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Die neue Welt · 1928-04-27 · Heft 32 (27.4.1928) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 32 (27.4.1928)
Date
1928-04-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis " ^"^«sfiien V. b. b. Diie NEUE WELT BEZUGSBEDINGUNGEN: .Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.—, vierteljährig Zloty 6.—; Tschechoslowakei monatlich- Kc. 6.—, vierteljährig Kc. 15 —; Jugoslawien/monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; - - ■ . vierteljährig Lei 120.—. R E V U E Rumänjen monatlich Lei 40.- HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion and Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße 6—8 Telephon: A25-2-82 BEZUGSBEDINGUNGEN: Deutschland monatlich Mark 1.—. vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 20.—, vierteljährig Lewa 60.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Francs .4.50. Erscheint jeden Freitag Jahrgang 2 Freifag, den 27. April 1928 Nr . 32 Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. Aus dem Inhalte : Der Kamp! um die Erleichterung der Einwanderung in Amerika. —y: Bekenntnisse einer schönen Seele. Dr. Fritz Löwenstein: Brie! aus Palästina. Lewit (Königsberg): Ein Bolschewikenpogrom. Der Rassenstreit auf der Missionskonferenz. Zwei Vorträge Prof. Lessings. Der Magdeburger Dreyfus-Fall. Besuch im Rothschild-Spital. Aus der jüdischen Turn- und Sportbewegung: Hakoahs Kampf um die Erstklassigkeit. — Aus dem jüdischen Sportverband. Die Tribüne. Austritte ans dem Judentum. Scholem A I e j c h e m: Meiiachera Mendel. Schalom A s c h: Die Mütter. , MJNDSCH^ Eine Anleihe der amerikanischen Zionisten für Palästina-Zwecke. Herr Louis Lipsky, der Präsident der zionistischen Organisation Amerikas, 'bestätigte Pressevertretern gegenüber die Gerüchte, daß die amerikarriisohe zionistische Organisation \ mit , einer Gruppe von Wall-Street-Bankiers Verhandlungen über eine Anleihe für Palästina-Zwecke in; Höhe von 2,5 bis 3,5 Millionen Dolor pflegt. Herr Samuel Unterrayer, der juristische Berater der amerikanischen zionistischen Organisation, teilte der Jüdischen Telegraphen-Agentur mit, daß die Rückzahlung -der Anleihe durch die normalen Eingänge beim .amerikanischen Komitee des- Jüdischen 'Nationalfonds sichergestellt ist. Es tritt also zu den verschiedenen Meldungen über Anleihen eine neue. Statt, wie dies in der „Neuen Welt" wiederholt gefordert wurde, allen politischen Einfluß und die ganze moralische Kraft der zionistischen Organisation auf die Erlangung der großen Välikerhundanleihe zu konzentrieren, erschöpft .sich die Tätigkeit der zionistischen Leitung in 'kleinen, zusammenhanglosen Projekten. Raditsch ist auch Antisemit. ' Der .Chef der kroatischen Bauernpartei,. Stephan Kad'i t s c.h, der bekanntlich mit der Förderung der. jugoslawischen Anleihe in England durch die Juden Jugoslawiens unzufrieden ist, hat den Vertretern der Presse erklärt, seine Partei werde einen „antisemitischen. Kampf inaugurieren". Raditsch hat auch schon mit der antisemitischen Hetze .unter der Bauernschaft begonnen. Der jugoslawische Ministerpräsident, Veija Viikotschevic, der in diesen Tagen in Zagreb geweilt hat,'äußerte sich über die antisemitische Taktik , des Bauernführers wie folgt: „Raditsch ist mm "Angriff auf dje Juden übergegangen. Ob dies klug und richtig sei, -darüber mag ,er selbst entscheiden. Meiner Meinung nach ist dies kein kleines Unterfangen. Ich glaube, daß sich die Juden zur Wehr setzen werden Von dep Juden, dp.e keine sein wollen* Die Tragikomödie des Assimilationsjuden. —- Hollitscher und Rathenau schmollen mit dem deutschen Volke. — Dank und Gruß der deutschen Juden an Rathenau. Der böhmische oder mährische Provinzjude, der sich als Mitglied eines deutschen Kasinos oder Gesangsvereines sehr germanisch vorkommt; der Jude vom Kurfürstendamm, welcher .getaufte Journalisten, Filmregisseure, Romanschreioer, Operettenlibrettisten. und Stars in, seinem Hause füttert und tränkt und sich deshalb, zu den Trägern deutschen Geisteslebens zählt; der Mauschef: 'aus Budapest oder -Krakau, der von seiner edlen ' ritterlichen magyarischen oder polnischen Nation spricht; sie alle sind wohl ein wenig: widrig, aber döcli im ganzen erheiternd wirkende Typen des Juden, der Öt^as anderes sein will-.;' Sie. bringen das;: Kbniische inr Assimiilationisiudenturas %igenf*. . da^^wiri&/die 'Kör im. AssiTniJationsi^dentiini,"' ,^■■d^e^^n^fa?^Qj^;;^u^"?•■:■iil1er.«!