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Die neue Welt · 1928-12-07 · Heft 64 (7.12.1928) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 64 (7.12.1928)
Date
1928-12-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 2* "«eschen W Titl. Universitätsbibliothek Wien, l _. „ V. b. b. iUEWELT BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.60, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.—. vierteljährig Zloty 6.—; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc» 16 —; Jngoslawien. monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.— Rumänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.— R E V U E HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion and Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße 6—8 Telephon: A25-2-82 BEZUGSBEDINGUNGEN: Deutschland monatlich Mark 1.—. vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 20.—, vierteljährig Lewa 60.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1,50, vierteljährig Schweizer Francs 4.50. Erscheint jeden Freitag Jahrgang 2 Freitag, den 7. Dezember 1928 Nr. 64 Cbanuhab 5689, ' ^Ausr dem' Inhalt; '- J. Kr.: Das Volksfest iGh^rVukarj. . Gftßez:]^ Erfolg hei den .Wiener KultusgemändeWahleh. '} —y :'Die: Alten Herren. vProf. Dr. Leon Kellner gestorben.. Dr. Fritz Low e n s t e i n, Jerusalem: Neue Flaktoren. Die antisemitische Welle in Rußland. Die kiagemauer. Leo Tolstoi, wie Sehalom Asch ihn sieht. Recht end Rechtsleben in Palästina, Ein Jahr palästinensischer Währung. Aus der jüdischen Turn- und Sportbewegung: Der F. C: Hakoäh Jm Cup erfolgreich. Sehalom Asch: Die Mutter. Sehalom Alechem: Komödianten. Der- Völkerbund und der zionistische Palästina-Auf bau. AeuBerujigeu , des Generalsekretärs Sir Drummond. Aus Krakau wird uns gemeldet: Während seines Aufenthaltes in Krakau wurde der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, bei 'eine.ni" vom Wojwöden veranstalteten Rout vom Abg. Dp. T h o n namens der zionistischen Organisation begrüßt. Dr. Thon hob hervor, daß das jüdische Volk davon überzeugt sei, daß die jüdische Heimstätte unter den Auspizien des Völkerbundes aufgebaut; werden wird, r r: <!-.-■ Drummond erklärte, daß der Völkerbund tatsäch- lieh im ganzen Umlange die historischen Rechte der' jüdischen Nation zu Palästina anerkennt und < siehmit .größer Sympathie zum Werke des Auf- 1 ' baues der jüdischen Heimstätte stelle. * •; ' Mit 4 Befriedigung hob Sir Drummond hervor, daß die Fortschritte: im" Wiederaufbau Palästinas seit Verkündigung der Balfpur-Deklaration Bewunderung erregen. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch in Zukunft der'Aufbau des Landes rasch vorwärtssdireiten wird. Zehn Jahre jüdische Legion. Die Makkabäer und der J udenstaatsgedanke. Von Dr. Paul J. Diamant. „Von der Parteien Gunst, und Haß verwirrt*', kann auch von ihnen gesagt werden, den Makkabäern. In die Höhe erhoben von den einen, aber auch verlästert und totgeschwiegen von den anderen. Es ist nicht leicht, in Israel Hoher Priester zu sein. Volksführer und König. Durch die Gunst des Schicksals jäh in die Höhe gekommen,, von kleinen Dorfbürgermeistern zu Fürsten und- Königen geworden, nach Jahrzehnten des höchsten Glanzes und größter Erfolge— tragisches Ende, und Vergessenheit! , Kaum gedachte man' u£ch_'. ihrer-.'Täten. Die zionistische Renaissancebewegung rehabilitierte sie und bringt ihr Andenken neu in Erinnerung. An Stelle des beschaulichen Lichterfestes feiern wir heute, das Fest der Makka.bäer. v #: -. '[■'..:.i •/ : ■ U-;^jjnr zweiten_ vorj^rj^^gi^^hündert war das "VolOer - JüdeiF inA?ü?lösurtg"fiGgriffen. De;r; Hellenis- ■ rnus, die beherrschende Lebensform, t'eichk von" den Säulen des Herkules, im Westen 'bis.'fern nach dem Osten, nach. Indien. .'Auch Judäa drohteihm zu erliegen. Spiclbäll war es geworden zwischen Ptolemäern in Aegypten und Seleaiciden in Syrien. Als; letztere die Oberhand; gewannen,- 'wollten sie dem kleinen Häuflein derer zwischen Jordan und^ dem- Mittelimeer,; die .Widerstand leisteten, den Garaus machen. Auch ein Teil des Volkes selbst , war griechisch gesinnt, wollte von altererbter Vätersitte nichts mehr wissen. Hellenen wollten sie sein, nicht mehr Juden auf dem Boden, wo David regierte und Jesajäh geweissagt hatte. Die herrschende Oberschicht hielt es mit den Feinden ihres Volkes. Rettung kam und nationale Erhebung von unten. Die Stadt war griechisch geworden, die Bauern im Dorf jüdisch geblieben. Im Dorfe Modeln lebte eine verarmte, verbauerte Priesterfamilie, ihr entstammte Mathatiäs. Er allein ein Mann in einem Volke, dem Männer fehlten, begann den fast aussichtslos scheinenden Kampf