Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 74 (15.2.1929)
- Date
- 1929-02-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2711613-2711683-2711691--0986-2714165- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite S Dtc mm WELT Nt\ 74 Koliie*Hüttenkoks OBERS HLE8I8CH, AMTUID AriTENGL,SCH UND MW I nKHM I WESTPMÄLISCH Qualitätssorten - Billigst BÄSCH, IV. TääW U-46-403 Argentin ertlr. 22 Teiepn. Um4um Rabattseklion des KEREN-KAJEMETH Der XVI. Zionistenkongreß. Eröffnung am 28. Juli in Zürich. Die Exekutive der Zionistischen Organisation hat beschlossen, den XVI. Zionistenkongreß für den 28. Juli und die folgenden Tage nach Zürich einzuberufen. Die Dominiumfrage. Aus London meldet die J. T. A.: Unter dem Vorsitz des UnterbausmitgHeds Colone! Wedgwood wurde Im Sitzungssaal des Unterhauses eine Beratung abgehalten, in der beschlossen wurde, eine energische Aktion zur Vereinigung der britischen und jüdischen Interessen in Palästina einzuleiten. Es wurde eine Liga gebildet, die für die Umwandlung Palästinas in ein (siebentes) englisches Dominion tätig sein soll, Hauptziel der Liga ist es, die Entwicklung Palästinas als das Nationalhelm des Jüdischen Volkes zu fördern und sich zu diesem Zwecke der Mitarbeit des Jüdischen Volkes wie der britischen Administration zu versichern. Diese Arbeit ist in der Weise zu führen, daß bei Ablauf <*es britischen Mandates für Palästina Bedingungen im Lande bestehen, die es der Bevölkerung gestatten, den Status eines sich selbst regierenden Dominions innerhalb des britischen Staatenbundes (British Commonwealth of Nations) zu wählen. Die Liga vereinigt Personen, die in dem Aufbau Palästinas das gemeinsame britische und jüdische Interesse im Auge haben. Die erste öffentliche Kundgebung der Liga findet am 26, Februar in der Caxton Hall statt. Anstoß zur Bewegung gab Wedgwoods Buch „The Seventh Dominion". Stimmen zur Erweiterung der Jewish Agency,. Die „Frankfurter Zeitung" warnt und wittert Hochverrat. — Die englischen nichtzionistischen Juden sprechen vom Bankerott des Zionismus. — Die Zlonisten Revisionisten lehnen die Teilnahme ab Bisher wurd? die. Diskussion über die Erweiterung der Jewish Agency, das heißt über die Übertragung des Aufbaues und dier politische Leitung des Jüdischen N a t J o n a 1 h e i m e s in Palästina von der Zionistischen Organisation auf eine zur Hälfte aus assimilatorischen Nicbtzaonisten. bestehende Körperschaft, lediglich von der offiziellen zionistischen Presse beherrscht In begeisterten Worten wurde die Bereitwilligkeit 4er. Nichtzionisten, am nationalen Aufbauwerke teilzunehmen, gepriesen und an Einzelbeispielen -erwiesen. Nun aber beginnen die Nichtzionisten zu sprechen; Das' führende "demokratische Organ Deutschlands, die ,»F rank furter Zeitun g", nimmt in einem langen Leitartikel gegen den geplanten Beitritt der nfohtzionistischen Juden Stellung, Nachdem im zionistischen Programm, vor allem aber in der grundlegenden B a 1 f o u r s c h e n Deklaration von einem jüdischen Na i Jon a 1 h e-lrn e die Rede ist, spricht sie den deutschfühlenden Juden das Recht ab, mitzutun, Durch den Beitritt' geben diese Juden allen jenen recht, welche die In Deutschland lebenden Juden wicht als Angehörige der'deutschen Nation anerkennen.- Die „Frankfurter Zeitung" stellt weiters fest, daß Palästina schließlich' in der oder jener Form, ein Bestandteildes englischen.Reiches werden wird, höchstwahrscheinlich ein - e n g 1 i s c h e s Dominium, Sie betrachtet es als unmöglich, daß deutsche Juden Ihr Geld und Ihre Gesinnung dazu hergeben,'Englands Macht zu vergrößern. Das dürfen englische Juden tun, nicht aber deutsche Juden. Dieser Teil der Ausführungen der „Frankfurter Zeitung" beweist übrigens, wie richtig es war, als die „Neue Welt" von der zionistischen Leitung u n« z w e Id e u t i g e S t e 1 lu n gn a h m e verlangte, als das Wedgwoodsche Projekt, Palästina zum britischen Dominium zu machen, auftauchte. Damals .wurde die. Forderung der „Neuen Welt" von der zionistischen Exekutive ironisch, als Gespensterseherei abgetan. Nun steht das Gespenst schon ziemlich körperlich da. Das klug sein wollende, in Wirklichkeit aber polltisch höchst unkluge Schweigen der zionistischen Leitung trägt schon Früchte. Zionismus ist