■ wünschte Verausgabung -jüdischer Kraft .uhd^Be-1 gabung im Dienste Fremder'i die zwecklose, Selbster niedrigimg,, sie kommt dämr in Erscheinung, wenn uns geistig hochstehende Persönlichkeiten, als Assimilationsjuden entgegentreten. Wenn ernste fähige Männer die ' Narrenkappe und Bedientenjapke. des Assimilationsjudentumes tragen, danri" ,wird die Komödie zur Groteske mit tragischem Einschlag. Der ernste Mann als Hanswurst, da steigt das Närrische ins Tollle,. man lacht noch, möchte aber lieber schreien. Das vor wenigen Wochen erschienene Buch „Lebensgeschichte eines Rebellen" von Artur Hollitscher ist ein lehrreicher Beitrag zur Geschichte des zerqoiälten, zerrissenen, tragischen und grotesken Assimilationsjuden. Vorerst der Verfasser selbst. Ein schriftstellerisch begabter ungarischer Jude ist mitten in die. literarische; Industrie und Börse Berlins hineingeraten, in dieses Getriebe von Verlegern, Theaterdirektoren, Büctierschreibern und Schauspielern, die sich auf Gegenrechnung' .berühmt machen oder, herunterreißen und ihr Geschäft „Deutsches Geistesleben" nennen. Hollitscher; erkennt mit scharfem Blick die Hohlheit, den Zynismus, daß Lächerliche und Häßliche dieser Gesellen;und zeigt sie, wie sie sind. Nur an eines vergißt er, .an eine kleine Kleinigkeit: daß er, Herr Artur Hollitscher,' genau so ist, wie diese,' Fleisch von ihrem' Fleische und Blut von ihrem 'Blute,:;Er,. der ungarische Jude, hält sich für einen hochbedeufsamen Be: standteil des ^deutschen Volkes. Er schreibt*;-dem deutschen Volke genau vor, was es zu tun und was . es :zu' lassen*hat- InWbsotider^während der -Revolütionv?hat :er jnit «der Führufii des Volkes alles^Hände voll; zu tun. Im ^Rate-d^ß, geistigen Arbeiter des deutschen Volkes" und in Vplßsversämmlu)igen predigt er, Weil aber; das deutsche Volk ihn-und seine Ratschläge links, liegen läßt und seinen Weg geht, nicht den des Herrn Hollitscher, weil die urchristliche, urgermanische- Familie, in welche er hineingeheiratet hat, das gleiche tut, wird Hollitscher ganz böse und „Rebell". Er fährt nach Moskau und bedauert sehr,. daß die bolschewistische Inquisition, die Tscheka, viel zu wenig Menschen nach Sibirien schickt, hängt und erschießt. Er, Hollitscher, würde ganze Arbeit .machen. Kö'stilicfi ist, wenn er erzählt, daß ihn das Treiben der Assimilationsjuden so'angeekelt hat, daß er selber aus dem Judentum, ^ausgetreten ist. . ' •■ ' 4. : * Aber noch viel interessanter als das Sefbstporträt ist das Bild, welches Hollitscher von dem und daß sie auch die Möglichkeit haben, «iah zu verteidigen." Das Komitee für Schutz der jüdischen Minderheiten. . Am Sonntag, den 22. April begann in Berlin die erste Sitzung des Komitees für Schutz der Rechte der jüdischen Minderheiten (Council on the Rights of Jewish Minorities) in den verschiedenen Ländern Europas, das von, dem im vorigen Jahre in Zürich stattgefundenen Kongreß für Schutz der jüdischen Rechte eingesetzt worden ist. '• An den Beratungen nehmen teil: Prof. S. D ubnp w, Dr. Leo Mo t>zkin, die jüdischen parlamentarischen Führer Polens, J, G r ü n b a u m, F a r b , s t e i n und Dr. Leon Reich, Dr. Nahum Goddimann, Dr. Emil Margulies (Leitmeritz, Tschechoslowakei), Feinfoerg (Litauen), L e v i li s o h n (Hollan.d), der ständige Vertreter des Komitees.in Genf Zwi Abi e r son:iJ. a.-m. Die' Beratungen wurden am Möritaig fortgesetzt. Die Irrfahrten Schwarzbarts. '. Wie sich jetzt herausstellt, hat der französische Gesandte in Kairo, als Schwarzbartseine Irrfahrten zwischen Palästina und . Syrien durchmachen mußte, sich mit allem Nachdruck bei der ägyptischen Regierung dafür eingesetzt, daß sich Schwarzbart in Aegypten dauernd niederlassen dürfe. Diese Intervention wurde jedoch von der ägyptischen Regierung fast brüsk zurückgewiesen. Die französische Regierung könne, hieß es in denv Ablehnungsbescheid,' von der ägyptischen Regierung nicht etwas verlangen, was sie als syrische Mandatsmacht für Schwarzbart in Syrien nicht durchzusetzen.' vermochte oder nicht durchsetzen wollte. Schwarzbart wollte sich, da 'ihm die Aufenthaltsbewilligung in Palästina verweigert wurde, in Syrien niederlass/en. Aber auch die syrische Regierung lehnte eine Einreisebewilligung für Schwarzbart ab. Von französischer Seite wird darauf hingewiesen, daß der Hinweis auf die syrische.A$ehrtUik deshalb ..unbegründet; sei,; weil > die syrische Regier u.ng imvFjaflle' Sehwarzbarts * sich in" eine* d u r VlTd e n Vertrag zwischen Palästina';ü»nd S y r ie. n geschaffenen; Zwangslage l befand. Dieser Vertrag verplliehtet * Syrien, keiner Person, weiche.' nicht nach Palästina einreisen dürfe, „eine Einreise-.; oder Äu|enthaltsbewilliguiig Da3HERZjeder'Küohe em - Kühlschrank Fabrikat der Generai Motore Unsen sie

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