Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 94 (5.7.1929)
- Date
- 1929-07-05
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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I Seite 10 DIE NEUE WELT Nr, 94 Theater und Kunst Die Jüdischen Kiinstlersplele (Theater Reklame) veranstalten am €. (f. zu Ehren des Humoristen J. Tun kel (Der Tunkeler) (Mitglied des Jiddischen Penklub, Warschau) anläßlich seines Wiener Aufenthaltes einen humoristischen Rezitationsabend aus eigenen Werken. Das inhaltsreiche PrRramm umfaßt Parodien, Humoresken, Monologe etc. Beginn 8.30 Uhr abends. Der Kartenvorverkanf bei R. Löwit. I., Rofenturmstraße, M. Rath, Bücherstube, II., Taborstraße, und im Theater Reklame, II., Praterstraße 34, hat bereits begonnen. Neues Jüdisches Theater (PraterstraBc 60). Wochenspielplan: Samstag und Sonntag Gastspiel Klara und Schalom Zucker. Zur Aufführung gelangt als Premiere „Kinder vergeßt n i t!", Lebensbild in drei Akten von Z. Libin, Musik von Sch. Sekunde. Jüdisches TheatersStudio. Wie unsern Lesern be* kannt ist, wurde in der „Neuen Welt" zur Gründung eines Jüdischen Theater*Studio aufgerufen. Auf Grund des Interesses, das unser Aufruf in der jüdischen Intel« ligenz fand, und nachdem eine Reihe von Anmeldungen eingelaufen war, trat ein Komitee zusammen, das die künstlerische und administrative Leitung über» nehmen sollte. Bei der Konstituierung dieses Komitees und der Ressortübernahme traten unter den einzelnen Mitgliedern prinzipielle Divergenzen zutage, die ihre Ur* sache in der Betonung des politisch gerichteten, jiddisch:« stischen Charakters von seiten einer Minorität unter Initiative des Dr. N. Brind hatten. Diese Stellungnahme verschärfte sich so weit, daß die auf dem Boden eines allgemeinen jüdischen Kulturprogramms stehenden Ko* miteeproponenten P. Haller und Dr. I. Dulberg ihre weitere Mitarbeit einstellten, was zum Austritt der an* deren zionistischen Förderer des Studio führte. Da der zurückgebliebene Ausschuß, der das Vertrauen der jüdi* sehen Kreise verloren hat, nicht mehr aktionsfähig ist, werden die Vorbereitungen für ein jüdisches Studiotheater getroffen, für das sich reges gesellschaftliches und finan« zielles Interesse zeigt. Literarischer Abend. In den „Jüdischen Künstlerspielen" fand vorige Woche anläßlich der Penklub- Tagung ein literarischer Abend statt, an welchem der bekannte Schauspieler und Rezitator Jehuda Ehre nkränz als Interpret , der neueren jüdischen Literatur zum vierten Male in dieser Saison vor das Publikum trat. Das Programm umfaßte diesmal Schriften von Schalom Asch aus allen Schaffensperioden des Erzählers. Bemerkenswert war wieder die Meisterschaft, mit der Ehrenkranz die Dichtungen in Sprache und Gestaltung meisterte. Den Abend leitete ein literar-historisches Referat von Dr. S. Schmitz ein, der den dichterischen Kulturkreis des neuen Judentums in der großen hebräischen und daneben jiddischen Zone umriß.