Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 84-85 (24.4.1929)
- Date
- 1929-04-24
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 14 DIE NEUE WELT Nf. 84/85 Die Zahl der Juden in den Vereinigten Staaten. Ueber 4.2 Millionen in 819 Gemeinden. Das ..Amerikanisch-jüdische Komitee" hat durch Dr. Harry S. Linfield, dem Direktor ihres statistischen Departements, eine Untersuchung über die Juden in den Vereinigten Staaten anstellen lassen. Das Ergebnis liegt in einem soeben erschienenen, 110 Seiten starken, Heft vor. Die Bearbeitung des vorliegenden Werkes wurde im Jahre 1925 aufgenommen und im Winter 1928 zum Abschluß gebracht. Die Hauptarbeit geht auf das Jahr 1927 zurück; Es ietoen heute in den Vereinigten Staaten 4,228.029 Juden oder 3,58 Prozent der gesamten Bevölkerung, gegenüber 1917, wo nur 3.38&951 Juden oder 3,26 Prozent in den U.-S. A. ihren Wohnsitz hatten. Der Prozentsatz hat im VerhäHtnis zur übrigem Bevölkerung also eine ganz Meine Vergrößerung erfahren. Die meisten Juden befinden sich im Norden der LT. S. A. Der Staat New York z. B. zählt 1,903.890 Juden oder 16,67 Prozent der Gesamtbeyötkerunig. In Pennsylvania, wo 404.979 Juden sich niied.ergelasiS'en haben, machen sie nur noch ,4,16 Prozent aus. Im .Westen und Süden sinkt die Zahl dler Juden bis auf 264 im Staate Nevadla. Kalifornien, das größte jüdische Zentrum des Westerts, zählt 123.284 jüdische Personen, 2,78 Prozent der ganzen Bevölkefunig. 1877 waren die 'Juden in fi73 Ortschaften dies Lanidles zu finden, 1907 wiesen 684 Plätze eine jüdische Bevölkerung auf. 1917 waren es 724 Ortschaften und 1927 bereits 819 Gemeinden. Interessant ist die Feststellung, daß es in Amerika keime Stadt mit mehr als 25.000 Personen gibt, wo nicht Juden ihren Wohnsitz .haben. In den Städten wurde die Beobachtung gemacht,'daß sich die Juden in bestimmten Stadtteilen konzentrieren. So zeigt zum Beispiel New York Quartiere'mit 45 Prozent und Brooklyn mit 44 Prozent jüdischer .Einwohner. New York steht 1927 mit 1,765.000 Juden an der Spitze der Liste, hierauf folgen Chicago mit 325.000, Philadelphia, 270.000, Boston 90.000, Cieveland 85.000, Detroit 75.000, Baltimore 68.000, Los, Angeles, Newark mit je $5.000, Pittsburg und St. Louis mit je 50.000 Juden. Sehr aufschlußreich sind die Ausführungen über den Zuwachs der jüdischen Bevölkerung. Im Jahre 1818 sollen nur 3000 Juden den Weg übers Wasser gefunden haben: Die ersten 50.000 Waren im Jahre 1848 erreicht. 40 Jahre später waren ■ es- 400.000 und die erste Million war in weiteren zehn Jahren beisammen. Für die zweite Million, die im Jahre 1910 erreicht war, brauchte es anstatt 90 Jahre nur noch ein. Dezennium. Die große Wanderung nahm 'bis zum Kriege -Riesenmaße an, so daß in vier weiteren ' Jahren die dritte.Million überschritten war. Der K r i e g u n d die Wand,erungsbe schränkunge'n'hemmtenJdie Einreise bedeutend, doch 'hat trotzdem die jüdische Bevölkerung seit 1914 um über eine Million zugenommen; im Jahre 1927 zählte sie 4,228.029 Seelen. Ein jüdische Kundgebung an der Universität Montpellier. Aus Montpellier wird uns geschrieben: Am 22. d. hielt in der hiesigen Medizinischen Fakultät Professor Lotih von der Warschauer Unversität einen Vortrag. Professor Lptb ist einer der eifrigsten.Vorkämipfex des Numerus null« s in Polen. Die jüdischen Studenten von MonN pellier beschlossen, bei dieser Gelegenheit zu manifestieren.; Am;Eingang der Universität wurden Protestzetttel gegen den "Numerus 'clausus verteilt. Als