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Die neue Welt · 1928-11-30 · Heft 63 (30.11.1928) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 63 (30.11.1928)
Date
1928-11-30
Page
– (sequence 11)
Language
German
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th. 83 DIE NEUE WELT Seite 11 DIE MUTTER Roman von Schalom Asch. Copyright by Dr. Präger-Pressedienst, Wien. (31. Fortsetzung) XI. Auf der Walz. Die Züge vom Bronx in die Stadt waren vollgepfropft mit abgearbeiteten Menschen. In der Gegenrichtung waren sie leer und in dem Waggon, in den die drei einstiegen, war keine Seele. Wer fährt auch am Vormittag nach Bronx? Das Vergnügen können sich nur Müßiggänger erlauben. In dem leeren Waggon fühlten sie sich wohl, sie konnten ungestört plaudern. Freier erzählte aus irgend einem besonderen Grund vor Dwojre alles, was er über Buchholz wußte; der Ton, in dem er es erzählte, war nicht sehr freundschaftlich . . . Doch je mehr Schauderhaftes sie von dem großen, unbeholfenen Burschen hörte, desto mehr Sympathie erweckte er hei Dwojre. Sie hatte das Bedürfnis, sich des jungen Riesen anzunehmen und ihn vor Freiers spöttischen, unaufrichtigen Bemerkungen, zu schützen. Von Freier erfuhr sie, daß Buchholz der Sohn eines Fleischers war, selbst auch Fleischer werden sollte, doch von Kindheit an Lust zeigte zu zeichnen und Figuren aus Brot zu kneten. Der Vater schlug ihn dafür halbtot. Doch Bucliholz blieb bei seinen Vorsätzen und eines Tages stahl er Geld aus des Vaters Lade und ging nach Amerika durch. Hier arbeitete er bei allem, was sich traf, vom Lastträger bis zum Wächter hatte er sämtliche Berufe durchgekostet. Am Abend ging er in eine Zeichenschule. In einem alten Hause hatte er eine Dachstube gefunden, dort , wohnte er ohne ein Bett und formte seine Figuren. Da er kein Geld für Modelle hatte, so war er sein eigenes Modell. In seinem „Atelier" lief er den ganzen Tag nackt herum und zeichnete sich selbst. „Jetzt modelliert er" — schloß Freier seinen Bericht — „in Lehm einen ,Simson\ doch der sieht dem Simson so ähnlich wie ich der Dalila; nicht währ, Bucliholz?" „Das :."t nicht wahr," — lacht Bucliholz — „es ist heiß, &(■ :^he ich nackt herum". „Wari'-.n schämst du dich, Narr?" „Ich 1 Wime mich nicht." „Wem; er hungrig ist, kriecht er äiis seiner Dachstube heraus und geht auf die Straße arbeiten" — erzählt Freier weiter, als wäre Buchhol'z nicht zugegen — „er nimmt jede Arbeit, die sich bietet. Bald in einem Uebersiedlungsbüro, bald in einem Schuhgeschäft; auf East-Side dreht er eine heimatliche Wäscherolle oder er ist auf Broadway Ausrufer bei den Wagen, welche Passagiere nach Coney Island führen. So verdient er ein paar Dollar für Brot und für Jic Miete; dann schleppt er auf seinen Schultern eine;: Sack Lehm nach Hause und modelliert in seiner Dachstube weiter. Seine Skulpturen sieht keiner, denn er schämt sich, sie zu zeigen. Er kann kaum lesen und schreiben, ein Buch nimmt er nie in die Hand, in ein Museum geht er nicht, weiß nicht, was eine Kunstausstellung ist, hat nichts v«n den neuen Bildhauern und neuen Richrtiumgen gesehen, nichts von Rodin, nichts vom Expressionismus ..." „Nicht wahr, gesehen" — Buch holz schüttelt den großen Kopf. „Was hast du gesehen?" — fragt Freier. „Die Wolkenkratzer" — Buchhohs lacht. Es war einer jener Tage in New York, da Sonne und Wind sich paaren und einen Tag des Segens für die Menschheit schaffen. Obwohl es Hochsommer war und die Hitze auf den Boden, die Häuser, die Straße, die Brücken und die Menschen brannte, wehte ein kühler Wind vom offenen Meer her und hauchte die Sonne fort, als bewegte sich ein Fächer unaufhörlich vor den Gesichtern. Der Bronx-Bark stand in voliler Pracht und vollem Glanz. (Fortsetetm« folgt.) von Leopold von Ranke (vervollständigt durch seine anderen Meisterwerke: „Geschichte der Päpste", „Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation*V»Die großen Mächte", „Wallenstein" u.a.) Diese klassischen Werke des größten deutschen Geschichtsschreibers dürfen in keinem Bücherschrank fehlen! Gerade in unserer Zeit ist es Pflicht eines jeden, sich ein klares Bild der großen Weltbegebenheiten zu verschaffen, die in jahrtausendelangem Entwicklungsgang die Schicksale der Völker gestaltet und große Männer zu Führern der Menschheit erhoben haben. Ohne Kenntnis der Vergangenheit ist kein Verständnis der Gegenwart und der bedeutsamen Probleme der Zukunft möglich. Ein unerschöpflicher Quell des Wissens, der Belehrung und Unterhaltung ist daher die Lektüre dieses großartigsten Panoramas der Weltgeschichte. Versäumen Sie deshalb nicht, sich diese wertvollen Werke, die im Buchhandel nur noch antiquarisch zu sehr hohen Preisen zu haben sind, auf diese noch nie dagewesene billige Art und Weise durch Einsendung des Abschnittes zu sichern. (Irgendwelche Geldbeträge vorläufig nicht einsenden.) Dieses Angebot gilt nur für Abschnitte, die innerhalb 14 Tagen eingesandt werden. GUTENBERG-VERLAG CHRISTENSEN & CO. WIEN I„ STRAUCH GASSE 1 ABSCHNITT-, Unterzeichneter wünscht sich gratis Die Weltgeschichte von L. von Ranke. Empfangsbestätigung und Nachricht über den Versand erbeten. Name:.....,_________________ Wohnort:................____ Straße:......................... Poststation:................. 48 . .".rzn:

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