Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 79 (22.3.1929)
- Date
- 1929-03-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Preis 30 Groschen r~ *m V. b. b. BEZUGSBEDINGUNGEN Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.-. vierteljährig Zloty 6.—; Tschechoslowakei monatlich Kc. 6.—, vierteljährig Kc. 15 —; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vlerteliährig Dinar 40.—; Rumänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. REVUE BEZUGSBEDINGUNGEN: Deutschland monatlich Mark 1.— vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 20.—, vierteljährig Lewa 60.—; Hallen monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweiz and die übrigen Länder monatlich Schweb er Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4.50. HERAUSOEBER: ROBERT STRICKER Redaktion and Verwaltung: Wien, IX., Vniversitätsstraße 6—8 Telephon: A25-2-82 — Erscheint jeden Freitag Jahrgang 3 Freitag, den 22. März 1929 Nr. 79 Das Hakenkreuz auf dem Balkan. Seite 5 Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. Aus dem Inhalt: Dr. Leopold Diamant: Sedanfeier oder . Karneval? «—y: Keine Unklarheiten! Ferdinand Gregorovius: Das Judenghetto im päpstlichen Rom. (III.) Dr. Fritz L b* w e n s t e i n, Jerusalem: Prominente. Dr. Nahum Sam onsky: Trumpeldor in der Krim. Von jüdischen Geistesmenschen, o. r.: Von der Wqche. \ Elieser Ben David: Die Juden.in Italien. Dr./Leo Rappoport: Spanns Stellung zum Judentum.. .\ ' \ .. Jüdisches Theater: Der Sänger seiner Trauer". Aus ( der judischen TüVn- und Sportbewegung', Austritte raus dete - Judentum. Sclialom Asch: Die Mutter, ^chalom. Älejchem: Koniödiartten. Die Palästina-Reise des Verbandes demokratischerZionisten , Die Teilnehmer gut angekommen. <;: ": Der „Neuen Welt" wird aus; J e r u s a lern, .19. März, telegraphiert: „Heute Dienstag nach prächtiger f ahrt' alles gesund bester Stimmung angekomm&n. Glänzender Empfang überall.'.Reiseleitung tadellos;"'. : *• - Die Reise istbisher : durchaus programmäßig verlaufen. Die Teilnehmer gingen am 14. d. in Genua an. Bord des Lnxusdarripfers- „Ausonia". Am 15. d. trafen sie in Neapel, am 16. in Syrakus, und am 18. in Alexandrien ein. Ueberau wurden sie von den Vertretern des „Sitarjar" empfangen. t Von - Alexandrien erfcel|te die Weiterreise im;Zu;g, .;<ier am Dienstag vormittag in Jerusalem angekommen ist. Die Teilnehmer . sprachen wiederholt der Reiseleitung ihren herzlichsten Dank für die Umsicht aus, mit der die Fährt vorbereitet worden war. rung von Oberst Wedgwood. Die jüdische Mehrheit in Palästina. — Das siebente Dominium. Aus London, 15, März, meldet die J. T.A.: Der jüdische ,N^tjlbnailklub Londons gab zu Ehren von Colonel W e.d g w o o d ein Diener, Colonel Wedgwood erklärte unter anderem folgendes: „Nicht ich allein, sondern-aweh ' die Mehrheit des britischen Parlaments steht * fest hinter dem Zionismus und ist überzeugt, daß keine anclere Bewegung so viel Gutes für die Juden vollbracht hat wie die zionistische Bewegung. Und nicht allein dem Judentum brächte der Zionismus Belebung und Hoffnung, sondern auch den Engländern. Die Lage des Zioni