Prof. Lpth seinen Vortrag; b&gann,;verließen die ' jMischen Studenten (welche mehr ) als zwei drittel der Zuhörer bildeten), ®u' denensich viele . niohtjüdxsobe Studenten gesellten, den Saal. Prof. Loth blieb fast allein zurück. Sanierung des New Yorker Judenviertels. Aus New York meldet die J. T. A.: Der zum Vizegouverneur von New York gewählte jüdische Führer Oberst:'Herbert Lehman hat die Iniative zur bauschen und sanitären Umgestaltung von New York East, das hauptsächlich von Juden bewohnt ist, ergriffen. Ihm zur Seitesteht das Mitglied des Wohnungsausschusses des Staates New §ork Aron Rabinowlt<z. Es wurden unter; anderem1 zwei Baugründe um den Preis von 500.000 Dollar .erworben, auf denen Muster Wohnhäuser errichtet! werden sollen. Die Häuser werden mit den modernsten Einrichtungen ausgestattet sein und Bäder mit Schwimm- ■ basslns-enthalten. Theater und Kunst Saul Tschernichovsky in Paris. Große Ehrungen für den hebräischen Dichter. der Verein der hebräischen Lehrer in Paris hat zu Ehren < des (hebräischen Dichters S. T s c h e n i c h o vs k y ein Bankett veranstaltet, an welchem der hebräische Dichter SV Schueur den Vorsitz führte. Ehrenvorsitzender war Rabbiner Dr. Eisenstadt. Am Präsidium saßen neben dem Geleierten der jiddische Dichter Schalom Asch. H4HeI Ziatopolsky, Dr. Krainin, Rabb. Lieber und Dr. Fildermann. Schueur entwarf ein Bild von Tschernichovskys alchtertachem Schaffen, das der hebräischen Literatur die kräftigsten Impulse gegeben hat, ferner von Tschernioohovs kys originalem Talent und schloß mit dem Wunsch und der Hoffnung auf e-toe weitere reiche Produktion des Dichters. Sch. Asch führte aus: „Wir beide tgehören zwei Lagern an, aber wir gehören zu einem jüdischen Volk. Man hat viel über Tschernichovsky, den Griechen, ge sprochen, jenen, der den hellenischen Geist in die hebräi sehe Literatur hineingebracht hat. Ich habe aber sogleich beim Lesen der ersten Zeile in Tschernichovsky den Juden erkannt, seinen Glauben an den Menschen. Der Glaube ist das charakteristische Symptom der jüdischen Literatur. Alle jüdischen Schriftsteiler, die uns verlassen haben, in fremden Sprachen schreiben, sind kluge, gallige, verbitterte Menschen. Sie tragen mit sich Hohn und Vernichtung. Die jüdische Literatur aber in den jüdischen Sprachen trägt in sich Glauben und Hoffnung. Alle großen jüdischen Geister, Perez, Biallk, Schalom Alejchem, Sie, Freund Tschernichovsky, alles sind voll des Glaubens. Der ganze Kampf um Jiddisch und Hebräisch Ist von Politikern, von Parteien erdacht. Die jiddischen und hebräischen Schriftsteller gehören dem einen jüdischen Volk an." Nach einer Rede des Dr. Eisenstadt sprach H. ZI atopolsky, der die Schönheit der Tschernichovskysohen Poesie schilderte und besonders die Kraft betonte, die in ihm als einem Ueberrest des alten Judentums lebe. H, Wischnjak aus Rußland erzählte, daß er in Moskau Zeuge von Tschernichovskys — Begräbnis gewesen sei. Die Chevra Kadischa des russischen Judentums, die Jewsekzia, hatte Tschernichovskys Werke in eine Kiste gepackt, mit einem Totenlinnen zugedeckt und zu Grabe getragen. Jetzt aber sehe er den Dichter im Kreise seiner Verehrer und spreche den Segensspruch „Gesegnet, der die Toten wieder belebt." Die Ehrungen für Tschernichovsky. halben in den jüdischen Kreisen der französischen Hauptstadt tiefen Widerhall gefunden. Jüdische Künstlerspiele. Das Frütojahrsröpertoire gibt Mischa Fischsohn Gelegenheit, die Vielfältigkeit seines Talentes zu zeigen, vor allem