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Die neue Welt · 1929-04-19 · Heft 83 (19.4.1929) · page 14

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 83 (19.4.1929)
Date
1929-04-19
Page
– (sequence 14)
Language
German
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r Seife 14 DIE NEUE WELT Nr. 83 hatte, traf sie ihre Vorbereitungen, um; die erwähnte Anstalt aufzusuchen. ' Es war ein herrlicher Wintertag. Die Sonne schien wie im Sommer. Der Park war vollmit Schnee, den der Frost gefroren hatte. Mütter mit Kinderwagen füllten den Park. Sie nahmen die in weiße Wolle gehüllten Kinder aus den. Wagen, hoben sie hoch in die Höhe zur Sonne, freuten sich ihrer, lachten und spielten mit ihnen. Dwojre blieb einen Augenblick stehen. Bald erinnerte sie sich der schweren Pflicht, die sie zu erfüllen hatte, und ging hastig j weiter. j Ein paar Tage später kam Dwojre wieder heim. ■ Buchholz kehrte; noch - am selben. Abend - zurück.> Die Tage auf dem Lande in Schnee und' Eis hatten ihm wohlgetan. . Er wollte noch am selben Abend mit Dwojre ausgehen, in ein Kino oder in ein Kaffeehans. Vom Lande hatte er auch einige Dollar mitgebracht, die er mit Holzabfuhr aus dem Walde bei seinem bekannten Farmer verdient hatte. Damit er nichts bemerke, wollte Dwojre seinem Wunsche folgen und mit ihm gehen, obwohl sie sich noch sehr schwach fühlte. Langsam 250g sie sich an. Sie lachte viel und half die gute Stimmung aufrechthalten; dennoch bemerkte Buchholz ihre Schwäche. (Fortsetzung: folgt.) Copyright 1928 by „Die Neue Welt", Wien. Nachdruck verboten. O Roman von SchaJom Alechem. ■*, ■ \ Ins Deutsche übertragen von P. Rosen h all. (25. Fortsetzung) Diese unsere beiden Helden haben anfangs nichts anderes getan als bummeln und das schöne große Bukarest besehen. Sie sind doch auch nicht mehr als Menschen und Bukarest ist eine Stadt, wo es was zu sehen gibt. Uebefhaupt für einen, der die Seele und das Auge eines Künstlers hat und im Begriffe ist, Direktor eines Theaters zu werden, gibt es in Bukarest zu lernen und zu studieren. „Mamuß Bühne studieren, .mein teurer Spielvo:*el," so sagte Hotzmach zu seinem , jungen Freunde; „man muß ein Theater, wo imme. es ein solches gibt, sehen und selbst an ein Geschäft gehen, selbst ein Stück Theater aufmachen. Es Hegt kein Sinn darin, mein Seelchen, vom Baren zu leben. Es tut nicht gut, Rubel zu vertrödeln, man muß an einen Erwerb denken." / Zu nüchtern, zu prosaisch nüchtern klangen Hotzmac.hs Worte dem jüngsten unserer Helden, Lebl. Lebls Seele strebte hinauf zur Bühne, aber-nicht des Erwerbs wegen. Etwas Höherem zuliebe zog es ihn hin, was er selbst noch nicht recht verstand. Ihm ward jeder Tag; kostbar, jede Minute. Wie gerne sähe er sich schon auf der Bühne, Maske machen, spielen, spielen, spielen. Aber Hotzmach sagt, man muß die Bühne studieren, und er weiß wohl was er sagt. Aber beide machten, sieh an das Studium der Bühne von A bis Z. Sie begannen also äußerst praktisch in den ärmsten Gegenden und