Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 82 (12.4.1929)
- Date
- 1929-04-12
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite \2 DIE NEUE WEL1 Nr. 82 Neues Jüdisches Theater (Pratcrstraße 60). Wochenspielplan: Freifacr: ..Sfrnflins 1305", Samstajr: „Chawer in Leben". Sonntag: ..Reiselc von China". Montag: ..Ubxenartc Kales". Dienstag: „Ihr eihrochen leben". Mittwoch: ..Er macht sich grois!" Donnerstag.* „Das siifie Mädel". ...Itisik." Unter diesem Titel gelaust Osip Dymows ..Sänger seiner Trauer" am Berliner Deutschen Theater unier -der Regie Heinz Hilpert demnächst zur Aufführung. Die Jüdische Gemeinde In Berlin hat beschlossen, an der Hebräischen Universität in Jerusalem eine Lehrkanzel für -deutsche Literatur und Philosophie zu errichten. Kunstnachrichten. Marc Chagall, der berühmte, in Paris domizilierende Maler und Radierer, weilt gegenwärtig in Palästina, wo er Vorstudien fiir einen Zyklus raläsh:nensischer Elättcr betreibt. — Professor Bruno Eisner wurde aus Berlin nach Palästina berufen, wo er Konzerte veranstalten und Klavierunterricht erteilen soll- — Der jüdische VVundergeiger Jeliudi Menne htm wird demnächst unter Leitung von Prof. Fritz Busch einen Konzertabend geben. — Der Frankfurter Maler E. I s e -iburger hat eine Radierung von Prof. Albert Einstein vollendet, _ Vermählung. Herr Benno Weener und Frau Edith Wiener, geb. Schwarz, zeigen ihre stattgehabte Training an. ■._ * E Jüdische Sport- und iiiiiiiiiiiiiiiiiiTarnbewegung Hakoah hat keinen ebenbürtigen Gegner. Donau 3 :0 besiegt. Der F. C. Hakoah iiat in der zweiten Liga ikeineu Gegner, der ihm gefährlich werden könnte. In IS Spielen ebensovielc Siege zu erringen und dazu noch ein Torverhältnis von 77 :10 beweist deutlich den Klassenunter-, schied. Die jüdische Mannschaft konnte am letzten Sonntag infolge des orkanartigen Sturms gegen Donau kein gutes Spie] vorführen, trotzdem blieb sie überlegen erfolgreich. Bei den Siegern gefielen Feld m a n n, i e xn, N c uf e Id und N e u in a im. Hakoah setzt mit mehreren Angriffen ein. Trotz der offensichtlich starken üeberlegcnhcit gelingt es Stern erst in "der 26. Minute den; ersten Treffer zu erzielen. Bald darauf geht Neufeld durch, der Ball "kommt zu Neumann, der unibalfbar ■ einsendet. Nach Seitenwechsel vergeben die Hakoah-Stürmer zahlreiche günstige Tor- . Chancen. 15 Minuten vor Schluß erzielt Neufeld das letzte Tor. Dem Match wohnten 1600 Zuschauer bei.. Aufstellung:. Oppenheim; Feldmann, Böhm; Posaner. Strohs, Fried; Katz, Neumaun, Stern, Heß, Neufcld. Kömmenden Sonntag 'spielen die Blau-Weißen gegen Viktoria 21.. .Obwohl der S. C. Viktoria 21 gegen Hakoah verstärkt antritt, wird er eine empfindliche Niederlage-kaum verhindern können. Das Spiel findet in der Krieau statt. ' Die Meisterschaft der jüdischen Amateur*ereine. In der zweiten Klasse Ost sieEte Hasmonea gegen Mataleinsdorf 4:0 und gelangte durch diesen Erfolg auf den dritten Platz in der Tabelle. Die Tore erzielten S t e r n b a c h (3) und Bock. Aufstellung: Kolm; Zunz, Weinwunn; Welzer, Placzek, Josefsberg; Markstein. Arm. Sternbacli, Bock, Quarfner. Makkabi unterlag gegen Strebersdorf 2:3. ,; . Sonntag gelangt das Meisterschaftsspiel Hasmonea gegen Hagibor-MakkaM zur