aiber, ihn in „starken" Rollen zu sehen. Sein echtes TheaterbJut offenbart sich in Jakob Gordins in Wien selten gesehenen Schauspielen wie „Mirele Efros" und jüngst in „E z h a d a ß" (Baum der Erkenntnis), das ihm den bisher stärksten Erfolg brachte. Nicht etwa aus der Qualität des Stückes heraus, das die typischen Gordinschen Züge trägt; einzig und allein deswegen, weil Mischa Fisohsahn aus unzähligen, seinem Darsteill'unigstemperament gemäßen Details die reiche jüdische Seele schaffen konnte, die diesmal, keinem theatralischen Helden, sondern dem „Mann aus dem Volke" gehörte. Welche Gabe gehört dazu, den Mord eines jüdischen Vaters an seiner Tochter glaubhaft zu machen? Wie wahr mußte der Künstler sein, auf daß man vor seiner Tat keinen Abscheu habe? Fisohsohn .gelang es und das war die Sensation des Abends. Und noch eine zweite Leistung: S. Iris in der Rolle des Tischler-gehilfen! Nach langer Zeit sah man Iris wieder in einer Rolle, die echten Humor erfordert, nicht jenen, der sich in Operettenspäßen auslebt. Esther- P e r e 1 m a n n-s Grazie hat sofort die Sympathien aller auf ihrer Seite. Das Hausensemble, Frau- Iris und die Herren Nathan Breitm-ann und B. Segal fügten sich gut ein. Der Abend, im Zeichen Fischsohns stehend, war der größte Erfolg der Frühjahrssaison. Wochenspielplan: Freitag, den 26.. und Samstag, den 27. d. M.: „Auf wilde n Wege n", Komödie in drei Akten mit Prolog und Epilog von K o b r i n. Sonntag, den 28. d. M.: ,,E.z hadaß" von Gordon. Mont.a.g, den 29.. und Dienstag, den 30. d. M- „Gott der Rache" von Schalom Asch. Mittwoch, 1. Mal: „Auf wilden. Wegen". Donnerstag, den 2. Mai:. „Gott der Rache".;, Neues Jüdisches Theater (Praterstraße 60). Ab 26. d. M. tägliches Auftreten der Soubrette Fr. Berta Liebgold in „Das Provinz- M ä d e 1". Gesangskomödie in drei Akten von A. Reiselmann, Musik von Sch. Sekunde. Die Novität wird bis Sonntag wiederholt. 29. d. M.: „Die e r s„t e Lieb e". 30. d,, M,.^, „Das P r o v i n z - M a" d e 1". Am I. und 2. Mai: „Die fumänis-che Chasene", Lustspiel mit Gesang in drei Akten von A. Schorr, Musik von J. Rumschynsky. Konzert jüdischer Musik. Der Verein zur Fördier/umg jüdischer Mus/ik, an d'essen Spitze Professor Max Graf (Präsident), Proiessor. Julius ,Wolsohn, der DiTiiigient A. Dzirrtitirowsiky. der Komponist uind Celloviirtiuose Joachim Stutschieiwsky stoben und 'der im der"•, letzten Zeiit eine große Tätigkeit entfaltet:hat, veranstaltet am 27. d, im Festsaale dies InidusfaMiauses (Schwar'zertbeiflgplatiz '4), gewemsam mit Ein Sommerkleid umsonst erhält jede Dame beim Einkauf eines Mantels während der Werbewoche in der Damenkonfektionsabteilung der Modenhäuser Brüder Schiff mann, 2. Bez., Taborstraße 48. Die Kundenbewerbung erfolgt durch Ansetzung verblüffend niedriger Einfilnrunsspreise. Nachstehende Beispiele beweisen: Das kann nur Schiffmann: Waschkleider S 1.70, das schöne Ri»sieinen*Tennlskleid, mit gestickten Emblemen und farbigem Aufputz — unser Schlager, S 9.90, Prima Ripsleinen-Kleider, fesche Karos, S «.90, Schlafröcke, prima Wasch-Marocain, S 0.90, Kleider aus gut. K.-Seiden-Schotten, sehr aparte Fasson, S 9.90, Mäntel aus Modekarostoffen S 9.90, Covercoat-Hüntel, schicke Fasson, S 12.90, Schlafröcke aus feinstem Brokat, alle Größen, auch für sehr starke Damen, nur S 19.90, Schlager-Crepe» de-Chine-Kleider mit langen Aermeln S 19.90, Engl. Sportmantel, neueste Modelle, S 19.90, Engl. Trenchcoat aus gutem Modestoff, mit Lederknöpfen, S 39.—, 29.—, S23.