Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 62 (23.11.1928)
- Date
- 1928-11-23
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. Gl du? mm mir Seite 11 „U R A N" Dauerbrand-Ofen D. Anavl, vorm. H. Helm Baden Größte Sparsamkeit Sol de Konstruktion Uaaerafl xu fiabani Fabrlksnledef'age- Ludwig BaUner« S<hoftanrl»g 33 Die Einwanderung nach Palästina. Zertifikate für Oesterreich. Das Palästina-Amt in Wien teilt uns mit: Die palästinensische Verwaltung hat 600 nette Einwanderungszertifikate bewilligt. Von diesen wurden von der Zionistischen Exekutive 400 den einzelnen Palästina-Aemtern zur Verfügung gestellt Dem Palästina-Amte in Wien wurden fünf Zertifikate für Landarbeiter zugewiesen. Die Zuteilung der Zertifikate für Cha'uzim und Chaluzoth erfolgt djrch d:n Ver.retei* der Exeku ive, Herrn Barlas, der sich zu diesem Zwecke ins Ausland begeben ha' und auch Wien besuchen wird, im Einvernehmen mit den Pa'ästina-Aemtem, dem Allgemeinen Hechaluz und dem Hechaluz Hamisrachi. Ferner sind 50 Zertifikate für gelernte Racharbeiter aus den Reihen des „Hechaluz" zu bestätigen (Steinhauer, Schlosser u. dgl.). Diese Zertifikate wird Herr Barlas nach Maßgabe der Möglichkeit und entsprechend der fachlichen Eignung der Cha'uzim bestätigen. Schließlich sind noch 130 Zertifikate reserviert für Arbeiter, die in Industrieunternehmungen oder in Hausindustrien in Palastina eine zugesicherte Arbeit haben und die die Zionistische Exekutive in jedem Einzelfalle, entsprechend den Anforderungen der Arbeitgeber, bewilligen wird. * In der letzten Zeit häufen sich die Fälle, daß in Palästina ansässige Personen, die sich vorübergehend hier aufha'ten, sich an das Palästina-Amt wegen Verlängerung: ihrer Palästina Pärse oder des pa'äs'i.ieiuischen Rückreisevisums (auf nicht pa'ästinensischen Pässen) wenden, ohne daß es möglich wäre, ihrem Ansuchen zu entsprechen. Nach den derzeit geltenden Bestimmungen können derlei Reisepässe und Visa nur nach vorheriger Anfrage bei der IIIIIII1!IIIII!II1IIIU!IIIIIII]I!I^ Ii Kein Einkauf Indanthrenfarbi m Wasch- und licht-1?= T 1 " j 1 1 echte Stoffe 1 Indanthrennaus "t?wä^l ^«««■■■^MHBII^Mna^MMHiBWB^nWBBBa^n^ra Möbel, Vorhänge, De- ■■■^^^^^M^^^^^^^^^^^^^^HI^Hw^^^^™ koration, Taschentücher, Pyjamas usw. | Volle Garantie!! I IndamlirM ohne das VI. Mariahilferstraße 71 zu besuchen! 1 Einziges Spezialhaus Oesterreichs Prov?nzversand / Tel. B-25-2-55;§ iiiiiiiiiiiihiiiiiiiiiiiiiiiim Der Waffenstillstand in Palästina Aufmarsch der ehemaligen jüdischen Legionäre. — Ansprachen von Luke und KIöIi. Aus Jerusalem meldet die J. T. A.: Vla Jimir J a b otinsky, der während des.Krieges die jüdischen Ba aülone zur Unterstützung der Eroberung Palästinas organisiert hat und den Rang eines Hauptmannes der britischen Armee bekleidete, marschierte am 11. November vormittags, am 10. Jahrestag der Verkündung des Waffenstillstandes, an der Spitze von 2C0 ehemaligen Angehörigen der jüdischen Ba ai lone und eh;mali.?er jiid'schcr Solda en anderer Formationen der britischen Armee, zur Parade auf den Exerzierplatz am Russian Square. Die ehemaligen jüdischen Soldaten aus Jaffa tyid Tcl-Awiw