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Die neue Welt · 1928-08-24 · Heft 49 (24.8.1928) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 49 (24.8.1928)
Date
1928-08-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 30 Gl TM. Unlvers/tätst», lf!)■ b« BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty .2.—, vierteljährig Zloty 6.—; Tschechoslowakei monatlich Kc. 6.—, vierteljährig Kc. 15 —; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, viertelfahrig Dinar 40.—; Rumänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Deutschland monatlich Mark 1.—. vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 20.—, vierteljährig Lewa 60.*-; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljahrig Schweizer Francs 4.50. Redaktion und Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße 6—8 Telephon: A25-2-82 — Erscheint jeden Freitag Jahrgang 2 Freitag, den 24. August 1928 Nr . 49 Aus der antisemitischen Giftküche. Eine neue Fälschung. Die berüchtigten „Protokolle der Weisen von Zion" särnd wahrscheinlich nicht mehr zugkräftig. Hir hirnrissiger Inhalt ist schon oft genug als Fälschung, und zwar sehr schlechte Fälschung erwiesen worden und so muß sich dde Pogromliteratur auf neue Erfindungen verlegen. Eine solche Hegt jetzt vor. Bin Russe namens Gregor S c h w a r t z - B o s t u m 11 s c h ihat ein Bu ch „Freimaurerei und russisthe Revolution" geschrieben, das — selbstverständlich — zuerst iin deutscher Sprache, und zwar in Weimar erschienen ist. Dort werden von dem ziemlich phantasiearmen Professor die „Protokolle" noch einmal aufgegossen. Es ist auf diesem Gebiete schon so viel geleistet worden, von Rathcliff bis Nilus, daß es ein Epigone nicht leicht hat. Aber aus dem trüben Schlamm einer Revolution läßt sich immerihim etwas 'Brauchbares destillieren. Der Professor ist also in den Besitz eines Dokumentes gelangt, das in der Tasche des Juden Sunder, des Bataillonslcommandanten des- 11. Schützenregimentes, gefunden wurde, der in dier Nacht zum 9. Dezember 1919 an der: estiländischen Grenze (gefallen ist. " Juden pflegen Dokumente immer erstens selbst aufzuschreiben und dann bei sich zu tragen.' Was der Professor gefunden hat, wollen wir. kn .. Wortlaut;hiehersetzen, urri zu zeigen,., was juitdsemitösche Gehirne aushecken und wohl "auchglättbenr : ,,/Geheim. An die Vorstände der Sektionen des . M|t«rnätionalen Verbandes der Israeliten. ' - Kinder Israels I '"■'*,-';■ xAc Stunde unseres endgültigen Sieges naht. Wir , stehen am Anfang unserer Weltherrschaft. Das, wovon wir früher nur träumen konnten, wird nun zur Wirik- ' Hchkeit. Unlängst noch sc wach und hilflos, ■ er'heben wir jetzt dank der allgemeinen Umwälzung stolz unser-Haupt. s Gleichwohl müssen wir auf der Wacht sein. Denn 'man kann mit Bestimmtheit annehmen, daß wir, da wir schon einmal über zerstörte Altäre und gestürzte Throne schreiten, auf dem angezeigten Weg noch . weit er zu scheiten haben. Die Autorität . und diie Glaubensfornieln der uns fremden Religion haben wir dank ' einer geschickten Propaganda, •' durch Enthüllungen, durch eine rücksichtslose Kritik untergraben und der Verspottung preisgegeben. Wir haben fremde Heiligtümer gestürzt, , haben die Tradition und die Kultur fremder Völker ins Schwanken gebracht. Wir haben alles getan, um das russische Volk der jüdischen Macht zu unterwerfen und es; schließlich zu zwingen, vor uns die Knie, zu beugen. Wir haben fast schon alles erreicht, aber... wir müssen trotzdem vorsichtig sein, denn unser E r b f e i n d s.e