Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 43 (13.7.1928)
- Date
- 1928-07-13
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 43 DIE NEUE WELT 7 ^tfecf ' •öWWBWr. Vnuhäd Oam«n FlorstrQmpfe, Strapax- Qualität. i.viel. Modcfarb. i .30 u. 3.10 lorlel WaUtoLelnan« schuhe (Strapaz-Ausführung), Gr. 34, 33 u. 37 Scrl« II Daman-Mcltan Haus* schuh« in achönen Paotcllfarben m. echter Ledersohle . . . Kln dar > Lader •Mausischuh« bis GröDe 34 mit echter Ledersohle iSarialK Spangenschuhe, echt Chevrcau, beige u. grau, Gr. 19—22 Spangenschuhe, weiß Leinen, Grüßen 23—30 . »Urb. Oaman-L«der> Hausschuh«..... Serie Tf Spangenschuhe, fein« färbig Boxcalf, u. braun Gr. 25-30 ....... t.ttfa>Sandaletto weiß, Gröflt 27 -30 ..... Strapasfühlg« Herren-Socken englisches Material .1,10 Serie VI Spangenschuhe, feinfärblg BöicalJ und braun,, Gr, 31—35 Diverse Kinxelpaare f. Damen in d. Gr. 35 u. 36 Serie HS Damen-Halbschuha, Lack u. braun Box m. franz. Absätzen Lack und eak Pumps _ mit franz. Absätzen. EincdW ( Unmenge Restposten in u verschied. Damenschuh. «' %Gginxpffoti±agden 9 7™ fipuhmallett unseren Vet?kau£rhxxuPe t>ru. 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Die ursprüngliche Absicht, die bisherige Leitung unter Louis Lipsky, mät der zu arbeiten die Opposition sich beharrlich weigert, durch eine neutrale zu ersetzen, wurde fallen gelassen. Mit 398 gegen 159 Stimmen wurde die alte Leitung mit Lipsky an der Spitze wiedergewählt. Richten Mack und Stephen Wise haben namens ihrer Gruppen die Weiterführung des Kampfes angekündigt, so daß von einer Zusammenarbeit im nächsten Jahre keine Rede sein kann. Zur Opposition gehört auch die Frauenorganisatio» „Hadana h", die weitaus stärkste zionistische Gruppe Amerikas, welche von den 666 Parteitagsmandaten 281 inne hatte. Frau Irma Lind he im, welche den Kampf gegen L i p s k y begonnen hatte, wurde von der Jahresversammlung der „Hadanah" wiedergewählt. Durch diesen Verlauf der Dinge erscheint, die Gefahr einer Spaltung in nächste Nähe gerückt. Auch in der Bukowina eine Spaltung? In den Czernowitzer Tageszeitungen ist eine Erklärung verschiedener zionistischer Gruppen erschienen, in welcher eine weitere Zusammenarbeit mit der Leitung der Landesorganisation und den ihr, wenn auch nicht formell, so doch faktisch unterstehenden Fonden und Institutionen abgelehnt wird. Die Gruppen werden eine eigene Arbeitsorganisation bilden. Unterzeichnet ist die Erklärung von der Gruppe der Zionisten- Revisionisten, der Radikalen, der soz.-demokratischen Partei „Poale Z i o n", dem Landesverbände „M i s r a c h i" und der sozialistischen Partei „H i t a c h d u tU". Landeskonferenz der fortschrittlichen Juden in Siebenbürgen, Vorige Woche fand in Groß wardein eine Plenarsitzung der israelitischen Landeskanzlei für die fortschrittlichen Juden in Siebenbürgen statt, in welcher neben wirschaftlichen Angelegenheiten auch die im abgelaufenen Jahr inszenierten Pogrome und Plünderungen in Siebenbürgen und die Haltung der Regierung besprochen wurden. In dem Präsidialbericht des Vorsitzenden Dr. Armin Adorijan wird unter anderem darauf verwiesen, daß die rumänische Regierung unter der Wirkung der Vorfälle in das Budget eine Post von 10 Millionen Lei an ordentlichen und 10 Millionen Lei an außerordentlichen Subventionen an die jüdischen Kultusgemeinden aufgenommen habe, von den bewilligten