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Die neue Welt · 1928-12-28 · Heft 67 (28.12.1928) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 67 (28.12.1928)
Date
1928-12-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 30 Groschen 186 Titl. Universitätsbibliothek Wien, I. JUEWELT BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.—, vierteljährig Zloty 6.—; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc. 15 —; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Rumänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. R IV U E BEZUGSBEDINGUNGEN: Deutschland monatlich Mark 1.—. vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 20.—, vierteljährig Lewa 60.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweix und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4:50. HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion and Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße tf—tf Telephon: A25-2-82 — Erscheint jeden Freitag Jahrgang 2 Freitag, den 28. Dezember 192$ Mr. 67 Der Fall Halsmann und „B^ S^2 Aus dem Inhalt: —y: Per Sprung ins Dunkel. Rudolf Seiden, Wien: Was man vom Toten Meer im Altertum wußte. Die Tagung des Zionistischen Aktionskomitees. Die Jewsekzia auf dem Scheidewege. Aus Palästina. Gisela Webezirk. (Ein Gespräch mit der Künstlerin.) Alfred Polgar liest in Preßburg über Weihnachten. Wie ein Rabbiner Geheimpolizist wurde. Das Schauermärchen des Renegaten. Aus der jüdischen Turn-'und Sportbewegung. Austritte aus dem Judentum. Schaloni Asch: Die Mutter. Schalom Ale ehern: Komödianten. Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. Die Ziomstisch-Revisionistisdie Weltkonferenz Mm 1928. Studententreffen und Festkommers. ■" Den" Auftakt zur Konferenz bildete ein' zähl reich beschicktes S t u.de n, t e n t r e f f e n. Es waren 40. StudentendeJegiLertei Vertreter von 2500 Stüdenteli 1 a^us England, Polen.-". Rumänien, Lettland,\ Litauen, Deutschland, Frankreich (Paris), Belgien, Schweiz und Oesterreich' erschienen. D.as Treffen wurde Dienstag, den 25. um 3 Öhr nachmittags eröffnet. Das Tagespräs'idium führten Dr. B. Akzin (London), I d e 1 s o h n (Riga), Dr. K i w e (Wien). Die Tagung wurde vom Z. K.-Mitglied Dr. Sehl echt mann (Paris) begrüßt, der auf die Bedeutung einer schlagkräftigen aktivistischen Studentenschaft für die Erneuerung des Zionismus und unbedingtes Bereitsein für die gefahrvolle Stunde forderte, der der Zionismus entgegengeht. Es folgten Referate über Organisationsfragen, die vertraulich behandelt wurden. ■ * ■ Am Abend fand'zur Begrüßung der Delegierten der UL Zionist'isch-Reviisionistiso'hen .Weltkonferenz und der Studentenvertreter ein Festkommers statt, der von der J. A. V.'„Unitas" veranstaltet wurde. Im Festsaal des Hotel Continental hatten sich 200 Personen, darunter Vertreter fast aller jüdischnationalen Korporationen, ferner Rabbiner Dr. D. Feuchtwang- und Redakteur Julius Löwv eingefunden. Nach Eröffnung durch den Senior Dr. Paul Ti s I o v i t z sprachen Vertreter verschiedener Länder in hebräischer, deutscher und französischer Sprache, für die jüdischen und zionistischen Studenten der Präses des H. A. Oesterreichs David Buk spann, der u. a. erklärte, daß die zionistische Studentenspbaft für keinerlei Kompromiß zu haben sein dürfe und daß ihr Zionismus wieder zu einer politischen Bewegung- und zum Aktivismus unter Führung der zionistisch-revisionistischen Studentenschaft werden müsse', Die Festrede hielt Dr. Wolfgang Weisl als A. H. der „Unitas". Er verlangte — nicht Kolonisierung, sondern Repatriierung-im Sinne Herzls. Als letzter Redner sprach - Wladimir J a b o t i n s k y, lebhaft akklamiert. Die .Teilnehmer erhoben sich von ihren Plätzen. Jabotinsiky wendete sichau die akademische Jugend, der er den Glauben an die zionistische Idee einschärfte und an der Hand aktueller Beispiele die Notwendigkeit einer' neuen großen zionistischen Tat vorzeigte. Der festliche Abend gi'iiff mit dem Absingen der Hatikwa zu Ende.