Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 77 (8.3.1929)
- Date
- 1929-03-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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% r'>/ V. b. b. BEZUGSBEDINGUNGEN Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.—, vierteljährig Zloty 6.—; Tschechoslowakei monatlich Kc. 6.—, vierteljährig Kc. 15 —; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Rumänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. R E V U E HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Deutschland monatlich Mark 1.—. vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 20.—, vierteljährig Lewa 60.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweiz und die übrigen Länder monatlich. Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Prancs 450. Redaktion und Verwaltung: Wien, IX., Vniversitätsstraße 6—8 Telephon: A25-2-82 — Erscheint jeden Freitag Jahrgang 3 Freitag, den 8. März 1929 Nr. 77 Das Judenghetto im päpstlichen Rom Seite 3 Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. Aus dem Inhalt: o. r.: Albert Einstein. „Die Weisen von Zion" in Ungarn konfisziert. Dr. F. Bernstein, Rotterdam: Der zionistische Gedanke auf Irrwegen. N. R., Warschau; Brief aus Polen. Pirquets Jüdische Abstammung. Wissenschaft und Kunst bei den Juden Sowjetrußlands. Aus der Zeit der schwarzen Pest. Ein jüdischer Fremdenlegionär. Das wandernde Grab des Scheiks.\v Aus der jüdischen Turn- und Sportbewegung. Austritte aus dem Judentum. - Schalom Asch: Die Mutter. Schalom Alechem: Komödianten.~ Die Döminiuinfrage. Eine Versammlung der englischen Liga. Am 27. Februar hielt in London die vor kurzem begründete Dominionliga, die sich zum Ziel gesetzt hat, für die Umwandlung Palästinas in ein (siebentes) britisches Dominium zu wirken,-in der; Gentrai Hall zu Westminster ihre erste öffentliche Kundgebung ab. Der verhältnismäßig; kleine Saal war überfüllt, die große Mehrheit der; Versammlungsteilnehmer bestand aus Juden, die Zahl der Nichtjuden war nicht sehr hoch. . Das Mitglied des Unterhauses Sir;Martin Conway^ der den Vorsitz führte, betonte, daß die Versammlung sowohl das britische alsauchdas zionistische Interesse im Auge habe. Palästina sei ein Glied zwischen Ost und West; seine Bevölkerung sei nie völlig! orientalisch gewesen.. Die Ansiedlung von Juden in Palästina werde die Route vom Levantinischen Meer zum Persischen Golf sichern. Er hoffe, daß'sich die jüdische Siedlung auch auf Transjordanien und den Irak ausdehnen werde. Die Dominion-Bewegung sei nicht araberfeindlich, im Gegenteil,'sie hoffe auf die Unterstützung der Araber. . Es sprachen noch ColonelJosiah W.e dgwood, Oberst Kenworthy, Joseph Cowen und Robert Hamilton, die alle betonten, daß die Bestrebungen auf Umwandlung Palästinas in ein siebentes britisches Dominium mit Imperialismus nichts zu tun haben; das Streben geht dahin, aus Palästina ein freies Land zu machen, das, unter dem Schutz Großbritanniens steht. , Joseph Cowen sprach die Befürchtung aus, daß durch die Frage die Zionisten anderer Länder in eine schwier i g e , P o s i t i o n geraten könnten. Kenworthy erwiderte, die amerikanischen Juden und die Juden. anderer Länder, die ja Großbritannien als Mandatar Palästinas anerkennen» müßten sich den Notwendigkeit e n, die sich auf dem Wege zur Erreichung des Zieles ergeben,, nicht ver schließen. I der Handelsumsatz ist 500 Millionen Pfund hoch. Dies! kennzeichne die neue Aera in der britischen Kolonialverwaltung. Mit Bezug auf Palästina heißt es in dem Weißbuch, daß in diesem Land noch 1920 verworrene Verhältnisse herrschten. Die Bevölkerung war verarmt, die Verkehrsmittel waren schlecht. Heute herrscht im Lande Ordnung, es besteht ein ausgezeichnetes System von Hauptverkehrswegen und es werden, jährlich große Summen für Unterricht, öffentliche Gesundheit und andere soziale Dienste zum Wohle der Bewohner ausgegeben. Auch in Transjordanien seien innerhalb der beschränkten finanziellen! Hilfsquellen der dortigen Regierung Fortschritte zu verzeichnen. 1 Die Elagigpauer. Weitere arabische Verstöße. Aus J e rus a 1 e m meldet die J. T. A.: Die Frage der Klagemauer steht wiederum im Zentrum der Diskussionen. Die Moslerniten haben cirien' Teil der Mauer, 4ie an die Klägeiriauer links angrenzt, zerstört: und damit einen neuen Verstoß gegen fden Status quo an der Klagemauer, der seit Jahrhunderten gilt und neuerdings von der Palästinaregierung bekräftigt 'worden ist, begangen. Die jüdische Gemeinde von Jerusalem hat gegen die neuerliche Verletzung1 des Status quo einen formellen Protest bei der Regierung eingebracht. Palästina Km englischen Weißbuch. Die britische Regierung hat soeben ein Weißbuch! tiber, die Fortschritte im Kolonialreich einschließlich d e r Mandatsgebiete für die Zeit vom November 1924 bis November 1928 veröffentlicht. Der Kolonienminister sagt im Vorwort, daß die kolonialen und Mandatsterritorien ein Gebiet von zwei Millionen Quadratmeilen mit einer Bevölkerung von mehr als 50 Millionen umfassen, Die zionistische Organisation in Jugoslawien, , Von der Regierung bestätigt. Aus Belgrad meldet die J. T. A.: Nachdem d-ie einmonailiche' Frist, innerhalb welcher die Behörden die Entscheidung über das Weiterbestehen bisher existierender Korporationen und Organisationen zu fäHen hatten, verstrichen ist, erhielt die Zionistische Föderation die amtliche Mitteilung, daß diese Organisation sowie alle zionistischen Orts- und Jugendgruppen, ferner die WlZO-Vereine ungeschmälert ihre Tätigkeit fortsetzen können. KINO SCHÄFFER G© VI., Mariahllferstr. 