Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 58 (26.10.1928)
- Date
- 1928-10-26
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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r 9Hkp9t M mHfftWift ri iMiVWrry^Tijrifij-Mi/^^i^ifeln^ ■ ■ DßWÜBf?JWEßT •MMiM fite. BS und Kindergärtnerinmit*langjähriger 'Praxis erteilt hebräischen Unterricht für Erwachsene und spielend für Kinder. Gefl. Zuschriften an E. T., XX. Karajang. 17/16 Zionistisch-akademischer Verein „Bar-Kochba". Samstasr, den 27. d. findet der Konvent im Cafe Schaller, XIX., Döbltnger Gürtel 2, statt. Das dieswöchentlfche Referat lautet: „Die politische Lage im Zionismus". Jngendvercln „Ercz Israel", II., Zirkusgassc 33. Die hebräischen Mittel- und Vorgeschrittenen-Kurse haben bereits besonnen. Einige Anmeldungen werden noch allabendlich im Vcrcinslokal entgegengenommen. Samstag um halb 4 Uhr nachmittags geselliger Vereinsnachmittag „Oneg- Sabath" mit reichhaltigem literarischen Programm. Um zuverlässiges und pünktliches Erscheinen wird ersucht. Zlonlsten-Revlslonlsten! Donnerstag, den 1. November um 8 Uhr abends im Cafe Arkaden wichtige Mitgliederversammlung. Erscheinen Pflicht! Revisionistischer Mltfclschülerbund. Donnerstag, den 1. November um 6 Uhr abends in unserem Heim, VIII., AucrspergstraOe 21, Seminar Robert Ehrlich über „T r u m p e I d o r". An die KlubmltgNeder der voreinigten Zlonlstcn-Rövlslonlsten! Am Dienstag, den 30. und Mittwoch, den 31. Oktober um 8 Uhr abends findet im Cafe Metropot, IX., Berggasse 33, eine geschlossene Konferenz des Klubs statt. Klub der vereinigten Zlonlsten-Revlslonlstcn. Donnerstag, den 1. November, 8 Uhr abends, im Cafe Central, II., Taborstraße 8, Vortrag: Michael Gouary: „Die gegenwärtige Depression in den zionistischen Reihen". Gäste willkommen. An die ehemaligen Mitglieder des Brltb Hazoilm! Das Präsidium des Klubs der vereinigten Zionistcn-Revisionisten fordert auf diesem Wege alle Zofim auf, am Montag, den 29. Oktober um 8 Uhr abends im Cafe Metropole, IX., Berggasse 33 (Souterrainlokal), zu erscheinen. Verein für Jüdische Geschichte und Literatur In Wien, IL, Ferdinandstraße 23-8. Montag, den 29. Oktober, halb 8 Uhr abends, Im Klubsaale der „Hakoah", I., Wipplingcrstraße 24-26 (Cafe Altes Rathaus, Eingang durchs Haustor), Vortrag des Herrn Rabbiners Dr. David Feucht wang: „Sagen geschichtliches über Adam". Elln.tr i tt-f r ei. Gäste willkommen. Der Jöd. Akad. Verein „Tlieologla" veranstaltet öffentliche, allgemein zugängliche (unentgeltliche) Kurse, und zwar: 1. Propheten, vorgetragen von Koll. Herz Frostig, cand. phil. — 2. Talmud, vorgetragen von Koll. J. Glitzenstein, cand. phil., und S Schönblum, cand phil. — 3. Neuhebräische Literatur, vorgetragen von M. A. Bergenbaum, stod. phil. — Die Kurse werden im Hörsaale der Israelit, theolog. Lehranstalt, IL, Tempelgasse 3, abgehalten. Näheres dortselbs t. . - Jüdischer Frauen-Wohltätigkeitsverein X. Am 28. Oktober findet In den Sälen des Hotel Mfinchnerhof, VL, Mariahilferstraße 81, eine W ohi l t ä t i g ke i t s J a u s e mit Vorträgen und Tanz statt. Anfang 4 Uhr. Das Reinerträgnis kommt den Armen des X. Bezirkes zugute, die-jetzt im Winter besonders Not leiden. Eintrittj^Oen zu S 2 bei aHen Vorstandsdamen.