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Die neue Welt · 1929-04-12 · Heft 82 (12.4.1929) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 82 (12.4.1929)
Date
1929-04-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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»»' Tltl. Universitätsbibliothek Preis & Vi bs b» liEZUGSBEDINGUNGEN Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.—. vierteljährig Zloty 6.—; Tschechoslowakei monatlich Kc. 6.—, vierteljahrig Kc. 15 —; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Rumänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. REVUE BEZUGSBEDINGUNGEN: Deutschland monatlich Mark 1.— vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 20.—, vierteljährig Lewa 60.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.— : Schweiz und die übrigen Länder rriotatlich Schweizer Francs 1.50. vierteljährig Schweizer Francs 4.50. HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion und Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße 6—8 Telephon; A2S-2-82 — Erscheint jeden Freitag Jahrgang 3 Freitag, den 12. April 1929 Nr. 82 wi Romantik im Ghetto Seite 70 Kalt abwaschbare, extrastarke Original-Zelluloid sei. is64 „paraflrnit" TürpeS^ zu jederTür oder Tapete passend, C alle Größen, Farben und Formen u NUR bei Speziallst Wien, Taborstralie 22 Piovimveis Preisliste nratis. h\ V'nnsth unvetbindl, Monleiirbesuch und Kosienvowsthlag Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. Avis dem Inhalt: —y: Ohne Führung, ohne Organisation. Dr. Leo Koppel: Eine staatswissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft. I. S c h u r, Helsingfors: Die finnlündischen Juden. Ferdinand Gregore v i n s: Das Judenghetto im päpstlichen Rom. (IV.) Die Judenmission in Palästina. Die grusinischen Juden. Aus der jüdischen Turn- und Sportbewegung. S c h a 1 o m Asch: Die Mutter. Scha 1 om Alcchcm: Komödianten. Der Abschluß der Wiener Palästina-Reise. Die Fahrt des Verbandes der demokratischen Zionisten. Alle Teilnehmer am 9. d. in Wien eingetroffen. — Begrüßung aut dem Bahnhof. — Uebergabe der blau-weißen Fahne an die Jugend*3 Mit der Präzision eines. Uhrwerkes ist die erste Palästinareise des Verbandes der demokratischen Zionisten .Wiens verlaufen. So stark der Wille war, Erez Israel zu sehen, so musterhaft war auch die Organisation dieser ersten Palästina-Gruppenfahrt. Nach vierwöchigem Fernbleiben, das mehr war als ein Ausflug in die Fremde, in die Heimat, sind die Wiener Zionisten Dienstag, 10 Uhr abends, auf dem Ostbahnhof eingetroffen. Wie zur Abreise am 13. März, so hatte sich auch zur Ankunft eine vielhundertköpfige Freundesschar eingefunden, um die Heimgekehrten zu begrüßen. Eine erwartungsvolle Spannung lag auf allen Gesichtern, ja nervöses Bangen hatte sich der Herzen aller bemächtigt, nicht wegen der Sorge um das Wohl der Freunde,: sondern mehr aus dem Gefühl heraus, von welcher Stimmung beseelt die Freunde zurückkehren werden, die das Glück hatten, des Erlebnisses ^Palästina teilhaftig zu werden. Als der Zug in die Halle einfuhr, bot sich den Versammelten ein erhebendes Bild: aus einem Waggonfenster flatterte eine b 1 a u-w e i ß e Fahne mit , dem Davidstern. Alles drängte sich dahin, um das Symbol des Neuen Palästina zu sehen, während inzwischen die Jugcndgruppe des demokratischen Verbandes nationale Chöre sang und die Heimkehrer den Zug verließen. Im Mittelpunkt der Heimkehrer stand der Führer des Verbandes Ober bäumt Robert Stricker, dem . sich hunderte Hände entgegenstreckten, dem hunderte Hedad-Rufe entgegentönten. Fragen um Fragen wurden laut, die allen Reiseteilnelimern, vornehmlich aber dem Kenner Palästinas Dr.-Israel Waldmann und dem Reisemarschall Dr. Taubes galten. Inmitten der stürmischen Begrüßung würde es plötzlich still. Der bekannte jugoslawische Ziönist Elias aus Zemun (Semlin) trat mit! der Fahne Blau-weiß auf den Perron und übergab sie der zur Begrüßung erschienenen Jugehilgruppe mit der Erklärung, daß die Fiihne,- in> Erez Israel hergestellt, ein Symbol der jüdischen Arbeit am Wiederaufbau Palästinas uiid ein Mahnzeicheu für die demokratisch-zionistische Jugend sein möge, nach wie--vor. im unerschütterlichen Dienste für die heilige Sache zu stehen. Der Führer der J^göticTgriippe, Herr' Hans Kolb, übernahm die . Fahne und mit- Stolz dankte er im'Namen der Jugendlichen, die das Geschenk in Ehren halten und als Ansporn zu weiterer zionistischer Arbeit bewahren würden. Die Ucbergabe dieses sinnigen Andenkens übte eine tiefen Eindruck auf alle Anwesenden, vielen kamen Tränen der Rührung in die Augen. Unter Hochheben der Fahne wurde die Hatikwa gesungen, worauf unter stürmischen Hedad-Rufen und Ovationen für Oberbaurat Stricker die ganze Gesellschaft den Perron verließ. Allen Reiseteilnehmern hatte der Palästinabesuch gut angeschlagen. Mau sah frische gebräunte Gesichter, Augen, aus denen die Freude und Genugtuung über das Gescheue sprach, und aus allen Worten klang der Wille, unbeirrt für das/Ideal des zionistischen Gedankens, in dem gestärkt die Wiener Zionisten zurückkamen, weiterzuarbeiten. Französisch-englische Orientkonferenzen. Der Hafenbau in Haifa wieder verschoben? Der Berliner „V orwä rts" meldet aus Beirut: Unter dem wachsenden Druck des arabischen Nationalismus verstärkt sich der Wunsch Englands und Frankreichs nach einer Vereinheitlichung ihrer Politik in den Mandatsländern des Mittleren Ostens. Die Oberkommissare von Syrien und Palästina haben sich jetzt auf Zusammen* künften eingehend besprochen, bis jetzt noch ohne positive Ergebnisse, da die Anschauungen auf Wirtschaftlichem Gebiet sehr stark ..