Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 54 (28.9.1928)
- Date
- 1928-09-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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■n m Preis 30 f-oseh^n V. b. b, BEZUGSBEDINGUNGEN Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.— vierteljährig Zloty 6.—; Tschechoslowakei monailich Kc 6.—, vierteljahrig Kc. 15 —; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, viertef'ährfg Dinar 40.—; Rumänien monatlich Lei 40,— vierteljährig Lei 120.—. R E V U E HERAUSGEBER; ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Deutschland monatlich Mark 1.— vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monat. lieh Lewa 20.-, vierteljährig Lewa 60.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweiz und die übrigen Länder mo atlich. Schwel/er Francs 1.50. vierteljahrig Schweizer Francs 4.50. Redaktion und Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße 6—8 Telephon: A25-2-82 — Erscheint feden Freitag Jahrgano 2 freiiao, den 28* September 1928 A/r. 54 Der Kampf um die Wiöner Judengemeinde. Seite 3 Unter Mustapha Kernais Regime Unterdrückung der Juden in der Türkei. Ein Mitglied der jüdischen Gemeinde von Konstant i n o p e 1 schilderte auf der Durchreise durch Sofia dem J.-T.-A.-Verfreter die Lage der Juden in der Türkei. Es herrsche dort gegen die Juden ein Ausnahmsregime. Aus allen staatlichen Verwaltungsbehörden seien alle luden e n t f e r,n t worden. Die Türen der Regierungshochschulen , seien ihnen verschlossen. An der türkischen Universität gebe es. keinen jüdischen Sudenten. Weder.im Parlament noch in den Muniz'palräten seien die Jur'e.i vertreten. : Die jüdischen Schulen erhalten keine Subv'ent i o n e n von der Regierung, man dränge ihnen, vielmehr noch, türkische Lehrer;. ,a.uf,, die sie^selbst zü honorieren haben,während den jüdischen Lehrern untersagt werde, cjietürkisch** Sprache in den jüdischen Schulen zu unterrichten. Bei dem geringsten Widerstande drohe man mit der Schließung der jüdischen Schulen. Palästina vor dem Völkerbund Der . Bericht der 6. Kommission. Aus Genf meldet die J. T. A.: Namens der sechsten Kommission des Völkerbundes, die sich mit Mandatsfragen zu befassen hat, erstattete der Vertreter Portugals Graf De Penha Gracias einen Bericht, wonach diz Kommission d:e Berichte und Protokolle betreffend die Ausführung der Bestimmungen des Artikels 22 des Paktes in den Mandatsgebieten während der Zeit seit der letzten Zusammenkunft der Völkerbundsversammlung geprüft habe. Unter den Fragen erster Ordnung, die behandelt worden sind, sind vor allem drei geeignet, die Aufmerksamkeit der Versammlung zu finden: die der wirtschaftlichen Parität, des Handels jmit Spirituosen und der methodischen und wissenschaftlichen Organisation der Arbeiten der Mandatskomm'sion und der Mandatssektion des Sekretariates. Die Völkerbunds-Plenarversammlung hat am 8. September den Bericht zur Kenntnis genommen. : „Catholic World" hetzt gegen das jüdische Palästina. Aus L o n d o n wird uns berichtet: Seit einiger Zeit wird-in der k a t h o I i s c h' e'n Presse Englands eine immer schärfer werdende Hetze gegen das jüdische Palästina geführt. Das führende Organ der Katholiken in England, „C a t h 6 l i c W o r l d", nimmt den Anlaß der jüngsten Steuerverordnüng, durch welche gewisse gemeinnützige Organisationen von der Steuer befreit werden, als Vorwand zu einem Brandartikel gegen den jüdischen Rechtskonsulenten der Palästinaregierung Mr. Bentwich und über ihn hinweg gegen die Zionisten und das gesamte Judentum.' Das Blatt schreibt, daß jeder, der dieses neue Gesetz in seinem vorliegenden Entwurf liest, zur Ueberzeugung gelangen müsse; daß es einer großen Anzahl katholischer Anstalten und Organisationen schweren materiellen Schaden zufügen werde> wodurch diese Institutionen in ihrer Existenz bedroht erscheinen, während gleichzeitig sich die Tendenz zeigt, die jüdischen, zionistischen: Anstalten von den Steuern zu befreien. Schuld daran *ist der Jude Bentwich, der für alle Gesetzesänderungen in Palästina verantwortlich zu machen ist und in allen seinen Vorschlägen an die Regierung die Juden bevor; ugt und die Christen zu benachteiligen trachte. Während zum Beispiel —- führt das ßiatt zum Beweis seiner Behauptungen an — Anstalten und Organisationen seiner Behauptungen an — Anstalten und Organisationen» welche sich mit den jüdischen Olim, den zionistischen Einwande-ern be"a;re >, nach deti Vorschlage Bendvvich Steuer* frei werden sollen so'Ien die katholischen Organ'sa ion n, die sich mit der Unterkunft der katholischen Palästinapilger befassen, besteuert werden.' Das Blatt schließt mit der Frage, ob die Katholiken damittfeinyerstanden sein können,, daß die zionistischen Einwanderer, welche die Verteuerung der Erfordernisse des täglichen Lebens verschulden und die. wirtschaftlichen Schwierigkeiten infolge der Arbeitslosigkeit vermehren, durch Steuerfreiheit bel^ aber "die;EHeichterüngeri, w schon bisher, genossen,, aufgehoben werdeny .flttd .