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Die neue Welt · 1929-05-10 · Heft 86 (10.5.1929) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 86 (10.5.1929)
Date
1929-05-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 30 Groschen V. b. b. BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.-f vierteljährig Zloty 6.—; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.-, vierteljährig Kc. 15.-; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Rumänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. REVUE BEZUGSBEDINGUNGEN: Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 20.—, vierteljährig Lewa 60.—; Italien monatlich Lira 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4.50, ______..........______________ ________ „ HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion und Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße 6—8 Telephon: A25-2-82 — Erscheint jeden Freitag Jahrgang 3 Freitag, den 10, Mai 1929 Nr. 86 Der Staatsanwalt von Menzel. Seite 4. Alle im redaktionefllen Teil befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. Aus dem Inhalt: r. st.: Amerikanisches. —y: Der Ritualmord. Die Forderungen der jüdischen Minderheit an den Völkerbund. Der Mazzothkrieg in Rußland. r. st.: Sein Name soll gefeiert, seine Taten begraben werden. Herzl-Denkmal. (Eine Anregung.) Dr. Fritz L ö w e n s t e i n, Jerusalem: Brief aus Palästina. B. T.: Otto Abeles. Heinrich York-Steiner: Der Sinn des Ostens. Aus der jüdischen Turn- und Sportbewegung. Austritte aus dem Judentum. Schalom Asch: Die Mutter. Schalom Alechem: Komödianten. Palästina-Debatte im englischen Unterhaus. Eine Regierungserklärung. — Scharfe Kritik Wedgwoods und Kenwortjhys an der Administration. . .,'■:>.:.'''• :V tisch eingestellt. Insbesondere waren Ruthenberg und , die . Tote-Meer-Kpnzession gegenständ, (ihre*:.._ Än'gjtf f e. Es', freut, ihn,, zu KörjenV ^däß': das ^löniialän^ nürirnelir diese jüdischen Arbeiten in es muß gefragt werden* qb das Kblonialamt in der Unterstützung des jüdischen Aufbauwerkes nicht weiter gehen kann. Die Balfour-Deklaration ist von allen Parteien akzeptiert worden und die Regierung kann ohne Furcht daran gehen, eine freundlichere Stellung zu den jüdischen Siedlern einzunehmen. Die Juden haben über 10 Millionen Pfund und ,ihre beste Jugend ins Land gebracht: Warum tut die' Regierung nicht mehr und warum zahlt sie aus dem Budget Kriegsschulden, statt das Land zu fördern, wo doch noch kein einziges ehemals, türkisches Territorium bisher Kriegsschulden gezahlt hat? In Kanada gibt die Regierung den Sied: lern Land in Hülle und Fülle. In Palästina hat sie vom Kronland nichts den Juden gegeben, obwohl es doch ihre Pflicht wäre, gerade dieses Land für die jüdischen Siedler zu reservieren. Die Behandlung der Juden in der Klagemauerangelegenheit war eine durchaus unsympathische, sogar antisemitische. Wir sind — sagt Redner — doch durch die Bälfour-Deklaration verpflichtet, wir haben alles zu tun, um die Juden zu schützen. W e d g w o o d (Arbeiterpartei) stellt fest, daß die Regierung ihre Pflicht gegenüber den Juden nicht erfüllt, Sie lasse die Juden mit ihren eigenen Mitteln und mit ihren eigenen Kräften all das machen, was anderswo durch die Regierung geschieht. Während sie in Hülle und Fülle Schulen für die Araber errichtet, müssen die Juden sich alles selbst bezahlen. Ebenso steht es im Gesundheitswesen und auf allen anderen Gebieten. Es ist unsere Ehrenpflicht, die durch Lord Balfdür gegebenen Versprechungen einzuhalten, und wenn wir fürchten, daß der Geist der Balfour-Deklaration verletzt wird, dann haben wir einzutreten. •■ Wir wissen, daß die große ZukunftsbofPnung darin Was Palästina bezahlen muß. Amerys Mitteilungen inTÜnterhaus. , v Aus .London, 3. d. meldet" die J.- T." A»; Bei'der Behandlung des Koloraerobudgets im Unterhaus erklärte der Kolonienminister Amery bezüglich Palästinas fol-. gemdes: In den Jahren 1925-26 hatten wir f ü r P a 1 ä s t d n a, und Trans Jordanien jährlfoh 7491000 Pfund ausgegeben, die diesjährige Ausgabe beträgt bloß 64.000 Pfund und betrifft einzig und allein die Zollverwaltung von Transjordanien und den Beitrag zur Erhaltung der transjordani'schen Grenzmacht. (In diese Truppe dürfen keine Juden aufgenommen werden! — Red.) Palästina verursacht uns überhaupt keine Kosten mehr, sondern dieses Land steuert im Gegenteil noch 30.500 Pfund, also die größere Hälfte, zur Erhaltung der transjordanischen Grenizmacht und der militärischen Luftkraft bei. In Palästina hatten wir mit unserer Administration viel Glück. Sir Herbert Samuel, der erste High Comissioner, widmete dem Lande seine hohe Begabung und seinen immensen Fleiß, und er übte eine mustergültige Unparteilichkeit. In den zehn Jahren unserer Mandatsausübung befolgten wir eine Politik, die — obwohl zeitweilig mit Ungeduld aufgenommen — den besten Interessen diente. Die Bevölkerung der organisierten jüdischen Kolonien hat sich von 