Vierteln, machten sich mit den billigsten Kaffeehaus- und Gasthausschenken bekannt. Dann stieg man immer höher und höher, bewegte sich in allen großen Theatern, Brettln, Varietes und Cafes-Ghantants, Ueberall fand Hotzmach etwas, überall studierte er etwas, yph jedem einzelnen lernte er etwas ab. „Nun, Spielvögelchen, sieh hin, wie. man bei ihnen eine Bühne herausstellt! Siehst' du die Kostüme, siehst du die Toiletten, siehst du die eleganten Schuhe und Strümpfe? Der Teufel in den "Geldbeutel hinein! Nicht umsonnt sagt der weise Spruch: Gold und Silber bringt "WZ Streng n CO Täglich frisch geschlachtetes Rind- und Kalbfleisch Kitzlleisch hiesSger Schlachtung wie auch Mastgeflttgel zu billigsten Tagespreisen nur bei ROTH, XX., Kart-MeißLStraBe Hr. 3 Auf Wunsch Zustellung ins Haus mmmmmmmmmmm nec 'vv samtliche reo S PEZER El W ARE H CRICJNAL PALÄSTINA-WEINE liefert billigst und bestens J. SONNENBLÜMi WIEN, XVII., Haupfsfr. 86 Tel. B-40-8'56 »iiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiu 1 Gegründet 1882 r § I LGbensuersicheriinasp un MIY * 1 i GesellschoEt frl1üliiA | mm I 2 | Zentraldirektion: WIEN l„ Riemergasse Nr. 2 , s Venldwnogsbestand 1 Milliarde 600 Millionen SADIing § 5 Vollelnsezalilles Aktienkapital 4,000.000,-SÄng s PrSraien- und Zinseneinnahmen im Jahre 192?. 71 Millionen Schilling s CaranKcniitel Ende 192? 192 Millionen Sdülling | s Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutsches Reich, Frs/iVreich, Belgien. Holland, Italien, Spanien, Tschechoslowakische s s Republik, Polen, Ungarn, Jugoslawien, Bulgarien, Griechen* S s land, Türkei, Aegypten und Palästina. holden Schein —" Lebl verbesserte ihn taügt nur dem Schwein I" „Kann auch so sein," stimmte Hotzmach ihm zu und griff nach der Brasttasche. „Ob Mädele, ob Rädele» soll nur gut sein Hedele! Out, daß wir uns in eine solche S'adt begebenhaben. Es wiid uns zunutze kommen. Wirst sehn, was ich für einen Cheder mit Gottes Hilfe zusammenstellen werde. Gott und Menschen werden mich beneiden. Ein Hundsteufel wird in Schtschüppaks Vater hineinfahrend' ^>ß. . Ganz,, andere. -Eindjiijck^ Schauspieler, den Lebl auf der Bühne sah,, verschlang er, nahm jedes Wort in sich auf und fühlte sich selbst dort oben auf der Szene1. Es riß ihn in die. Luft," zog ihn wie mit Zangen, das' Gesicht flammte, die Äugen''brannten, im Hals würgte es und -er tät nichts als1 seufzen. ,)Was ist dir, Liebling'?'' frägte Hotzmach. „Hast immer noch; Angst, daß nun dich' erkennt! Söll ich krank werden, wennjernanicl-jetz&| aufXdich' sägen, kann, daß du — 'du b'ist.Ä.;l..Lv .", X; . . ..... . _ ■ So tröstete Hotzmach .seinen jungen Freund und er hatte recht.. Bs war schwer, Lebl zu . erkennen. Es war f^ast unmöglich, beide zu erkeiinenr S6,,sehr hatten sich die Zwei verändert. Die Vögel haben ihr altes Gefieder abgeworfen und sjpli .von Kopf bis Fuß; neu; ausstaffiert. . Kaunr.Vvaren : sie nach; Bukarest, gekommen^ als sich Hotzmach - sogleich, rasieren, das:? ganze- Gesicht abschaben, nur 'zw.ei<,kurz*» r Bariafoeif enprechts,;i*fl,d links stehen ließ, die ihm, wie der Spiegel sagte, sehr viel Ehgance verliehen! Dinn, betrat er^ein großes Kleidergeschäft,... legte sich .ein prinzliches Gewand nach der letzten Mode zu, kaufteeinen ...hohen Zylinder -und-einen schönen Stock mit Elftenbeingriffj ...Lackschuhe;,und gelbe, Handschuhe. .