smus ist nicht so gut, als man sich wünschen könnte. Wir müssen darum über eine Körperschaft verfügen, di e d e n Z i o n i s t e n i n i h r e r. A r b e i t h i l'f t. Die Liga für das siebente Dominion will nicht, daß märt die Juden gegenüber den Arabern bevorzugen soll;' wir wollen Gleichbere ch t i gu n g für alle.. Würde Palästina in ein englisches Dominion umgewandelt werden, so würde es ein teures Juwel in der Krone des britischen Imperiums werden. Obwohl England den; Juden nicht so geholfen hat, wie man es vön ihm hätte erwarten können, so Ist es doch der beste Freund der Juden. Denjenigen, die behaupten, wir wollten das Mandat,' verleugnen, das ^frs^ Versprechen brechen. urtd 'in Palästina selbständige Ziele verfolgen, antworten wir: "\Wir wollennichts ändern, wir bauen nur.'vM. Wenn einmal die" tyavir dätsyerpflichtung ,zu.jüdische; Nationallieim >ä'iifge^t:wir,, d£ß; Juden'' nndrÄriber inrferhllb de/s -^gliisplTjbiii:';'ItBt^-r riu.ms f re i-w i 11 ig; verbleiben. Wir wollen das Mandat, nicht ändern,- ^sojid^rn es in allen Pünkten durchführen.- . Die Aufgabe der Mandatarmacht würde aber nicht vollendet* das Jüdische Natlonalheim nicht geschaffen sein, wenn nicht eine jüdische Mehrheit in Palästina geschalten sein ■' - würde.' ' %■ Der Status ■ eines Dominions bedeutet,, daß ein Land unabhängig ist und dennoch den Schütz der britischen Hotte genießt.. Die Liga für das .siebente Dominion wolle Palästina als eine. freundschaftliche Dreiiheit des englischen, jüdischen und arabischen Volkes aufbauen. Der neue Halsmann-Prozeß. Wahrscheinlich im Juni in Innsbruck. Der vom Obersten Gerichtshof angeordnete neue Prozeß gegen den Studenten Philipp H a l s m an n , wird, wie wir erfahren, wahrscheinlich in Innsbruck im Jujii stattfinden. Selbstverständlich wird er vor einem neuen Senat und vor neuen Gesohwornen durchgeführt werden. An Stelle des Verteidigers Dr. Preßbtrrger wird ein Innsbrucker öhristlicher Rechtsanwalt für den Angeklagten intervenieren. . Pilsudski über die Judenfrage. Es sind ihrer zu viele!" Die dänische Schriftstellerin Karin Michaelis veröffentlicht im „Prager Tageblatt" ein Gespräch, das sie mit Marschall P i 1 s u d s k i während Ihres Besuches in Warschau im Frühjahr 1927 gehabt hat. Pilsudski sagte, er hege aufrichtige Sympathie Jür die Juden/ er zähle wundervolle jüdische Persönlichkeiten zu seinen engsten Freunden, auch war seine verstorbene erste Frau Jüdin. Aber, fügte er ' hinzu, Polen habe zu v i e 1 J u d e n/, zuviel, arme, kranke, physisch degenerierte Juden, die für Landarbeit nicht taugegi, und darum in den großen Städten konzentriert leben. Die Städte wehren sich gegen den allzu großen Zustrom von Juden, 'besonders solcher, die in den benachbarten Ländern verfolgt werden und. in Polen Zuflucht suchen. Es leiden darunter sowohl 'Juden wie Polen. Auf den Hinweis von Karin Michaelis, daß die, in zu Jeder Tür oder Tapete , passend, alle Qrößen, Farben und Formen Kalt abwaschbare, extrastarke ' Celluioid Türo. Tatt-Schoner O -40 g M anto MIKOLASCH seit 1896. Wien, TabonfraBe 22. Tel. r-47-i-ss r Auf Wunsch unverbindl. Monteurbesuch