Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 80 (29.3.1929)
- Date
- 1929-03-29
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 DIE NEUE WELT Nr. 80 m 4r'l i , i j * Yf IHM flif 'dl 5! i , k j II I ' IS'.1 * I i ,- i;i11 rVi i! u < : it m Hl s is; I i ' i *! * \ i i| M 'i f < 1 I Ii I!ö ' :i! 1! 1! '£ i ■ i 'I j1 »!»' «!Ü m\ 1 Ii i ' Ii); I'! ': I <> i 11 Ii/. 11, >/i! Ii Ü f'fjf!, Iii 1< II' i $ h i II5. : f '! 5 i»1 f n 4 i ht" i*. I! sifi ' [i-'* : Vi I Inhaber; Richard Herzog I», Ädfergesse S Tel. 15-23-4-00 Ii., ftl. Pfarre;. 28 . T«UA*41.ß>24 Jeder Art, fernst* [ Jüdische und hebräische Schollplatten | sowie ialle modernsten Tanz;-' und Gesangsschlager I in reichster Auswahl auf Lager i ' I Auch Teilzahlungen!; - :'rprovinzversaiid! g Brief aus de^ Ts^eclioslowalfei^ Von. Karl Büuni. .(Prag). . . ' ' •Ein Ereignis der letzten Tage jst''im Auskinde fast unbemerkt geblieben und es scheint dem verwunderlich; der glaubte-, das öffentliche Interesse sei .auf .das kulturelle, Leben der verschiedenen Völker .lijchr. als auf ihre politische Lage und wirtschaftliche ■ .Entwicklung gerichtet. Der •tschechoslowakische Unterrichtsminister Dr. Milan Hodza ist zurückgetreten und au seine. Stelle; kam ein neuer Mann, . 'der wie Hodza Slowake ist: Dr. Anton S tetf an eik. . Dieser Wechsel im Untemchtsminfetcrium ist auch für das tschechoslowakische Judentum von, Bedeutung. Jüdische Kultur, d. h. jüdischer 'Kultus als das Kulturelement, das die Vergangenheit hütet, .und. judisches Sdnilwerk. als jenes, das für die Zukunft, Sorge trägt, ist eigentlichdas Elh-zige, was das Jtident-um.der'f schechoslowaket als Judentum mif der OeffentMchkeft verbindet, etwas,, das von" beeiden Seiten als jüdisch \anerkartnt.liMd gewettet. iwid. bejaht*• ist,so..verschieden .das Senulwerk; au'fch. in seiner Tendenz seilt ■mag.;S.tntsbürg.er>s41^ Sprachenrecht tsie gehören "*;n'cht', mehr,, in diese .Kategorie: Da;slnd..Getriebene," Aufg'ö^ gleichgültig, ob Juden, jjuden. a.is^J^ als: Deutsche, . Ungarn, Ruthenefi,*. und „sie Sölden ' unt.e£ ehier, Gesetzgebung," die der 'Wirkficri'kelt 'nicht Äitjre^tp.m^'en'; ist,, «nd unter einer Praxis,;dje das nicht erkennen' will,'*' Nur der wir t sie h a f 11 i c,,ti e; T> T o Ü e s kW p f ' * d e s k a rp a t ho russischen J' ti den* t'ir ms ist - eine (Er-: scheihiwig,'die dem. Kulturprdblem'des jüdischen Elementes •in jd'er Tschöctoslowakei an die Seite gestellt "werden kann.' Ihn aber bejaht und anerkennt, das öffentliche politische Leben nicht' als' j ü'di s c.h'e's P"r"oh]emr wie es ' die Not-' wei^digikeit einer autonomen'" jü.dischen Erziehung er- " kannte'; . indem, es' jüdische . Scföieti''.gestätte't'e "«nd; ihnen rechtliche Grundlage gab. Daß dem jüdischen Schulwerk nicht, mehr als diese rechtliche.. .Grundlage gegeben Wurde, das';i'st"'das Charakteristlküfn,1 das die* Aera 'Hodza' für uns';Juden nat. Hodzas Demokratie ist im harten Alltag der* Verwirklichung verloren' gegangen. Für uns " Juden ist* das* SchulmTnisterium ein politisches Ministerium geworden Und die Verwürklichün'g unserer Förderungen ' auf kulturellem Gebiete hing; nicht'-von dem Maße ab, in. welchem, siie gerechtfertigt wären ödernicht, sondern — ,v o>n de r.,' p oI i t i s c hen Läge, in der* sich die jüdische Bevölketung .befand: ob. sie.gut oder schlecht war*.