37 / tel. B-20-203 6S9 Ab Dienstag, 12. März, Alleinaufführung für den 6. Bezirk AI Jolson in Der Jazzsänger (Das Lied der VSter) Toneintagen: o.a. Iberkantor Josef Rosenblatt u. AI Jolson Beginn: An Werktagen um l,S 6» und 9 Uhr. — An (35Ö Sonntagen um 3, *>t5, 6» ''s» und 9 Uhr. QSQ Die bolschewikischen Pogromisten. Prozeß Trofimow am 10. März. . Aus Moskau meldet' -die J. T. A.: Der Prozeß gegen 4en Jungkommunisten Trofimow, der -seinen jüdischen Arbeitskollegen in der Metallfabrik Pskow, ■ B o 1 s c h eminikow, mit einem Beil erschlug, wird am 10. Mär« stattfinden. In ganz Rußland bildet die Tat Trofimows Gegenstand der Diskusion, man sieht dem Prozeß und seinem Ausgang mit Spannung entgegen. Der Direktor der Metalifabrik wurde seiner Stelle enthoben und verhaftet. Die über die Zustände in der Metallfabrik eingeleitete Untersuchung ergab, daß unter der Arbeiter* schaft der Stadt Pskow die antisemitische Hetze einen fruchtbaren Boden gefunden hat. Die Zeitung „Komsomolskaja Prawda", Organ der Jungkommunisten, macht den Vorschlag, den Antisemitismus mittels Radio zu bekämpfen. Der Direktor der Papierfabrik in Kitaigorod* Kuntzewitsch, ein früherer .Offizier der Petljura-Armec, wurde wegen Verfolgung jüdischer Arbeiter der Fabrifc zu zwei Ja'hren Gefängnis verurteilt. Krampfaderns! rümpfe und Schlankformer Marke „Paradruit" mit und ohne Gummi, per Stück S 6 aufw. Keine Bolnschmorzea mehr, haltbar, waschbar, unsichtbar, auch Reingummi, Maßarbeit prompt, separate Damen« bedienung, Fesselformer S 3*25 aufw. Nur beim Spezialist Mikolasch Institut für Bandagen aller Art and FuQheilbehelfe Seit 189b' Wien, II., Tateorstr. 22 lel. R-47-1-45 Ein jüdisches Kind — 25 Mark. Die Statisti|s: / zeigt, daß die Zahl der Juden ständig abnimmt, und zwar in einem Verhältnis, welches kein, anderes Volk aufzuweisen hat. Dies© Erscheinung beschränkt sich nicht etwa auf den Westen. In Polen beträgt die relative Zahl der jüdischen Geburten etwa die Hälfte der Zahl der nichtjüdischen. In Rußland dürften die Dinge noch ä*ger liegen. In West- und Mitteleuropa und in Amerika ist der Verlust ein ganz enormer. In Oesterreich sterben und fallen ungefähr doppelt soviele Personen ab, als die Zahl der Geburten beträgt. In Deutschland kommt die Mischehe hinzu. Ueber fünfunddreißig Prozent aller jüdischen Ehen sind Mischehen und die Erfahrung lehrt, daß an neunzig Prozent der in Mischehen gezeugten Kinder dem Judentume verlorengehen.. Aber der Kernpunkt des Problems ist die Kinderfrage» Abfall hat es im Judentume immer gegeben, und in manchen Perioden einen viel größeren als heute. Die Juden haben diesen Abfall durch Zeugung von Kindern und fürsorgliche Pflege der Kinder immer reichlich wettgemacht. Heute fällt dieser Faktor fort und daher die rapide Abnahme. In der Vorwoche wurde in Berlin eine „Konferenz für jüdische Bevölkerungspolitik" abgehalten. Vertreter der jüdischen Gemeinden, Verbände und Vereine Deutschlands waren erschienen und berieten eifrig, wie der beständigen und im Tempo sehr bedrohlichen Abnahme der jüdischen Bevölkerung Schach geboten werden könnte. Es wurden viele warme und vernünftige Reden gehalten und eine lange Reihe von Entschließungen genehmigt und veröffentlicht. Sie liefen alle darauf hinaus, die Unterdrückung der Kinderzeugung auf rein materielle Gründe zurückzuführen, und auf die Empfehlung, durch Bereitstellung materieller Mittel die Scheu vorm Kinderkriegen'zu beheben oder zu mildern. Als Symptom kann ein Beschluß der Berliner Judengemeinde gelten, welcher offensichtlich unter dem Eindrucke der durch die Konferenz hervorgerufenen Diskussionen gefaßt wurde. ' Der Gemeindevorstand hat beschlossen, seinen Angestellten für jedes, dem vierten f o 1 g e n d e Kind neben den üblichen Kinderbeihilfen eine solche von 2 5 Mark zu gewähren. Schön! * Den Männern und Frauen, welche sich in NEU' »Schätzet euer GeschSftslokal" NEU' ■ ^1 W* 0 " DURCH ABSCHLUSS EINER OBDACH-VERSICHERUNG Ilh %P S ■i „Phönix und Wiener" Vereinigte Versicherungs-Aktien-Gesellschaft Wien, IX., Koling. 6 und Dominikanerbastei 19,21 Gemeinde Wien, Städtische Versicherungsanstalt Wien, l, Tuchlauben 8