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Die neue Welt · 1928-10-26 · Heft 58 (26.10.1928) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 58 (26.10.1928)
Date
1928-10-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 30 (in V« d» bb BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.—, vierteljährig Zloty 6.—; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc. 15.—; Jugoslawien' monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Rumänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. R E V U E BEZUGSBEDINGUNGEN: Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 20.—, vierteljährig Lewa 60.--; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweix und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4.50. HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion und Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße 6—8 Telephons A25-2-82 — Erscheint jeden Freitag Jahrgang 2 Freitag, den 26. Oktober 1928 Nr. 58 Antisemitismus in Palästina Seite 3 Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. Aus dem Inhalte: Robert S t r i c ke r: Offener Brief an Georg Bernhard Kultusvorsteher Viktor Bauminger: Die Gebetmaener. b. s.: Jüdische Prozessionen auf dem Pariser Zentralfriedhof. Wedgwood in Berlin. —y. Der Terror. Bilder vom Budapester Kriegsschauplatz. N. R., Warschau: Brief aus Polen. Die Wacht am Amur (Das Geheimnis des Bir-Bidschan-Prpjektes. i%nard Shaw: Mait^at Vn^;Wahrheit. Aus Palästina. Chaja Rebekka widmet eine Thorarolie. Aus .der (jüdischen Turn- und Sportbewegung: Der F. C. Haköah Herbstmeister. — Die jüdischen Vereine im Amateurcup erfolgreich. — Die Meisterschaft der jüdischen Amateur vereine. Austritte aus dem Judentum. Scbalom Asch: Die Mutter. Schalom Alechem: Komödianten. Die Judenhetze in Ungarn. Die politischen Hintergründe. — Erzherzog Albrecht und Gömbös. — Die jüdischen Studenten vogelirei. Die Hetze gegen die jüdischen Studenten an den Hochschulen wird langsam zu einer allgemeinen antisemitischen Hetze. Schon sind Fälle von ' gewaltsamer Ausweisleistumg jüdischer Passanten auf offener Straße vorgekommen. Ein Teil der Hochschulen in der Hauptstadt ist noch offen, Szegedin, Debreczin und Fünifkirchen sind schon gesperrt. Iii Szegedin rückten die „Burschen" mit Rucksäcken aus, um für die Ehre Ungarns <m kämpfen . . . Es ist deutlich zu sehen, daß alle diese Unruhen aus ' politischen Ursachen entstanden sind. Im Anfang war ein Konflikt . zwischen dem Budapester Universitäts- . senat und dem Unterrichtsininister, welch letzterer auf Grund:des Gesetzes die Aufnahme von 29 jüdischen Vorzugsabiturienten anordnete. Dieser Streit wäre beigelegt worden. Da kam die bekannte Rede des Grafen Bethlen in Oedenburg, in der er eine Revision der Köniigsfrage ankündigte. Dies erbitterte die Legitimisten, aber auch die freien Königswähler und diese dunkeln Gruppen, die alle öffentlichgeheim, organisiert sind, nahmen sich zuerst die jüdischen Studenten, vor, die plötzlich als Protektionskinder der Regierung, galten. •.•.>••. < Erzherzog Albrecht, das Oberhaupt der Erwachenden* Gömbös, der Führer der Rassenschützler, und der Graf Teleki vereinigten sich, um Straßen« exzesse zu arrangieren und so die Regierung zu stürzen. Bei einem Souper der . Regierungspartei erklärte Gömbös, er halte an .seinen Prinzipienfest und - er halbe seine Fahne neben.die des G r af e n B et hl.e n aufgepflanzt. Das Resultat dieser Kämpfe sind bisher 12 schwerverletzte jüdische Studenten. An 20 sind leicht verwundet. Der Hochschulbetrieb ist ins Stocken geraten und die jungen 'Burschen, die 'beschäftigungslos sind, ziehen allabendlich durch die Straßen und mißhandeln jüdische Passanten unter dem offenen Schutz der Polizei; Im Parlament hat es schon drei Debatten über die Vorgänge gegelben und am Dienstag .ist der Staatssekretär Sz t r aniavsiky von dem Abgeordneten Fabian öffentlich angeklagt worden, idie Radaustudenten zu protegieren, so wie er die Mörder von Csohgrad, die im Dezember 1922 in ein jüdisches Wohltätigkeitskränzchen Handgranaten warfen, unter seinen: Schutz genommen hat. ' . Diese Behauptung -f&Hrteij.' cMMS;tu--.T-in«<z q-n eat '4«idS. wird wöMauch, noch w^er^pj^k/'haben.