Ausfragung. Es ist zu hoffii, daß der Kampf einen iairen; Verlauf nehmen wird. Große Erfolge Jüdischer Schwimmer. ■ Belm Internationalen Schwimmest der Hakoah haben jiK'ischc .Schwimmer groüe Erfolge, errungen. Nebst Hakoah bewies auch Hagibor (Prag), daß, die jüdischen Schwimmer in Europa zu den Besten gezählt werden können. Fritzi 'L 5 w y gelang es. ihren 300 Meter-Rekord um nicht weniger als 7.8 Sekunden zu unterbieten. Der Hakoahner Nassau erreichte in 200 Meter Rückenlage beinahe den Rekord. Im Herren-Freistilschwimmen siegte Gold berger (Hakoah) 1,052. Im Damen-Brustschwimmen besetzte Han*I (Hagibor) mit 1,392 den zweiten Platz. Im Herren-Rückenschwimmen gelangten N a s s a u (Hakoah) mit 2,522, Qol d b.er.ger (Hakoah) mit 2.596 und L a n d a u . (Hagibor) mit 3,054 auf die ersten drei Plätze. Das Hcrrenspringen gewann B a 1 a s z (Hagibor). Auch in den anderen Konkurrenzen errangen Hakoah und Hagibor bemerkenswerte Erfolge. Das Wasserballmatch Hagibor gegen Austrla endete 2*2 unentschieden. Dio Tore iür Hagibor erzielten P o 1 a k o i i 1 und Pol ako ff 2. i Um den Schiffmann-Goldball. ' Am 12. Mai kämpfenauf dem Hakoah-Platz die beiden alten Üivalcn Austria und Hakoah um den Goldball, der von' Herrn Schiffmann, dem Präsidenten des F. C. Hakoah, gestiftet wurde. Die Grarer Hakoah unterlag in der Meisterschaft gegen Sturn 0:5. Die Hockoymannschaft der Hakoah wurde fn einem Freundschaftsspiel von W. A. C 2:0 besiegt. Touristik- und Ski-Klub „Hakoah". Am 14! d. Skitouren: Rax (Kesselgrabeu). Schneeberg. Oetscher. Fußtouren: Höllenstein, halb 9 Uhr Straßenbahn Mauer. Näheres Freitag von 8 bis 10 Uhr abends im Klubheim. I.. VVipplingerstra°c 24 (Durchgang Caf6 Altes Rathaus). Gäste willkommen! Jugeiidgruppe: Lcithagebirge. (Näheres Donnerstag von 7 bis 10 Uhr . abends im Gruppenheim, VIII., Bennoplatz 1 (Jüdisches Vereinsheim). , ' Reine Türen, auf denen nicht vidiertet Finger-- äbdrücke und gewisse Flecken zu sehen sind, zu haben, fäst der Wunsch jeder. Hausfrau; dies ras^ch und für* wenig lEj'eld zu erreichen, ist nur (bei Verwendung der jetzt allgemein gebräuchlichen „Paradruif-Celluloid-Türschoner möglich. Fis dürfen aber nidht zu dünne Platten verwerdet werden, um Bruch zu verhindern. Die Firma Bruder Mikolasch. Wien, IL, Taborstraße 22, ist Spezialist in Original-,,Paradruit"-Celluloid-Türschoner (alle Farben, Qrößen und Prei-lagen) und hat sich auf unser Ersuchen eroötig gemacht, bei Berufung auf unser Blatt 10 Prozent Rabatt auf die angeschriebenen Preise zu bewilligen, wovon'Sie in Ihrem. Interesse Gebrauch machen wollen. , " Austritt aus döm Judentum. Emil Kraus, Bäckergehilfe, ledig, geboren in Wien, 23. 11. 1900, zuständig nach Papa (Kornitat Veszprem), hat bei der Bezirks- Wauptmannschaft in HoIIabrunn den Austritt aus dem Judentum angemeldet. Druck fehler berieht ig ung. Aus dem in Nr. 81 veiv öffcntlichttm Bericht über die Besichtigungen der Wiener Zionisten in Palästina ist richtigzustellen, daß die Abfahrt von Jerusalem nicht am 23. März, sondern am 22, erfolgte und der B e s. u c h an, f i b er i os nicht am 30., sondern am 29. März stattfand. Am 23. und am 29. März wurde selbstverständlich die Sabbatruhe strenge ei^eh^en. Vereinsnachrichlen. Vereinigung der