- Dem wertvollen Literaturabend wohnte zum größten Teil zionistische Jugend bei. Herzls „Judenstaat" spanisch. Um dem Mangel an zionistischer Literatur abzuhelfen und die nationaljüdische Erziehung zu fördern, hat'sich der Verlag „Ediciones de la Asociacion Juventud Cultural Sionista" entschlossen, Theodor Herzls „Judenstaat" unter dem Titel „El est ad o Judio" in spanischer Sprache herauszugeben. Vor kurzer Zeit ist auch Professor Dubnows „Neueste Geschichte des jüdischen Volkes" in spanischer Sprache im Verlag „Hebraica" erschienen. Bethaus-Einweihung des Misrachi. Am 26. Juni fand in den neuen Räumen des Weener Misrachi die Einweihung des Bethauses und der Talmud Thora statt. In dem schönen Festsaale fanden sich" zahlreiche Festgäste ein, so u. a.: Rabb. Dr. Kaminka, Rabb. Dr. Mehr er, Rabb. Dr. Kalischer, Rabb. Dr. Wundermann und Rabb. Blum, ferner Herr Oberbaurat Stricker, Obmann des Verbandes der demokratischen Zionisten, Herr Viktor Bauminger i. V. des Präsidiums der Kailtusgemeinde, die Kultusräte Dr. S. Beer, Dr. Klaber, die Vertreter der Versicherungsgesellschaft „Anker", Herr Direktor Kleinfeld, Dr. Tartakower (Zion. Landes'komitee), sowie Vertretungen verschiedener Bethäuser und auch Herr Torczvner, ein Freund und Gönner des Misrachi. Nach dem Minche- und Marawgebet, das Herr Oberkantor des Pazmanitenternpels Herr Müller vortrug, begrüßte der Präsident Herr Baruch L ö w die Gäste in hebräischer und deutscher Sprache, hob die Bedeutung dieser Feier für den'Misrachi und den Aufbau Palästinas nMmmuiaammmnmamm3BBammmmnm^mmii\«i»mimammmK^m Waren Sie schon bei Schiilmann, 11., Taborstraße Nr. 48? Wegen vorgerückter Saison sensationeller Mantel- und Kleider-Rummel. 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Dem scheidenden Vorstand wurde der Dank und das Absolutoriium erteilt. Die hierauf vorgenommenen Wahlen ergaben das folgende Resultat: Präsident: Max Schiffmann; geschäftsführender Vizepräsident: Isidor Herbst; Vizepräsidenten: Fritz Beck, Direktor Erwin Hein; Kassiere: David Bd e I e t, Oskar M e u z ei; Schriftführer: S u b a k, König; sportliche Leiter: Scheuer, Bar che Iis, Juris; Beiräte: Dezsö Herbst, Dr. Felix, G'l ü c k s m a n n, Fleischer, Isler; Revisoren : B a b s t, K u I k a, Win k J e r. Sämtliche Herren wu<rden einstimmig gewählt. Die Spiele der Hakoah. Von Hungaria 3 :1 und vön Slavia 8 :0 geschlagen. Der F. C. Hakoah hat zu viel gewagt. Kaum nach Beendigung der Meisterschaft, haben die BlauweiOen eine Reise nach Rumänien unternommen und knapp eine Woche nach der Rückkehr nahm der jüdische Verein an d*m Rundspiel des Sp. CI. Rapid teil. Das war zuviel. Am ersten Tag trat der jüdische Verein gegen den ungarischen Meister Hungaria an. Hakoah lieferte zeitweise ein gutes Spiel und das Match stand bis 15 Minuten vor Schluß 1:1. In dieser Zeit ereignete sich etwas, was bisher bei internationalen Spielen selten der Fall war. Bei einer wuchtigen Abwehr Scheuers gegenüber Hirzer, kam es zwischen dem Hakoah-Kapitän und dem Hungaria-Spieler Nadler, der den Hakoahner beleidigte, zu einer Kontraverse. Schiedsrichter S t e p anovsky (Prag), der mit seiner Sympathie offen auf Seite der Ungarn stand, schloß Scheuer, cl e r als fairer Spieler bekannt ist, aus. Der Ausschluß wurde vom Rapid-Anhang, der keine Gelegenheit sich entgehen ließ, die jüdische Mannschaft zu verspotten, mit Jubel aufgenommen. Als Neufeld den Schiedsrichter genau informieren wollte, wurde er von nicht weniger als fünf Gemeindewachleuten umzingelt und herumgezerrt. Jetzt wissen, wir warum Wien eine Genieindewache hat. , Nach diesem Vorfall fiel die zeitweise mit 9 Mann soielende Hakoah zurück. Hakoah war in der ersten Spielzeit den Ungarn überlegen. Bereits in der 9. Minute erzielt Stern einen prachtvollen Treffer. In der 15. Minute