gegen das möchtiore Weltreich der Syrer, Seine Söhne Jehuda Makkabi, Jonathan, Schimeon, Jochanan und Eleasnr waren anfangs nebst den Dorfgenössen von Modein seine einzigen Helfer im Streit. Im ersten Ansturm gelang es ihnen, die Syrer zu schlagen, die nicht ahnten, daß das unterworfene Volk auch Waffen füjiren könne. Bald ist der Feind' vertrieben,' Jerusalem erobert und der entweihte Tempel, hi dem statt des Gottes Israels der olympische Zeus verehrt worden war, wird neu geweiht. Frei von äußeren Gewalten war das jüdische Volk geworden und könnte nur aus eigenem Willen seine inneren Geschicke gestalten. Zwei Richtungen waren nun die vorherrschenden im Judentum, abgesehen von den einflußlos gewordenen Griechisch-orientierten, dem eigennützigen Priesteradel der Sadducäer und der kleinen eigenbrötlerischen Sekte der Essäer: Die P h a r i s ä e r, die das Judentum 'vorwiegend als metaphysichse Angelegenheit betrachteten, Judentum ihre Beziehung zum Göttlichen nannten, und die M akk a b ä eir,: die, Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. wir wollen uns nicht scheuen, aktuell m sprechen, die den Juden Staat erstrebten. Seit die'Makkabäer halbwegs ungestört. im Besitze der. Macht waren, war es ihre Absicht, Jerusalem nicht nur .als geistiges Zentrum zu erhalten, sondern zum Mittelpunkt des Judenstaates zu machen, und diesen als Grundlage und Gefäß des jüdischen Geistes; Zielbewußt war ihre Politik dahin gerichtet, ihr. Streben offenkundig, nicht einen theokratischen Gottesstaat auf Erden, sondernden säculären, weltlichen Judenstaat zu gründen und auszubauen. Im Anfang mit aller möglicher Rücksicht gegen die Anhänger der einseitig metaphysich . orientierten religiösen ^Richtung. Der Makkabäer Schimeon übersetzte* seinen Titel Ethnarch nicht schlechthin mit Volksfürst, sondern' ließ sich- Sar-am-el, Fürst des Gottesvolkes, nennen. Seine Nachfolger lassen.diese Toleranz;, schon beiseite, lassen sich Fürst und König nennen. Systematisch: bauen sie die Grundlage des Staates; aus. Klar erkannten sie, daß d|e selbstverständliche;Stütze des Staates ein waffengeübtes Heer sei, ausgebildet "-fläch d en Regeln und auf der Höhe zeitgenössisch er 'Kriegskunst.-. Den geübten, und, gedrillten Heeren der Feinde ' durften nichts vom Fei^e herbeigerufene Bauer'nhaufeh, sondern, nür makedonisch geschulte Phalangen entgegengestellt werden, sollte die. eben erworbene Freiheit erhalten bleiben. Desgleichen erkannte ihre staätsfriännische Einsicht die Notwendigkeit einer geordneten;FinanzverwaItung. Zum ersten Male erscheinen Münzen 'des jüdischen Staates, gut von Gepräge, mit hebräischer Aufschrift und jüdischen Emblemen. Eine geordnete Staatsverwaltung beginnt mit wohlorganisierten Gerichts- und ' Verwaltungsbehörden. Der makkabäische Staat hält sich ferne von der mangelnden Organisiertheit, eines primitiven Bauernlandes, aber auch von der. allzu großen Aktenschreiberei' des ägyptischen Beamten-' Staates der Ptölemäer. Das Synhedrion, das früher nur eine zeitweilige Versammlung der Aeltesten war, wurde unter ihnen eine ständige Behörde, nach den« jeweiligen Machtverhältnissen manchmal nur ein beratender Staatsrat der Regenten, manchmal aber ein ihnen gleichberechtigt an die Seite' tretender Senat. Sicher geht auf die Makkabäer die Einteilung des Landes in größere Verwaltungskreise zurück, die Toparchien heißen. In den kleinen Orten werden Lokalsynhedrien eingerichtet, Kollegien von wahrscheinlich sieben Mitgliedern, die an Stelle der früheren Siiknej ha-ir, der Stadtältesten, träten,, die wir aus altbiblischer Zeit kennen. Das große Synhedrion gibt den Parteien im Volke Gelegenheit, sich zu entfalten und politisch zu betätigen, zuerst ausschließlich dem saddueäisch gesinnten Priesteradel, dann seit Alexandra Salome den pharisäisch gesinnten Schriftgelehrten. Im übrigen bemerken wir im damaligen Judenstaate trotz seiner monarchischen Spitze zum erstenmal die große Masse als dauernden politischen Faktor im öffentlichen Leben. Die jeweils zunehmende Macht des Synhedrions zeigt sich auch auf den Münzinschriften, in denen es den makkabäischen Dynasten und Hohepriestern als gleich-;berechtigt erscheint, z..B. unter Alexander Jannäus, da die Inschrift lautet: Jonathan hakohen hagadol .wechewer hajehudim. Zielbewußt ist die militärische Tätigkeit der Makkabäer dahin gerichtet, den Jüdensta-at zu festigen -und zu dauerndem Bestand zu bringen. Die Schlachten bei Beth^Choron, Errinjaus D^HERz^'r Rrt^däilrG -Kühlschrank der General Motors Vemmseii Sie Prospekt Desucben Sie ^^»'^«U Warchalowski» Fintterle «t w^i£Uä%;.

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