i.t jeher ist das i e t z t u n t e r j o c h t e Rußland. Der Sieg über Rußland, den wir durch unseren Genius «rrurigen haben, könnte sich immerhin einst, in kommenden Geschlechtern, gegen uns wenden. / ■ Rußland; ist in dien Staub geworfen. Es steht unter unserer Herrschaft. Aber vergesset nicht, daß wir vorsichtig sein müssen! Die heilige Sorge um unsere Sicherheit gestattet uns in keinem Falle, mitleidig und weichhertig zu sein. Am Ende haben wir nun doch die Armut und dae.Tränen des russischen Volkes gesehen. Wir haben diesenn Volk seine .Habe und sein Geld, weggenommen und es zum. erbärmlichen Sklaven .' gemacht. '! . Seid aber vorsichtig und schweigsam! ' War dürfen keiji Mitleid mit unserem Feinde haben: - alte; s e i n e' b e s t e n und f ü h r e n d e n E1 e m e n t e müssen entfernt werden, damit das unterworfene Rußland keinen Führer mehr hat. Damit vernichten wir jegliche .Möglichkeit, sich unserer Macht zu widersetzen. Wir müssen bestrebt sein, Parteihader zu wecken und die Zwietracht zwischen Bauern und den; Arbeitern: zu. schüren. Krieg und Klassenkampf werden ... die * Kulturwerke zerstören, die die christlichen Völker geschahen haben. Dqch seid vorsichtig, Kinder Israels! Unser Sieg ist n-a^he, denn unsere politische und wirt-; schaftlache Macht und unser JEimfluß auf die Volksmassen nehmen zusehends «u. Wiir kaufen alle Staatsanleihen und alles Gold, auf und beherrschen dadurch alle Börsen der Welt. Die Macht ist in unseren Händen; aber seid auf der Wacht! Traut 'nicht den trügerischen, dunklen Kräften! Braunstein, Apfelbaum, Rosenfeld, Steinberg — sie alle und auch noch viele andere, sind treue Söhne Israels. Unsere Macht in" Rußland, ist unibegrenzt. In den Städten, Kommissariaten, Verpflegungskomimissionen, Hausikomitees usw. spielen die Vertreter unseres Volkes die Hauptrolle. Doch lasset euch nicht vom Siege berauschen! Seid vorsichtig, denn niemand anderer kann uns verteidigen, als nur wir selbst. * Seid euch bewußt, daß man der roten Armee nicht trauen kann! Denn sie kann plötzlich ihre Waffen gegen uns wenden. Kinder Israels! Die Stunde ist nahe, die uns den iso lang ersehnten Sieg über Rußland bringen wird. Schließt eure Reihen engerI . Predigt laut die nationale Politik unseres Volkes! Kämpfet für unsere ewigen Ideale! Gezeichnet: Z c n t r a l,kam i t e e d e r Petrograd e r S e k t i o n des: In te r n a-t i o n a 1 e n Verbandes dier Israeliten." ist das Dokument* das. wahrscheinlich durch Ritualniordprozesse .seinen Weg mächen wird. Das die ganze Es stammt angeblich aus^^^m^l9, dem Jähre der •M-.iv...v-. 'm^.-?;vWU.^r.,£„?,^.Ä^*. ^C*;.^-...!,;.* .., ..• ■ ...s,. V: fürAhlerli.qhsten. Jüdenitrietzelbien, die sich gerade in Rußland abspielten und die söhon" an sich' genügen, uin den' Sieg und die Macht des Internationalen Verbandes' der Israeliten deutlich zu illustrieren. In dem Buche, das nach einem uralten Rezept die Freimaurer als Organe der jüdischen Geheimzentrale hinzustellen bemüht ist, gibt es naturlich noch eine Unmenge anderer Lügen und erlogener Nachernpfindungen. Es fehlt uns hier der Raum, alle fest-' zuhalten. Aber selbst wenn es möglich wäre, würde es Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. ■»■■■»»■■»■■■■■«■■■■■■■■■■HaH glllllllllllllllillllllllllllllllllllM 1 Verband radikaler Zionisten 1 SS 55 H Mittwoch, am 5. September 1928 am lfß Uhr |f 5abends in den Olympia-Sälen ' . 