gibt Braun, der sich bei Hakoah gut einführte, einen Freistoß ab, Stroß köpft großartig ein, und Stern drückt den Ball ins Netz. Zum Erstaunen aller gibt der Schiedsrichter, nachdem er den Treffer anerkannt hatte, Strafstoß gegen Hakoah, angebliöh wegen Offside.' In der 39. Minute gleichen die Ungarn nach einem Fehler der Hakoah-Verteidigung aus, Heß wird verletzt und kann die weitere Spielzeit nur als Statist mitwirken. In den letzten 20 Minuten muß er vollständig ausscheiden. Hakoah stellte folgende Mannschaft: Oppenheim; Scheuer, Pollak; Fried, Stroß, Posauner; Braun, Heß, Stern, Mausner, Katz. Am zweiten Tag erlitt Hakoah die empfindlichste Niederlage seit mehreren Jahren. Die jüdische Mannschaft wurde vom tschechischen Meister mühelos 8 : 0 abgefertigt. Die< Niederlage darf nicht so tragisch genommen werden, da die Prager tags zuvor Rapid glatt 4 : 2 besiegt haben und in der derzeitigen Verfassung auch den stärksten Lfgaklub besiegt hätten. Dazu stellte Hakoah eine Mannschaft, in der nicht weniger als 6 Reservespieler tätig waren. Mit einer Mannschaft wie Oppenheim, Berson, Pollak, Fried, Löwinger, Birnbaum, Katz, Braun, Neumanti, Mausner. Fischer, kann man nicht besser abschneiden. Trotz; der empfindlichen Niederlage war Oppenheim nicht schlecht und der kleine Fischer im Angriff konnte ebenfalls sehr gut gefallen. Die Verteidigung versagte vollständig. Hakoah nach Polen abgereist. Die Mannschaft des F. C. Hakoah ist vergangenen Dienstag nach Polen abgereist. Die Blau-Weißen spielen am 6. und 7. Juli in Lodz. Außerdem dürften Spiele in Reval und Libau ausgetragen werden. Das jüdische Sport- und Turnfest in Ostrau. Das große Makkabi Sport- und Turnfest in Mährisch-Ostrau, nahm einen glänzenden Verlauf. In den leichtathletischen Konkurrenzen konnte die Wiener Hakoah am günstigsten abschneiden. Im Entscheidungsspiel um die jüdische Fußballmeisterschaft der Tschechoslowakei zwischen Makkabl-Proßnitz und Hagibor-Prag siegte Makkabi 1:0 und errang durch diesen Erfolg den Meistertitel. Wettspieltermine der Hakoah. Die Auslosung' in der ersten Liga ist für die kommende Saison bereits vorgenommen worden. Die Hakoah hat das Pech gleich in den ersten vier Matches auf spielstarke Gegner zu treffen. Am 1. September kämpfen die Blau-Weißen in Dornbach gegen Sportklub. Eine Woche später tritt die jüdische Mannschaft gegen den Exmeister Admira an. Am 22. und 25. September folgen Spiele gegen F. A. C. und'W. A. C. Die weiteren Spieltermine lauten: 13. Oktober gegen Nicholson, 20. Oktober gegen Wacker, 3* November gegen Hertha, 10. November gegen Austria, 17. November gegen Vienna und 24. November gegen Rapid. Die Meisterschaft der jüdischen Atnateurvorelne. In der zweiten Klasse Ost errang Hasmonea zwei schöne Erfolge. Die jüdische Mannschaft siegte gegen den Döbl. Sp. Cl. 4:0 und gegen Pfeil 2 : I. Das Match gegen Pfeil verlief interessant und fair. Beide Treffer erzielte Arm. Aufstellung: Kohn; Klarfeld, Wein wurm; Josefsberg, Placzek, Welzer; Zunz, Arm, Schacht, Reißmann, Sternbach. Hagibor-Makkabl gewann gegen Matzleinsdorf 5 :3. In der dritten Klasse Ost erlitt Menorah gegen Burgtheater eine unverdiente 1 :3-Niederlage. Der Schiedsrichter W i e s n e r benachteiligte die Menorah-Mannschaf t in ärgster Art. Er schloß einen Spieler von Menorah ungerecht aus, schritt aber nicht ein, als Gutmayer (Burgtheater) dem