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Die neue Welt · 1929-07-26 · Heft 97 (26.7.1929) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 97 (26.7.1929)
Date
1929-07-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 30 Groschen. Herzl-Nummer V. b. b. BEZUGSBEDINGUNGEN . Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.—, vierteljährig Zioty 6.—; Tschechoslowakei monatlich Kc. 6.—, vierteljährig Kc 15.:—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Rumänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. R E V U E HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 20.—, vierteljährig Lewa 60.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4.50. Redaktion und Verwaltung: Wien, IX,, Universitätsstraße 6—8 Telephon: A25-2~82 — Erscheint jeden Freitag Jahrgang 3 Freitag, den 26. Juli 1929 Nr. 97 Eine Wundergeschichtec Von David Frischihann. Wie eine Wimclergeschicihte war . das Leben dieses Menschen. Mütter werden,'sie ihren Kindern erzählen an den Vorabenden;-von Geschlecht zu Geschlecht wird sie überliefert" werden. Wie plötzlich sein Kommen war, so plötzlich war sein Verlöschen. So wird eine Legende! Eine gute Fee stand an seiner Wiege. Und alle physischen und geistigen GabenV. die sie sonst Tausenden zusammen gibt, gab sie diesem Einzelnen: Zaiiberaugen. Und Schönheit der Gestalt, Süße dea Wortes, Weichheit und Adel/ Kühnheit des Gedankens und Naivität eines Kindes, einen logischen Kopf und ein heldisches Herz. Pie Neigung zur Träumerei und den starken Willen, große Dinge zu tun, solche, die ein anderer nicht tun kann. Sein Lachen gab sie ihm uwP seine Träne, die Fähigkeit zu herrschen und zu siegen, und den starken Willen gab sie ihm und Gnade in den . Augen der mächtigen Ueberirdischen. Und für die Augen der Menschen — 'mit 'allen physischen und geistigen Gaben hat sie ihn beschenkt. Und den Tod gab sie ihm — den Tod, der plötzlich kommt und ihn mit dem Zauber einer Wundergeschichte umweht, um -das Bild des Helden ganz und vollkommen zu gestalten. Denn sie sprach: Was sein Leben nicht bewirken konnte, sein Tod wird es tun. ' WIEN VII., KAIS.ERSTRASSE 123 IX., ÄLSERSTRASSE 6 FERNSPRECHER $.QQ,Q>$4 ■ Von Basel nach Zürich. —y. Welches Unglück, wenn es einmal zu einem Konflikt zwischen Herzl und der Autorität des Kongresses gekommen wäre! — hat einmal Nordau in einem Gedenkartikel geschrieben. Damals war Herzl schon tot und sein Freund und Mitkämpfer hatte es versucht, sich auszumalen, wie es wohl werden würde, wenn die inneren Kämpfe im Zionismus zum letzten und entscheidenden Zusammenstoß mit dem Willensmenschen Herzl führten. Der Kongreß hatte doch in der letzten Session, die noch in Herzl die Mit'telpunktfigur besaß, ein Landangebot, das sich mit den politischen Zielen des Baseler Programms nicht vereinbaren ließ, verworfen. Der Kongreß war stolz auf seine Stellung, stolz darauf, den Willen des Volkes zu vertreten; d e r K o n g r eß'h a 11 e K r a f t und den Mu t d e r E n t s c h 1 i e ß u n g. Es war eine harte Stunde, als er mit dem Dank an England für das Angebot einer freien Siedelung in Uganda a^ich diö Ablehnung.1 verbinden mußte. Er wollte kein Nachtasyl und sagte sein N e i n.'.Ungeachtet der Not im Qsten — eben' war die blutige Woge Kischinews vorbeigerauscht, eben warerfe bei- JPlf Mie^"gewesen — sah der Kongreß das große politische £iel in Palästina. Ist der Kongreß derselbe geblieben? Ist er auch heute bewußt der politischen Verantwortung? Es ist eine seltsame Ehrung, die er diesmal dem Andenken seines Bildners weiht. Er holt Herzls Gedächtnis aus der Erinnerung, pflanzt das Bild vor sich auf und ist in tiefe Rührung versunken. Gibt sich der Kongreß auch darüber Rechenschaft, w i e,, weit er vonHerzl steht? Logischerweise müßte er das Baseler Programm zeitgemäß abändern, um nach innen wie