__ Jüdische Sport- und iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiTurnbewegung Der F. C. Hakoah Herbstmeister. Der, jüdische Verein konnte auch den siebenten Kampf, und zwar gegen Vorwärts 06 4 :2 (2:1) ge-" Winnen urid ist durch diesen Erfoög bereits als sicherer Herbstaneister anzusehen. Hakoah siegte bisher gegen: Simmertog 2; 1, Donau 9 il, Weiße Bf 3; VMotavia 5 r O, Bewegung. 20 7 :0, ..Vorwärts 06 4c2 onid Ubertas Das-letzte Match wurde anrailHert Das Torverhäätrrts lautet 36 r3. <i) für Hakoah. Die .BJau-tWeiOen haben mach' gegen Libertas nnd dam. gegen folgende Veterae iza spielen: Ge-rst-fro^. N? e «b a ra, . iVft?irt <w*a XM, $*r&e*m rand \kHjutm»it>8* d ort. .Vergangenen Sonntag w«*tde so reeiht dBasÖsdi yot . Avbg&Tkgeführt, daß die Hako»h, für die zweite Klasse eine. .Saräerwg bedefutet. Was sich aber der plateb.esiteende Verein Vorwärts 06 geleistet hat, maß öffentlich : angenagelt wenden. Das tPiibBkwn wurde nach aller* Retgeiii der Kunst geneppt, indem Sitzplätze m teuren Prefeen verkauft Wiarden, aber gar inloht vo&taxüten waren. Auch diie Organisation ließ alles m wünschen» übrig*. Das Match begann mit einer Vers*>3i*»fiigi da> keine Linienrichter erschienen waren irad sich SdÄedsrichtei» Müller erst soiidhe besefcafifen mußte. Die Hakoah-Manwsohaß; üieferie diesmal ein g«ies Spädl. Der Tonmann Oppen/helin bot trotz einer Verletzung eine ansgezelchnete Leistung. Das Vertefdigangspaar wehrte (die gegnerischen Angrafie «4chec ab. In der Deokiwig war PöHak der Beste. Im Angriff war Katz der gefährlichste Maim. Heß und Mansow Striefen za egoistisch. Der junge S ofe w g er entwickelt sich m einem brauchbaren Stflroier. Mehr Selbständigkeit wäre "für! ahm gut ' Die Tore erzielten: M^n-Äjn^r*^ and -^c-fr$>«w*esA. Maosner bat bisher 12 Toeb ifftr Hakoah geschossen wnd Jst auch der Tos®c^ätze,nkjönig der ssweften« Liga. * Gegen Vorwärts 06 steftten dae iBJan-iWelfie» IbJgeiiide Mannschaft: Oip-p e a h e4m; ®fO&e«re*v Feld» mann; Fried, Stroß, Po#1afr; &c*we*o*«-WBP€br, Mau s'ji'et, Posane-r, Heß, Ka-ta. Die H a4co a<h.R^ Reserve" 5 :2. Die jüdischen Vereine im Amateurcup erfolgreich. Vergangenen Sonntag begann die erste R«nde des W/iener Atnateur-Guips. Die beiden Jüdischen Kfcbs Menor.ab und- Makkab-i konnten ihre Spiele sicher gewinnen und gelangen dadurch in die zweite Runde, die am 11. November ausgetragen wird, Inder nächsten Runde grellen auch die zweitklassigen jüdischen Vereine Hasmonea, Kadlmah und Makfcabl ein. Das Spiel Menorah gegen Germania V nahm einen interessanten Verlauf und endete mit einem überlegenen 6; 2 (5; 0) Sieg der -technisch besseren Mannschaft, Die Menorah-ßi<f bat sich unter der Leitung des neuen SekttonsleHers G e 1 i m a n n bedeutend verbessert r Als «nüberwindtich erwies sich gegen Germania die jüdische VerteWigwng. Im Angrift zeigte Qfi-fH-Ht «t<>ß« ■D«rchscblag!skra!ft und brachte dadurch gute Torchancen. Die Tore schössen Schireiif'er (4) und "HeHpern (2). Schiedsftchter Klein. Auffsteltuing: F. Fräedhaber; M, F-ried'b>a*ä><ä«v Rosmann; Raiu>chmann, Tafi>arlk, Widh-s; Spindier, Neiistad^ 6chieMeiv He^riipern, D efcräes. Obwohl der S. €5. Ma-ftika b3 gegen Josefstadt ohne KoHmarai, Thiamamn» Schulberg oMid Grünbeng antrat, konnte er das Mateh sicher 4:2 gewinnen. Die jüdische Mannschaft führte . nach längerer Zeit wieder ein schönes Spiel vor. Zwirn im Tot bot eine vorzügliche Leistung. Nach edtiem schwachen Anfang tief Fried zu großer Form auf «nd hatte in Wasservagc! einen äußerst tüchtigen Partmer» Die Deckung hielt sich recht gut. Der beste Man« 3m Storm war der körperlich sohwache Gmmfoerg. Ldfctiz H vergab roebrere günstige Torchancen. Der Kampf wurde fair durchgeführt und hatte In Herrn Pruscbdna einen ausgezeichneten Schiedsrichter. Die Tore erzielten Grumberg (2), Lutz II «nid Eicbler. AulsteJihtnig: Zrwdrn; A. Fried, Wasservogel; Eisgrau, Lmtiz I, ScbÜesinger; Grumberg, Eicbler, <Krefidler, Lötz IT, Torczyner. Die Meisterschaft der jüdischen Amateur vereine. in der zweiten Klasse Ost konnte der S. C. Hag lb' o r nach drei Niederlagen gegen Matzleinsdorf den ersten Punkt (1:1) gewinnen. Der Gegner ikämpfte äußerst derb. Den einzigen Treffer für Hagibor erzielte Eicbil e r, 15 Minuten vor Schluß. In der jüdischen Mannschaft gefielen Feldmar, Sternk'lar 1 und Eichler. Aufstellung: Lorant; Fe4dmar, Pol'f'Hzer: GtoJJ, Stern, Löwy; Sternklar 1, Sternklar 2, Huß, Eichler, Zucikerberg. Hagibor rangiert in der Tabelle mit einem Panfet am vorletzten Platz. Hasmonea eriitt. gegen Kagran eine verdiente 1:3- Niederlage. Vor Seitenwechsel war Hasmonea »überlegen und erzielte durch Neumann die Führung. In der zweiten Spielzeit brach die jüdische Mannschaft vollständig (zusammen. In der Stürmerreihe konnte nur Neu mann befriedigen. Rosenbaoan war schwächer ate sonst Zunz und Wein wurm , konnten das eingespielte FHigelpaar Stermb ach-Arm nicht ersetzen. 'Die Deckung hielt das scharfe Tempo nicht durch. Durch diesen Mißerfolg wurde Hasmonea in der Tabelle von Kagran lüberiholt und nimmt mit 4 Pnnkten bei fünf» aufgetragenen Matches die nennte Stelle ein. Gegen Kagran steHten. die Blau-Weißen folgende >Hf: Kohm R4arfe4d, Bfreichfe&d; S-eMio*, Pi a-cz e k, B a n in e r? Z-^iie, Weiaw«'&nik"It«tr mwn, Rosen bäu m, Z&s e Jim a y In der zweiten Klasse , West «mterlag EÜa^dlm'ali gegen den neuaiafgesfäegeneo' S. C. Red Vienn*a 0^2. Der Mißerfolg wate ztt vermeiden gewesen, wenn die Kadimah-Stürmer nicht vor dein Tor die günstigsten Toi>- chancen vergeben hätten. Trotz des Mißerfolges bleibt der Jüdische Verein airf dem dritten Plate* Aufstellung: M^nzer; G)rx>Ö«mcr^wi, Üorob- "»fyaitdt-; P^atat<ze<<r, Adle-r b-ikLm, S-t e-rc^oz^ I>o-w#. Kf|«öfi!»e<«; .Wi-ert^er, S-Jndzker, Sefeer. Tfsch-Tennrs-Mefsterschalt An der Meisterschaft nehmen diesmal nur zwei fische Vereine, und zwar -Hakoah umd Makkabi teC Die Damen und Herfen dieser Klubs spielen an der ersten Klasse. Die Auslosung der jüdischen Vereine lautet: Herren (bis 31, Oktober), Hakoah gegen W„ A. C. 1. bis 10. November: Hak oab gegen W. T, T, C Makkiabl gegen W, A. S. 11. bis 20, November: Makkabi gegen W. A. C. Hakoah gegen Vändobona. 