„Ha, was. sagst du -jetzt, nieiji teurer, Spiejvogel? ^ird,Jeman^.;t.yon,.mir'beha^p^en, daß das Hotzmach ist?" . „I^iemarid in d,er Welt,V sagte Lebl iinci, hatte Freude an seinem .erneuten Freund. . Vl ■.= Lebl machte es wirklich Vergnügen, daß Hotzmacö J sich derart verändert hatte. Nicht weniger Freude hatte? Hotzmach an Lebl, daß er ihn vom Holeneschtier Kaftaa und vom Holeneschtier Hütchen befreit und in ein kurzes Sakko gesteckt habe, dazu einen kleinen Hut, Stock .und gelbe Handschuhe. „So soll Schtschuppak krank werden, wie du nicht du bist," sagte ihm Hotzmach, den jungen Freund vor* vorne und von hinten und von allen Seiten betrachtend^ „und ein solches Jahr mir zugedacht, was du für e|it; schöner Jung bist, nicht ein schöner Jung, sondern ein ganzer Jüngling, wie ich ein Jude bin." t Und beide fühlten sich an jenem Tag so leicht, ata; würden sie nicht auf der Erde gehen, sondern durch die Lüfte getragen werden. 4 6. Kapitel. Holzman — Rafaksco. Einmal, sie Jagen noch in den Betten, streckten« iMtd reckten ihre Glieder, wenn es auch nicht mehr früh war, sondern schon in den Mittag ging, sagt Hotzmach zu Lebl: ■ '\: „Vielleicht war es genug, mein Seelchen, sich hie*: herumzuwälzen. Man muß etwas zwischen die Zähne) nehmen: ein duftiges Gläsehen türkischen Kaffee mit frischem warmem Weißbrot, der Teufel in den Geld-* beutel hinein!" Worauf beide aufstanden, sich waschen, die neue Ausstattung anlegen und sich zur Arbeit fertig machen, das heißt, Bukarest zu begehen, alle schönen Wunder» dinge zu betrachten, die in den " Fenstern ausgestellt sind; Nichts sonst wie betrachten, ansehen, nicht kaufen —■ bewahre! Schad ums Geld. ,Es ist bei ihnen kein Diebs" geld', sagt Hotzmach. Dann wird man: sich in ein' Restaurant hineinbegeben, etwas zu sich zu nehmen. Hotzmach sieht schon vor sich alle Gerichte, die man auftischen wird und schmatzt im Vorgeriuß '.— Hotzmacli hat in seinem Leben so viel, gehungert, daß es bei ihm; wieviel er auch essen mag, noch immer nicht gegessen heißt. Nach dem Speisen werden sie ein wenig ruhen — Hotzmach hat in seinem Leben so schwer geschuftet^ daß es bei ihm, wieviel er auch ruhen mapr, noch immer nicht geruht heißt. Und erst, wenn es Abend wird, werden sie sich in ein Theater hineinspazieren und von dort in irgend ein Cafe Chantant, ,Müsik, Theater und Kunst studieren'. Für Menschen, die Musik, Theater und Kunst studieren, ist die Nacht die rechte Zeit. Und nebjenb^i ist .es für Menschlein wie jetzt Hotzmach und Leibi überhaupt gesünder, so wenig wie .möglich tagsüber-..siejj auf der Gasse herumzudrehen. Lebl sagt, er.. könnte schwören, daß er erst gestern eine Kalesche habe vorübereilen gesehen, worin sein älterer Bruder Anschel und Schischen-we-Simche, der Kassier, gesessen habe. \ „Aber geh, Knirps," lacht ihn Hotzmach aus, „träumst von Brüdern und Kassieren, Dummheiten. Selbst wenn sie schon hergekommen sein sollten, mußten , sie achtzehn Köpfe naben, uni dich zu erkennen und gar mich. Weißt du eigentlich, was uns noch fehlt,, teurer Junge?" , . ■-. (Fortsetzung folgt.) .''