-Zur.Zeit,des»l^inisteriüras Hodza erhielten, die Juden der Tschechoslowakei ihr erstes und einziges hebräisches Gy m-fl a s.i. ti m, .zu seiner' Zeit wurden aus dem "• latenten Wiüen. - der jüdischen- Bevölkerung Karpattoru.ßlands .> me-h^T .. ,.a.l s { ,z wa nzig. . heb r äi.sch c .Volksschulen..,, geschaffen und allen diesen Bestre-bunigen, die in der Aus-, landspropaganda des Staates eine große Rolle spielten, stand die Regierung scheinbar 'freundlich'1 gegenüber. In die ( Zeit dieses Ministeriums fällt' die Schaffung eines jüdischen .Schülwerkes in den ■,historischen Landern, das teils tschechis'cner, teils deutscher Uhterrichtssprache ist," Aber in diese Zeit fällt auch - der mütisettge Kampf des. hebrä/ischen Schul Werkes, 'das. heute nur, mehr drei" Volks-- schulen besitzt; weil die übrigen aus Geldma'h'gcl sperren mußten, um die Existenz, die es'-'ohne-.staatliche Beihilfe in'angemessenem Ausmaßenicht-führen-kann:'. 13,26 Prozent der kulturell nicht allzu hpchstehettden" jüdischen Bevölkerung Karpathorußlands, efe 30 blsf-40 Prozent' aller; Steuerlasten -tragen, brauchen das'$chü^ der, Staat hat nichts getan, weil die politischen Pläne, in.denen der Faktor -„Jude" eine Rolle spielt,^andera aussehen. In ■i diese Zeit des Ministeriums Hodza fällt die Ausfertigung jenes dciikwüMigeif Dokumentes» wclcliem' sich das Kuratorium'des he'bffiisc'Ii&it' .Gynirtaaiümsiin Munkacs ver pflichten mußte, atif diö Anfordefiing staatlicher.: Unter /Stützungen Iii aller Zukunft bei sonstigem Verlust des : Oeffcntlichkeitsrechtes ztt' verzichten^ und in; welchem es sich, unter dein Zwängender- SttuStlon einer Reihe wei t c r e r wicht! g e r R « c h t e .begab. - Iii diese Zeit fällt der starkezahlenmäßige Rückgang .des - jüdischen Volks- 'schui.werkes in der Slownlvcf -^.'der■■ kulturelle Rückganff ist dem; M«ingeI an'Wirkihc^hi^'.kifi'tiirbewußtsdii. in .der /jüdischen Orthodoxie '»def slowrikeK deren' gelsitiger Führung dieses Schulwcrk ufrtetli^Ät,;zuzuschreiben .—•., und ganz zuletzt,1 als Sfchph die: ersteh Gerüchte vövn. Rücktritt Hodzas durchsickerten,' hat $ick ' in .KarBathoriißland jene ..EpLsode abgespielt, ,die' weix übe/.' dic,..Grenzen des 7Staaics - hinaus Aufsehen erregtem dtö .grundlose^ und ^brtttale Aus w e U ti n g c i n c s.- L c hiV c t s. der t hebräischen Volksschule, in Scyljus, der gczwuhgeii wurde, unter Zurubk •'lässiittg seiner-.. Dokumente'.-'atn. ^ah'batan' die .r.ii m'ü - ni s c;h e;" G X e t* z 6 z tt:-ia 1fr e iv. n Ji d übe r . d pss cti weiteres. S c hi c k'sai bis'■heute .keine I^acjir ' richten Vorliegeu;'-i:V' •'=:-.»• , ..Dcr: neue..Mann, .dernden. '^I:iljf.fs|cirscs<8cl' Hodzas ..ein- . nimmt, ist tiivdcr . jüdischen jWcit.aiiisotGs Staates keiii .