-auseinandergehen. Hinsichtlich der Politik sind jedoch beide Parteien übereingekommen, der nationalistischen Opposition im Irak, Transjordanien wie in Syrien gegenüber die gleiche T a k* tik zu beobachten. Der syrische Oberkommissar Pon* s o t wird in der Frage der syrischen Verfassung nicht eher etwas unternehmen, bis fs dem englischen High Commissioner im . Irak, Sir Gilbert C1 a y t o n, gelungen ist, die dortige Krise zur Zufriedenheit Englands zu lösen,' Außerordentlich groß sind jedoch die Differenzen über Detailfragen auf ökonomischem Gebiet. Die Hauptschwierigkeit bildet immer wieder die Angelegenheit der Erdölleitung Mossul—Haifa. Ein englischer Kompromiß- Vorschlag, die Rohrleitung an der Grenze des Irak zu teilen und den einen Arm in Haifa, den anderen in Tri^ polis (Syrien) enden zu lassen, ist von Frankreich aus finanziellen Gründen abgelehnt worden. Im Zusammenhang FspezIalhaus I für original ausländische Herren- und Damen» |Trei iui uii{jiiiai auaiuuuiaiuv ncifciiuuu Uixnv Trench-Coats (Allwettermäntel) sowie Seiden- und Oeiseidenmäntel für Damen Auch bequeme Teilsahlungen VIS., Schofttenfeid gasse Nr. 28 Telephon B-31-5-30 damit ist der Beginn des Haifaer Hat e n b a u e s wiederum bisaufden Novemberverschoben w o r d e n, um Zeit für. neue Vorschläge zu gewinnen. Die Notwendigkeit des englisch-französischen Zusammengehens in Asien, das sich neben Politik und Wirtschaft auch auf verwaltungslechnische Fragen ausdehnen soll, erweist sich für beide Teile als so groß, daß ihre endgültige Erledigung nicht durch die Beauftragten an Ort und Stelle, sondern durch die Vertreter der Zentralregierungen in Konferenzen zu London und Paris erfolgen wird. Der Jndenpunkt in der österreichischen Heim wehr. Steidle isoliert. Aus. Vi IIa cli wird der „Neuen Weit" geschrieben: Bei -der Hmpttagiing des Kärntner Heimatsolnitzverbandes, die am 7. April stattfand, erklärte der zweite Bundesführer der Selbst'schutzverbände, Dr. P f r i e m e r, daß die bekannten Aeußerungerf des Bundesführers Doktor Steidle zur Judenfrage, iii leitenden Kreisen des Heimatschutzes abfällige Beurteilung' gefunden haben. Für den Heimatschu'tz gebe es in dieser Richtung nur eine einzige Stellungnahme. Die Juden müssen ihrer Rasse nach als Fremdvolk angesehen und als solches auch behandelt werden. UebrigCins ist es kein Geheimnis, daß In den österreichischen Heimweihrverbänden zwei Richtungenbestehen: eine aktivistische, d>cr Kärnten, Steiermark, Niederösterreich und das Burgenland angehören, und eine gemäßigte, die die Verbände in den Ländern Tirol, Salzburg iiiiid Oberösterreich vertreten. * Wie man sich noch erinnert, hat Dr. Steidle eine Klassifizierung der Juden in brave und „destruktive" vorgenommen. Für die ersteren gilt, daß die Heimwehr nicht generell antisemitisch ist; den letzteren wird die Faust gezeigt Der Lcobener Führer anerkennt keine Grenzlinie. Die Juden sind ein Fremdvolk und müssen als solches .behandelt werden. Wenn Mussolini die Deutschen als Fremdvolk behandelt, so veranstaltet die Heimwehr Protestkundgebungen. Ihr politischer Wert wird dadurch bestimmt, wie sich die österreichischen Deutschen zur Minorität verhalten. Und so liegt in jeder Aktion auch gleich die Reaktion. „Stürmt die Synagogen!6* Aus Arnsberg in Preußen wird uns vom 8. April berichtet: Nach einer nationalsozialistischen Versammlung, in der der ehemalige Pfarrer Münchmeyer eine Hetzrede hielt, zog ein Trupp Nationalsozialisten zur Snagoge und schlug die Fenster ein, Darauf drangen die Nationalsozialisten in die jüdische Volksschule ein, wo sie wie die Vandalen hausten. Tische und Bänke wurden umgeworfen, Bilder und Karten von den Wänden gerissen, das Schulzimmer selbst wurde auf nicht wiederzugebende Weise verunreinigt. Die Polizei hat bereits fünf der Täter festgenommen. In der Münchmeyersehen Versammlung wurde das Kampflied „Stürmt die <S y n a g o g e-n" gesungen, „Schützet Euer Geschäftslokal" DURCH ABSCHLUSS EINER OBDACH-VERSICHERUNG „Phönix und Wiener" bei Gemeinde Wien, Vereinigte Versicherungs-Aktien-Gesellschaft Städtische Versicherungsanstalt Wie«. IXc K<?Üng. 6 K2<i QomLnifcar.erb??$te' *a,21 Wien» 1.» Tuchlauben 8

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