Menorah-Kapitän Defries einen F a u s t s c h 1 a g ins Gesicht versetzte. Defries brach blutüberströmt ohnmächtig zusammen und mußte auf die Unfallsstation gebracht werden. Sportakademie der Hakoah. Die von der Ringersektion des Sp. Cl. Hakoah veranstaltete Sportakademie, war eine der bestinszenierten Veranstaltungen für den Ringkampfsport. Eine Reihe prächtiger Ringkämpfe und erstklassiger Vorträge bildeten das Programm, das von dem zahlreich erschienenen Publikum sehr beifällig aufgenommen wurde. Der Klubkampf gegen den slowakischen Meister Slavia (Preßburg), endete mit einem überlegenen Sieg von 18 :2 für Hakoah. Für den jüdischen Verein waren die Ringer Flamm. Gottlieb 1, Schlanger, Ochsenhorn, Bergmann und Hirschl tätig. Die Hakoah-Wasserballer wurden, in Budapest von Phöbus 4:1 und M. T. E. 8 : 1 geschlagen. Die Grazer Hakoah. Nach mehreren Erfolgen erlitt die Grazer Hakoah vergangenen Samstag und Sonntag zwei empfindliche Niederlagen. Der Jüdische Verein unterlag gegen G. A. K. 0:6 und Sturm 1:5. _ Touristik- und Skiklub ..Hakoah". Tourenprogramm für 7. d. Fußtouren: Greifenstein (8 Uhr Stadtbahnende Heiligenstadt). Raxalpe—Alpenklubsteig (Abfahrt am Vortage). Näheres Freitag von 20 bis 22 Uhr. Jugendgruppe nach Vereinbarung. Näheres Donnerstag von 19 bis 21 Uhr, Klubheim: Wien, I., Wipplingerstraße 24 (Durchgang Caf6 Altes Rathaus). Vereinsnachrichten. Kongreßlugeudrelse. Am 4. Juli 1929. halb 8 Uhr abends. Im Helme des Jugendvereines „Erez Israel". Wien, II.. Zirkusgasse 33, Besprechung der Reiseteilnehmer zum Kongreß nach Zürich. Endgültige Festsetzung der Teilnebmerzahl und der Modalitäten der Fahrt. Erscheinen notwendig! Z, 4, V. „BarrKecW»''. Am 29. Juni fand der letzte B. C. dieses Semesters statt. Ferialzusammenkünfte jeden zweiten und letzten Samstag eines jeden Monates. Zuschriften per Adresse Caf6 „Produkten- Mm"» XMbmixm_______________ Austritte aus dem Judentum« Karpfen Ffitz, geb. 21. II. 1897 Wien, Redakteur, ver>h., IV., Bledhturaigasse 28, und dessen Frau Margarete, gelb. Freisager, geb. 20. V. 1894. — Schütz Leopold, geb. 15. XI. 1899 Wien, led., XX., Klostenncuburgerstraße 85. — Schulhof Else, geb. 16. V. 1915 Wien, led., IX., Bindergasse 11. — Albershefm Gerhard Ludwig, geb. 17. XI. 1902 Köln, led., XIX., Kreindlgasse 27. — Marot Blanka, geb. 14. VII. 1907 Baden, led., XIX., Zehenfchoitergasse 29. — Hesz Alfred, geb. 4. II. 1892 Qsentar, verlh., XVI., Steinhofstraße 8. — Hesz Karl Max, geb. 8. II. 1923 Wien, led., selbe Adresse. — Dr. Flschel Abraham, geb. 18. IV. 1889 Biala, gergeseh., VIII., Laudongasse 44. — Schermesser Igor Waldemar, geb. 24. III. 1907 Wien, led., IX., Lazarettgasse 30. — Eisenstein Gertrude, geb 7. VW. 1699 Wien, verih-, VI., Giunpcndorferstraße 35. —- Eisenstein Kitty, geb. 29. VII. 1923 Wien, selbe Adresse. — Schnitzler Johann, ge'b. 6. VIII. 1909 Budapest, led., XIX., Pokonnys gasse 29. — Merdinger Amalie, geb. 4. V. 1914 Wien, led., VI. , Capistrangasse 5. — Ing. Waldmann Alfred, geb. 16. II. 1900 Wien, led. — Lohrmann Liane, geb. 23. III. 1923 Wien, IL, Zirkusgasse 36. — Weitzendorfer Heinrich, geb. 15. XI. 1888 Wien, verih., XVII., Rosensteingasse 40. —? Weitzendorfer Alfred, geb. 5. II. 1923 Wien, selbe Adresse, — Dr. Blond Kaspar, geb. 10. VII. 1889 Gzennowitz, verh., VII. , Neustiftgasse 64, und dessen Kind Leopold, geb. 1. VI. 1923 Wien. — Windholz Johanna, geb. Beermann, geb. 2. XI. 1902, ger. getf., VI., Capistrangasse 3, und deren Kind Georg, geb. 23. II. 1923. — Hirschenhauser Stephanie, geb. 18. 