■ Es4slte.klar,- idaß 4>^-M^^^P ^9W^:----'^: "V~'w- ■ ■^■^ : zu den Hejjas-Methoden der: Konterrevolution zurückkehrt und daß sie, gestützt auf die Propaganda des Lord R o th e r m e r e, zunächst wieder zum exzessiven Antisemitismus greift, um das ganze Land in Unruhe zu setzen, die demokratischen und ' liberalen Elemente zu >■ provozieren und sie dann in einem blutigen Putsch nieder zuschlagen. Es ist die historische Mission der Juden, daß diese Entwicklung bei ihnen beginnt. > Aufbauarbeit So Palästina leisten wird. Das kann ( nicht ihre Aufgabe sein,-sie 'kann lediglich als -poiiti- \ scherBeratungskörperlfürdie PalästinawRegieraiig wirken. Die Worte Lord Melohetts stehen in krassem Widerspruche zu den Versprechungen, welche Weizmann gemacht bat, um die Zionisten für seinen Plan zu gewinnen. Heute hat sich Lord Melchett abseits gestellt, . andere» welche ihren Namen nicht leichtsinnig für eine unsolide Spekulation (hergeben wollen, werden ihm folgen. Dr. Weizmann über Melchetts Auffassung von der Rolle der Jewish Agency. N e w Y o r k, 19. Oktober. (J. T.. A.) Herr Dr. Chaim Weizmann, der soeben aus London zur Teilnahme an der amerikanischen Jewish Agency-Konferenz eingetroffen, ist, äußerte sich im Verlauf eines Gespräches mit dem J. T. A.¬ Vertreter dahin, daß ihn Lord Melchetts Auffassung von der Aufgabe der Jewish Agency, . wonach die Jewish Ägen.cy sich auf politische Probleme beschränken solle, nicht überrascht habe. — Um so überraschender dürfte die zionistische Oefffentlichkeit sein,-der man bis nun ganz anders berichtet bat. Lord Melchfett (Alfred Mond) tritt nicht in die Jewish Agency ein. Er warnt vor der Preisgabe der Zionistischen Organisation. — Die erweiterte Jewish Agency wird kein Geld bringen. Eine der vielen Legenden, welche die offizielle zionistische Presse um die van W ei zm a n n jetzt in die. Wege geleitete Erweiterung der Jewish Agency durch Heranziehung von 50 Prozent reichen Nichtzionisten gewoben (hat, ist zerstört. Als Hauptstütze Weizmanns in Sache .der Erweiterung der Jewish Agency, das beißt in Sache der Nullifizierung der Zionistischen Organisation, galt der ehemalige englische Minister und jetzige Präsident der englischen zionistischen Föderation Lord Melchett (früher Sir Alfred Mond). Er wurde als Kronzeuge für die Güte der, Wefomannsohen Politik genannt. Nun hat Lord' Melchett, welcher jetzt gldohzeitig mit Weizmann in Amerika weilt, durch die dortigen Zeitungen erklären lassen, daß er es ablehne, in die erweiterte Jewish Agency, \ über deren Zusammensetzung und Funktionen vöHige Unklarheit bestehe» einzutreten. So sehr er die Mitarbeit der Nichtzionisten be*m ■Palästina-Aufbau wünsche, . müsse er davor warnen, die Funktionen und Macht* befugnisse der Zionistischen Organisation-- auf vage Spekulationen hin preiszugeben. Et halte es auch für u m m frg iic. h,' daß (He erweiterte Jewish Agency Geld bringen oder rea-fe Die Klagemauer. Die Verbauung abgeschlossen. -/ ., .!' .. Aus J e ru s al em, 21. Oktober,^ meldet die J. A'.s Die von den'Mosl-emiten oberhalb-'lindvah der linken.,Sehe der westlichen Tempelmauef begonnenen B au a r!b ei ten sind zum Abschluß gelangt. Auf dem obersten Teil der Klagemauer ist ein kleines Gebäude errichtet worden, in welchem eine Kammer von zwei-Meter Höhe und fünf Meter Länge vorhandein ist. '.Der Vorsitzende der Zionistischen Exekutive PalaV stinas, Oberst F. H. Kish, hat im Namen der Zionistischen Exekutive nicht nur bei dem stellvertretenden; Oberkpmmiissar H. C. Luke, sondern auch auf telegraphischem' Wege;be-i dem.britischen Ko 1 onia 1 r at an London gegen dein Streich der Moslems protestiert. Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfahrt, herrscht in den. Kreisen der Palästina-Regierung die Ansicht vor, daß die Moslemiten auf Grund von A-r tik-ei J3 d e s: £ a 1 ä s t i n a - M a n d a t e s das Reoht haben, an der Klagemauer Bauarbeiten vorzunehmen, ohne daß. die (Regicrurig befugt wäre, sichhierin dn'zumdschen. . .; Artikel 13 des Palästina-Mandates stellt fest, daß die Mainda'tarmächt die Verantwortung gegenüber dem Völkerbund'in den Fragen der heiligen' Stätten hat in dem Sinne, daß die bestehenden Rechte gewahrt und daß der freie" Zutritt zu den heiligen Stätten sowie die f r e ie Ausübung d e r Andacht an denselben gesichert werden. Die Mandatarmacht hat jedoch nicht die Ermächtigung, sich in Angelegenherten der Errichtung und der Leitung rein mos? lemitisoher Heiligtümer^ denen' die Unantastbarkeit' garantiert ist, einzumischen. . Eine zurückgezogene Verordnung. ' Der Distriktskoinmissar von Jerusalem hat Order gegeben,, daß die sechs an der Klagemauer befestigten Lampen, die an den Freitag-Abenden und an den Vor-.; ah'enden der hohen jüdischen Feiertage den betenden Juden Licht spenden, entfernt werden sollen, In'tote« des sc h a r f e n P r o t e s >t e s der jüdischen Bevölkerung hat die Regierung den Befehl zurückgezogen. Bin ■ Fasttag der palästuiensiscfea JiKlenbeit. Die Judenheit Palästinas hielt am Montag, den '2& .Oktober; einer Proklamation des Oberrabbineps K ukioigend, einen; Fasttag ab. Die Aguda schloß sioh von diesem De* möhs'tratioiisa'kt aus.; (Sieihe meti m Intern ties'©ifttifees.) Das jeder Küche ist ein das Ausstellungslokal der Gcneralreprisentanz Warchalowiki, Finiterle&C9

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