35. | Grosse | | Versammlung ( =§ Ref ercn.t! Ü — 1 Dr. Nahum Goldmann | g (Berlin) || Ü- Gegenstand: ' S. SS» > StB' | Die Entwicklung im j§ i Zionismus I , . B eginn p r '•«WSWiife^ z ise »/s9 U h * e g i e b e i t r a g 50 g äilllll» nichts nützen... Bs findet sich immer einer, der auf den' Schultern der Vorgänger steht und aus dem Abschreiben ein wohldotiertes Dasein macht. Schließlich ist der Antisemitismus der Feeder ein ebenso gutes. Geschäft wie der Antisemitismus der Huligane, .die goldene Uhren stehlen. Juden ausrauben and "Nach Brüssel. Eine zionistische Niederlage. — Die österreichische Sozialdemokratie und der - Zionismus. —'.Einte gute Lehre. Der Zionismus hat «auf „der Jetizten Ta.&uiiig - der ATibe.itednternaition.aje in Brüssel eine empfindliche Nieder-.' läge erlitten. Weder die ibeischönigeniden und die wichtigsten Punkte verschweigenden Meldungen und Artikefl zionistischer Zeitungen .noch die gewundenen Enkil.äirungen donüsti-- scher Arbeiterführer können an dieser Tatsache etwas ändern. Diese Beschönigungsvcrsuche sind nicht nur unvernürcftig, MediUMch und zwecklos, sondern auch schändlich, weil sie daran hindern, die richtigen Folgerungen für die weitere Führung der allgenneinen zionistischen Pcllitik und der zionistischen Arbeir.P'D 1 i>i»sk im besonderen zu ziehen.' Der Tatbestand ist: Die zionistische Arbeiterpartei „Poale Zion" . hat in Brüssel, von. hervorragenden nichtjüdischen Führern unterstütot, den Antrag eingebracht, der Kongreß möge eine eigene P a• d ä s t i n a k o m m 5 s s i o n d e r Internationa i e einrichten und wählen und damit allen der ArbeiterinterJiationalle «angeschlossenen Organisationen und Personen die Förderung des zionistischen Aufbauwerkes in Palästina als sozialistische, bindende Pirctht •auferlegen. Der Antrag, dessen Annahme seitens einer überwiegenden Majorität gesichert schien, wuipde von den Vertretern der österreichischen S ozi aidemoikra- 11 e, den Juden Friedrich Adder und Otto B a u e r, heftig bekäimipiit. Dd-eser Vorstoß genügte, um die Kon«rreßleituinig und die große Majorität von ihrer ursprünglichen Absiebt abzubringen und gegen ihre Ueberzeugung der Forderung Adilers und Bauers gefügig izu machen. Ohne weitere Debatte und ohne Abstimmung verschwand der zionistische Antrag von dier Tagesordnung, Nicht einimaä im letzten Winkelchen einer der zahilosen Kbngreßresöhitiönen wurde' ihm Erwähnung gegönret. Au ß e r ha üb des Kongiresses traiten die, gttüok- Hcherweise aaMreicihen ziomstenifreiunidilichen FöhTer zusammen und bildeten ein Komitee zur Förderung dier zdonistisehen Arbeit. Die Bildung dieses Komitees wurde' von vielen zionistischen Zeitungen und Führern ganz groß aufgemacht, um das Sohiokisail des Kongreßiantrages zu verschleiern. Der ganz große Wert des in Brüss-efl gebildeten Komitees, welches die Besten der Internationale vereinigt, soM und darf rnidbt herabgesettzt werden. Aber mit der„ beantragten Paläistiiia'kcmmission der Intemaitionale hat das g-ebildete Komitee nichts gemein. Bs ist eine Organisatfqn von F-reiwiJfligen und seine Besohllüsse sind für die Internationale und ihre Mitglieder nicht verpflicfotenid. Der Antrag auf olfteieläe Bindung der Internationale an das zionisiHsohe Aufbauwerlc ist gefallen. Und für Jeden, «Ler <Me schwerfäSidge Arbeitsweise «roßer Orgianlsationen ikenwt, Ist es klar, daß er in absehbarer Zelt nieht wiederkommen wird. Der Erfolg Adlers und Bauars ist nicht •zuäetzt diaraof TI1?T}rJ jeder Küche DasHMiZ' |8tein m Jii^lilsc}xr3riili Fabrikat verlangen Sie Prossekt Duetten SI8I«<^ääu Warchalowtki, Wl«n, i., Am Hof 3 Tekpnon Nc,

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