9. 1907 Bratislava, led., VI., Köstlergasse 7. —\ Welsz Elsa, geb. Weisz, geb. 18. III. 1889 Losoncz, verh., VI., Amerlmgstraße 1. — Lutomirska Berta, geb. Obersohn, geb. 7. IX. 1905 Wien, gesch., IV., Gii.ßbau'sstraße 28. DIE MUTTER Roman von Schalom Asch. Copyright by Dr. Präger-Pressedienst. Wien. (60. Fortsetzung) Miß Forster hegleitete die Vorstellung Buchholz' mit einem Lächeln, wie es nur die reichen Leute zustande bringen, und sagte: „Das ist unser Künstler, der Stolz der East- Side!" Der Philanthrop reichte ihm 'die Hand, beiglückwünschte ihn und sagte, er hoffe, Buchholz werde seinen Aufenthalt in Europa nutzbringend verwenden. Buchholz nickte schweigend mit dem Kopf. - „Es wird mich sehr freuen, zu hören, daß Sie Fortschritte machen" — fügte der Millionär hinzu, „Und wenn Sie zurückkehren, werden Sie Ihren ,Simson4 in meinem Park in Long Brauch finden. Ich hoffe, daß Sie damit nicht unzufrieden sind. Mister Davis wird alles arrangieren." Miß Forster ließ Buchholz sterien und eilte zu den Reportern, um ihnen voll Begeisterung die jüngste Neuigkeit mitzuteilen. Sie ging auf Buchholz zu, welcher sich wieder in seine Ecke verzogen hatte. Er streckte unwillkürlich seine Hand nach der ihren aus. Sie überließ ihm gerne ihre Hand und sagte gerührt: „Ich gratuliere Ihnen aus vollem Herzen. Ich glaube, daß Sie es ehrlich verdient haben." Plötzlich bemerkte sie, daß die kleine Dwojre in einem Winkel versteckt stand und zu ihnen hinübersah; rasch ging sie auf sie zu. „Wo warst du? Ich suche dich schon die ganze Zeit herum!" Dwojre hatte eigentlich nicht in die Ausstellung gehen wollen. Sie hatte ein Vorgefühl, sie werde sich dort fremd fühlen. Freute sie sich nicht über Buchholz' Erfolg? Hatte sie ihn nicht erwartet? Nicht darauf gehofft? Nicht fest daran geglaubt, daß dieser Tag kommen werde? — Und als er kam, wollte sie sich vor ihm verstecken. Doch Buchholz war schon am Tag vorher so aufgeregt, er bat sie so inständig, sie möge mitkommen, daß sie es nicht übers Herz bringen konnte, es ihm abzuschlagen. Sie zog das neue schwarze Seidenkleid an, das Buchholz ihr gekauft hatte, warf das „Zigeunertuch" um, das Buchholz so liebte, behing sich mit den verschiedenen Ketten, die sie besaß, brachte ihre dichten Locken, so weit es ging, in Ordnung und ging zur Ausstellung. Doch als sie hinkam, erblickte sie so viele und so „angesehene" Leute, daß sie sich bald fremd und überflüssig vorkam. Buchholz war bald von ihrer, Seite gerissen worden. So zog sie sich in eine versteckte Ecke zurück, damit sie keiner sehe. Sie beobachtete Miß Forster und sah, wie unermüdlich Miß Forster arbeitete, wie schön gekreidet sie war, wie sie durch Buchholz' Ausstellung glühte und blühte, wie sie die Gäste empfing, wie sie alle anlächelte und freundlich stimmte. Dwojres erstes Gefühl war Dankbarkeit. Warum tut sie all das? Wie gut sie ist! Dann begann ein wenig Eifersucht an ihr zu nagen: Wozu war die ganze Ausstellung, notwendig? „Wir wären doch glücklicher ohne das" — ging es ihr durch den Sinn und sie empfand Aerger darüber, daß es überhaupt dazu gekommen war« Gegen das Gefühl der Eifersucht atif Miß Forster: taa sie. nicM mf. ^&g£$r t»"» w^.^^^i»»^^, ^^pxtxtip*^,^*