Ün- : bekannter^ Besonders däi;-s|pSy(aR^o.bft- Judentum weiß^ 'w.er, Dr. S t e f a n e k ist. Es grüßt iü ihm den Vertreter. ,dc.r tschechischen Regierung in den Umsturztageu auf dem umstrittenen Böden der Slowakei, aber auch, einen Vertreter der Demokratie und der - kultuceHe.nr:Ait4onomie,. der bisher keinen. Anlaß gab, an -.deinv \Villen ,zur .Verwirklicjiung seines. Kirit'nrprogra-liinisr?w^tfeln":Ziivlassett. '; . . . :Di.c .jüdische Pevölik^eriuig;. ,der Tsoheoboslo.w.Tkei g'rüß.t iii ihm -aberaiicii dcir, freundlichen Beobachte}' des p.aläs.tinaTAufbaues . .und .einon-y Stiiidlenfreund Theodor MB6B' unsere Schuh!g^.nicht"'h^'-ÄDer-Sie* '-zahlen': bei, uns für.erstklassige handgearbeitete Modellschuhe in verschiedenen Variationen und individuellen. Formen, derart, billige. En gros-Preise,' daß Sie -siCh; "b'ewuBt 'werden,' - ' - viel Gelderslpart-zu haben' '. \kH ^^-?r^j^8^^^'iB^gg(/|^ -i'V"^1 W: »w: fcföjttm^t>Mk '■yiS£ä#$i)jL-. —---••>--•-■**■«' 40; t$ " J.* ' ..•'«. -\W* l!■ Her,zls. .Si'e;:.j.erinnerA .'^hy-'S'ei'h.e'rr./y^n ..iun,s.,,bereitis ..mitge- .tei-lten;,.r^;Redr): Ansprache,^4ig' .er . als. VeTt^ter .der Re^ (gierung.;bei den;Feie.rliclj:kei^;17. .Mai, 1Ö2Q äus: Anlaßder; Beschlüsse;,ypn .§an,R.emo-durah .den.'Volks-., verband .der Ju>den; für die . Slowaikei ..veranstaltet wunden.. . Damals, nach der, An#rache,'*<.i[3.obn^ai^hu- '.-L'f -win v <$©?•" uns die Nachricht vvon.^der., vcMlkerrechtlichen. .Bestätiginng. - der ^euwerdung-des - jüdis'Qhen; Volkes .brachte,, überinifc; teite Dr. Stefane-k die Grüßet;sei'ne,r,Regierung,ann-d ■ 'S^gtc^ „Ich-,bin kein Jude, a^e-t.^'.jjiatts •..:Geil«ig€nibeit,; -an 'der i V/'i'eijer Universität mit ...^niJi^te^'¥?.5.^l*ri"» d',en',Sie je, - besaßen,' Dr..Th e od o r H.q r.z.|,; ii^k^n.nt. zii. werdieh,>':und; . was er mir. seinerzeit, vafvvielen/.Jaihr'en, von ..•der' ''yfifk'fic'tf- -•ut iiiiiin iui niii-itiiiti in um Minii iiiMiiiiiiiiiiiiitiiniiiiiiriiiiiiiii i iimiiif i niiiiiiiiiii Die Wleitär w/QJ'tbekannten ^aläre uv Barette | ' '"*' 'jnden itiän^fältiastelhFörinentrhaltBnVs '■ Sie fertig-und nach MaB S in b«tater Qualität;5. zu den billigsten Preisen! | nur irr der altbekannten ~ S u.MaDsdinßiderjBi | Wien, ^_____.___________ (Achtung auf Hau:nummerl) - Ial)ttallellr.y I if Hausnummer t) -' ^t» s Tel. 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Kultusgenielnde Wien. Besonders in rifüeller Einsicht sind Strttm-Mazzotli unbedingt einwandfrei.- Die Erzeugung erfolgt" mit eigens konstruierten, patentarrttlich gesehl^tzte« Maschinen (Ofen) auf elektrischem Wege und werden von fachmännisch geschulten Judischen Arbeltern flngeferflgt. Das gauze'MascHlnfenmaferlal' wird von eigens ■ hiezu bestellten Vertraue'nspersonen des Rabbinats viertelstündlich vollständig gereinigt und ausgewechselt | Aohten Öle aujf, dlVlStamftiglie. ,.H. Strum", die auf 1 ... je^erh Paket ersicnflich ist! - | MAZZOTH * BÄCKEREI H. STRUM, WIEN, II. | I notbhsiornöasae Xi '<■''" Telephon |i e;tfhi'§ph" entwlakelt^tt ' jüdischen Nation erzählte,, werde' ich bis m imeiucm f^e^ifti'-rt'ei'Äen. ibcwatorew. loh (habe g'es'ehenj daß das jüdische Volk so vielen Anfeindungen von allen Seifren ausgesetzt'ist. Ich wei-ß, daß das jüdische Volk große Männer hat;itnd Großes geleistet ihat, was wi.r gerne anerikennen und aiibh in Zukunft anienkennen werden. Wir Slowaken waren nie Unterdrücker. Die Slowaken sind