■'<[' BAD HALL (Obsr-Dsterr ) 90T Stärkstes Jodbad Europas erth. iio Restaurant örth. yffj' SvMAYiRJOHN Schöne ein« und zweibeltige Zimmer Eröffnung 8. Mai 1929 Telephon 59 ' •■' *. Telephon 59, KUNDMACHUNG Iu der heute abgehaltenen Generalversammlung der Aktionäre der gefertigten ^Anstalt würden folgende Beschlüsse gefaGt: 1. Ueber Antrag des Revisionsausschusses wird der Rechnungsabschluß pro 1928 genehmigt und dem Verwaltungsrate das Absolutdriüm erteilt. 2. Von dem Reingewinn per S 10,493.378.99 werden dem allgemeinen Reservefonds S '800.000.—. ferner tantiemefrei dem Fürsorgefonds für Angestellte S 70.000.— zugewiesen. 3. ' Die Dividende für'das Jahr 1928 wird mit S 4.— pro Aktie festgesetzt. Die Auszahlung derselben erfolgt vorn" 16. April a.re. ab gegen Einziehung des Aktien-Coupons ISr. 3*).; . Die vorgenommenen Wahlen ergaben folgendes Resultat: 'Zu Ve'r w alt u n g s r ä t e n werden gewählt die Herren: Willy Ginzkey Franz H^rdegg Anton Knips Dr. S. M. Singer Sir Henry Strakosch In den Ue visionsaussc.huß wurden gewählt die Herren; Richard Pollak Wilhelm Dpdere^ Dr. Fritz Carus und als Ersatzmänner die Herren: Richard Rosenbacher Herbert Zucker Christoph Reißer Wien, den 15. April 1929. ' Oesterreichische Credlt-Anstalt für Handel und Gewerbe. .'■"*) Die Coupons, auf deren Riickseite der' Name des Einreichers ersichtlich zu machen ist, 6ind bei der Depositenäbteüüng" (Couponkassa) der Anstalt, Wien, I., Am Hof Nr, 6, •vormittags von 9 bis 12 Uhr mit Begleitscheine».' einzureichen, wozu Blankettc in . der Anstalt unentgeltlich verabfolgt werden. - Nachdruck wird njeht hQnoriert,, MOHHDI RABSTEINE F RIED LÄNDER & DEUTS C fi Wien, l Bes., Seitensiettengasse 2, Telephon U-28'h28 XI., Zenitalftiedhot, neb. ä 1. Tor, Jeleohon U*18-0 85 G Selbständiger ewerbef reibender sucht Stelle als Kassler oder Inkassant. Gefällige Zuschriften unter „^ealr, : kaution" an die Administration; des Blattes. .! H ervdrraqender KANTOR musikalisch ausgebildete Tenorstimme, beste;. Zeugnisse und Referenzen SUCHT POSTEN Aeußerst bescheidene Ansprüche. Zuschriften $ an Israel Deutsch, II, Gr. Schiftgasse 24,10!- NÄH MASCHINEN FAHRRÄDER 1929 S2o.— monatlich ohne Angabe! 1X> llechtenstelnslrnße lir. 27 ■jaFlSL Tal. A 16-8.64 und A 16.9.6» Lmhbm IV. wiedner HmiptstroBe Hr.8 HsUHHaHsl Tel. A 30-0-36 SPORT* UND TOURISTENARTIK6L Elgemümer,* Verleger, Herausgeber ün<J verantwortlicher Redakteur "Oberbäurat Robert Stricker.— Druckerei- und Verlags»A,»G, Ignas Steinmannv beide Wien, IX„ Universaätsstraöe 6—8.

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