Meter mußte sich die Hakoahnerin Bratmahn mit dem dritten Plate begnügen.' Die Lagenstaffel- 3/^lOÖ-Meter ' könnte Hakoah (Bienen$eld, Bratmann, Löwy) gewinnen. Die Zeit 4:28 bedeutet einen neuen 'ÖsteOTekihischen Rekord. ' Einen Rekord stellte auch Hedi Bienenifelid im BTUStsdbwimmen über 200 Meter (3:15,8) auf. Im Landerkampf gegen -Südiiiiiiiiiiiniiiiinniiiiti. m STRENG WS S E LCH WA R E N - FAß RIK Wien, XX., Klosterneuburgerstraße 60 unter besonderer Aufsicht;des Oberhauptes d e polnischen Gemeinde Wiens, Sr. Ehrwürden des Rabbiners M. Mayersohn p^a^D^ry^^nsbyT vt))d boTiDon ]mn-wts w -nw nnawn nnn ■ no vtos nun "TO Mwbv )mrvixo t«d Täglich frische und erstklassige Spezial-Erzeugnisse feinster Wurstu. Selchwaren...— Provinzversand WlLH ELM PET Y ANf SELCHWAREN-FABRIK Wien, XX., Klosterneuburgerstraße 60 Telephon A43-1-59 Uli 111 II II I II 11111111 deutschland, der kommenden Sonntag dn Innsbruck zur Austragung gelangt, werden die Hakoaih-Schwimmer Stein und Golld'berg Ifür Oesterreich starten. Bei den tschechoslowakischen Meisterschaften in Preßburg blieben die Hagilbor- und Makkahi-Schwimmer •in mehreren Konkurrenzen erfolgreich. Die 4X200-iMeter Freistil konnte Hagihor-Prag (10 :34,6) gewinnen. Hasmonea gegen Libertas 1:1 unentschieden. Obwohl der Sp. Ol. Hasmonea seine, zwei besten Spieler, Plaozek und Neumann, an Hakoah aibgeben »nußte, gelang es ihm Sonntag, gegen den spielstarken zweitklassigen Professional'verein Libertas ein unentschiedenes 1 :1-Spiel zu liefern. Die Blauweißen waren ihrem Gegner technisch überlegen und führten bis acht Minuten vor Schluß. Eine vorzügliche Leistung bot das Verteidigungstrio. Im Angriff gefielen Sternhach und Arm 1. Den einzigen Treffer erzielte Arm 1. Hasmonea stellte folgende Mannschaift:.Kohn; Klarfeld, Weinwuirm; Josefsberg, Mondschein, Welizer; Sternbach, Schacht, Bleiberg, Arm 1 und Arm 2. Hakoah gegen Neubau. Nach einer kurzen Pause nimmt der F. C. Hakoah seinen Betrieb wieder auf. Im Rahmen der JubMäumswoche Neuhaus wird der jüdische Verein gegen Neuhau spielen. Bei dieser Gelegenheit werden einige Neuerwerbungen. der Blau-Weißen ausprobiert werden. Obwohl die Kriieauer kaum ihre spielstarkste Mannschaft steilen werden, dürften sie sicher siegen. Im Laufe des Monats wird Hakoah noch zwei Freundschaftsspiele gegen nicht spielstarke Gegner austragen. Bereits am 1. September absolviert Haikoah das erste Meisterschaft sspiel gegen Sportkliuib. Für den Leichtathletik-Landerkampf Oesterreich gegen Schweiz, der kommenden Sonntag in Bern statt-s findet, würden einige jüdische Ahleten nominiert. Im Lauifen über 400 Meter startet Deutscher (iHaikoah), in 800 Meter Blödy (Hakoah). Im 5000-Meter-Laufen wird Frankl (Ha-. giibor-Prag). der österreichischer Staatsbürger ist, die Farben Oesterreichs vertreten. , Die Hakoah-Hockeymannschaft siegte gegen Kritizendorf 2:0. Es war ein Ahsdhiedsspiel für den Haikoah-Verteidiger Fritz 51 e.ä ner, «3er für dauernd Wien verläßt und nach Südamerika reist. Steiner hatte die Genugtuung, im letzten Spiel, das er für seinen Verein absolvierte, beide Treffer zu erzielen. Der Grazer Hakoah sind zahlreiche neue Spieler beigetreten, und zwar die Wiener Waitzen (Orient), Kestler (iR A.C), Hauser (Austria), Münzer (Kadknah) und die Budapester Kohn (Vivo), Weiß (3. Bezirk) und Kattimann (P. T. E.). ." Einführung (einer neuen Zigarrensorie. Deutsche Raucher, die alljährlich in großer Zahl zum Sommeraufenthalte nach Oesterreich kommen, haben bisher trotz aller Wertschätzung der österreichischen ^Erzeugnisse immer Zigarren mit deutscher Fasson und Geschmack vermißt. JJm dem Wunsche dieser Besucher zu entsprechen, hat sich die österreichische Tabakregie entschlossen, drei heue Zigarrensorten, und zwar: „Gaisberg", „Großglockner" und. „Frau Hitt'V welche der deutschen Geschmacksrichtung Rechniing tragen sollen, zu erzeugen..... \; Als erste dieser drei Sorten wurde . am 4. August 1. J. die „Gaisberg"-£igarre zum Preise von 28 Groschen per Stück in den .Verschleiß gesetzt..; . '; . '. , Die „Gaisberg*' ist eine aromatische; Zigarre von länglicher, voller Fasson . mit Stumpf schluß und leichtem, angenehmem Geschmack. Sip , trägt einen Ring, auf welchem der „Gaisberg" mit dem Salzburger Landeswappen dargestellt ist. \ Die Zigarre ist in eleganten Erlenholzkistchen, welche nach Entwürfen des Graphikers Josef Binder ausgestattet sind, zu 20 Stück eingelegt. Die, Innenseite des Kislchendeckels ziert ein Motiv vom „Gaisberg" des Malers Rocca-Hüinpoletz in Offset-, bezw. Kupfertiefdruck. > : E Eisen- und Moorbad Pyrawarth nächst Wien, das österreichische. Franzensbad. Prospekte durch die Kurdirektion. _J_._ , E Zum Judentum zurückgetreten. Nach Mitteilung der Kulttisgeimeinde ist Herr carid. iur. Eduard Weihrauch, «eh: 4. Septemher 1904; zum Judentum zurückgetreten-, : - 1 GRABSTEINE FRIEDLÄNDER & DEUTSCH Wien. l. Bes., SeHenstettengasse 2, Telephon U-28-1-28 XI, Zentralfriedhof, neb. d. 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