zionistisch-demokratischen Jugend, U., Zirkusgasse 33. Samstag 3 Uhr nachmittags Zionistika-Kurs, 5 U't Zusammenkunft der Kindergruppe, halb 7 Uhr Französisch iür Anfänger, «S Uhr abends Vortrag im Cafe Continental, II., Taborstraße 4 Sontag: 9 Uhr Wanderung. Treffpunkt halb 9 Uhr vor dem Heim, II., Zirkusgasse 33; 7 Uhr abends Sichah der Kwuzah ,.Dror". Montag: 7 Uhr abends Hebräisch für Anfanger, halb 9 Uhr abends Hebräisch für Fortgeschrittene. Dienstag: 8 Uhr abends: Sichah der Kwuzah „Dror", Referent Chawen Hans Kolb. Mittwoch: 7 Uhr abends Hebräisch für Anfänger, halb 9 Uhr abends Vortrag im Cafe Produktenbörse. Donnerstag: 7 Uhr abends Englisch für Anfänger, halb 9 Uhr abends Hebräisch für Fortgeschrittene Jüdisches Zentrum der Sozialen Hilisgemelnschaft, II., Untere AugartcnstraGc 35. Schwedisches Turnen für Frauen und Mädchen (Leitung Ing. Patlaschenko) findet jeden Montag und Donnerstag von halb 8 bis 9 Uhr abends statt. Anmeldungen täglich von C< bis 8 Uhr abends im Sekretariat. II. Unt Augartenstrale 35. Jüdischer Verein Nordost. Am 14. d., 3 Uhr nachmittags, fm Vcrei'nslofcal Cctieralversammfung. Zionistische Frauengruppe Vf.. VII. Frau Anita Müller- Cohen spricht am 17. d., 8 Uhr abends, im Cafe Mariahilf über „Warum sind wir Juden?" Eintritt frei. Akademie der Mädcltengruppe „Gordonia". Am 13. d. M.. halb 8 Uiir abends, findet Im Handelsmuseuni, IX , Berggasse IC. eine Feier der Mädchengruppe ,,Gordonia" zugunsten des Keren Kajcmeth statt. Ihre Mitwirkung haben zugesagt: jehnda Ehrenkranz, Gyula Schwarz (Violine). Opernsängerin Mina Haber, Stella Mann (Charaktertänze), Oskar Teller u. a. m. Restliche Karten ä S 1 sind zr haben beim Keren Kajemcth. I. K£frntnerstra''c 28. Bücherstube Moses Ra*h. II . Taborstraße 20a. und bei Frl. Erna Haber, II.. Ausstcllungsstraflc 45. Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt. Montag: 7 Uhr abends Hebräisch für Anfänger, halb 9 Uhr abends Hebräisch füt Fortgeschrittene. Mittwoch: 7 Uhr abends Hebräisch für Anfänger. Donnerstag: halb 9 Uhr abends He^rilisch für Fortgeschrittene. Verein zionistischer Hochscliiiler „Theodor Herzt". Samstag, den 12. d.. 9 Uhr abends, im Heim. IX . Hlasergassc 4. Vorfag des A. H. Dr. Leo Goldbammcr: „Angaben jüdischer Gemeindepolitik". Jüdische Hochscliiiler als Gäste willkommen! Zionistisch-akademischer Verein „Bar-Kochba". Am 13. d.. 8 Uhr abends, Versammlung Im Festsnal des Hotel Continental, wo Herr Dr. Israel Waldmann sowie auch andere Führer der Palästina-Exkursion des Verbandes der demokratischen Zionisten sprechen werden. Alle Bb. Bb. und AH. AH treffen sich nunkt 8 Uhr im Vestibül. Agentur der Thorn Wnawodah Literatur und der Net Iwa In Wien. Abonnements für die „Netiwa" werden zum Preise von S 10.50 jährlich ' entgegengenommen. Zeire Mlsrachl — Sektion XX.„ .lutferstrafle 30. Am 13. d., 8 Uhr abends. Teeabend. Anschließend Vort-ag des Herrn Dr. S Rappaport über di^ Aga-'ah Gäste herzlichst willkommen. Mlsrachl-Jugcrdzentrale. Wien. II, Praterstraße 43. Am 14. d., 10 Uhr vormittags, Sitzung mit wichtiger Tagesordnung. Erscheinen , Pflicht. Brlth Fanoar Hatnlsrachf. Wien,, IL. Pratcrst-a^e 43. Am 13. d., 3 Uhr nachiritfavrs. Tefilath Mincha. Nachher Srhah der Kwuzah ..Reines". Anschließend; Schalosclu Seu:loth. Mittwoch. 