keineAntisemiten, . und wenn Reibungen vorkommen, so geschieiht dies nicht aus :Haß, sondern infolge von Mißverständnissen. D et Zi onism u s als solcher genießt b e i .uns groß e 3 y m ,p a t ih i c n. Nicht deshalb, weil wir Sie.hiinaustreibeh wollen, weil wi,r diadureih eine isoizia1!1 e ' Besse ru ng ,-erhoffen, sondern*, weil wir' eine junge..Na-1 tiion sind, die erst jetzt 'befreit"'winkle. "Wenirt' Ii'atä:stdln'ä, einjudeniand sein wird, so wird dies auch, auf die Judenschaft, '|ie.sihier (bleiben wird,.,.wohltuend winken. Meinet, Ansicht fa^h-.werden die Juden dann wirklich gleicihberechtiigt Wer-, d,en.,((E;s. wird, e-i,ne se e 1 is.che' G1 eiclhb«rechti- $ ii ^gt;^jn^_,jdie^arA Glieäcftb'e.yechti^ loh dlie Zu- .^ Üttin^t4es,.j'iü^isphen^oVoJ^sy".V-"'iY '.V'..'."'.'' *.'"'," ^'\^'~. I ..V,Eiin7yöilc, äas.r^el'feaö 'giclchberechtigt geworden ist.*'; igehit, -weiter und' verlangt seine Gleldhiberechtigung in der ' Wiir'klic'h'keit. So fordert auch das jüdsobe Volk*, soweit esbewußt ist und 'hinter keiner anderen als seiner 'Fahne Stehlt, weil es die tiefste Sicherheit hat, daß es dem Staats- -SALB' ___2JÖ»miEf* w^mm&MM-Kmmm-iQ Wohle ' s o am besten dient, Regier« n g s u ai t« w S tü tzu ng für -das hebräische Sctel-werflc- In Karpiatlborußland in breitestem, Mäße, so weit, daß die gesperrten foebräischen Sohuieh wieder eröffnet werden können. Sie fordert 'die Zulassung ausländischer Hebräiteoh^Lehrer, so«i lange nicht die Möglichkeit besteht, dorren Bildungsikutse oder Lehrerbildungsanstalten..einen inländischen Nachwuchs an (hebräisahiet Lehrerschaft für dieses Schul werk m ei'i ziehen. Die Regieruing wird wefters gut daran tun, dhr Augenmerk auf die hy.gieniscih«n Verhältnisse in den Jesdiiwpth, TalmudToroth und Chedarim von Kari pathdrußland und der Slowakei zu lenken und diese nicht dureih Sperre,' sondern durch entsprechende auifbauende' Maßnahmen izu verbessern Auah eine ausreichende inan* izielile Unterstützung des jüdischen Schülwerkes in den histo-, niseihen Ländern tut not, Aber mehr als all das ist von VVac'htigkeit die Entpolatisiietung des- Scnulw m'inisterlai ms, das ein Fach- und ©in Kultu'rminis'tei' rium sein muß. In der Person des neuen Ministers. liegen alle Voraussetzungen für eine sachliche und verstänidnis-. volle Fühtung der Ressortgesohäfte. ' Die Aufgabe des jüdischen Schulweirikes in der Re^ publik, welcher Unterrichfesprache immer es seis Ist dSe Erziehung einer jüdisohein Jugend,, die mm ihr Ju'dentuim. weiß; Die Stärke dieses Bewußtseins kennt verschiedene. Scihattierungen, Diese Jugend wird, aber auf alle Fäll« dag Gefüihl innerer ..seelischer Gleiehiberechtiigung" jin steh itraw gen. Aus dem jüdischen. Schulwexik erwachsen dem Staate hunderte aufrechter. Freunde, die-alle irgendwie bemüht sein - werden, die Anerkeninung zu verwi'rJkliioheni die sie für das tschechoslowakische Volk in sich tragen.;t t Eleberzeugt euch; von der.^besönders günstlgeh, Gelegenheit die jetzt bei ::i^i$M^KMtK VIII- ■•^^ / Telephon A-22-1-87 ' in' im'd* chihesfecheh Teppichen geboten ist. Lasset die'Gelegenheit nicht .. ohnevBe8)chtignng "yO/Tbeigehen. / Nach Tunlichkelt Zahlungserleichterungenl