nach außen zu dokumentieren, daß er nicht mehr die eigenwillige, aber stets politisch denkende Körperschaft ist, die ragende Tri-, büne, die die höchste im Judentum ist. Volk und Kongreß war von Herzl dazu erzogen worden, in die Zukunft zu schauen, nur der eigenenK r a f t zu, vertrauen, der Kraft des kleinen Mannes, dem Idealismus der Masse, die so gerne glaubt und opfert, weil ihr Glauben ihr Schönheit in die Trostlosigkeit ihrer bedrohten Existenz bringt, weil der Zionismus ihre Phantasie beschäftigt, ihnen das Bild des freien um Wennschon... dann mir Gramola einen aus dem GRAMOLA-SPEZIALHAUS MarlahllferstrnOe 31 llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Mlkolaso h'SpezIal-Platt •(SenkOFuBelnlagen / fertig und nach Gipsabdruck, regulierbar, leicht Paar Schilling 2,40 aufw. Vorher Krampfadern, empfindliche-Füße, Ballenschmerzen etc. erfordern fachkundig angepaßte Strümpfe mit oder ohne Gummi nur Marke „ParatJruit" (auch als Abmagerungsstrumpf verwendbar) an- §enehm, haltbar, waschbar, unsichtbar, Stück 6.— bis S 25.—, Fesselformer S 3.— bis S13.—. Maßarbeit und Reparaturen prompt. Nachher Nur bei Spezialist MI KOL ASCH Spezlalinjtltut für Bandagen aller Art; oigena Modelle In Bruch-und Nabelbinden, ■ . ■ Leibbinden u.s.w. Gegr. 1896 Wien, Taborstraße 22 Gegr. 1896 Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. Volkes auf freier Scholle vor Augen stellt. Das Volk ist bei seiner Sehnsucht geblieben, die Jugend strömte nach Palästina — der Kongreß ist vom Wege abgeirrt. Er hat sich von der Masse abgelöst, vertraut ihr nicht mehr und ist isoliert. Er hat dies aus freien Stücken getan, eines Sinnes mit der Leitung, der Herzls: politisches Konzept und Methodik nicht mehr -genehm!:'\^ar...Hätte^.'sichVIlerzls. Plan\ auch. -nül in einem Punkte als unrichtig erwiesen! Gera de"das . G e g e n t e i 1 i s t d e r F a 11. Vom Herzischen Charterismus führt der Weg schnurgerade zum Mandat, zur öffentlich-rechtlichen Anerkennung des politischen Zionismus. Was Herzl geschaffen hat, der Kongreß, der Nationalfonds, ist heute noch da und durch nichts Besseres ersetzt. Aber was Herzl bekämpft . hat, die Verbindung mit den Nichtzionisten,' die den nationalen und politischen Inhalt des Zionismus hassen, die ein jüdisches Volk nicht kennen und die jüdische Not mit seelenmordender Philanthropie abstellen wollen, — das ist in den Zionismus eingedrungen und beherrscht den Kongreß. Das Mandat hat der politische Zionismus erkämpft.'Es ist die logische Fortsetzung jener Politik, die noch Politik betrieb, . die vom jüdischen Volksgedanken ausgehend, den Mächten die Anerkennung des Volkes als einer, politischen Einheit abgerungen hat. Träger und Vertreter des Gedankens war die Organisation, eine in der ganzen Welt gebildete Vereinigung gleichstrebender Menschen, die sich als Volk fühlten und im Kongreß seinen höchsten Repräsentanten erblickten. Sie haben an der Erziehung der Massen gearbeitet, politisch und sozial neues Leben geschaffen, haben gesammelt und gewirkt. Sie haben die Ausdehnung der Organisation erreicht bis zu einem Grade, daß im Augenblick der Erreichung der Völkerbundsanktion wirklich das Volk hinter der Leitung stand. Das Volk — ' aber nicht die Nichtzionisten, die abseits standen und abseits blieben; von ihrem Gesichtspunkt aus mit Recht, weil sie ein jüdisches Volk niemals anerkannt hatten. Sie sind abseits geblieben, und verweigerten die Mitarbeit, so wie sie sie ' Herzl verweigert hatten.; Sie sirid ' aber dann zur offenen Feindseligkeit übergegangen. Sie haben sich mit den'jüdi sehen; Kommunisten verbunden, um durch die Kolonisation in Rußland dem Palästina-Mandat ein politisches Gegengewicht entgegenzustellen. Ihre Finanzierung cler Krim ist nicht aus jüdischem Mitgefühl entstauben;

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