gleich der Stärkung Englands, aiso für deutsche, französische und sonstige Juden unerlaubt, eine nach Hochverrat riechende Sache. Die „Frankfurter Zeitung" gibt der Meinung Ausdruck, daß die vor dem Bankerott Palästinas stehenden Ziomisten durch ein schlaues Manöver die Nichtzionisten in eine gefährliche Situation bringen wollen. Das ist die Meinung des führenden demokratischen Blattes Deutschlands. * Noch bezeichnender ist die Stellungnahme der englischen nichtzionistischen Juden. Das offizielle Organ des englischen liberalen Judentums „Jewish Religious Bulletin" schreibt: „Die Arbeit in Palästina droht wegen Geldmangels zusammenzubrechen; die Nichtzionisten müssen einspringen. Die furchtsamen Zionisten stehen vor dem Dilemma: Soll Palästina untergehen und der Zionismus leben, oder soll Palästina leben, auch wenn der Zionismus untergeht? Der Nichtzionist hat nicht mit solchen Schwierigkeiten zu kämpfen. Tatsachen und Umstände lassen das zionistische Endziel als unerreichbar erscheinen. Die Formel vom jüdischen Nationalheim in Palästina bleibt bestehen, aber nur als eine Formel. Eine halbe oder sogar eine volle Million in Palästina angesiedelter Juden reicht nicht hin, ein Jüdisches Nationalheim zu bilden. Palästina könnte zwar ein NationalheSm für eine halbe Million Juden werden, nicht aber ein Nationallieim des Judentums. Die britische Interpretation des Mandates, die Haltung der Araber und natürliche Schwierigkeiten lassen dies ausgeschlossen erscheinen. Obwohl der Nichtzionist die Formel „Jüdisches Nationalhelm" nicht billigt, gelüstet es ihn nicht, über ein Schattengebilde zu streiten. Ueber eines aber muß sich der Zionist klar werden: Die Mitarbeit der Nichtzionisten am Aufbau Palästinas bedeutet nicht die Aufgabe ihrer Opposition gegen den Grundgedanken des Zionismus, daß die Juden eine Nation sind. Als amerikanischer, deutscher oder französischer Jude ist er NEU ERÖFFNETE REICHHALTIOE MODhRNE LEIHBIBLIOTHEK DPR BÜCHERSTUBE M. RATH WIEN, II., TABORSTRASSE Nr. 20a TEL. Rr13.im ALLE NEUERSCHEINUNGEN! REICHE AUSWAHL IN HEBRAI ha UNO JUOAflKA , , in englischer uno französischer Literotur MONATSGEBUHR NUR SS- KEINE BANDQRBÜHR TÄGLICHEM UMTAUSCH bereit, den palästinensischen Juden zu helfen, in nationaler Beziehung aber bedeutet ihm Paläs 11 n a n i c h t s, kann ihm auch nichts bedeuten. Dies ist nicht bloß eine theoretische Erklärung, sondern es hat praktische Konsequenzen. Die ganze Lebensführung eines Juden erhält seine Farbe davon, ob er das Judentum als Nation ansieht oder nicht. Der Jude, der an jüdische Nationalität nicht glaubt, nimmt vollen Anteil am Leben und der Kultur seiner Nation. Die liberalen Juden in Deutschland haben einen Vorbehalt bezüglich ihres Eintrittes in die Jewish Agency vorgeschlagen; sie wünschen ein Statement, welches /ihre Haltung gegenüber dem Zionismus anerkennt. Es ist nur natürlich und richtig; daß klar gemacht wird, daß die Jewish Agency, wenn sie Nichtzionisten einschließt, dem jüdischen Nationalismus nicht ausgeliefert wird, Die Jewish Agency ist weder zionistisch noch antizionistisch, sondern eine Organisation, die den Juden Palästinas wirtschaftliche Hilfe seitens amerikanischer, deutscher, englischer usw. Juden bringen soll. Die Nichtzionisten mögen In aller Aufrichtigkeit um die Feststellung orsuchen, daß die Jewisli Agency eine nationale Bedeutung nicht hat und die Zlonisten mögen in gleicher Aufrichtigkeit zu einer solchen Feststellung bereit sein." Die Pariser Leitung der Union der Zionisten- Revisionisten hat alle ihre Landesverbände verständigt, daß den Mitgliedern der Union die Teilnahme an den Komitees zur Vorbereitung der Erweiterung der Jewish Agency, welche vom zionistischen Aktionskomitee in allen Ländern eingesetzt wurden, n i c h t gestattet ist. Die letzte Konferenz der Union hat festgestellt, daß die Beschlüsse des Aktionskomitees in unvereinbarem Gegensätze zu den Beschlüssen des 14. Zionistischen Kongresses Stehen, Alle von der Exekutive auf Grund dieser Beschlüsse getroffenen Maßnahmen sind daher ungesetzlich und für die Organisation nicht bindend. Sollten zentrale zionistische Körperschaften, in welchem die Revisionisten vertreten sind, Arbeiten für die Erweiterung der Jewish Agency übernehmen, sohaben die