Beträgen jedoch noch nicht den geringsten Betrag zur Aus* z a h I u n g b r a c h t e. In der Debatte kam Dr. Heinrich Sc h ü t z auf den bekannten Brief des Innenministers Duca zu sprechen, in welchem der Minister die Juden zur Geduld und Ruhe mahnt. Dr. Schütz, erklärte, die Regierung1 müsse auch die Behörden, die Polizeipräfekturen und die Sicherheitsämter mit ihren Ermahnungen bedenken. Bezeichnend ist auch die Tatsache, daß der Antrag eines Delegierten der ungarischen Partei, der Landeskanzlei für. den Schutz der ungarisch sprechenden Juden in Neur rumänien den Dank auszusprechen, über Antrag des Klausenburger Oberrabbiners Dr. Matthias E i s 1 e r mit der Begründung abgelehnt wurde, daß die Konferenz sich jeder politischen Aktion fernhalten, wolle. Kongreß der Bukowinaer jüdischen Bauernschaft. In Czernowitz wurde der erste Kongreß der jüdischen Bauern der Bukowina in Anwesenheit von 31 Delegierten eröffnet. Es wurde beschlossen, eine Kooperative der jüdischen Bauern der Bukowina zu gründen und die Kooperativen zu einem Verband zusammenzuschließen. In einer Resolution wird die Regierung aufgefordert, bei der Durchführung der Agrarreform auch den jüdischen Bauern Boden zuzuteilen. In einer zweiten. Resolution werden den jüdischen Bauern in allen Ländern Grüße entboten. Oberrabbiner Zirelsohn — General in Zivil. Wie aus Bukarest telegraphiert wird, hat der Regentschaftsrat, der an Stelle des minderjährigen Königs Michael die oberste Gewalt im Staat inne hat, dem Landesrabbiner von Bessarabien den Orden Steaua Romaniei (Stern von Rumänien) in Kommandeursgrad verliehen. Dieser. Titel erhebt Rabbi Zirelsohn in den Rang eines Generals in Zivil. Vorbereitungen zur liberalen Weltkonferenz. Vom 18. bis 21. August d. J. wird der „Weltverbaud für religiös-liberales Judentum" seine Tagung in Berlin abhalten. Die Tagung wird am 18. August um 8 Uhr abends ini Plenarsaal des ehemaligen preußischen Herrenhauses eröffnet werden. Hiebei wird der Präsident des Weltvc'rbandes für religiös-liberales- Judentum, Claude G. M o n t e f I o r e - London, die Verhandlungen leiten. Vorgesehen sind Berichte aus Amerika, England, Frankreich, Deutschland, Schweden, Rumänien, Belgien, Oesterr'ei.ch, Tschechoslowakei, Polen, Südafrika, Australien und Indien. Am folgenden Tage, am Sonntag, den 19, August, findet morgens um halb 10 Uhr ein Gottesdienst in der Synagoge der jüdischen Refornigemeinde, Johannisstraße 16, statt. Hiebei wird zum ersten Male in Deutschland eine Frau, Hon. Lily H. Mpntagu- London* die Predigt' halten. Zinnowitz will Judenrein sein. Die R e i c h s z e n t r a 1 e für deutsche Verkehr s w e r b u n g, also eine amtliche Stelle, verbreitet einen Prospekt der Badedirektion Zinnowitz!, in welchem es u. a. heißt: „Um peinliche Zwischenfälle zu vermeiden, die die Verwaltung häufig in wenig angenehme Lage versetzen, und auch zur Vermeidung diesbezüglicher Rückfragen muß erwähnt werden, daß von jeher Bestrebungen unter den unseren schönen Badeort immer wieder aufsuchenden Gästen bestehen, das Bad von semitischen Kurgästen freizuhalten." ■ Zusammenbruch einer völkischen Bank, \ Die im Juni y. J. gegründete „Mittelstands- und Kreditbank", die am Magdeburger Platz in B e r 1 i n ihre Geschäftsräume hat, steht, w!e die Zeitungen melden, vor dem Konkurs. Die Schuldenlast gehtin die vielen Tausende. 