8 Uhr abends, Terachkurs. Leiter Herr M. Gerstl. Dienstag und Donnerstag, 8 Uhr abends, Hebräisch-K'-s. Leiter. Ha'per-Hellner. Haschome- Hadatl. Wien, TI, Praterstrane 43. Am 13 d., halb 4 Uhr nachmittags. Tenachku's, Leiter Ch. L'Teitelbaum; nachher Srha Mlsrachl-Juuendzcntrale. Auf. vergangenen Dienstag ''and anlä'Ubh der Abreise des Herrn A. B i n - Nun aus Tel-Aviw eine Abschiedsieier statt, die sehr schön verlief. Die Vertreter aller der Zentrale angeschlossenen Gruppen dankten :de:ii'.'' 'Co«'t fiir seine erfolgreiche und aufopfernde TFti'-keit innerhalb der hiesigen' Misrachi-Jugend. Herr Scheuermann würdigte die Persönlichkeit des Gastes Herr Bin-Nun appellierte an alle lV'it<?liet'er,. auch .wcVierbin mit «'er gleichen Intensität wie bisher alle* Mögliche für jinser'itfeal zu leisten. Am darauffolgenden Tage 'reiste Herr Bin-Nun nach ' W a r s c h a u, um dort seine Arbeit fiir den Haschomer Hadati; förtzuseifzeti. KIndcr-Purimfestc. Ant-S&Ärz fand im Saale des Verbandsheimes, Wien, VI., Königse;gmse.rlW'das.'Kinder-Puiinitest der Zionistischen Frauengruppe der Sektion VI-VII. statt. Das Purimspiel „Esther", welches von den Schülern ,,des Cbajes-Gymnasiums unter Leitung von Frau Professor Hoffmann aufgefiihrt'rwurdev fand bei Jung und AU lebha'ten Beifall ebenso auch jcias "von'' deflÄ Schülern der hebräischen Schule der Zionistischen Söktioiv 4VI*VH^ unter Leitung der Lehrerin Fräulein Engelberg vorgctra'^iicv^F]in'rnnsptel ..Die Handwerker". Sämtliche Komiteedamen der Frauengrup'^e;"M«riahili-Neubau hatten sich in den Dienst der guten Sache gesielltTiirid-durch ihre Arbeit und Spenden zum Gelingen des Festes beigetragen'' In' liebenswürdigster Weise hatte die Firma Brüder Kunz den ■ komplelsteh Kaffee für 170 Personen gratis beigestellt. Die Verteilung dieser Spende'-hat Herr Hans Wegenstein, Direktor des Cafe '..Rudolfshof", -VlL, Mariahilfersträlc 94 (Inhaber Brüder Kunz) persönlich;durchgcführt und" sich durch seine umsichtige Leitung den Dank der Zionistische^Gruppe Mariahill-Neuban ve-r'r'-t. Am 24. März fand ii. den,; 'Olympiasälen die von der WIZO und dem Keren Kajemcth veransta!teie.\Purimfeicr für Kinder statt. Diese Feier wurde zur Gänze von Kinde«! veranstaltet; der Saal war voll mit Kindern und ErwachsenenMgcfüjft, die mit lebendigstem Interesse den Darbietungen folgten. Der Kindergarten unter Leitung der Frau Ester Schwarz führte mit grö"tem'Erfolg ein hebräisches Kinderspiel auf. Sodann folgte die Aufführung '<yonv'..'Ani Hofe der Königin Esther . An dieser Darstellung beteiligte: siclv;eine sehr große Anzahl von kostümierten Kindern. Im Zcntnim 'det^arbietungen stand Fräulein Susi Mirjam: die wunderschöne Tänäio'aufführte. Sehr fesch spielte der junge Kreitler. Zum Gelingen des Festes trugen ganz besonders bei der Autor des Stückes Herr Siegiried Abeles sowie Frau Blanka Federn- Lipschütz, Frau-Rebekka WeinervTiqd Herr Köser. Die Veranstaltung lag in den Händen der Damen So'phijä' Löwenherz und 'Ajalah Tartakowcr. An den offiziellen Teil knüpften sich eine Reihe von Belustigungen. Der beträchtliche Reinertrag wurde dem Keren Kaiemeth und dem Keren Hanaschim zugeführt, Delikatessen sehe! Pessach! Seit