- . Am Nachmittag wurde die Studententagung fortgesetzt ' durch' Abhaltung der festgesetzten Referate P, Ha llet. (Ideologie des, Revisionismus), Dr. Wolfgang W e i s 1 (Die 'hebräische Universität) und Britto Trumpeldor. Es .sprach; nur noch Dr. B. Akzin (London) über die Konferenzprobleme. * Begrüßungsansprachen. . . r>fe' Konferenz, wurde. Mittwoch, den 26. Dezember im Festsaal 'des Hotel Coritinerital'von Richard Lichthe.i m (Berlin) eröffnet, der zunächst erklärte, daß man auf der. Konferenz Gelegenheit;nahen werde, - dieganze. Reihe schwebender'zionistischer Fragenzu behandelnr.daznvge-» hören die Beschlüsse .des A. G. in Berlin, die ,px>litische,;t4ge in Palästina, die BqH^cjMij^iji^pjftfi«' England' Ä' M^tr, ' scliaftlichen Aufgaben "der 'zib-nistfschen Bewegung und die Fragen der' Jugendorganisation -und' 'rjf4ige'i)^r2^bH|t6^ Hierauf hielt er .vor dem. sich erhebenden Publikum;, einen Nachruf für Wladimir Tjomkin. Dann folgte die Vorlesung der Beffrüßungstelegramme und Zuschriften aus der ganzen Welt. Dr. Leo ,G o I d h a m m e r. feierte,; die; Revisionisten als die wertvollste; Gruppe innerhalb der .Zionistischen Organisation. Robert Stricker überbrachte der Konferenz die herzlichsten Glückwünsche im Namendes .Weltverbandes der radikalen Zionisten und der Vereinigung der demo>kratischen Zionisten und feierte den Revisidiwstenführer als den Mann,' in dessen Seele die.schönsten Eigenschaften des Urzionisten. Charakterstärke^ Bhrlictifceiit,' Stolz und edles Denken vereinigt sind. Nach .stürmischen Akklamationen Strickers-sprach Wladimir jabotinsky. In mehr als einstündiger Rede, die mehrmals durch Beifallsilcundgebungen unterbrochen wurde, entwickelte Jabotinsky in ebenso temperamentvoller wie präziser Art das Programm der Zioi-isten-Revisionisten im allgemeinen und dio Probleme der gegenwärtigen Konferenz. Er führte aus: Der Inbegriff eines nationalen Gemeinwesens Ist doppelte Mehrheit im Lande —^und Selbstbestimmung, des Landes. Natürlich bedeutet „Mehrheit" picht' eine »Unterdrückung der Minderheiten, und „Selbstbestimmung".schließt nicht aus, daß das Land sich irgend einer F ö d c r a t i o n, z. B. dem britischen R e i c h e, anschließen. soll. Aber jüdische Mehrheit und Selbstbestimmung Palästinas nach Erreichen der Mehrheit sind die untrennbaren Grundlagen des zionistischen Endzieles. Das ist der Inhalt unserer Losung „ J u d e n s t a a t". Das war auch der Sinn des zionistischen Programmes vom An lang der Bewegung; das war auch der innigste wirkliche Sinn der Ba 1 f ou r-Defclara tion. Palästina wird aber gegen die Interessen dieses Endzieles verwaltet. Dabei ist nicht nur jene dem Judentum gegenüber unfreundliche Tendenz der lokalen Regierung bezeichnend, die in der Immigra tiö.ns« sperre und Im Klagemauer-Skandal zum Ausdruck gekommen ist; noch wichtiger ist die Haltung der Regierung in ökonoinischen Fragen, welche die Entwicklung der jüdischen Kolonisation positiv hemmt. Daher verlangt der Revisionismus die Schaffung eines „kolonisatorischen Regimes", Auch die zionistische Bewegung wird geeen die Interessen des Endzieles geleitet.- Seit Jahren besteht in ihren leitenden Organen das Bestreben, die Jaidenstaatidee aufzugeben. Die anfclzionistischen Tendenzen der palästinensischen Regierang werden von zionistischer Seite entsohnldgt, sogar gerechtfertigt. Und uoöh wichtiger Ist der Umstand, daß die wirtschaftliche Politik der Zionistischen Orgausaion sich bis jetzt als planlos erwiesen hat. Sic hat es nicht verstanden, irgend welche ökonomische Voraussetzungen für eine, gesunde Immigration und Kolonisation zu schaffen; sie hat dazu beigetragen, im Lande eine vorzeitige Klassenkämpfideologie zu entfesseln. So ist es trotz der ausgezeichneten Leistungen der palästinensischen Pioniere — aller Pioniere, der