300 kleine' Geschäftsleute sind ruiniert. Die Bank sollte mithelfen, die Pläne Hitlers durchzuführen. Die kartenspielende Jüdin. Auch in London! Der Rat aller Synagogengemeinden in London hat darüber diskutiert, ob den Frauen das Wahlrecht in den Vorstand der Synagogengemeinden zuzuerkennen sei. Dank einer zweideutigen Erklärung des Londoner Obcrrabbiners Hertz gelang es den Vertretern der Orthodoxie, den Antrag auf Zulassung der Frauen zu den Wahlen mit 211 gegen 167 Stimmen zu Falle zu bringen; Die Debatte verlief sehr, stürmisch, aber auch sehr interessant. Der Vorstand einer konservativen Synagogengemeinde, Mister Josef P r a y, ein-Anhänger des Fraucnwahlrechtes, warf den Gegnern Zweideutigkeit und Inkonsequenz vor. Er erklärte, daß die Frau naturgemäß das konservative Element in der jüdischen Familie sei, daß man dieses Element stärken müsse. Durch die Verleihung des Wahlrechtes werde das lebendige Interesse der Frauen für das jüdische Gemeindelebcn erkauft und dieser Umstand wiegt alle Bedenken reichlich auf. Statt das Recht der Frauen zu verkürzen, mögen doch die Gegner des Frauenwahlrechtes lieber den Mut aufbringen, gegen wirkliche Ausartungen in der Frauenwelt anzukämpfen. Warum unternehmen die so stockorthodoxen Herren nichts gegen die überhandnehmende Spielwut der englisch-jüdischen Frauen? In vielen jüdischen Häuser mußte das Zünden der Sabbatlichter aufgegeben werden, well die Hausfrauen, die MUtter nicht rechtzeitig aus dem Spielklub nach Hause kommen. So sprach Mister Prey in London. Er hätte die gleiche Rede m Wien, in Berlin und Prag 'halten können; Vor zwei Wochen erst hat die „Neue Welt" gegen das Spiellaster jüdischer Frauen und Mädchen Stellung genommen und es als Anzeichen des Verfalles -des jüdischen Lebens bezeichnet. In London im Klub, hierzulande in der breitesten Öffentlichkeit das jämmerliche Schauspid der kartcnsipielcnden Frauen und Mädchen. Und wie in London so auch in Wien Feigheit und Pflichtvergessenheit der zur Abwehr berufenen Faktoren, die sich scheuen, in Wort und Schrift .gegen einen Unfug anzukämpfen, welcher zur moralischen und materiellen Zerrüttung der jüdischen Familie stank beiträgt. Der Haushalt und die Kinder werden fremder, bezahlter Obsorge anvertraut. Der Mann muß immer skrupelloser und scfowindelliafter ins Verdienen ■gehen, um den überflüssig hohen Aufwand zu 'bestreiten, und für öffentliche jüdische Zwecke, für die beizutragen immer hohe jüdische Pflicht war, bleibt kein Groschen übrig. Man zieht sich allzu billig aus der Affäre. Man schweigt, sieht zu und gibt dann der Frau die Schuld! Das ist verlogen. Der Mann ist schuld, der nicht die Energie aufbringt, in seinem Hause und in seiner Familie Ordnung zu schaffen und den richtigen Ton, den jüdischen Ton zur Geltung zu bringen. Und dreifach schuldig sind die zur Unterstützung des einzelnen Juden berufenen Faktoren, die Lehrer, Journalisten, Prediger und Mandatare. Sie schweigen feige, wie die Stockorthodoxen in London, welche der jüdischen Frau das Wahlrecht nehmen und ihr dafür das Recht auf Kartenspielen geben. Ein jüdisches Seminar in Jugoslawien. Der Bund jüd. Gemeinden Jugoslawiens beschloß die Gründung einer jüd.-theol. Anstalt in Sarajevo zur Ausbildung von Religionslehrern, Kantoren und. Rabbinervertretern, Die Kandidaten sollen sowohl für den sephardischen, als auch für den askenasischen Ritus abgebildet werden.