wurden ineinem Ext r.azug nach Jerura!em zur Parade gebracht. Der stellvertretende Oberkommissär.H. C. Luke nahm die Paräde ab und richtete eine Anspra-he an die jüdischen Soldaten, in der er erklärte, die jüdischen Soldaten widmen sich! jetzt dem friedlichen Aufbau Palästinas mit der gleichem Begeisterung, mit der sie früher für Palästina' fochten. Die Legionäre marschierten dann, von der Menge warm begrüßt, zum britischen Militärfriedhof auf dem Scopus-Berg. Nach einem kürzen Oedächtnisgoltesdienst wurden Kränze des Klubs der jüdischen Legionäre, der Zionistischen Exekutive und der jüdischen Gemeinde auf das Kiicgerd^nkmal niedergelegt. l«M>MM»t< GUMMI-STRUMPFE kaufen Sie im Gummiwarenhaus „Alpha"* nur Wien, I., Adlergasse 8 zuständigen Behörde in Palästina hier verlängert werden. Bis zum Einlangen der Entscheidung aus Palästina verstreichen gewöhnlich vier bis fünf Wochen, wobei dieselbe nicht immer günstig ausfällt. Es wird den Interessenten dingend empfahlen, rechtzeiij c'ie nölig n S:h durch Vermittlung des Palästina-Amtes zu unternehmen, um im Falle einer Ablehnung des. Gesuches eventuell noch die Möglichkeit zu haben, vor Ablauf der Gültigkeitsdauer der Reisedokumente nach Palästina zurückzukehren. Im allgemeinen empfiehlt es sich, daß Inhaber palästinensischer Pässe, sofern sie längere Zeit hier zu bleiben beabsichtigen, sich mit dem hiesigen Palästina-Amte in Verbindung setzen, damit sie rechtzeitig über die notwendigen Schritte informiert werden können. Eine Lehrfarm für die jüdische Jugend. Die Organisation Hechaluz schreibt uns: Die österreichische Chaluzorganisation hat das Gut „Quelle tili o f" bei Neulengbach für eine gemeinsame Bewirtschaftung in Aussicht genommen. Die Arbeiten können in allernächster Zeit beginnen, wenn der Betriebsfonds gesichert ist. Dies kann nur erreicht werden, wenn wir in Oesterreich 1000 Freunde unserer Sache finden, die uns einen Jahresbeitrag nach ihren Kräften zuwenden. Die besonders unter der jüdischen arbeitenden Jugend Oesterreichs herrschende Arbeitslosigkeit und die damit zusammenhängende Dringlichkeit der Berufsumschichtung Und Zuführung der Jugend zu produktiver Tätigkeit macht die Einrichtung der Lehrfarm zur Sache der gesamten jMdc;;ie»t; unserer Republik, die auf diesen Appell dringend, hingewiesen sei. Jahreskonferenz der Zionisien Italiens. In Mailand wurde am 11. November die Jahres» konferenz der Zionistischen Föderation Italiens In Anwesenheit von 35 Delegierten, die 2300 Schekelzahter vertraten, abgehalten. Da 20 Revisionisten anwesend waren, kam es zu einem lebhaften Meinungsaustausch. Mit der Tagung war eine Gedächtnisfeier für den verstorbenen Präsidenten Dr. Ciro Glas, eine Feier des Jahrestages der Balfour-Deklaration und des 25jährigen Bestehens der italienischen zionistischen Organisation verbunden, In die Exekutive wurden gewählt: zum Präsidenten. Dr. Dante Lattes (Rom); zum Vizepräsidenten Pro* fessor A. Bonaventura (Florenz); zum Sekretär Qr, N. Na hon (Leghorn); zum Schatzmeister Dr. B. Foa (Neapel); ferner Dr. G. Bachi (Turin); Advokat G. Ott a 1 e n g h i (Mailand) und Dr. P. Pl t i g l i a 1 