—, Hubertusmantel, wetterfest, aus gutem Loden S 35.—, 29—, S 29.-, Ottoman-Seldenmantel S 69.-, 49.-, S 29.-, Engl. Sportmäntel, Seide, halb gef., S 29.90, Flotte Poulard*Klelder, sehr reich mit Volants S 34*90, Trenchcoat aus engl. Sportstoffen, neueste Fasson, S 99.90, Prima Mäntel aus neuesten Modestoffen S 49.—, Rips-Seidenmäntel elegante Fasson, gefüttert, S 69.—, der feine engl. Mantel, ganz gef., aus prima engl. Stoff, S 69.—, Mäntel fllr sehr starke Frauen aus Ia Stoff, ganz auf Seide gearb. S 79.-, Elegantes Komplott Kleid u. Jacke, § 99.--» Seidenmäntel, nach orig. franz. Modellen S98,—, la Cover* coat-Mäntel, ganz mit Crepe-de-Chiue gefüttert, S 99.—« «Fahrtspesen tour-retour werden jeder Kunde vergütet. | (BntKHllclirl Soeben erschienen: f. Bernstein: Der zionistische Gedanke auf Irrwegen. Ein Mahnruf zu zionistischer Selbstbesinnung. Das Judenproblem. Konstellatioe- oder Qualitätsproblem? Palästina als Laboratorium. Bedingter oder bedingungsloser Zionismus. Ausstrahlung und Galuth-Nationalismus. Der Sinn der Majorität Das jüdische Staatsbedürfnis. Zionismus oderStaatsbürgertreue. Der binationale Staat Palästina oder jüdisches Volk? Bestellungen an den Verlag „Die Neue Welt" Wien, IX. Bezirk, Unlversitaisstrasse 6-8 Preis Mk. 1.60, für Oesterreich S 2.20 dem Wremer iüd. Gesangverein das V. Konzert jüdischer Musik. Zur Auiffiilhrutntg gelamgien: Engels Suiiite aus dier Musik zur dramatischen Legende von An-skis „Hadibiuk** (Ers-tufführunig dm Wien) für Klarinette und, Streichquartett; Adbron, Eleigiie für Straichiquarfcett (üraaiiffühirun'g). Castelraiovo-Tiediesco, „Tärnze Köniigis Davald, für Klavier; Mussongisky: „Josoia" für g-emiischiten Chor und Solo (nadh hiesbräiisohen "itanen), Li'eder umid ' Chöre von Brandima/nin, AI Kirein, Ssamimsky, Brd'stedin u. a. Ausführende: Prof. I. Wjolfssdhn — Klatvier; Tihea Glan. Gnete Könmer, Oberkauvtor Simtom Wied'ß — Gesamg; Hams Lewiitus — Kll'ad'netbe; Elise Stein uind Israel Bramdimamn — Vdoltoe; Kuirt Fuohsgelib — Bratsche; Wlal'ly Gara und Joachim Stutsobewsiky —■ Cello; di&r Wiemeir jüd. Gesamigvereiin unitier Lei'tumig des Ghormieiiisiters A. Dzimiitrowsky. Am Klavier: Kapelteei/ster R. Beck. Das Hebrülsch-Jüdlschc Konzert des bekannten Sängers J. Segal- Rosenbach (Tenor) findet am 7. Mal um halb 9 Uhr abends im Festsaal des Industrlehauses. Schwarzenbergplatz, statt. Mitwirkend: Quintett- Ensemble (Jüd. Kammermusik). Karten bei R. LßwU. I., Rotentumstraße 22, und bei M. Rath, II., Taborstraße 22a. Wiener Jüdischer Gesangverein. Im Festsaal des Induistriehauses (I., Schwarzenbergplatz 4) findet am 29. d. um 8 Uhr abends ein Jugendkonzert unter Leitung des Chormeisters A. Dzimitrowsky statt. Mitwirkende: Igor Grijnberg, Gesang; Rita Kürzmann, Klavier;. .Else Stein, Israel Brandmann, Violine; Kurt Fudhsgelb, Bratsche; Joachim Stutschewsky, Cello, und Hans Lewitus, Klarinette. — Die Uebungen des Gesangsvereines ifinden jeden Dienstag von 7 toiis 9 Uhr abends im Vereinssaal des Konzerthauses, III., Lothringerstraße 20, statt. Jiddischer Club. Der „Jiddische Glaub", der sich dj-e Verbreitung der jiddischen Literatur und Geisteswissenschaft zum Ziel gesetzt bat. 