^fb^soiiV dere christliche Wallfahrer, deren Besuch im Heiligen Land?. Palästina von J-ihr zu.Jahr ei.ipen immer größeren Handels* Sollte das wirklich durchgecührt werden, dann müßten' die Sollte das wirklich durchgeführt werden, dann müssten die katholischen Schulen und ihre Wabfahrerherbergen der Gnade der Regierung überantwortet werden. Alle Im redaktionellen Teil befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. Aus dem Inhalte: —y: Ein bedauerlicher Mißgriff. Mehr Freiwillige! Dr. Fritz L ö w e n s t e 1 n: Brief, aus Palästina. N. R„ Warschau: Brief aus Polen. Ueberdeutsche Israeliten. Dr. Otto Abel es: Khillegeist. Die Juden sind die Erfinder des Bolschewismus; Oberlehrer Julius Steine r, Graz: Der israelitische Religionsunterricht Im neuen staatlichen Lehrplan. Die Marannen in Portugal. Zum Tode Bokanowskis.. . ■ * V * Kossuths kleiner Tambour.; Aus der jüdischen, turn« und Sportbewegung: Ha- I;?koans Kampf. — Die Meisterschaft #ef jüdischen ' \S&H&X''^i*-AiA'k-,''\'! " '■' '">'r " . ' ..,')' "■ '■ > '■■';'r . V Amä^ um den ersten ^-:JE)äs Tlsen-Tenhls-Sbiel hi Wien. :; Amtliche Verlautb^arungehl der Wiener israelitischen Kultusgemeinde. Scholem A1 ejenem: Menachem Mendel. Schalom -A s c h: Die Muü^r. »i Hakenkreuzüberfajl auf die Judengemeinde von Oppenheim. — Mit Steinen und Messern. — Zwei Personen schwer verletzt. Aus Frankfurt, 24. September, wird gemeldet: 'Gestern a bends durchfuhren die Stadt Oppenheim a m Rhein drei Lastautos mit etwa 300 Nationalsozialisten.. In den Straßen suchten sie sich Qeschäfte heraus, die jüdische Firmennamen trugen und warfen mit Steinen in die Fensterscheiben. Als sie in die Nähe der Synagoge, kamen, trafen siea uf Gruppen-jüdischer Männer, die am Vorabend des Versöhnungstages aus der Synagoge kamen. Die in der Ueberzahl befindl'chen Nationalsozialisten verKe!3eh die Lastautos Und fielen über d'e Juden her, die flüchie en. Dabei wurden zwei Personen durch Messerstiche schwer verletzt. Die Oppenheimer Polizei scheint sich bei diesem Ueberfall sehr passiv verhalten zu haben, denn es gelang den Rowdies, zu entkommen. Der brasilianische Konsul in Bremen schwer mißhandelt. Weil er für einen Juden gehalten wurde. Aus Bremen wird geschrieben: Die Hansastadt B rem e n hat ihre Sensation:. Qbschon sie verhältnismäßig wenig Juden zu ihren Einwohnern zählt, hat sie um so mehr Antisemiten aufzuweisen. Seit einigen Wochen wurden in der lebhaften Bahnhofstraße, merkwürdigerweise immer Mittwoch abends, zwischen 11 und 12 Uhr, Passanten mit schwarzen Haaren hinterrücks überfallen, mit Fäusten oder Schlagringen auf den Kopf geschlagen, z»u Boden geworfen und getreten, alles ohne den , geringsten sichtbaren Grund. Nach vollendeter'Tat verschwanden die1 meist jugendlichen Angreifer, ohne, daß es gelang, einen zu fassen. Es waren immer kleine Banden von sechs bis acht Burschen, die lediglich Lust zum Niederboxen von solchen Passanten an den Tag legten, deren Haare , oder Nasen ihnen nicht gefielen. Da in einer StadKwie Bremen, in der viele Vertreter der südländischen, besonders der spanischamerikanischen Volksstämme wohnen, die schwarze Haarfarbe kein Vorrecht der Semiten ist, so blieb es nicht au* daß die Hakerikreuzs'trqlche auch Nichtjuden, / daniR+CT einen Italiener und am 19. September gar den brasilianischen Konsul verprügelten. Der Ueberfall auf den brasilianischen Konsul, in dem die Hakenkreuzler einen j ud en treffen wollten, war besonders hinterhältig. Der Konsul kam friedlich □äs HERZ ied:;^nche - Kühlschrank \\ > » Verlangen sie Prospekt oder hoeilf hon f iß das Äussteihmgslokal IJvtlIMlvU tllB der Generalrepräsentanz Warchalowf ki9 Fins terle & C9 Wien, i,. Am Hof 3 Telephon Nr. 60*1*74