Kapitalisten* der Arbeiter, der Intellektuellen -~; zur Krise der Kolonisation gekommen. Zwar ist es dem Druükdes Revisionismus und des Jiscbuw gelungen, in den letzten paar Jahren bei der. Zionistischen Organisation ein Verlangen nach Revision unserer politischen urnd ökonomischen Methoden zu eiv wecken; und auch die Regierung ist gezwungen worden, besonders auf dem Gebiete des Industrieschutzeis einige Konzessionen zu machen. Es ist a'ber noch sehr weit von einem „Kolonisationsregimc" in Palästina und die Aufklärung des zionistischen Gewissens wird durch das Projekt einer „erweiterten'4 Jewish Agency gefährdet — ein Projekt, laut welchem 50 Prozent der Mitglieder dieser Körperschaft, die den Zionismus der britischen Regierung gegenüber zu vertreten hat, aus Nichtzionisten bestehen. Der Revisionismus muß dieses Projekt aufs heftigste bekämpfen. Es bedeutet das Ende des von Herzi ge-; schaffenen Weltkongresses der Zionismen, es ist . eine Preisgabe sowohl der demokratischen als der nationalen.Grundlage der judischen Rcnaissancebewegung— eine 'Preiseabe, die . sich schwer rächen wird.;T>?ls, bedeutet nicht, daß -der - Revisionismus, falls die *?W0$M''.;Agency."'z!ur Tatsache . wird, die Zionistische OrgaÄfsStion verlasse^ wir werden auch;., in diesem' Falle weiter"Tür. die'Wiederbersteljung;der Seif-, veränjjtät des Weltkongresses 'kämpfen.' Wir beafosichtigein es auch nacht, die Prärogativen der zionistischen Leitung im Gebiete der politischen Arfreiir zu durchbrechen. Aber die Aufklärung aller Faktor ender öffentlichen Meinung des britischen Reiches und der zivilisierten Welt — das ist das Recht und die Pflicht des Revisionismus, und. er wird diese Aufgabe durch geeignete Organe weiter verfolgen. Die arabische Bevölkerung Palastinas, steht dem Revisionismus freundschaftlich gegenüber;, im künftigen Judenstaate soll in vollem Maße Gledchberechti-. gung aller Nationalitäten herrschen. Was der Revisionismus ablehnt, Ist, den Arabern Palästinas irgend ein Vetorecht in behug auf jüdische Immigration oder die Verwirklichung des Zionismus anzuerkennen. Daher ist der Revisionismus gegen jeden Versuch, in Palästina verfrühte parlamentarische oder quasi-parlam.etitaräsche Institutionen zu schaffen, bevor der Prozeß der jüdischen Immigration seine volle Entwicklung erreicht hat. Aus. demselben Grund besteht der Revisionismus auf der Forderung, daß eine genügende jüdische Wehrkraft im Lande (Legi oh) bestehen soll. . In sozialer Hinsicht vertritt der Revisionismus die „m o n i s t i s c h e" Auffassung: während der Kolonisafcianspeniode müssen alle Klasseniinteressen, auch die berechtigtesten, vor dem alleiinherrschenden des J u d e nstaa taufbau es zurücktreten, Füi ein Land, das im Aufbau begriffen ist, gibt es nur eine einzige Ideologie; ein einziges Gesetz: das, was für den Aufbau notwendig ist, mit tyrannischer Autokratie durchzuführen." - Nach der mit enthusiastischem Beifall aufgenommenen Rede Jabotinskys sprach M>eir G r o ß m a m n (London). Er zeigte die'Symptome der Krisis im Zionismus auf, dessen Erstarrung zu einem Mechanismus überwunden und wieder zu der großen, starken, lebendigen Bewegung von einst zurückliefiihrt werden müsse. Die Sitzungen am Donnerstag, den 27. Dezember brachten die Referate „Unsere politische Tätigkeit"'(Jabo- . tihsky), „Die Frage des 7. Dominions" (Dr. W. Weisl), „Auf- .bauprobleme Palästinas" (Dr. Schechtmann) und „Das Ko- Ionisatronsprogrmm" (Dr. Soskin). Die , angemeldeten .40 Delegierten aus Polen sind wegen Paßverweigerung bisher .nicht, eingetroffen. 'Die ungarischen' Delegierten wurden \ vor ihrer Abreise verhaftet mit der Motivierung, sie hätten an Gewalttätigkeiten gegen Hakenkreuzler in Budapest teilgenommen, o.herz 'trFrididalr© •Kulilschrank Fabrikat der Gmwal Motofi verlangen Sie Prospekt od« besuchende f insterfe & c? ">'*',,;;,;

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