'begann Sonntag, den 21. April', seine Tätigkeit. Dr. S. Brind. der bekannte Schauspieler und Literat, erstattete ein Referat über die „Aktuellen Probleme des jiddischen Tiheaters". Er zeigte zunäclhst die ■zwei Pole, zwischen denen sich das jüdische Theater bewegt: auf der einen Seifce das reine Form-theat-er Granowskis. das sich neben Stanislavslky, Meyerhold. Tairoff und Habima entwickelte u.nd im Grunde genommen arevolutionär ist. auf der anderen Seite das jiddische Dutzendtheater des Ghettos ohne Form und ohne Inihalt, das. obwohl Text, Autor. Regie ganz willkürlich, gehandihabt wenden, doch 'lebt — durch das awiverwüst!liohe Bedürfnis des Publikums nach Theaterkost. Das Theater, das aufzubauen ist, muß schöpferischen Realismus, eine höhere Art Moralisimus und nach Ueberwdndung des Startiums ethischen Kollektivismus in sich vereinen. Der Verwirklichung eines solchen Theaters in Wien standen die Assimilation a>n das Milieu und die Demoralisation des Publikuims durch die jiddische Schundibiilme entgegen. Das neue Theater soll erzieherisch wirken. Nach einer Debatte, an der sidh M. Groß, Isaaik Deutsch, N. Fuchs. Lubetzky und Dr. O. Roseoifeld beteiligten, wurde festgestellt, daß der Jiddische Club gewählt ist, dem Problem deisjiddischen Tiheaters in Wien praktisch näherzutreten. Um Zeit für die •nötigen Vorarbeiten zu gewinnen, wurde die für den 28. April geplante Matinee auf einen späteren Zeitpunlkt verschoben. Das von Dr. Brind gehaltene ausgezeichnete Referat wird demnächst vor einem größeren Kreis jüdischer, Theaterfreuinde wiederholt werden. Symphoniekonzert. Als Dirigent stellte sich dem Wiener Publikum Prof. George Pavel vor, der das Wiener Sympbonieorcihester leitete. Zur Ausführuiag 'gelangte eine symphonische Dicbtung des rumänischen Komponisten Alexander Zir-n, der Volksmotivisches mit den Mitteln europäischer Harmonik talentiert verbindet. Von der Sängerin S. Munteanu gefiel am besten das rumänische Volkslied „Pe subflori"; man hätte noch gerne rumänische Volksmusik gehört. Prof. Zirnbler brillierte in Mendelssohns Violinkonzert. Den Abschluß bildete Tsohaikovsikys Symphonie Pathetique. eine Glanznummer des Wiener Orchesters, von Prof. Pavel mit solchem Schwung geleitet, daß die Ovationen für ihn berechtigt waren. „Gott der Rache", das berühmte Drama von Schalem Asch, gelangt Dienstag, den 30. 4 M., in den ,,Jüdiso hen Küns11 erspielen" (Theater Reklaime) zur Aufführung. In diesem Stücke setzen Vera Za-slavskaja und Mischa Fi sch s öhn, der auch die Regie führt, ihn Gastspiel fort. Mendeie-Literaturpreis. Anläßlich des zehnjährigen Todestages Mendele Mojcher Sforims hat die ukrainische Regierung einen jährlichen Literaturpreis von 1000 Rubel auf den Namen Mendeles -gestiftet. Der Preis wird dem Autor des besten literarischen oder wissen* schaftlichen Werkes der jiddischen Literatur in" der, Ukraine verliehen. A. Weiter. Am 21. April 1919 wurde A. Weiter,, der jiddische Dramatiker und Essayist, von den Wilna b^ setzenden polnischen Truppen auf der Straße ermordet. Aaii läßlich des 10jährigen Todestages wird Weiter, eine be« sonders, interessante Erscheinung der jiddischen Literatur und Politik, von der jiddischen Presse der garizen'Weit gefeiert. Er ist der Verfasser dreier Dramen, „Far tag"« „In feier" und ,JDer stuimmer" (seinerzeit von 4er Wdener; freien Jüdischen Volksbühne aufgeführt. Die Verweltlichung des Judentums. Für die Berliner Frauenarbeitsgemeinschaft für Palästina sprach der russl* sehe Jude Dr. Sadi Mase* über die Verweltlicbung des Judentums. Nach einer historischen Betrachtung der Entwicklung des jüdischen Volkes in bezug auf Religion und! Kultur kam Dr. Mase" wx dem Schluß, daß im heutigen Pa» flästina. dem neuen jüdischen Reich, es darauf ankomme, das «eisWae Leben der Juden auf neu« gesetzmäßige- Grund*