i. Eine Resolution, in der gegen die Störung der jüdischen Andacht an der Klagemauer in Jerusalem protestiert Wird, wurde eintimmig angenommen. Nach Rückkehr zum. Exerzierplatz hielt Oberst! F. H. Kish, der Präsident des Klubs der ehemaligen jüdischen Soldaten und Mitglied der Zionistischen Exe'*- kutive, eine Ansprache, in .der er die Rolle der jüdisfcheni Ba'aillone in. der Befreiung Palästinas unter der organh satorischen Führerschaft von : Jabotinsky skizzierte und die ehemaligen Soldaten aufforderte, ihren Dienst für Ziton! Schulter an Schulter mit allen Juden weiter zu leisten. Um 11 Uhr ertönte ein Kanonenschuß, worauf in gan* Palästina zwei Minuten lang zum Gedächtnis der toten Kämpfer jede. Arbeit ruhte. Ein Denkmal des unbekannten jüdischen Soldaten in Jerusalem. Wie die J. T. A. erfährt, wird der Plan der Errichtung eines Denkmals desunibei annten jüdischen Soh daten .in Jerusalem schon in kurzer Zeit verwirklicht werden. Es wird ein Wettb ewerb unter den jüdischen Künstlern aller Länder veranstaltet werden. Der Bildhauer Krakauer hat den Auftrag erhajten, den Denkmalsplan, der dem interna ionaleri Wettbewerb zur Basis dienen; soll, zu entwerfen. Reventiöws Pogromproganda. Der „Reichswart", das Berliner Blatt des Grafen R e v e n 11 o w, veröffentlicht unter der Ueberschrift „Der Jude der einzige Nutznießer des November 1918" einen, »$ IT M A R« soc,*,i ,,a"»"»-' Servlal Mariitlml n RttqeimSßlg« Eillinien nach Palästina, Griechenland, Konstantlnopel Rundfahrten Im Mitt«lm«cr Billige Sommer fahrten Auskünfte: .Sitmat\-LlQlnitnerring: 18 (Ecke Schwaizenbergplatz) Telephon 59009 IIIUIIIIIIIIIIIIitlllllllllllllllllllllllllllilllH antisemitischen Brandartikel, der in die folgenden Worte ausklingt: „Die zehnjährige Wiederkehr der Revolutionsmonate gibt den besten, und zwar einen sehr nötigen Anlaß, bei jeder Gelegenheit vor Augen zu halten: Der Jude hat nicht nur die Vergiftungsarbeit während des Krieges geleistet, den Dolchstoß geführt oder die Hände geleitet, die ihn vollbrachten, sondern er, er allein hat inmitten des allgemeinen Elends Reichtum, Einfluß und Herrschaft an sich gerissen. auf Kosten des deutschen Volkes und seiner Zukunft». Die vornehmste, aus jener Zeit klar überzeugend hervorgehende Zukunftsaufgabe ist die: die Erkenntnis und den Willen in der deutschen Bevölkerung) zu verbreiten: Beseitigung der jüdlischen Pest!" Aufhebung der Immunität des Antisemiten Streicher. Der Geschäftsordnungsausschuß des Preußischen Land a^es beschloß, dem Ersuchen des Justizministeriums um Genehmigung der Strafverfolgung des Abgeordneten Streiche r<)(NatioraJsozialist) wegen seines im„Sturm" erschienenen Artikels: „Der Jude und die deutsche Frau" stattzugeben. In diesem Artikel war die Behauptung aufgestellt worden, . in einer Zionistenversammlung in Breslau hätten zwei Rabbiner unflätige Aeußerungen über die deutschen Frauen gemacht. Wegen dieses Artikels stellten die Breslauer Zionistenvereinigung und die Zionistische Vereinigung für Deutschland Straf antrage wegen Beleidigung,-Aufreizung zum Rassenhaß und Religionsvergehen. Der Ausschuß beschloß gegen die Stimmen der