17.000 im Jahre 1922 auf mehr als 30.000 im Jahre 1927 erhöht. Das Tote Meer enthält ungeheure Mengen nützlicher Mineralien. Noch ist es ungewiß, ob die Ausbeute einen kommerziellen Profit ergeben wird. Jedenfalls haben die diesbezüglichen langwierigen Verhandlungen zwischen, den. Regierungen Palästinas und Transjordaniens nunmehr . zu einem beide Seiten zufriedenstellenden Ab-. schlüß geführt. Im Anschluß ,an, diese Rede sprachen Colonel Wedgwood und Kenworthy, die die Regierung wegen ihres Mangels an Generosität in der Verwaltung Palästinas angriffen. Ihnen antwortete der Unterstaatssekretär Ormsby Gore. Seine Rede war ein unbedingtes Bekenntnis zum jüdischen Palästina und zum unbeirrten Festholten an der Balfour-Deklaration. ' Die seinerzeitige - und mißverstandene-Aeußerung Weizmanns, „Palästina so jüdisch, wie England englisch?, verstehe er in dem Sinne, daß die Z i v i 1 i s at i o n; in Palästina weder englisch, noch amerikanisch oder französisch, sondern rein jüdisch - sein solle. Jede Regierung wird alles tun, was sie kann, um die Verwirklichung der politischen und ideellen Forderungen gemäß den Bestimmungen der Balfour-Deklaration zu fördern. Die Debatte. Kenworthy (Arbeitspartei) führt in : seiner< Erwiderung aus: Vor etwa neun Jahren war die konservative Partei antizioai9iigch! yje.lfach sogar, antisemj«. besteht, daß England und Amerika gemeinsam den Weltfrieden sichern. / v i' '■ Die Freundschaft zwischen England und Amgv rika kann nicht besser gekittet werden, als'', durch das jüdische Volk. \, *v« „Ich will der Regierung keine Verlegenheit bereiten, aber ich fordere sie auf, ihre Haltung zu ändern oder, besser gesagt, ich fordere sie auf, die palästinensische Administration zu einer Aenderung ihrer Haltung zu zwingen." * In der Debatte ist, wie der vorstehende Bericht zeigt, die Frage des jüdJisdhien Palästina in ihrer Gänze ausgerollt worden. Die Bedeutung der Aussprache liegt darin, daß sie knapp vor den Wahlen erfolgt ist. Konservative und Opposition, die beüden Faktoren, zwischen denen eigentlich der Wahlkarnpf ausgefochten werden wird, bekennen sich in diesem wichtigen Zeitpunkt zu der Balfour-Deklaration und den aus ihr entstehenden,. Pflichten. Sie sind politischer, mehr noch aber geistiger Natur. Die Macht, die das Mandat übernommen hat, das jüdische Nat.iönalheim in seinen Grundlagen zu errichten, kann •ihre Aufgaibe nicht mechanisch und nicht allein nach ihren realpolitischen Erwägungen aulfassen, sie muß dem jüdischen Volk helfen, sie muß, wie dies der Ari);eitepartejJer Kenworthy ausdrückt, generös sein. ' " ' Niemand kann die' Schwkrigikeiteh "^ veBkeriinen oder .unterisdiätzen, mit denen England in dieser Frage; m? ktopj^^^t^ber es ist und-bleibt Sache •der ZionistenJ;anidtt Mandat zu bestehen und nichts zu akzeptieren; was die Bildung einer jüdischen Mehrheit und die Verwurzelung der jüdischen Massen im Boden Palästinas einschränken könnte. Die Verwaltung Palästinas hat das Problem nicht erfaßt, sie ist eine Kolonlsationsbehörde, die alles, was da kreucht und fleucht, als Natives behandelt und nebstbei noch praktischen Antisemitismus treibt Die Redner der Opposition haben dies ausgesprochen. Die Erklärung der Regierung, an dem Balfour^Akt-fest-» zuhalten, findet ihre Ergänzung in der Forderung der Opposition, auch den-Sinn dieser Erklärung zu beherzigen. Die Opposition im englischen Parlament spricht das aus, was alle Zionisten empfinden. Die 'zionistische Leitung hat unseres Wissens noch nie die Energie aufgebracht, so deutlich und akzentuiert zu sprechen. Diese englischen Nicht j-u den verstehen die politische Situation des jüdischen Volkes und der Zionistischen Organisation. Sie wissen, daß man bei Aufschließung von Neuland, bei der Durchführung einer nationalen Aufgabe nicht vom Rentabilitätsstandpunkt ausgehen darf, und sie erkennen, daß ein Staat, der die Balfour-Erkäärung hinausgeischickt hat, nicht die Sabotage antisemitischer Beamter dulden kann. .... Z+3. -„ -ÜtT Palästina als das siebente Dominium. Die Zusammensetzung der Liga. Aus London, 4. Mai, meldet die J. T, A.s Im Unterhaus hat die Konstituierung der Liga „Das siebente Dominium" stattgefunden. Zum Präsidenten wurde Oberst Josiah Wedgwood gewählt. In die Leitung wurden die Parlamentsmitglieder Kenworthy, Sir Martin Conway, Major Hore-Belisha und Sir Robert Hamilton, ferner Frau Philipp Snowden, Herr Josef Gowen und Herr M. Großmann mit. dem Recht der Kooptation berufen.; Die Liga wird demnächst öffentliche Vexsamm- ' lungen in Manchester, Sheffield und Leeds abhalten. Der Vatikan und Palästina. Der Papst plant eine Jerusalem-Reise, Wie das Pariser „Journal" berichtet, werde'das Ziel 'd e r*' ersten Reise d e s P a p s t e s außerhalb des ■ vatikanischen Staates 'Jerusalem sein. Pius-XI; -woH^damit der Welt «eigen, welch großes I n t e r e s s e man de« ib#%en. Stätten 'Palästina goheni;«? Msje,

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