211. bis 30. November Ma k kab-ä gegen W/ T, T. C. -t bis 10. Dezember: Vmdoboöa gegen Makkabi, Hakoah gegen Baden. IL bis 20. Dezember: Makkabi gegen Hakoah. L bis 10. Jänner 1929: Ha»k-o*atft gegen W. A. S. H-aJcaa h gegen Baden. Für die Reserven gilt dieselbe AnsJostutg, Damen: Die Spielzeit jeder Runde Ist die der ersten Klasse, i. Rande: Makkabi gegen W. A. C Hakoah geigen W^ T. TU C 2. Runde: Hakoab gegen Akad. Sp. V«. Makka^-i gegen W. A. S. 3. Runde: Makkabi gegen Akad. Sp. Vig. Hakoab gegen (Baden. 4. Rande: Hakoah gegen W, A. C. Makkabi gegen Vmdobona, 5. Rnode: M^a-kkabT gegen W. T. T. C. Ha koab gegen VL A. S. 6. Bunde: Makkab-S gegen Hakoah. R«»de:^^*lM«i* -«e»en Vä^obona. M^k«k*a'b i gegen Baden, Eine Fasern zwtscÜen Mäkfeabi und Hagtboc Die beiden jüdischen Amateurverehie Hagibor (2. Klasee) und Makkabi (3. Klasse) stehen wegen einer Fusion in Unterhandlungen. Durch einen Zusaimnenscbhifi Würde ein jüdischer AUroundklub mit über 300 Mitgliedern entstehen. Eine außerordentliche Generalversammlung des Sportklubs Hagibor dürfte in dieser Sacbe eine endgültige I&tscbefdtrng treffen. _ Die Grazer Hakoah siegte in der Meisterschaft gegen Ostmark 6:0 (3:0). Die Tore erzielten Kraus (3), QuasUer (2) und Schwarz, KadJmah spielt Sonntag in der Meisterschaft gegen Transvaal. DI« Hakoah'Juttgmannschait gewann in der Meisterschaft gegen B. A. C. 3:0. Die HakoaB'Handfaallmaaascbatt unterlag in der Meisterschaft gegen Hertha 3;6. Alltoa, ein tflchtjger Verteidiger des S. C. Kadimab, hat sich bei Makkabi (Proßnite) angemeldet. . . _ Ar« (Hajoiooe») itt im 9. C, Straftenbaba beigeifsWo. DIE MUTTER Roman von Schalom Asch. CopsMügbt by Dr. Präger-Pressedienst, Wden. (26. Fortsetzung1^ Nacli 9<er Vorfesun« <ler Hasgada, als Sure Rifke h Ihrem nenen Kattunkleid, für das Mosesleben den Stoff und Dwojre die SchneMerarfbeit besorgt hatte, die Knödelsnppe auftrug, wandte sich Anschel an seine Familie: „Es ist dodi sonderbar *-* wenn M so im Shop bei der ArheSt sitze und näJhe, da denke ich — bei der Arbeit läßt sich's gut nachdenken, denn was kann man beim Nähen anderes tun? Den Kopf in die Hand stützen kann man nicht, die Hände sind gewöhnt «&u nähen -umd sie nähen und der Kopf tut auch seine Arbeit — so denke ich an — an was denk4 ich' nicht? Alles möglicfhe kommt einem in den Kopf, von den früheren Jahren, von daheim und dergleichen. Doch am meisten denke ich darüber nach: Wie komme ich, ein Jude, der daheim Thora-Vorleser war, immerhin ein Gelehrter, wie komme ich dazu, mit Schickses zusammen zu sitzen und Weiberarbeit zu besorgen, Hemden zu nähen? Wenn ich aber so recht darüber nachdenke (und beim Nähen läßt sich's recht nachdenken), so kommt es mir vor, daß aus mir ein ganz anderer Anschel geworden ist, ein besserer, ein schönerer, ein ehrlicherer, der Gott ehrlicher dient als damals daheim. Denn was war Ich in der a/lten Heimat? Ein Müßiggänger, der gar' nichts getan bat, der auf dem Markt spazieren gegangen ist... Aber hier, wenn ich das Hemd nähe, da weiß ich, daß es jemand tragen wird AJIso nütze ich mit meiner Arbeit der Welt, bin ein nützliches Mitglied der Menschheit