Nationalsozialisten und Kommunisten, dem Abgeordneten Streicher Gelegenheit zu geben, den angekündigten Wahrheitsbeweis, zuerbringen, und genehmigte die Strafverfolgung. Henri Bergson — Nobelpreisträger. Die schwedische Akademie der Wissenschaften hat den Nobelpreis für Literatur für das Jahr 1927 dem Mitglied der Academie francaise, Henri Louis Bergson, zuerkannt. Henri Bergson, 1850 in Paris als Söhn eines aus Warschau stammenden jüdischen Kaufmanns geboren, ist im raschen Aufstieg der Vertreter einer „Philosophie des Lebens" geworden, die sich scharf gegen jede naturwissenschaftlich-materialistische Weltanschauung kehrte und Wege zu einer neuen spiritualistischen Metaphysik artbahnte. Mit den\ Begriff der Intuition versuchte Bergson eine neue Erkenntnisqüelle zu schaffei:. Bergson hat mit seiner Theorie der „schöpferischen Entwicklung" einer, großen Einfluß nicht nur auf das französische, sondern das gesamte europäische Geistesleben ausgeübt. Bergsons: Hauptwerk erschien 1907 unter dem Titel „L'Evohrtion creatrice". Bekannt geworden ist vor allem seine geistreiche psychologische Studie „Le Rire". Soeben erscheint ein neues Werk des Denkers, betitelt: „Die seelische Energie". — Dem jüdischen Leben hält sich Bergson im allgemeinen fern, und auch in seinen Schriften nimmt et Fast niemals auf das Judentum Bezug, Rabbinerwahlen in Berlin. Die Berliner Jüdische Gemeinde hat beschlossen, den Oberrabbiner von Posen, Dr. Jacob Fr ei mann, als Gemeinderabbiner nach Berlin zu berufen. Weiters werden zu Gemeinderabbinern ernannt die Herren Dr. Freier und Dr. Leyi (Mainz). Dr. Freier bekleidete das Großrabbinat von Bulgarien in Sofia. Ferner hat die Gemeinde Herrn Dr. Emil Cohn zum Gemeinderabbincr gewählt. Dr. Cohn, ein geborener Berliner, der in jungen Jahren bereits Prediger der Berliner Gemeinde war, bekleidete nacheinander die Stellung eines Rabbiners in Kiel, Essen und Bonn am Rhein, und amtiert seit einigen jähren an der Grunewald-Synagoge im Berliner Westen. Herr Dr. Cohn ist durch seine literarische. Tätigkeit, insbe-, sondere auch als Dramatiker unter dem Namen Emil Bernhard weitesten Kreisen bekannt geworden. Weiter wurde mit der Betreuung und Organisation sozialer Institutionen Dr. Martin Salamonski, früher Rabbiner in Frankfurt an der Oder, betraut und zum Gemeinderabbiner gewählt. Schließlich wurde für die neu zu errichtende Synagoge im Hansaviertel, deren Fertigstellung noch im Jahre 1929 erwartet wird, Oberrabbitier Dr. Carlebach aus Altona als Gemeinderabbiner gewählt. Rothschild für Palästina-Kolonien. Baron Edmond de Rothschild hat den der PJCA. die Anlage neuer großer Plantagen und Weingärten im nahestehenden jüdischen Kolonisten große Kapitalien für Umfange von 1003 Difnam, sowie zuum Bau von Bewässe* ruhgsanlagen im Kreditwege zur Verfügung gestellt. Zionistische Veranstaltungen. Das zionistische Landeskomitec macht die Gesinnungsgenossen darauf aufmerksam, daß sie von ailen ge-planten Veranstaltungen dern Landeskomitee Mitteilung machen sollen, Auf: diese Weise wird . es möglich sein^ Konkurrenz zwischen den verschiedenen Gruppen und Veranstaltungen zu vermeiden.