u. Kostenvoranschlag Dänemark eingewanderten russisch-jüdischen Flüchtlinge sich dort dank ihrer Tätigkeit (sie sind meist Handwerker) verwurzelt haben, erwiderte Pilsudski, ein Zusammenleben mit den Juden, sei leicht, wenn sie gering an Zahl sind, aber sehr schwer, wenn es ihrer zu viele sind. Er sehe in der allzu großen Fruchtbarkeit der Juden einen großen nationalen Fehler. Warschauer; jüdische Zeitungen weisen darauf bin, daß; zahlreiche physisch kräftige und landwirtschaftlich gut vorgebildete Juden vergebens darauf warten, daß man ihnen im Rahmen der Agrarreform Boden zu landwirtschaftlicher Betätigung zuweist, obwohl,, verfassuntgsgettiäß auch den Juden die Vorteile der Agrarreform zugute kommen werden. Von einer Änschlagstafel in der •^-■^■rH' ^teüer ÄxM.'1 7 . >.'<»«^-«^.> . •"• 'M* ' Antljfidfsche Beschimpfungen. Wiederholt ist, von den Funktionären der Wiener Hochschulen zugesagt worden, daß keine Beschimpfungen, die sich gegen die jüdische Gemeinschaft wenden, an den . Anschlagstaf ein ' geduldet werden. Wie diese Versprechung zii werten ist, zeigt'ein EliCk auf die Affichen, die in'den letzten Tagen als Mitteilungen des sogenannten Kulturamtes angeschlagen' wurden. Es befinden sich dort Sudelblät'ter, wie „Der MicheJ", „Der Freie", und es ist das folgende mit freundlicher Genjehmigumg des Rektorates zu lesen: ■' „In einem Volke, in dem das Wissen um' die Lebensfrage, das Sollen nach Elire und Würde wieder erwacht ist — in einem solchen Vcike hat das letzt6 Stündlein d!es landfremden asiatischen Satans g e sc h 1 ag« n." *' „'Das foloude deutsche Mädchen wird mit aufgedrängtem, Luxus von einem lüsternen Kraushaar zur Dirne erniedrigt. Den armen Proletarier wissen die „Weisen von Zion" zu umgarnen und vor' ihren Sieg/eswagen zu spannen. Sie sind dje Ursache des'Unglückes des deutschen Volkes." Darunter befindet sich die folgende Ankündigung: „Schießen. Ort: Universitätsschießstätte, Zeit: täglich von 11 (bis 1 und 3 bis.6 Uhr. Leitung:. Oberstl. Dd. Schill/* \ Vielleicht findet der Herr Rektor Zeit, sich der Lektüre der Anschlagstafeln zu widmen. Trotzkis Vater. Wie aus Konstantinopel telegraphiert wird, empfing Trotzkl im Hotel Tokatlian, wo er letzt wohnt, Vertreter der deutschen Presse und betonte ihnen gegenüber, daß der Hauptgrund seines Wunsches, nach Deutschland zu übersiedeln, ' die Notwendigkeit ärztlicher Behandlung sei. ■ Die Erwähnung der Selbstbiographie, die Trotzki schreibt, veranlaßte die Frage, ob die Behauptung, Trotzkis Vater lebe als Schamm.es in dem Harzdörf Seesen, zu* treffend sei. Trotzki antwortete, sein Vater sei vor sechs Jahren an.Typhus gestorben« Er habe zuletzt die Staatsmiihle bei Moskau geleitet. Sein Vater sei vorher Gutsbesitzer gewesen, habe dann aber fliehen müsseh. Die „Weißen" hätten ihn als Trotzkis Vater, die „Roten" als Gutsbesitzer verfolgt, .; NEU! ..Schätzet Eure Wohnung19 . DURCH ABSCHLUSS EINER OBDACH-VERSICHERUNG „Phönix und Wiener" bei Gemeinde Wien, Vereinigte Versicherungs-Aktien-Gesellscbaft Städtische Versicherungsanstalt Wien, IX», Koling. 6 und Dominikanerbastei 19j 21 Wien, I., Tutfilauben $ NEU!