Revisionisten den Sitzungen, welche solchen'Arbeiten gewidmet sind, unter Darlegung ihres Standpunktes fernzubleiben. Erklärung. Die „Jüdische Telegraphenagentur" (Ha) meldet, daß ich auf meinen Sit« im österreichischen Agency- Komitee verzichtet habe, weil die Beschlüsse des Ak- Renö Ederer Max Eisenberg Wien, XX. empfehlen sich als Verlobte Wien, im Februar 1929 tionskomitees und der Exekutive, welche sich auf die Erweiterung der Jewish Agency beziehen, im Gegensatze zu Kongreßbeschilüssen stehen. Die Nachricht von meinem Verzicht ist zutreffend, die Begründung nicht. Ich lege in diesem Zeitpunkte wenig Wert darauf, ob gewisse Gegensätze zwischen den Beschlüssen zionistischer Körperschaften bestehen oder nicht. Die Tatsache, daß nichtzionistischen Juden, welche das Bekenntnis zur jüdischen Nation grundsätzlich ablehnen, AnteH an der politischen Leitung des Na tiona lh ei mes gegeben wird, erscheint mir ungeheuerlich und widersinnig. Ich begrüße Jede Teilnahme von Nichtzionisten am wirtschaftlichen Aufbau Palästinas und bin dafür, daß Hmen das gebührende Kontrollrecht in wirtschaftlicher Hinsicht eingeräumt werde. Ich halte es aber für unvereinbar, mit den zionistischen Grundsätzen, mit den Grundsätzen der Ehrlichkeit und mit gesundem Menschenverstände, erklärte und überzeugte Nichtzionisten an der politischen Leitung des Zionismus teilnehmen zu lassen, ja ihnen diese Teilnahme förmlich aufzudrängen. Das ist gegenseitige Täuschung, deren Resultat nicht friedliche Zusammenarbeit, sondern häßlicher Streit und erbitterte Feindschaft sein wird. Ich spreche auch der höchsten zionistischen Instanz, dem Zionistenkongresse, das Recht ab, den politischen Zionismus preiszugeben. Hier ist die Grenze seiner Macht. Ucberscbreitet er sie, dann hat er auch aufgehört, Zionistenkongreß zu sein. Das sind die Gründe meines Verzichtes. Robert Stricker. ilfllllllllllfilllllllllllllllillilllilllllllilll^ j| Verband demokratischer Zlonisten s j§ Mi 11 w o c n, den 20. Febcr 1929 um % 9 Uhr f| abends im =3 1 Cafe Produktenbörse (Klubsaal) 1 Ii. TaooFStraße lo 3 | 3)r. Wolfgang Weist: j ff Vom britischen Imperium. Palästina — g H Indien — Arabien || f§ Eintritt trei G8ste willkommen =3 iiiiiinii^^ Die Juden in Rumänien. v Der jüdische Parlamentsklub bei Maniu. Aus Bukare st, 8. Februar, meldet die J. T. A.: Ministerpräsident Maniu empfing die Mitglieder des jüdisdien. Parlamentsklubs, die ihm in einem Memorandum die Forderungen der jüdisdien Parlamentarier an die Regierung zur Kenntnis brachten. Im Verlaufe der Unterredung kam es zur Spradie, daß Justizminister Junianu bereits die ersten Vorkehrungen zur Erfüllung des in der Kommer gegebenen Versprediens auf Abänderung des Gesetzes über die Staatsbürgerschaft getroffen hat. Vor einigen Tagen wurde in der Kammer die Kommission zur Vorberatang des Gesetzes betreffend Abänderungen des Staatsbürgergesetzes gewählt; der. Kommission gehört das Mitglied des jüdischen Parlamentsklubs Dr. Landau (Kischinew) an. Es handelt sich darum, daß tausend e n jüdischen Familien, die nach dem bisherigen Gesetz ihrer Staatsbürgersdiaft, auf die sie Ansprudi haben, beraubt wurden, ihre Bürgerrechte zurückgegeben werden. Neue Tabakspezialitäten. Die Tabakregie bringt in den Spezialitätengesehhften neue Importen in Vertrieb, und zwar deutsche Zigarren der Firma L, Wolff, Hamburg, „Senat skol legi um" zu S 1.10 und „Weckruf" zu S 1.—, ferner Zigaretten der italienischen Tabakregie „Toscani" zu 20 Groschen und „Roma Sigaretti" zu 10 Groschen und griechische Zigaretten der Firma David J. Arditti in Xanthie „A Z" zu 15 Groschen. Zur Führung der italienischen Fabrikate hat sich die österreichische, Regie vertragsmäßig verpflichtet, weil die italienische Monopolsverwaltung die österreichischen Zigaretten Memphis und Harun eingeführt hat. Beide Sorten sind in Italien schon seit einigen Wochen im Vertrieb und vielbegehrt, E r ^'^^IIi^F'ft tLlft^C^j jtSJllÄllt Hl»»!!« Wie schön und billig ■ Ueberzeugt euch von der besonders günstigen, Gelegenheit die jetzt bei SomraerfreunD, SBiett, VIII., JosefstSdterstraße 35 / Telephon A-22-1-87 in Perser- und chinesischen Teppichen geboten ist Lasset die Gelegenheit nicht ohne Bes'chtipung vorbeigehen Nach Tunlichkeit Zahlungserleichterungen!