Ich esse nicht umsonst mein Brot. Dann lobe omd danke ich Gott, daß er mich izu einem Arbeiter gemacht hat. Oh, es ist nicht so einfach, das Hemdennähen, es ist eine große Sache, man muß •nur recht darüber nachdenken." Alie schwiegen. Der Aeiteste, weicher neben seiner Braut saß , -und ihr und seinen künftigen Schwiegereltern erzählt hatte, sein Vater Anschel sei ein „Reverend", konnte, als er jetzt seines Vaters Worte horte, vor Scham der Bflairfc nicht m die Augen sehen . & Efc*ia*^e>r lE^r«^ Dwojre batte noch immer keine Arbeit in einem Union-Shop bekommen omd Jojne Gedalje ging noch immer nicht in eine Jeschtwa, wo man „Rabbiner •mit EngHisch" studieren konnte, ßeäde gingen zu der Mutter Leidwesen ohne Beschäftigimg <za Hause umher. Kgemlich verdienten beide, was sie brauchten, und b^aditen es nach Hause. Jojne Gedalje trug des Morgens Zeitungen aus und verdiente damit jede Wodhe ein paar Dollar, die er der Mutter gab. Dwojre hatte bekairtrtüoh „eine Hand wie Gold** und was sie sah, konnte sie gleich. Jeden Tag brachte sie von draußen eine andere Arbeit mit; einmal Haare, um daraus Scbeitelperücken zu . machen; ein anderesmal hatte sie von einer Nachbarin oder von der Frau eines Landsmannes ein Kleid zttm Umändern bekommen. Sie besserte die ganze Wäsche im Hause aus, näbte Hemden nwd Hosen für die Jüngsten, Dann und wann bekam sie irgendwo ein Stück Stofi und nähte daraus für die Mutter und für sich Kleider. Doch eine ständige Beschäftigung hatte sie nicht nnd von ihrem Vendienst konnte die Mutter keine Rechnung bezahlen. Dafür aber erlernten beide "Geschwister bald Englisch. Jojne Gedalje hatte eine Abendschule ausfindig gemacht und ging jeden Abend mit der Schwester "hin, um Englisch zu lernen. Diese Abendschttfe war in einer „public scliooi" tintergebracbt Sie wunde von Angehörigen verschiedener Nationen besucht: Italienern, Polen, Juden, am meisten jedoch von der jüdischen Jugend. Die Atmosphäre war traulich und Dwojre fühlte sich in der .^vening-sohoor wohl. Die Lehrerin, Miß Förster, schuf in ihrer Klasse eine trauliche Atmosphäre, weiche bewirkte, daß sich alle wie eine FamSie fühlten. Miß Forster war ein Einwandererkind. Obwohl sie schon sehr lange im Lande war, war ihre Erziehung die einer Immigrantin. Traumhaft erinnerte sie sich noch der grünen Steppen mit den vereinzelten geraden Birken, welche auf den Feldern ihrer Kindheitsheimat verstreut waren, traumhaft gedachte sie der Reise nach Amerika, de,s Ueberschreütens der, Grenze, der langen Bahnfahrt, des Hafens; des Schiffes, mit dem sie die Ueberfahrt gemacht hatte. Obwohl ihre Bitern Intelligenzler waren, hatte sie doch das armselige geplagte Arbeitsleben der ersten Emigranten durchgemacht, welche in Amerika alles getan hatten, — in den „Sweet-Shops" Hosen genäht, Heimarbeit übernommen und nächtelang samt der ganzen FaimiiKe in der Küche bei der Gaslampe ausgefertigt, „borders" in Miete gehalten, um nur den Kindern eine gute Erziehung zu geben. Mit den heiligen Opfern schwerer Arbeit war es Miß Forsters Eltern gelimgen, fiire Kinder „zu etwas zu machen" »ad Mjß rsa&el, $e ejne von vielen Töchtern war,