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Die neue Welt · 1929-07-02 · (2.7.1929) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
(2.7.1929)
Date
1929-07-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Sonder-Nummer DIE NEUE WE BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4,20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.—, vierteljährig Zloty 6.—; Tschechoslowakei monatlich Kc. 6.—, vierteljährig Kc. 15.—; Jugo* slawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40fe-; Rnmänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. BEZUGSBEDINGUNGEN: Deutschland monatlich Mark 1,—, vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlieh Lewa 20.—, vierteljährig Lewa 60.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50. vierteljährig Schweizer Francs 4.50. HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion und Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße 6—8 Telephon: Ä25-2-82 — Erscheint jeden Freitag _ Dienstag, den 2. Juli 1929 Dank an die Kongresswähler! Der unterzeichnete Verband demokratischer Zionisten spricht allen Wählern, welche am 25. Juni für seine Liste (Listenführer Robert Stricker und Dr. J. Waldmann) gestimmt haben, den herzlichsten Dank aus. Er dankt vor allem jenen, welche sich nicht darauf beschränkt haben, ihre Stimme abzugeben, sondern aufopferungsv oll gearbeitet und andere Wähler aufgeklärt und zur Abgabe ihrer Stimmen veranlaßt haben. Unter den schwierigsten Verhältnissen ist der große Sieg errungen worden. Dieser Sieg bedeutet nicht allein, daß eine tatkräftige Vertretung Oesterreichs auf dem Kongreß erzielt wurde, er bedeutet den Anfang der Gesundung der tief ei^chütterten Zionisti^ Oesterreichs. Das ist ein Erfolg, welcher die Mühe reichlich lohnt! Herzlichsten Dank! Für den Verband demokratischer Zionisten: Obmannstellvertreter i Dr. Leopold Plaschkes 0bmanns Dr. Z. Wieselberg Robert Stricker ßohriftführen P. Wühl Resultate der Kongreßwahlen in den einzelnen Wahlkommissionen. £ 4a II ü s 1 W.afa4o-rt ■3| 3 N 3 'S o i* Bttrt S •1?5 QQ 0. (2 Innere Stadt 50 29 4 17. Leoboldstadt A 149 32 45 19 26 # B m 50 32 16 3 C 151 34 68 30 2$ D 52 13 14 9 8 E &0 14 17 10 * „ Pratert III 70 60 10 \ n n '69 48 58 4 Landstraße 83 67 27 6 3. Wieden, Margarete! i 54 54 17 3 3 Mariahilf, Neubau 58 52 38 5 16 Josefstadt 40 41 15 2 12 Alsergrund^ I 69 54 36 13 15 II 65 55 24 5 ia Favoriten 27 55 26 o 5 Meidling. 18 4 6 0 1 Hietzing 16 5 5 Ü 4 Ottakring, Hernais 28 59 17 0 Währing 30 16 13 1 i Döbling 32 23 iz 0 3 Brigittenau I ,, II 181 143 84 311 {n ■{» | so Zwischenbrücken SO *D 16 3 i Mödling 16 1 0 2 . T Krems 2 42 0 0 0 Innsbruck 19 8 0 0 20 Graz 33 36. 16 0 .....2 1*61 mi' 'W m 198 Aus diesen Resultaten ergibt sich, daß au! die Liste der demokratischen Zionisten (Listenführer Robert Stricker) von den drei österreichischen Mandaten zwei entfallen, auf die gekoppelten Listen des Landeskomitees (Dr. Des. Friedmann), Poale Zion und Hitachduth ein Mandat. Nach den Wahlen sind aus S t. P ö 11 e n und Linz weitere ,Wahlresultate eingelangt, welche nur Stimmen i#ar Dr. Friedmann und Poale Zion, insgesamt 59, enthalten. Beide Wahlprotokolle aber sind g etUlaoht and als gefälscht erwiesen und wer- ■den daher das endgültige Resultat nicht ändern. Im Bur^ fr&nland XEisenstadt) wurden zirka 40 Stimmen für M i sf-achi abgegeben. Das Protokoll ist noch nicht eingelangt, tJnqualifizierbare Ausfälle des offiziellen Parteiorgans. Das Organ des österreichischen Landeskomitees „Die Stimme" reagiert auf die Niederlage der Liste Dr* Friedmann und den Erfolg der demokratischen Liste tn einer Art, welche als unerhört und als in der Geschichte des österreichischen Zionismus nie dagewesen bezeichnet werden muß. Die Wähler der demokratischen Liste und der Listenführer werden mit einer Flut von Beschimpfungen übergössen, welche dem Gehirn eines tobsüchtigen Sudlers entsprungen scheinen. Auf alle Einzelheiten dieses Schimpfartikels, welcher auch die Förderer und Leser des offiziellen Parteiorganes in hellste Empörung gebracht hat, näher einzugehen, scheint überflüssig. Hier nur einige Kostproben: „Diese Wahl war eine Schmach! Korruption, Schwindel, Sehe kelschac her, wie er wohl in keinem Lande der Welt, wo Zionisten zur Wahl'gegangen sind, vorgekommen ist und vorkommen kann — all dies war für unsere einheimischen „Demokraten" gut genug, um Herrn Stricker als Geschenk zu seinem 50. Geburtstag die Reise nach Zürich zu ermöglichen. Scham und Empörung mußte einen jeden Zionisten ergreifen bei der „Demokratie" unserer scheinheiligen Streber. Da schleppte man mit den Autos wildfremde Menschen, da kamen organisierte Sozialdemokraten, die für den Wahl Sch windel der Herren Demokraten gut genug sind, um sie morgen nach getanem Dienst anzurempeln, da schickt man sogar ins Wahllokal des Praters ein n i c h t j ü d i s c h e s Dienstmädchen zur Urne, das noch rechtzeitig entlarv t wird. Die Herren Demokraten zionistischer Färbung haben das traurige Verdienst, die Praktiken der Drohobyczer und Tarnopoler assimilatorischen Wahlmacher in das zionistische Lager yerschleppt zu haben. Ein wahres Panoptikum kleiner Existenzen und verkrachter Politiker, das war das Bild unserer demokratischen Zionisten. Politiker, die längst von den breiten Volksmassen abgeschüttelt wurden, sollten soviel Taktgefühl aufbringen, sich aus der Versenkung nicht allzu lärmend hervorzuwagen. Die Herren Demokraten haben gegen den überwältigenden Volks willen organisierter Zionisten und nationalbewußter Juden Wiens Kongreßmandate sich gekauft. Wenn dies ein Erfolg sein soll, so ist es ein Erfolg, um den sie kein Mensch, bei dem Anstandsgefühl und Reinheit der'Gesinnung über jedem Parteihader aufrecht blieb, beneiden wird. Die Zionisten Wiens, gegen die ein wahrer Ansturm wildfremder Elemente losgelassen wurde, werden hoffentlich von nun an wissen, was von all den demagogischen Phrasen der Herren Demokraten zu halten ist. Sie wurden zum Zionistenkongreß von Assimilanten, sozialdemokratischen Raten händlern, Indifferenten und geldge kauften kon*

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