Jahren erfreuen sich-.die „S t.r u m-M a zzo.t'h'* ■. einer immer steigenden Beliebtheit' und gelten "als das ib o s t e österreichische Erzeugnis. Viele Tawsende verlausen ausschließlich ..Strum-Mazzoth". Dem Grund dieser Bevorzugung, kann man leicht begreifen, wenn man die bekannte Mazzöthbäckerei „H. Strum" in der Rotensterngasse aufsucht. In den sechs großen Räumen des.Hauses Nr. 11, die der Mazzotherzcugung dienen, sieht man eine ganze Anzahl großer Maschinen, die den. ganzen Erz&ugU'ngsproz'oß — vom Mehl bis zur ofenwarmen Mazze — in der erstaunlich kurzen Zeit von nur drei Minuten erledigen. Aufs angenehmste berührt den Beschauer die peinliche' Sauberkeit. Die MazzQ.rhmaschirien, von Herrn Strum junior nach eigenen Patenten konstruiert, arbeiten abwechselnd. Genau nach 15 Minuten Arbeitszeit bleibt eine Maschine stehen und wird auf das penibelste gereiigt. Der Betrieb stellt unter r'i t u e I i e r Aufsicht des Rabbinats der Kultusgcmeinde Wien und ein sogenannter Maschgiach sowie drei Maschgichim sorgen dafür, daß die'rituellen Vorschriften strengstens eingehalten werden, „Strum-Mazizoth" zeichnen sich aber nicht nur durch die bei der Erzeugung beobachtete Sauberkeit, sondern vornehmlich auch durch den guten Geschmack aus, der sie zu einer beliebten Delikatesse macht. Erfreulich ist die Tatsache, daß die „Mazzothbäckerei H. Strum" hauptsächlich jüdi s ch e Arbeiter beschäftigt. Musik ist das geeignetste Mittel, um den Anforderungen, die der Kampf um den Lebensunterhalt,an die angegriffenen, Nerven stellt, zu entsprechen. :Ein geeignetes Mittel ist die Anschaffung einer Sprech- ,n}aschine, die es UJit Hilfe der neuesten elektrisch aufgenommenen Schallplatten ermöglicht, zu Hause, jederzeit gesellschaftliche: Unterhaltungen zu finden Das Musikhaus ,Ex zel sior", Wien, I., Adlergasse 5, Telephon JE-23-4-90, II., Kleine Ffarrgassc 28. Tel. A-41-6-24, und ^borstraße 48, hat in seinen Schaufenstern und im Lokal, Pf; Adlergasse 5, eine für jedermann ohne Kaufzwang frei zugängliche Schaustellung vpu mir erstklassigen Apparaten^ (jedes Stück mit dem Kassapreis gezeichnet) arrangiert. Zahlungserleichterungen von 12 bis 18 Monatsraten selbstverständlich. Wir sind fest überzeugt,-daß die Freude, die jeder Familie durch dieses Wunder menschlicher Erfindung bereitet werden kann, den geringen Betrag voll aufwiegt. E ' DIE MUTTER Roman von chalom Asch. Copyright by Dr. Präger-Pressedienst. Wien. 149. Foitsetzung) Jetzt ist es lieraus; sie fiat mich doch gehört, jetzt ist mir leichter, ein Stein ist mir vom Herzen gefallen, ein Stein. Jetzt ist mein Herz schon leicht, so leicht. Es ist so gut — so, jetzt kann ich schon die Augen ruhig schließen. Sure Rifkes Augen wurden starr, müde schlössen sich die Lider über ihren gelben Augäpfeln und sie wandte den Kopf zur Wand. Doch bald rief sie das Weinen der Kinder wieder zurück: „Ma, darllng Ma!" „Liebste Mutter!" Noch einmal riß Sure Rifkc die Augen auf und sah todesstumm ihre Kinder au. Auch jetzt erkannte sie sie, nur etwas verschwommen, sie schienen miteinander vermengt. Doch ihre Ohren hörten deuÜioh Anschels Stimme. Er weinte nicht, er betete nur andächtig. Sie suchte ihn mit ihrem Blick* doch sie konnte rhu n:ioht finden. „Er steht über meinem Kopf und sagt die Gebete." Sie wurde ganz ruhig umd gab sich willig in irgend jemandes Hut... Durch die Gäßchen auf der East-Side bewegte sich ein Sarg, der mit dem schwarzen Tuch der Chewra „Ansehe Emes b'nei Gostynin" bedeckt war, gezogen von einem höhen, dürren, weißen Roß. Hinter dem Sarge gineen Ansehe! und Sure Rifkes acht Kinder; seine Ränder haltend, geileiteten sie ihre Mutter mit Weinen und Jammern, das für einen Augenblick die Aufmerksamkeit der Vorübergehenden auf sich lenkte. Demi Sarge folgten auch einige Land.sleutc, darunter Reb Itzig, der Schammes, und ein Wagen fuhr dem Sarge nach, darin saßen Salomons Schwiegereltern mit ihrer Tochter. Die Passanten, welche das alltägliche Bild eines Sar.ees sahen, dem ein einziger Jude folgte, ließen es sich nicht einfallen, daß hier ein großer Held zur ewigen Ruhe gebracht wurde... Dwojre wußte, daß Bnchholz mit ihr nicht glücklich war. Aber sie war vorkommen sicher, daß Buchholz sie brauchte. Sie durfte ihn nicht verlassen, sie mußte, ob-er nu<n mit ihr glücklich-w-ar oder nicht, bei ihm bleiben, so lange er sie brauchte. So sah sie ihre Aufgabe. Seit den letzten zwei Wochen wußte sie, daß sie schwanger war... Und wenn es so weiterging, so mußten daraus Folgen entstehen, die für sie und für ihn schwer wiegen würden ... Zu dem Leben, das sie in sich fühlte, hatte sie noch kein Verhältnis. Doch eines wußte sie bereits: Was immer auch geschehen mag, er darf'nichts davon wissen; Chaskel darf nicht den leisesten Verdacht kliaben, daß es so ist ... Lange saß Dwojre so, ihre kleine Stirn runzelte sich tief und Mir Herz klopfte. Endlich hörte sie ihn kommen. „Gliaskel, bist du es?" „Ja."; s: „Wo warst du so lange? Ich habe auf dich gewartet." „Ich liabo Arbeit bekommen, eine Stelle" — ant- wortete er. ' „Arbeit, eine Stelle?" —- erstaunt öffnet Dwojre die Augen und blickt ihn an. ,^Eine Arbeit, bei der loh viel Geld verdienen :kann. Da". — er zieht aus der Tasche .einige Dollar hervor. , . „Was ist das für eine Arbeit?" ' .< „Grabsteine gravieren." „Grabsteine?" „Ich. kann jederzeit dort Arbeit bekommen, ich kenne das Handwerk gut. Ich muß mich nur in der Union organisieren, dann kann ich immer Arbeit haben." „Warum tust du das?" — fragt sie und sieht ihm dabei, wie es ihre Gewohnheit ist; tief in die Augen „Ich muß doch etwas tun. Ich kann doch nicht müßig herumsitzen, nicht warten, bis etwas herauskommt, und dich für mich arbeiten lassen" — schreit Buchholz auf. „Warum hast du früher .müßiggehen* können?" „Frü'her war das etwas anderes, da habe ich allein gehungert, das ist niemanden etwas angegangen, niemanden." „Und was ist jetzt anders?" „Jetzt, jetzt.,, jetzt habe ich das Gefühl, als läge eine Last auf mir. Ich kann die da doch nicht anrühren," «7er deutet auf seine Modelle — „wo soll;ich die Kraft dazu hernehmen, wenn du den ganzen Tag im Shop sitzest und für mich* arbeitest?" „Ich arbeite für dich? Ich arbeite für uns. Du .hast selbst gesagt, daß wir beide eins sind" — sagte Dwojre soharnihaft so leise, daß er sie kaum verstand. Buchholz war gerührt, nicht über , die Worte, sondern über die Art, wie sie sie sagte. Er wollte auf sie zugehen und sie umarmen. Doch er blieb stehen und biß steh wütend in die Lippen.